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Grundzüge des Prinzips der Selbstsorge bei Foucault

Title: Grundzüge des Prinzips der Selbstsorge bei Foucault

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 12 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Thomas Grömling (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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In dieser Arbeit soll das antike Prinzip der Selbstsorge, welches Foucault zum Gegenstand einer Vorlesungsreihe am Collège de France (1982) gemacht hat, dargestellt werden.
In einem ersten Schritt wird das Prinzip der Epimeleia erläutert um dann in einem weiteren auf das Verhältnis von Philosophie und Spiritualität einzugehen. Auch das Verhältnis von Politik und Selbstsorge wird dargestellt. Daraufhin erfolgt eine Ausführung zum Prinzip der Enkráteia. Als abschließender Punkt erfolgt eine Darstellung der Homosexualität im foucaultschen Sinne und dem Zusammenhang der Selbstsorge und der politischen Einfluß-nahme mit diesem Thema.
Zu den ersten drei Teilen der Darstellung wird hauptsächlich der Text über die Vorlesun-gen am Collège de France, herausgegeben von Helmut Becker, herangezogen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Darstellung

1. Die Epimeleia

2. Das Verhältnis von Philosophie und Spiritualität

3. Die Enkráteia

4. Das Verhältnis von Politik und Selbstsorge

5. Die Homosexualität

III. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das antike Prinzip der Selbstsorge (Epimeleia), wie es von Michel Foucault in seinen Vorlesungen thematisiert wurde, und analysiert dessen Bedeutung für die Subjektbildung, die politische Teilhabe und den Umgang mit Moral.

  • Das antike Konzept der Epimeleia und das Verhältnis von Selbsterkenntnis zur Selbstsorge.
  • Die philosophische Trennung und wechselseitige Beziehung von Spiritualität und Wahrheit.
  • Das Prinzip der Enkráteia als aktive Form der Selbstbeherrschung und Bewältigung von Begierden.
  • Die Übertragung der Selbstsorge auf politische Kontexte und die Identitätsbildung homosexueller Gruppierungen.

Auszug aus dem Buch

3. Die Enkráteia

Unter dem Begriff Enkráteia versteht Foucault, ganz im Sinne der klassischen Antike, eine „aktive Form der Selbstbeherrschung [...], mit der man im Bereich der Begierden und der Vergnügen abwehren oder kämpfen oder seine Herrschaft sichern kann“.

Diese Selbstbeherrschung ist im Umgang mit der Moral der Lüste und ihrem richtigen Gebrauch notwendig. Enkráteia stand lange dem von Xenophon verwendeten Begriff „sophrosýne“ nahe, welches sich auf die Mäßigung bezieht. Diese Mäßigung wird, mit der Frömmigkeit, dem Mut, der Weisheit und der Gerechtigkeit, zu den fünf Haupttugenden des Menschen gezählt.

Die beiden Begriffe mögen sich inhaltlich ähneln, dennoch gibt es einen augenscheinlichen Unterschied zwischen ihnen. Die Tugend der „sophrosýne“ ist als ein allgemeiner Zustand beschrieben, der dafür sorgt, daß man sich seinen Mitmenschen und den Göttern gegenüber so verhält, wie es sich gehört - also einerseits maßvoll, aber eben auch ehrfürchtig, gerecht und mutig. Die Enkráteia hingegen bezieht sich auf den inneren Kampf Begierden und Vergnügen betreffend. Dieser Kampf ist für eine aktive Form der Selbstbeherrschung charakteristisch. Es handelt sich um einen Balanceakt, zwischen innerer Auseinandersetzung und innerem Widerstand gegen diesen vernunftgesteuerten Prozeß. Dies zeigt die miteinander ringenden Kräfte der Enkráteia recht deutlich auf. Da ist die Zurückhaltung, die Spannung und die Enthaltung. Nur der Kampf kann den Weg zur Beherrschung der Lüste und Begierden ebnen, in dem man sich die Fähigkeit erarbeitet, sich diesen Versuchungen zu widersetzen und sie zu bezwingen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel, Foucaults Interpretation der antiken Selbstsorge als Grundlage für eine pädagogische Theoriebildung darzustellen.

II. Darstellung: Dieses Hauptkapitel erläutert zentrale philosophische Konzepte wie Epimeleia, Spiritualität, Enkráteia und deren Bezug zur politischen Macht und Identität.

1. Die Epimeleia: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Selbstsorge als eine allgemeine Haltung, als introspektiven Blick sowie als praktische Handlungsweise zur Transformation des Subjekts.

2. Das Verhältnis von Philosophie und Spiritualität: Hier wird Spiritualität als der notwendige Weg der Selbsterarbeitung beschrieben, der über innere Reinigung und Askese zum Zugang zur Wahrheit führt.

3. Die Enkráteia: Der Abschnitt fokussiert auf die aktive Selbstbeherrschung als notwendigen Kampf gegen Begierden, um innere Harmonie und Mäßigung zu erreichen.

4. Das Verhältnis von Politik und Selbstsorge: Dieses Kapitel zeigt auf, wie die Sorge um das Selbst eine Voraussetzung für die Machtausübung und das Regieren anderer darstellt.

5. Die Homosexualität: Die Arbeit beleuchtet hier, wie das Prinzip der Selbstsorge homosexuellen Menschen als kulturelles und politisches Instrument zur Selbstermächtigung dienen kann.

III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass die Epimeleia eine Transformation des Subjekts erfordert, um politische Handlungsfähigkeit zu erlangen.

Schlüsselwörter

Selbstsorge, Epimeleia, Foucault, Subjektbildung, Spiritualität, Wahrheit, Enkráteia, Selbstbeherrschung, Askese, Moral, Politik, Homosexualität, Transformation, Identität, Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit behandelt das antike Prinzip der Selbstsorge (Epimeleia), wie es Michel Foucault in seinen Vorlesungen am Collège de France analysiert hat, und dessen Relevanz für das Subjekt.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Zu den Schwerpunkten zählen das Verhältnis von Philosophie und Spiritualität, die aktive Selbstbeherrschung (Enkráteia), die Verbindung von Selbstsorge und Politik sowie die Rolle der Selbstsorge für Minderheiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Darstellung und Analyse der Selbstsorge als ein antikes Prinzip der Befreiung und als möglicher Ansatz für eine pädagogische Theoriebildung.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Textanalyse, die primär auf Foucaults Vorlesungstexten zur antiken Selbstsorge basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die Epimeleia, die Beziehung zwischen Philosophie und Spiritualität, das Prinzip der Selbstbeherrschung, den politischen Aspekt der Selbstsorge sowie die Relevanz für homosexuelle Identitäten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Besonders prägend sind die Begriffe Epimeleia, Selbstsorge, Enkráteia, Transformation des Subjekts und der Diskurs über Macht und Moral.

Wie unterscheidet sich die Enkráteia von der Tugend der Sophrosýne?

Während die Sophrosýne einen allgemeinen Zustand der Mäßigung gegenüber anderen beschreibt, definiert Foucault die Enkráteia als eine aktive, kämpferische Form der Selbstbeherrschung im inneren Umgang mit Begierden.

Welche politische Bedeutung misst Foucault der Selbstsorge für Minderheiten bei?

Foucault sieht in der Selbstsorge ein Instrument zur Bewusstwerdung und Identitätsstiftung, das es beispielsweise homosexuellen Gruppen ermöglicht, eine eigene Normalität zu etablieren und politisch im Diskurs zu agieren.

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Details

Title
Grundzüge des Prinzips der Selbstsorge bei Foucault
College
University of Hamburg  (Pädagogisches Institut)
Course
Foucaults Begriff der Selbstsorge als Ansatz einer pädagogischen Theoriebildung
Grade
1,5
Author
Thomas Grömling (Author)
Publication Year
2000
Pages
12
Catalog Number
V4625
ISBN (eBook)
9783638128384
Language
German
Tags
Foucault Selbstsorge Homosexualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Grömling (Author), 2000, Grundzüge des Prinzips der Selbstsorge bei Foucault, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4625
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