In dieser Arbeit stelle ich zunächst den Forschungsbeitrag 2 des Proseminares „Einführung in die Politische Wissenschaft“, „Democracies“, dar. In diesem Beitrag werden zwei Formen von Demokratie einander gegenüber gestellt, das Westminster- und das Konsensusmodell. Beide Modelle werden durch die existierenden demokratischen Systeme Großbritanniens und Belgiens erläutert. In einem weiteren Schritt werde ich das demokratische Modell der Bundesrepublik Deutschland anhand der Analysepunkte der beiden Modelle untersuchen und danach bei diesen Modellen, entsprechend seinem Platz, einordnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung der Modelle: Westminster- und Konsensusmodell
2.1 Exekutive
2.2 Gewaltenverflechtung/Gewaltenteilung
2.3 Parlamentarisches Zweikammersystem
2.4 Parteiensystem
2.5 Konfliktlinien (Cleavages)
2.6 Wahlsystem
2.7 Föderale Entwicklung
2.8 Verfassung
3. Einordnung der Bundesrepublik Deutschland
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das politische System der Bundesrepublik Deutschland auf Basis der von Arend Lijphart definierten Analysepunkte in die Kategorien des Westminster- oder Konsensusmodells einzuordnen. Dabei wird untersucht, wie demokratische Prinzipien in den jeweiligen Systemen umgesetzt werden.
- Vergleichende Analyse von Westminster- und Konsensusdemokratien.
- Untersuchung zentraler Institutionen wie Exekutive, Legislative und Wahlsysteme.
- Analyse des Einflusses gesellschaftlicher Konfliktlinien auf das politische System.
- Bewertung der föderalen Struktur und verfassungsrechtlicher Rahmenbedingungen.
Auszug aus dem Buch
Das parlamentarische Zweikammersystem
Das parlamentarische Zweikammersystem ist ebenfalls ein Analysepunkt. Im britischen System ist die Legislative zwar in zwei Kammern geteilt, jedoch liegt die Gesetzgebungskompetenz fast ausschließlich bei einer der beiden Kammern (House of Commons), während die andere (House of Lords) wenig Befugnisse besitzt. Die Beziehung zwischen beiden Kammern ist eine asymmetrische.
Im Konsensusmodell soll ein Zweikammersystem existieren. Die zweite Kammer soll den Minderheiten der pluralistischen Gesellschaft die Möglichkeit bieten ihre Interessen politisch zu vertreten. Aus diesem Grund muß diese Kammmer nach einem anderen Wahlmodus bestellt werden und auch Einfluß auf das politische Geschehen haben, im Idealfall so viel wie die andere Kammer. Dies ist in Belgien umgesetzt worden. Beide Kammern haben in etwa die gleiche Machtfülle. Allerdings wird nur ein Teil des Senats auf andere Weise von den Regionen selbst gewählt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsbeitrags von Arend Lijphart und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise zur Einordnung der Bundesrepublik.
2. Darstellung der Modelle: Westminster- und Konsensusmodell: Detaillierte Gegenüberstellung der zwei Demokratieformen anhand von acht Kriterien unter Verwendung der Fallbeispiele Großbritannien und Belgien.
3. Einordnung der Bundesrepublik Deutschland: Anwendung der zuvor definierten Kriterien auf das politische System der Bundesrepublik zur Bestimmung ihrer Tendenz innerhalb der beiden Demokratiemodelle.
Schlüsselwörter
Demokratie, Westminster-Modell, Konsensusmodell, Arend Lijphart, Bundesrepublik Deutschland, Exekutive, Zweikammersystem, Wahlsystem, Föderalismus, Parteiensystem, Mehrheitsdemokratie, politische Systeme, Gewaltenteilung, gesellschaftliche Konfliktlinien, Verfassung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Demokratiemodelle von Arend Lijphart und nutzt diese, um das politische System der Bundesrepublik Deutschland zu klassifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Unterschiede zwischen Mehrheitsdemokratien (Westminster) und Konsensusdemokratien anhand von institutionellen Merkmalen wie Wahlsystemen, Parteienstrukturen und Verfassungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die systematische Einordnung der Bundesrepublik Deutschland in das Spektrum zwischen Westminster- und Konsensusmodell.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden methodischen Ansatz, bei dem die Bundesrepublik an acht definierten Analysepunkten (z.B. Exekutive, Wahlsystem, Zweikammersystem) gemessen wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Vergleichsmodelle (anhand von Großbritannien und Belgien) und die anschließende empirische Untersuchung des deutschen Systems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Demokratie, Westminster-Modell, Konsensusmodell, Wahlsystem, Föderalismus und politische Gewaltenteilung.
Wie unterscheidet sich der Bundesrat von einer klassischen zweiten Kammer?
Laut Autor fungiert der Bundesrat nicht als klassische Vertretung von Minderheiten oder als Teil eines paritätischen Zweikammersystems, sondern primär als föderales Element des Staates.
Welche Tendenz weist die Bundesrepublik Deutschland auf?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Bundesrepublik eine deutliche Tendenz zum Konsensusmodell zeigt, obwohl bestimmte Institutionen wie das asymmetrische Zweikammersystem eher westminster-typische Merkmale aufweisen.
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- Thomas Grömling (Author), 1997, Einordnung des politischen Systems der BRD anhand des Westminster- und Konsensusmodells von Lijphart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4626