Auswirkungen von PISA am Beispiel von Frankreich und den USA. Die PISA- Studie als Wegbereiter von Reformen in Bildungssystemen?


Seminararbeit, 2018
20 Seiten, Note: 2,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beschreibung derPISA- Studie

3 Die Analyse des Bildungssytems Frankreichs
3.1 Entwicklung des Bildungssytems Frankreichs
3.2 Die Rolle von OECD und PISAim franzosischen Bildungssystem
3.3 Bildungspolitische Maβnahmen seitPISA

4 Wie man PISA auch ignorieren kann- USA

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Heutzutage denken die meisten Menschen bei dem Wort „PISA“ an die regelmaBig wiederkehrende Bildungsstudie, die unterschiedliche Nationen miteinander vergleicht. Doch dies war nicht immer so. Noch vor etwa 18 Jahren war das Erste was Burgerinnen und Biirgern bei diesen vier Buchstaben einfiel, eine Stadt in Italien mit einem sehr schief geratenem Turm. Was man jedoch schon damals wusste ist, dass Bildung ein Schlussel zum Erfolg im Leben ist und diese auch fur alle zuganglich sein sollte. Die OECD mit ihrer PISA- Studie hat sich genau dieses Ziel gesetzt. Namlich die Bildungssysteme der Staaten auf ein hohes qualitatives Level zu heben, um den Schulerinnen und Schulern ihren Weg ins Leben zu vereinfachen. Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz, den auch schon Carl Hilty, ein Schweizer Staatsrechtler, als bedeutend empfand:

„Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken uber das Gelesene.“

Die Heranwachsenden sollen also selbst nachdenken und nicht nur den vorgelegten Lemstoff stur auswendig konnen. In einigen Landern, wie zum Beispiel Frankreich, war diese Methode vor der ersten PISA- Studie namlich eine sehr beliebte unter den Lehrpersonen. Doch das bereitet Kinder nicht auf den Ernst des Lebns vor. Reformen im Schul- und Bildungssystem waren notig. Viele Lehrer sind mit der GroBe ihrer Klassen uberfordert und konnen sich somit nicht mehr individuell um jedes Kind kummern. Es gibt so viele verschiedene Charaktere unter den Kindem, die alle unterschiedlich gefordert und gefordert werden mussen. So ist es notig speziell auf verhaltensaufallige Kinder, behinderte Kinder oder hoch intelligente Kinder einzugehen. Aber das bringt auch viele Entscheidungen mit sich. Sollte man intergrative Schulen einfuhren oder doch lieber spezielle Forderschulen schaffen? Sind Gesamtschulen oder doch Schulformen wie Gymnasium, Real- und Grundschule die bessere Wahl, um den Schulern ein bestmogliches soziales Umfeld zu schaffen und sie den Umgang mit anderen Menschen zu lehren? All das sind Fragen, die grundlichster Uberlegungen bedurfen und auf Grund von Erfahrungen furjedes einzelne Land beantwortet werden mussen.

In dieser Arbeit soil am Beispiel Frankreichs und den USA untersucht werden, ob PISA bei eben diesen Problemen Abhilfe schaffen kann und ob dadurch die Bildungspolitik reformiert werden kann. Dazu sollen detaillierte Hintergrundinformationen uber den Untersuchungsaufbau von PISA und der Durchfuhrung der nationalen Vergleiche gegeben werden. Des Weiteren ist es wichtig, die Systeme vor und nach der Studie zu betrachten, um sichere Aussagen uber die Auswirkungen auf die Politik geben zu konnen.

2 Beschreibung der PISA-Studie

PISA, also ,,Programme for International Student Assessment, ist ein Programm der OECD (Organisation fur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Sie erfasst weltweit Schulerleistungen in den Kompetenzbereichen der Naturwissenschaft, Lesen und Mathematik und vergleicht diese international. Die Studie wird seit 2000 alle drei Jahre mit Schulem, die 15 Jahre alt sind, durchgefuhrt. Dabei wird das Leistungsniveau der Jugendlichen festgestellt, es werden Informationen uber Ergebnisse des Lehrens und Lemens in den Schulen geliefert und Entwicklungen im Bildungssystem aufgezeigt.1

Die Rahmenplane der einzelnen Lander sind dabei weniger von Bedeutung, es geht darum, dass die Schuler ihre erworbenen Kompetenzen anwenden konnen. Jedes Jahr stutzt sich PISA auf einen anderen Kompetenzbereich, um abwechslungsreiche und vergleichbare Ergebnisse uber die Jahre hinweg zu ermitteln.

Die Lesekompetenz ist im Jahr 2018 der Schwerpunkt der PISA-Studie, wie auch schon in den Jahren 2000 und 2009. In diesem Kompetenzbereich analysieren die Schulerinnen und Schuler Texte, in dem sie aus ihnen Informationen heraussuchen, sie verstehen und sie mit anderen Texten in Verbindung bringen und verknupfen konnen. Auch die Fahigkeit und die Motivation sich neue Texte durchzulesen und mit den gelesenen Informationen zu arbeiten erfordert kognitive Prozesse, die untersucht werden konnen.

Neu ist hierbei, dass beim Losen der Aufgaben seit diesem Jahr auch der Umgang mit Medien eine groBe Rolle spielt. Denn es werden interaktive Aufgaben mit mehreren zu lesenden Texten in einer simulierten Web-Umgebung bereitgestellt, bei denen Informationen auf Webseiten gesucht und in Verbindung gebracht werden mussen. Hierzu wird erstmals der Computer verwendet.

2003 und 2012 lag der Schwerpunkt der PISA-Studie auf der mathematischen Kompetenz. Hierbei geht es wieder um Aufgabenbereiche, die den Jugendlichen auch im Alltag begegnen werden, wie zum Beispiel der Prozentrechnung oder ahnliche Aufgaben. Diese mathematischen Phanomene sollen durch Fakten und Werkzeuge erklart und interpretiert werden.

Die naturwissenschaftliche Kompetenz stellt einen weiteren Bereich dar, auf den 2006 und 2015 das Hauptaugenmerk gerichtet wurde.

Bei dieser Kompetenz geht es darum, dass die Schulerinnen und Schuler naturwissenschaftliche Phanomene in der Welt erklaren, beschreiben und verstehen konnen. Hinzu kommt, dass sie die Bedeutung dieser fur ihre alltaglichen Beobachtungen nutzen und diese dadurch besser verstehen konnen.

Als weiterer wichtiger Punkt kommt die Problemlosekompetenz dazu, welche in alien Bereichen des erworbenen Wissens von Bedeutung ist.

Ziel der PISA-Studie ist es, die Effektivitat des Lemen und Lehrens in den jeweiligen Bildungssystemen zu untersuchen und die Ergebnisse spater international zu vergleichen. Bildungssysteme sollte den Jugendlichen solche Fahigkeiten und Kompetenzen vermitteln, welche es ermoglichen die Schuler auf das spatere Berufsleben und die Anforderungen in der Gesellschaft vorzubereiten.

Besonderer Wert wird dabei auch auf die Entwicklung der Kinder aus anderen sozialen und kulturellen Herkunften gelegt. Namlich wie sie sich in die Anforderungen eingliedern und die Kompetenzen erlemen die notig sind.2

3 Analyse des Bildungssvstems Frankreichs

3.1 Entwicklung des Bildungssvtems Frankreichs

Die Wurzeln des franzosischen Bildungssystems von heute liegen im spaten 19. Jahrhundert. Damals wurde von dem amtierenden Bildungsminister Jules Ferry die ecole republicaine gegrundet. Diese verpflichtete alle Schulerinnen und Schuler bis zum 15. Lebensjahr die Schule zu besuchen. Mehrere Bildungsreformen zwischen 1879 und 1886 fuhrten dazu, dass die Schulbildung unter anderem kostenlos und verpflichtend wurde.1

Das Falloux-Gesetz von 1850 war vor der Ferry-Regelung das maBgebende Gesetz im Bildungssektor. Es legte die Freiheit der Sekundarschulbildung fest und unterschied dabei zwischen offentlicher und privater Bildung. Des Weiteren forderte es die katholische Erziehung in Grundschulen und verpflichetete Gemeinden mit uber 800 Einwohnern zur Errichtung einer Madchenschule. Mit der Aufhebung dieses Gesetzes und dem Ersetzen durch die Ferry-Regelung wurde die Kirche endgultig aus dem Schulssystem verdrangt.

So genannte „ecoles primaires“ hatten das Ziel Werte, wie Demokratie, Aufklarung und andere Fertigkeiten zu vermitteln. Auch entstanden die ersten Sekundarstufen „lycees“, welche zum Einen die Schulerinnen und Schuler auf die Hochschule vorbereiten sollten und zum Anderen eine neue Elite fur den offentlichen Dienst ausbildeten. Die franzosische Grundschule wird von Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren besucht.

Das franzosische Schulwesen weist also eine horizontale Trennung auf und der Sekundarbereich ist in zwei Phasen unterteilt. Im Anschluss an die funfjahrige Grundschule besuchen alle Schulerinnen und Schuler vier Jahre lang das „college“, welche als eine Art Gesamtschule gesehen werden kann. Im zweiten Teil der Sekundarstufe besuchen die meisten Schuler das lycee. Der andere kleinere Teil beginnt eine Lehre. Am lycee ist es dann moglich ein berufsbildendes Zertifikat, ein berufsbildendes Diplom oder spater ein berufliches Abitur zu erwerben. Eine zentrale Abschlussprufung berechtigt die Absolventen zum Besuch einer Universitat oder einer Elitehochschule.2

Anders als in Deutschland oder in den USA werden alle Bildungsinhalte vom nationalen Bildungsministerium „MEN“ bestimmt. Das franzosische Schulssystem wird zum groBten Teil aus dem offentlichen Sektor betrieben. Dies fuhrt dazu, dass alle Lehrpersonen der Grund- und Sekundarschulen beim Zentralstaat angestellt sind. Das „MEN“ ist also der groBte Arbeitgeber in Frankreich.

Die stark vereinheitlichten Lerninhalte werden von zentraler Stelle festgelegt und lassen den Schulem somit wenig Moglichkeiten zu wahlen. Jedoch ist es zunehmend auch der Fall, dass Schuler zwischen verschiedenen Wahlfachern auswahlen konnen, dies ist aber nicht die Regel. Selbst bei der Wahl der Schule sind die Familien nicht frei, es wird eine Art Landkarte bereitgestellt auf der sie den Schulbezirk sehen konnen, der ihnen vom Staat zugewiesen wurde.3

3.2 Die Rolle von OECD und PTSA im franzosischen Bildungssvstem

Die OECD fordert eine globale Wirtschaft und setzt sich fur marktorientierte sozio- okonomische Reformen ein und hat sich dadurch zu einem bedeutsamen bildungspolitischen Akteur entwickelt. Frankreich blickt auf eine lange Geschichte in der bildungspolitischen Zusammenarbeit mit der OECD zuruck. Trotzdem unternahm Frankreich 1994 einen mutigen Schritt, denn es beauftragte die OECD das gesamte franzosische Bildungssystem im Rahmen ihrer Review- Aktivitaten einer Bewertung zu unterziehen.4

Dabei wurde besonders der universelle Zugang zu Kindergarten, die Tradition der sozialen Integration und das Prinzip der vorrangigen Bildung als positiv bewertet. Das Prinzip der vorrangigen Bildung hat das Ziel, die Auswirkungen sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheiten auf den Erfolg in der Schule zu korrigieren. Dies soil durch padagogische MaBnahmen in den Schulen und Einrichtungen der Gebiete mit den groBten sozialen Schwierigkeiten verwirklicht werden.

Jedoch zeigten sich einige fundamentale Widerspruche im franzosischen Bildungssystem auf. Dies geschah, laut der OECD, infolge der gesamtgesellschaftlichen Reformen nach 1968. Ein GroBteil der Teilnehmer soil am Bildungssystem gescheitert sein, obwohl im System das Prinzip der Gleichheit herrscht. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass das Konzept der „Bruderlichkeit“ von einem starken Wettbewerbsdruck uberschattet wird und trotz der Idee der „Freiheit“ fur die gesamte Gesellschaft kaum Moglichkeiten zur Selbstverwirklichung in der Schule bestehen. Der Unterricht ist also zu sehr standardisiert, um individualisierte Methoden und Techniken anzuwenden, was den Schulerinnen und Schulern den Stoff eventuell besser verstehen lassen wurde und dadurch auch ihr Selbstbewusstsein starke. Die Abschlussprufung wird von vielen Absolventen nicht bestanden, trotz staatlicher Forderung, was die sozialen Ungleichheiten nochmals verstarkt. Auch die Steuerung des Systems von relativ zentraler Stelle wurde bemangelt, denn dadurch gilt es, so die OECD, als konfliktanfallig und nicht anpassungsfahig.5

[...]


1 Vgl. Schmid, Josef Prof. Dr.

2 vgl. Rosenkranz, Phoebe/frietsch Martina, 2018: PISA. was ist das?

1 Vgl. Corbett 1996, S.7

2 Vgl. Homer 2010, S. 239 ff.

3 Vgl. nieser 1990, S. 142-153

4 Corbett 1996,S. 17

5 Vgl. Dreyer2010,S.54ff.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen von PISA am Beispiel von Frankreich und den USA. Die PISA- Studie als Wegbereiter von Reformen in Bildungssystemen?
Hochschule
Universität Rostock
Note
2,7
Jahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V462527
ISBN (eBook)
9783668919990
ISBN (Buch)
9783668920002
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, pisa, beispiel, frankreich, pisa-, studie, wegbereiter, reformen, bildungssystemen
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Auswirkungen von PISA am Beispiel von Frankreich und den USA. Die PISA- Studie als Wegbereiter von Reformen in Bildungssystemen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462527

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