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Ein Bild von Weiblichkeit im Roman "Wigalois" von Wirnt von Grafenberg

Eine mediävistisch-literarische Untersuchung

Title: Ein Bild von Weiblichkeit im Roman "Wigalois" von Wirnt von Grafenberg

Term Paper , 2018 , 16 Pages

Autor:in: Michael Müller (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die Hausarbeit behandelt die Gestaltung und Charakterisierung der weiblichen Figuren in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois". Hierbei wird genauer auf Florie, Larie, Ruel, Nereja, die Amazone und so weiter eingegangen.

Wie leben in einer Zeit, welche von #MeToo- Debatten, Gleichberechtigungs- beziehungsweise Frauenrechten und der Forderung nach Frauenquoten in Aufsichtsräten geprägt wird. Kaum eine Diskussion wird bereits so lang geführt wie die der Gleichberechtigung der Frauen, und in welchem Verhältnis sie zum Mann dargestellt werden. Wie lang diese Überlegungen jedoch bereits existieren ist unergründlich. Jedoch gibt die Literatur Hinweise auf die kontroverse Thematik und ihre facettenreiche Diskussion. So sind die Romane des Mittelalters, anders als auf den ersten Blick vorstellbar, nicht nur von Rittern, Monstern und höfischen, untergebenen und wunderschönen Damen geprägt. Bereits zu dieser Zeit waren Themen wie Andersartigkeit, ungewöhnliches körperliches Auftreten und die Interaktion zwischen Mann und Frau ein sehr vielseitiges Konstrukt. Ein Paradebeispiel für die unterschiedlichen Darstellungen, ob nun bezogen auf das optische Auftreten oder die Gründe für höfisches oder unhöfisches Verhalten, bildet Wirnt von Grafenbergs "Wigalois".

Es ist durchzogen von konventionellen wie unkonventionellen weiblichen Figuren. Diese sollen im Folgenden vorgestellt und näher erläutert werden. Die Gründe für ihr Handeln und die möglichen Hintergedanken, die Wirnt von Grafenberg dabei hegte, sollen dabei erarbeitet und genannt werden. So soll es eine Gegenüberstellung der guten Damen mit den schlechten geben. Ebenso soll eine innovative Darstellung, die durch das sehr ungewöhnliche Auftreten der Figur einen Sonderfall darstellt, Beachtung finden. Dies soll unter dem Gesichtspunkt der "triuwe" geschehen, da diese bei fast allen Situationen von großer Bedeutung ist. So gilt nach damaliger Ansicht eine Frau, die sich komplett unter den Willen ihres Mannes stellt, als das Ideal einer guten Dame. Sofern möglich oder angebracht soll der Einfluss der jeweiligen Damen auf den titelgebenden Helden, Wigalois, genannt und erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Weiblichkeit in positiver Darstellung

2.1 Flôrîe

2.2 Larie

2.3 Nereja

3. Die Weiblichkeit in negativer Darstellung

3.1 Ruel- Das Waldweib

3.2 Japhite- Die Heidin

4. Die Amazone Marine- Ein Sonderfall

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Bild der Weiblichkeit in Wirnt von Grafenbergs Artusroman „Wigalois“. Das primäre Ziel ist es, die vielfältigen weiblichen Figuren – von der idealisierten höfischen Dame bis hin zur monströsen oder kämpferischen Ausnahmefigur – im Hinblick auf ihre Handlungsweisen und ihren Bezug zum zentralen Motiv der triuwe zu analysieren und deren Einfluss auf die Charakterentwicklung des Helden Wigalois zu erörtern.

  • Gegenüberstellung von positiv und negativ konnotierten weiblichen Figuren.
  • Analyse der Rolle der triuwe als verbindendes Element weiblichen Handelns.
  • Untersuchung der Instrumentalisierung des Helden durch weibliche Akteurinnen.
  • Betrachtung der Emanzipation und Androgynität am Beispiel der Amazone Marine.
  • Evaluation des Einflusses weiblicher Figuren auf die Entwicklung des Helden Wigalois.

Auszug aus dem Buch

3.1 Ruel- Das Waldweib

Eine weitere sehr kontroverse Figur führte Wirnt mit der wilden Ruel ein. Diese wird als monströse Frau mit allerlei Details und sprachlichen Bildern verziert. Jedoch steht sie im genauen Gegensatz zu den anderen Damen, wie beispielsweise der schönen Larie. Wenn man die Ruel- Episode liest, so läge einem nichts ferner, als sie mit den anderen weiblichen Charakteren zu vergleichen. Und doch gibt es eine Facette, die sie mit den Anderen eint.

Sie wird vorgestellt als schwarze Frau, deren Behaarung der eines Bären gleicht. Dies und ihre vielen anderen Makel fallen direkt auf, wenn sie ungestüm auf Wigalois losstürmt. (Bleumer 1999: S. 78) Da sie unbewaffnet und von weiblicher Natur ist zückt Wigalois irrtümlicherweise nicht sein Schwert zur Verteidigung. Dies gebietet ihm seine Ehre als Ritter. (GEROK-REITER 2009)

Die als tiuvelin betitelte und als unbeschreiblich hässlich benannte Ruel entwaffnet und entblößt Wigalois, nachdem sie ihn überrumpelt und davongeschleift hat. Ähnlich wie die Charakterbeschreibung einer schönen Dame verhält es sich in Umkehrung auch mit den als unsagbar entstellten und ungepflegten weiblichen Figuren. Die ausführliche Beschreibung von Ruels optischer Entgleisungen soll also auf ein schlechtes Inneres hinweisen. (BLEUMER 1999: S. 78.79) Ebenso wird sie mit übernatürlicher Stärke dargestellt, die der eines Mannes oder Tiers ähnelt. Eine Betrachtung Ruels als begehrenswerte Geschlechtspartnerin wird von Wirnt in komischer und humoristischer Art abgetan. (BÖCKING 2013: S. 369).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema der Weiblichkeit im „Wigalois“ im Kontext mittelalterlicher Rollenbilder und der Relevanz der triuwe für die Entwicklung des Protagonisten.

2. Die Weiblichkeit in positiver Darstellung: Dieses Kapitel analysiert die idealisierten Damen Flôrîe, Larie und Nereja, die trotz unterschiedlicher Ausgangslagen als tugendhafte Figuren fungieren.

2.1 Flôrîe: Untersuchung der Mutter des Helden, die als Inbegriff der tugendhaften Ehefrau und Mutter trotz kleiner Charakterfehler das Ideal der höfischen Dame verkörpert.

2.2 Larie: Analyse von Wigalois' Gemahlin, deren Rolle als Herrscherin und Strategin sich nach der Ehe zunehmend wandelt.

2.3 Nereja: Betrachtung der treuen Botin, die durch ihre Skepsis und Prüfungen maßgeblich zur Reifung Wigalois' vom kint zum Ritter beiträgt.

3. Die Weiblichkeit in negativer Darstellung: Diskussion der kontroversen weiblichen Figuren, deren Andersartigkeit als Gegenpol zum höfischen Ideal dient.

3.1 Ruel- Das Waldweib: Analyse der monströsen Figur Ruel, deren zerstörerische Kraft durch den Verlust ihres Partners motiviert ist.

3.2 Japhite- Die Heidin: Betrachtung von Japhite, die trotz ihres Makels der Heidenzugehörigkeit durch ihre tiefe Trauer und Loyalität ein hohes Maß an triuwe beweist.

4. Die Amazone Marine- Ein Sonderfall: Analyse der androgynen Figur Marine, die als „weiblicher Ritter“ eine innovative Sonderstellung im Roman einnimmt.

5. Fazit: Zusammenführende Betrachtung, in der die triuwe als universelles Bindeglied zwischen allen untersuchten Frauenfiguren identifiziert wird.

Schlüsselwörter

Wigalois, Wirnt von Grafenberg, Weiblichkeit, triuwe, Mittelalter, Artusroman, höfische Dame, Heldentum, Ruel, Japhite, Marine, Minne, Geschlechterrollen, Charakterentwicklung, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung weiblicher Figuren im mittelalterlichen Roman „Wigalois“ von Wirnt von Grafenberg und untersucht, wie diese Figuren den Helden beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung weiblicher Figuren in positive und negative Darstellungen, das Motiv der triuwe und die Entwicklung von gesellschaftlichen Idealbildern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie unterschiedliche Frauenfiguren durch ihr Handeln und ihre Tugenden – oder deren Fehlen – die Transformation von Wigalois zum Ritter vorantreiben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Untersuchung von Primärtexten und der Einbeziehung aktueller Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von drei Frauentypen: positiv besetzte Damen, negativ besetzte Figuren und die hybride Figur der Amazone Marine.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Wigalois, triuwe, Weiblichkeit, höfische Literatur und Geschlechterrollen.

Inwiefern spielt das Motiv der „triuwe“ eine Rolle für die Figur Ruel?

Obwohl Ruel als monströs und destruktiv beschrieben wird, offenbart die Analyse, dass ihr Handeln ebenfalls in der Trauer um ihren verstorbenen Partner begründet ist, was sie mit den höfischen Frauen verbindet.

Was macht die Figur Marine zu einem „Sonderfall“?

Marine verkörpert eine „Personalunion“ aus höfischer Frau und Ritter. Ihre männliche Kleidung und ihre kriegerischen Fähigkeiten machen sie zu einer innovativen und androgynen Figur der damaligen Literatur.

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Details

Title
Ein Bild von Weiblichkeit im Roman "Wigalois" von Wirnt von Grafenberg
Subtitle
Eine mediävistisch-literarische Untersuchung
College
University of Göttingen
Author
Michael Müller (Author)
Publication Year
2018
Pages
16
Catalog Number
V462678
ISBN (eBook)
9783668920408
ISBN (Book)
9783668920415
Language
German
Tags
bild weiblichkeit roman wigalois wirnt grafenberg eine untersuchung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Müller (Author), 2018, Ein Bild von Weiblichkeit im Roman "Wigalois" von Wirnt von Grafenberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462678
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