Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung und deren Konsequenzen, auch im beruflichen Kontext. Durch die steigende Internationalität der Unternehmensaktivitäten sind Auslandseinsätze von Mitarbeitern ein wichtiger Gesichtspunkt in der Entwicklung von Strategien geworden. Daher beschäftigt sich diese Arbeit mit den zukünftigen Trends der Auslandsentsendung auf dem globalisierten Arbeitsmarkt.
Ziel der Arbeit ist es, sowohl die zukünftigen Trends der Mitarbeitermobilität und Entsendung aufzuzeigen, als auch die bisher gängigen Modelle auf ihre Verwendbarkeit für die Zukunft hin zu untersuchen. Bisher existieren kaum langfristige Studien, die die Entwicklung von Arbeitsmärkten hinsichtlich der Mobilität von Mitarbeitern analysieren und Zukunftsaussagen treffen. Daher stellt sich die Frage, mit welchen Trends Unternehmen und auch deren Angestellte zu rechnen haben.
Dazu werden zunächst die vielfältigen Möglichkeiten der heutigen Auslandsentsendung, die sich im Zuge der Globalisierung und dank der technischen Errungenschaften verwirklichen lassen, aufgeführt und definiert. Des Weiteren wird ein Blick auf die jeweiligen Anforderungen von Arbeitnehmern und Unternehmen geworfen und diskutiert, inwiefern die Prozesse der letzten Jahrzehnte den Fokus auf Qualifikationen verschoben und geprägt haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Globalisierung
2.2 Transnationales Humankapital
2.3 Generationen
2.3.1 Babyboomer
2.3.2 Generation X
2.3.3 Generation Y / Millennials
2.3.4 Generation Z
2.3.5 Generationenmanagement
2.4 Expatriates und Auslandsentsendungen
3. Arten der Mitarbeitermobilität
3.1 Entsendungen in Abhängigkeit von Unternehmen
3.1.1 LTA
3.1.2 STA
3.1.3 Stellenverlegung oder Stellen- / Talenttausch
3.1.4 Pendellösung und rotierende Assignments
3.1.5 Vielflieger
3.1.6 Virtuelle Entsendungen
3.1.7 Selbstinitiierter Umzug
3.1.8 Dauerhafte Entsendung
3.2 Grenzüberschreitende Arbeitnehmerüberlassung
3.3 Unabhängig von Unternehmen
4. Nachfrage nach transnationalem Humankapital
5. Trends der Mitarbeitermobilität
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zukünftigen Entwicklungen der Mitarbeitermobilität unter Berücksichtigung globaler Prozesse. Ziel ist es, aktuelle Entsendungsmodelle auf ihre Zukunftsfähigkeit hin zu prüfen und aufzuzeigen, welche Trends Unternehmen und Arbeitnehmer in einer zunehmend globalisierten Arbeitswelt erwarten.
- Analyse der Auswirkungen von Globalisierung auf die Mobilität von Fachkräften.
- Differenzierung der Generationen und deren Anforderungen an moderne Arbeitsmodelle.
- Kategorisierung und kritische Betrachtung verschiedener Entsendungsformen (von LTA bis virtuelle Entsendung).
- Untersuchung der steigenden Nachfrage nach transnationalem Humankapital.
- Identifikation zukünftiger Trends wie Flexibilisierung und Bedeutung der Generationen Y und Z.
Auszug aus dem Buch
3.1.6 Virtuelle Entsendungen
Im Zuge der Digitalisierung und der rapiden Weiterentwicklung der Kommunikationstechnologien sind virtuelle Expats der neueste Trend. Der Mitarbeiter verbleibt physisch im Heimatland, ist jedoch Manager und Leiter in anderen Ländern und verfügt über internationale Arbeitsverantwortung. Die Kommunikation und Kollaboration mit den lokalen Mitarbeitern findet durch elektronische Medien statt und es kommt äußerst selten zu persönlichen Treffen. Vor allem die Generation Y sieht durch diese Möglichkeit den Auslandsaufenthalt nicht als zwingend notwendig an, ist sie doch mit der aus Kommunikation über Telefon, E-Mail und Internet aufgewachsen.
Diese Form der Entsendung führt zu einer wesentlichen Reduzierung der Kosten und bietet Vorteile wie eigenes Zeitmanagement, Flexibilität für die Beteiligten und selbstständigeres Arbeiten. Jedoch befinden sich die Akteure in einer völlig neuen Arbeitswelt, über die bisher noch keinerlei Langzeitstudien und Untersuchungen bekannt sind. Virtuelle Entsendungen bringen jedoch auch Nachteile mit sich, die auf den ersten Blick erkennbar sind. Hierzu gehören beispielweise die unüberschaubaren Arbeitsstunden, die sich im Zuge der 24/7 Verfügbarkeit ergeben. Zustande kommt diese Anforderung durch die atypischen Arbeitszeiten, bedingt durch die Zeitverschiebung.
Fraglich ist, ob durch die fehlende Regenerationszeit während solcher Projekte, die Motivation der Mitarbeiter aufrecht erhalten werden kann. Zudem muss entschieden werden, wann der persönliche Kontakt mit Kollegen oder auch Kunden zielführender wäre. Dies ist vor allem in beziehungsorientierten Kulturen mit essentiellen Elementen wie Vertrauen und emotionale Verbundenheit äußerst wichtig. Der fehlende persönliche Kontakt könnte die Beziehung verschlechtern oder gar zerstören (vgl. Fischlmayr/Kopecek 2015, 18; vgl. Buschermöhle 2000).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der Globalisierung für die Mitarbeitermobilität und formuliert das Ziel, zukünftige Trends und die Zukunftsfähigkeit bisheriger Modelle zu untersuchen.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Globalisierung, transnationale Humankapital-Kategorien sowie die spezifischen Eigenschaften verschiedener Generationen und deren Bedeutung für das Personalmanagement definiert.
3. Arten der Mitarbeitermobilität: Hier werden unterschiedliche Entsendungsarten, von der klassischen Langzeitentsendung bis hin zu modernen Formen wie virtuellen Entsendungen und dem selbstinitiierten Umzug, detailliert vorgestellt.
4. Nachfrage nach transnationalem Humankapital: Das Kapitel beleuchtet, wie sich die Anforderungen an Fachkräfte im Zeitverlauf verändert haben und welche Rolle Qualifikationen bei der Besetzung internationaler Stellen spielen.
5. Trends der Mitarbeitermobilität: Hier werden basierend auf Studien (u.a. von Deloitte) die wesentlichen Zukunftstrends identifiziert, darunter die steigende Bedeutung der Mitarbeiterbindung und der Wunsch nach mehr Flexibilität bei Entsendungen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Flexibilisierung der Entsendungsformen ein entscheidender Faktor für Unternehmen ist, um auf den politischen und wirtschaftlichen Wandel zu reagieren.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Mitarbeitermobilität, Entsendung, Expatriates, Humankapital, Generationenmanagement, Millennials, Generation Z, Virtuelle Entsendung, Flexibilisierung, Fachkräfte, Arbeitsmarkt, Interkulturelle Kompetenz, Karriere, Wissensaustausch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Mitarbeitermobilität in globalisierten Arbeitsmärkten und untersucht, welche neuen Trends und Herausforderungen sich daraus für Unternehmen ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Globalisierung, die Bedeutung von transnationalem Humankapital, die verschiedenen Generationen (Babyboomer bis Generation Z) und deren unterschiedliche Ansprüche an die Arbeitswelt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zukünftige Trends der Entsendung aufzuzeigen und zu analysieren, inwieweit bisher gängige Modelle in einer sich wandelnden Welt noch praktikabel sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien und Stellenanzeigen-Analysen zur Identifikation langfristiger Mobilitätstrends.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition zentraler Begriffe, eine detaillierte Auflistung verschiedener Entsendungsarten sowie eine Analyse der Nachfrage nach qualifiziertem Humankapital.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Globalisierung, Entsendung, Expatriates, Generationenmanagement, Flexibilisierung und transnationale Kompetenzen.
Wie unterscheidet sich die Generation Y von der Generation Z im Kontext der Arbeit?
Während die Generation Y durch das Hinterfragen etablierter Strukturen und den Wunsch nach persönlichem Mehrwert geprägt ist, wächst die Generation Z in einer durchgängig digitalen Welt auf, was die Eingliederung in den Arbeitsmarkt für Unternehmen aufgrund neuer Ansprüche an die Selbstdarstellung zu einer besonderen Herausforderung macht.
Warum werden virtuelle Entsendungen als kritisch betrachtet?
Obwohl sie kosteneffizient sind, fehlt bei virtuellen Entsendungen der persönliche Kontakt, was gerade in beziehungsorientierten Kulturen das Vertrauensverhältnis schädigen kann und die Mitarbeiter durch 24/7-Verfügbarkeit stärker belastet.
- Arbeit zitieren
- Ariana Reinecke (Autor:in), 2017, Arbeiten in globalisierten Arbeitsmärkten als ernstzunehmender Trend der Mitarbeitermobilität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462486