In dieser Arbeit soll am Beispiel Frankreichs und den USA untersucht werden, ob PISA bei eben den von ihr aufgedeckten Problemen Abhilfe schaffen, und ob dadurch die Bildungspolitik reformiert werden kann.
Dazu sollen detaillierte Hintergrundinformationen über den Untersuchungsaufbau von PISA und der Durchführung der nationalen Vergleiche gegeben werden. Des Weiteren ist es wichtig, die Systeme vor und nach der Studie zu betrachten, um sichere Aussagen über die Auswirkungen auf die Politik geben zu können.
Abschließend wird im Hinblick auf PISA als Wegbereiter für Reformern im Bildungssektor ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Beschreibung der PISA-Studie
3 Die Analyse des Bildungssystems Frankreichs
3.1 Entwicklung des Bildungssystems Frankreichs
3.2 Die Rolle von OECD und PISA im französischen Bildungssystem
3.3 Bildungspolitische Maßnahmen seit PISA
4 Wie man PISA auch ignorieren kann- USA
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der PISA-Studien auf die Bildungssysteme in Frankreich und den USA, um zu analysieren, ob und wie die Ergebnisse der Studie als Impulsgeber für bildungspolitische Reformen dienen können.
- Grundlagen und Zielsetzung der PISA-Studie
- Historische Entwicklung des französischen Schulsystems
- Auswirkungen der PISA-Ergebnisse auf die französische Bildungspolitik
- Die bildungspolitische Situation in den USA im Vergleich
- Reflexion über die Wirksamkeit von PISA als Reforminstrument
Auszug aus dem Buch
3.1 Entwicklung des Bildungssystems Frankreichs
Die Wurzeln des französischen Bildungssystems von heute liegen im späten 19. Jahrhundert. Damals wurde von dem amtierenden Bildungsminister Jules Ferry die école républicaine gegründet. Diese verpflichtete alle Schülerinnen und Schüler bis zum 15. Lebensjahr die Schule zu besuchen. Mehrere Bildungsreformen zwischen 1879 und 1886 führten dazu, dass die Schulbildung unter anderem kostenlos und verpflichtend wurde.
Das Falloux-Gesetz von 1850 war vor der Ferry-Regelung das maßgebende Gesetz im Bildungssektor. Es legte die Freiheit der Sekundarschulbildung fest und unterschied dabei zwischen öffentlicher und privater Bildung. Des Weiteren förderte es die katholische Erziehung in Grundschulen und verpflichtete Gemeinden mit über 800 Einwohnern zur Errichtung einer Mädchenschule. Mit der Aufhebung dieses Gesetzes und dem Ersetzen durch die Ferry-Regelung wurde die Kirche endgültig aus dem Schulsystem verdrängt.
So genannte „écoles primaires“ hatten das Ziel Werte, wie Demokratie, Aufklärung und andere Fertigkeiten zu vermitteln. Auch entstanden die ersten Sekundarstufen „lycées“, welche zum Einen die Schülerinnen und Schüler auf die Hochschule vorbereiten sollten und zum Anderen eine neue Elite für den öffentlichen Dienst ausbildeten. Die französische Grundschule wird von Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren besucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der PISA-Studie als Instrument zur Vergleichbarkeit von Bildungssystemen und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Beschreibung der PISA-Studie: Erläuterung der Struktur, der Kompetenzbereiche und der Zielsetzung der OECD-Studie zur Messung von Schülerleistungen.
3 Die Analyse des Bildungssystems Frankreichs: Untersuchung der historischen Grundlagen, der Einflüsse der OECD auf das System sowie konkreter Reformmaßnahmen in Frankreich.
3.1 Entwicklung des Bildungssystems Frankreichs: Darstellung der historischen Entstehung und der Struktur des französischen Bildungswesens.
3.2 Die Rolle von OECD und PISA im französischen Bildungssystem: Analyse der Interaktion zwischen französischen Reformansätzen und den PISA-Ergebnissen.
3.3 Bildungspolitische Maßnahmen seit PISA: Übersicht über die verschiedenen Bildungsreformen, die als Reaktion auf die PISA-Ergebnisse in Frankreich angestoßen wurden.
4 Wie man PISA auch ignorieren kann- USA: Analyse der bildungspolitischen Situation in den USA und deren spezifischer Umgang mit den Ergebnissen der internationalen Studien.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung von PISA als Wegbereiter für Reformen und Reflexion über die unterschiedlichen Reaktionen in verschiedenen Ländern.
Schlüsselwörter
PISA-Studie, Bildungssystem, Frankreich, USA, OECD, Schulreform, Bildungspolitik, Lesekompetenz, Mathematische Kompetenz, Naturwissenschaftliche Kompetenz, Schulleistung, Bildungsdebatte, Reformprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen und die politische Bedeutung der PISA-Studien auf die Bildungssysteme von Frankreich und den USA.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Schulsysteme, der Rolle der OECD bei Bildungsreformen und der Reaktion nationaler Regierungen auf PISA-Ergebnisse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, inwiefern PISA tatsächlich als "Wegbereiter" für Reformen fungiert und warum die Reaktionen darauf in verschiedenen Ländern stark divergieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Perspektive, indem sie historische Analysen und den Vergleich der Bildungspolitik in Frankreich und den USA auf Basis der PISA-Daten kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung des französischen Bildungswesens (inklusive Reformen) sowie in die Analyse des US-amerikanischen Umgangs mit den Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
PISA-Studie, Bildungsreform, Frankreich, USA, OECD, Schulsystem und Leistungsvergleich.
Warum spielt die historische Entwicklung des französischen Systems für die Analyse eine wichtige Rolle?
Das Verständnis der historischen Wurzeln (z.B. das Wirken von Jules Ferry) ist essenziell, um die spätere Resistenz oder Anpassungsfähigkeit gegenüber internationalen Reformvorgaben durch die PISA-Studie einzuordnen.
Wie reagieren die USA im Vergleich zu Frankreich auf die PISA-Ergebnisse?
Während in Frankreich der PISA-Schock diverse Reformdebatten auslöste, zeigen die USA eine deutlich geringere bildungspolitische Reaktion auf die internationalen Ergebnisse.
Inwiefern beeinflusst das „Falloux-Gesetz“ die heutige Sicht auf das französische Schulsystem?
Es markiert eine wichtige Etappe in der Trennung von öffentlicher und privater Bildung und legte Grundlagen, die erst durch spätere Reformen in den 1980er Jahren und durch PISA-Impulse weiterentwickelt wurden.
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- Anonym (Author), 2018, Auswirkungen von PISA am Beispiel von Frankreich und den USA. Die PISA- Studie als Wegbereiter von Reformen in Bildungssystemen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462527