Grundzüge des Prinzips der Selbstsorge bei Foucault


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

12 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Darstellung
1. Die Epimeleia
2. Das Verhältnis von Philosophie und Spiritualität
3. Die Enkráteia
4. Das Verhältnis von Politik und Selbstsorge
5. Die Homosexualität

III Fazit
Literaturvezeichnis

I Einleitung

In dieser Arbeit soll das antike Prinzip der Selbstsorge, welches Foucault zum Gegenstand einer Vorlesungsreihe am Collège de France (1982) gemacht hat, dargestellt werden.

In einem ersten Schritt wird das Prinzip der Epimeleia erläutert um dann in einem weiteren auf das Verhältnis von Philosophie und Spiritualität einzugehen. Auch das Verhältnis von Politik und Selbstsorge wird dargestellt. Daraufhin erfolgt eine Ausführung zum Prinzip der Enkráteia. Als abschließender Punkt erfolgt eine Darstellung der Homosexualität im foucaultschen Sinne und dem Zusammenhang der Selbstsorge und der politischen Einflußnahme mit diesem Thema.

Zu den ersten drei Teilen der Darstellung wird hauptsächlich der Text über die Vorlesungen am Collège de France, herausgegeben von Helmut Becker, herangezogen.

II Darstellung

1. Die Epimeleia

In der Antike konstituierten sich Subjekt und Wahrheit in dem zentralen Begriff Epimeleia (cura sui/ souci de soi/ Selbstsorge). Dies wird bereits an der Formel des Orakels von Delphi deutlich, welche lautete: „Erkenne dich selbst!“ Diese Maxime tritt immer wieder im direkten Zusammenhang mit einer, sich aus jenem Leitspruch ergebenden Aufforderung auf, dem „Kümmere dich um dich selbst!“. Es herrscht ein System der Unterordnung zwischen diesen beiden Prinzipien:

„Die Selbsterkenntnis ist nur ein besonderer Fall der Selbstsorge, nur deren besondere Anwendung. Die Selbstsorge ist die allgemeinere Formel, die Selbsterkenntnis ist nur eine Konsequenz der Forderung nach der Selbstsorge“.[1]

Das Prinzip der Selbstsorge läßt sich noch in drei weitere Bereiche unterteilen.

Da ist zunächst einmal die Selbstsorge als eine allgemeine Einstellung oder Haltung die Welt zu betrachten und Handlungen vorzunehmen. Sie ist also als eine Haltung sich selbst und den anderen gegenüber zu sehen und letztendlich auch als eine, das ganze Umfeld des Handelnden betreffende, Einstellung zu verstehen.

Weiterhin wird unterteilt in die Epimeleia heatou als die spezifische Form der Aufmerksamkeit oder des Blickes. Dies ist der introspektive Aspekt der Epimeleia. Sich um sich selbst zu kümmern bedeutet auch daß man den Blick von der Außenwelt auf sich selbst lenkt. Der sich um sich selbst Sorgende ist angehalten auf seine Denkprozesse zu achten und sie sich bewußt zu machen.[2]

Letztlich fordert die Epimeleia eine ganz bestimmte Handlungsweise. Hierbei geht es um eine Handlung, die man auf sich selbst anwendet. Dieser ganz dezidiert praktisch anzuwendende Aspekt soll zu einer Veränderung, einer Transformation führen. Dies soll eine innere Reinigung und eine diesen Prozeß abschließende Veränderung zur Folge haben.[3]

Aus diesen drei Aspekten der Epimeleia lassen sich unterschiedliche Praktiken ableiten, die in der Geschichte der Kultur, der Philosophie, der Moral und der Spiritualität des Abendlandes ihren Niederschlag gefunden haben. Man kann sie in den verschiedensten Meditationstechniken, Erinnerungen an Vergangenes, der Überprüfung des Gewissens und der Verifikation wiederfinden. Mit Hilfe all dieser verschiedenen Praktiken soll das einzelne Subjekt den Weg durch die Transformation finden. Nur durch eine Auseinandersetzung mit sich selbst, einer Konfrontation mit dem Inneren, kann Selbsterkenntnis, und damit Erkenntnis überhaupt, erreicht werden.

2. Das Verhältnis von Philosophie und Spiritualität

Philosophie ist als die Form des Denkens bezeichnet, welche nach dem Grund, dem Sinn sucht. Dies führt dazu, daß der Philosoph zu der Erkenntnis von Wahrem und Falschem gelangt. Diese beiden Konstanten können vom Subjekt unterschieden werden. Ebenfalls ist die Philosophie die Kraft, die in ihren Prinzipien die Parameter festlegt, innerhalb welcher der Einzelne zur Wahrheit Zugang erlangt.

[...]


[1] Becker, Helmut (Hg.): Freiheit und Selbstsorge, S. 32

[2] Becker, Helmut (Hg.): Freiheit und Selbstsorge S. 32

[3] ebenda, S. 33

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Grundzüge des Prinzips der Selbstsorge bei Foucault
Hochschule
Universität Hamburg  (Pädagogisches Institut)
Veranstaltung
Foucaults Begriff der Selbstsorge als Ansatz einer pädagogischen Theoriebildung
Note
1,5
Autor
Jahr
2000
Seiten
12
Katalognummer
V4625
ISBN (eBook)
9783638128384
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Foucault, Selbstsorge, Homosexualität
Arbeit zitieren
Thomas Grömling (Autor), 2000, Grundzüge des Prinzips der Selbstsorge bei Foucault, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4625

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