Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Aufgabe, ein Ortslexikon des Ortdialektes in Mühlhausen zu erstellen.
Mühlhausen zeichnet sich nicht nur durch Stadtgeschichte, Kultur und Feste aus, sondern auch durch eine eigenwillige Sprache, die immer mehr in Vergessenheit gerät. Ein weiteres Problem stellte die Verschriftlichung der Mundart dar. Demnach mangelte es an Schriftzeichen, woraus eine unterschiedliche Schreibweise für viele Wörter resultierte. Auf Grundlage dieser und weiterer Beobachtungen erscheint es als lohnens- und sogar wünschenswert eine kleine Abhandlung über den Mühlhäuser Sprachgebrauch zu verfassen. Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit soll es daher sein, einen Teil der Sprachgeschichte in Form von lexikographischen Studien zu bewahren.
Die vorliegende Abschlussarbeit gliedert sich in zwei Teile: Wörterbuch und theoretischer Input. Eine Erläuterung der Vorgehensweise dient nicht nur der Dokumentation des Arbeitsprozesses, sondern auch der Einführung in die Thematik. Dennoch soll der Theorieteil möglichst kompakt sein, da der Schwerpunkt dieser wissenschaftlichen Hausarbeit im Wörterbuchteil liegt. Sollte der Leser selbst ein Wörterbuch verfassen wollen, muss er daher auf weiterführende Literatur zurückgreifen.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Einleitende Worte
3 Verfahren für die Erarbeitungen eines Ortswörterbuches
3.1 Die Sammeltätigkeit
3.1.1 Recherchen im Mühlhäuser Stadtarchiv, in der Stadtbibliothek und in den Mühlhäuser Museen
3.1.2 Der Aufruf im sozialen Netzwerk
3.1.3 Unterstützung der Sammeltätigkeit durch das Interview bei der Thüringer Allgemeine (TA)
3.2 Spracherhebungen in Form von direkten und/ oder indirekten Befragungen
3.3 Durchführung der direkten Befragung am „Beurenhof“ in Mühlhausen
3.3.1 Erläuterung des Interviewleitfadens
3.3.2 Praktische Umsetzung der Interviews
3.3.3 Auswertung
3.3.4 Schwierigkeiten
3.4 Auswertung von weiteren Quellen
4 Der Aufbau der Lexikonartikel
5 Abkürzungsverzeichnis
6 Dialektwortschatz von A bis Z
7 Ausblick
8 Anhang
8.1 Literaturverzeichnis
8.1.1 Sekundärliteratur
8.1.2 Zeitungsartikel
8.1.3 Wörterbücher
8.1.4 Elektronische Medien
8.2 Erster Facebook-Aufruf
8.3 Zweiter Facebook-Aufruf
8.4 Zeitungsartikel in der Thüringer Allgemeine
8.5 Interviewleitfaden
8.6 Auswertung Interviews – Persönliche Angaben
8.7 Auswertung Interview – Datenblatt
8.8 Transkription der Interviews
8.8.1 Interview 1
8.8.2 Interview 2
8.8.3 Interview 3
8.8.4 Interview 4
8.8.5 Interview 5
8.8.6 Interview 6
8.8.7 Interview 7 und Interview 8
8.8.8 Interview 9
8.8.9 Interview 10
8.9 Zusammenfassung der sprachlichen Gegebenheiten – direkte Befragung
8.10 De Wartburgreise
8.11 De Wohrheit
8.12 Verzeichnis wichtiger Fachbegriffe
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit hat zum Ziel, den Ortsdialekt von Mühlhausen durch lexikographische Studien zu dokumentieren und damit einen Teil der lokalen Sprachgeschichte zu bewahren. Angesichts des schwindenden Gebrauchs der Mundart wird untersucht, welche lautlichen Besonderheiten und Wortschatzbesonderheiten bei verbliebenen Sprechern im Beurenhof Mühlhausen feststellbar sind, wobei die Arbeit die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung reflektiert.
- Dokumentation des Mühlhäuser Dialekts in einem Wörterbuch
- Methodische Grundlagen der dialektologischen Erhebung
- Analyse von Sprachbelegen aus direkten Interviews und literarischen Quellen
- Diskussion der orthographischen Schwierigkeiten bei der Verschriftlichung des Dialekts
- Erfassung lautlicher Besonderheiten durch transkribierte Gesprächsanalysen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Erläuterung des Interviewleitfadens
Bevor das Interview beginnt, sollte das Einverständnis der Probanden mithilfe einer schriftlichen Erklärung (siehe: Interviewleitfaden 1) eingeholt werden, um die Rechtmäßigkeit der Durchführung und eines Mitschnittes gewährleisten zu können. Die Explikation enthält das Thema, weist auf die Aufzeichnung des Gesprächs hin und betont die Freiwilligkeit und Anonymität. Nach dem Einholen der Einwilligung, werden demografische Angaben erhoben.
Zunächst werden das Geschlecht und das Alter der Interviewpartner festgestellt. Hiermit wird ein Vergleich zwischen den Geschlechter- bzw. den Altersgruppen ermöglicht. Ferner kann ergründet werden, ab welchem Alter der Dialekt sehr stark im Alltag gebraucht wird. Neben den allgemeinen Angaben (Geschlecht und Alter) werden zudem schwerpunktspezifische Komponenten erfragt. So werden in den Items drei bis fünf der Geburts- und Wohnort (gegebenenfalls Wohnorte) ermittelt, um eine mögliche Beeinflussung der Sprache festzustellen. Tritt eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Wohn- und Erhebungsort auf, so ist dieses Sprachmaterial nicht verwendbar.
Durch das sechste und siebte Item werden der Schulabschluss und die anschließende Beruf bzw. die jetzige Tätigkeit ergründet. Hierbei ist zu beachten, dass akademische Tätigkeiten meist mit fachlichen Ausdrücken einhergehen, die sich der Sprecher annimmt, um kompetent zu wirken und ggf. Ansehen zu erlangen. Bäuerliches Handwerk hingegen erfordert nur wenige Fachtermini zum Benennen von Arbeitsgeräten und zielt auf eine eher einfache Sprache. Demnach wird im landwirtschaftlichen Bereich höchstwahrscheinlich mehr Dialekt gesprochen als im Akademischen.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation für die Arbeit, die aus einem Seminar zur Dialektologie resultierte, und dankt den unterstützenden Personen und Institutionen.
Einleitende Worte: Einführung in die geografische und demografische Situation Mühlhausens sowie Diskussion der Problematik der Verschriftlichung eines schwindenden Dialekts.
Verfahren für die Erarbeitungen eines Ortswörterbuches: Theoretische und praktische Darlegung der verschiedenen Methoden zur Erfassung und Auswertung dialektalen Wortschatzes.
Der Aufbau der Lexikonartikel: Erklärung der Struktur der Wörterbucheinträge, einschließlich der Lemmatisierung, Wortartbestimmung und Quellenangaben.
Abkürzungsverzeichnis: Auflistung der verwendeten Kürzel und Zeichen zur Vereinfachung der phonetischen und grammatikalischen Darstellung.
Dialektwortschatz von A bis Z: Das Herzstück der Arbeit, eine alphabetisch sortierte Liste der erfassten Mundartbegriffe mit Lautschrift, grammatikalischen Informationen und Belegstellen.
Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse der Sprachstudien sowie Aufzeigen von Potenzialen für künftige dialektologische Forschung und schulische Projekte.
Anhang: Zusammenstellung der Literatur, Zeitungsartikel, Interviewprotokolle und Fragebögen, die die Basis der Untersuchung bilden.
Schlüsselwörter
Mühlhausen, Dialektologie, Ortsdialekt, Lexikographie, Mundart, Spracherhebung, Interview, Thüringen, Sprachgeschichte, Sprachwandel, Wörterbuch, Dialektforschung, Beurenhof, Phonetische Transkription, Mühlhäuser Platt
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser wissenschaftlichen Hausarbeit?
Das primäre Ziel besteht darin, einen Teil der Sprachgeschichte der Mühlhäuser Mundart durch lexikographische Studien zu bewahren und ein kleines Ortswörterbuch zu erstellen.
Welche Region steht bei der Untersuchung im Fokus?
Die Arbeit konzentriert sich auf den Ortsdialekt von Mühlhausen in Thüringen, wobei auch Besonderheiten der angrenzenden Vogtei in den Vergleich einbezogen werden.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Autorin nutzt sowohl literarische Quellen und Archive als auch direkte Befragungen von Zeitzeugen, um ein möglichst breites Materialkorpus zur Mundart zu gewinnen.
Wer waren die Interviewpartner für die Spracherhebung?
Die Interviews wurden mit zehn Bewohnern des Pflegezentrums „Beurenhof“ in Mühlhausen geführt, wobei die Gruppendynamik und die individuelle Eignung als Dialektsprecher entscheidend waren.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Forschungsmethodik, die Dokumentation der Interviewergebnisse und schließlich den umfangreichen alphabetischen Dialektwortschatz.
Welche Herausforderungen traten bei der Datenerhebung auf?
Herausforderungen waren vor allem der Mangel an aktiven Mundartsprechern, individuelle Störfaktoren wie Demenz bei den Probanden und technische Probleme bei der Aufnahme und Transkription.
Wie wurde mit der Problematik der uneinheitlichen Schreibweise umgegangen?
Die Autorin hat Wörter nach dem IPA-Standard transkribiert, um die Aussprache trotz fehlender allgemeingültiger Rechtschreibregeln für den Dialekt präzise darzustellen.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Mühlhausen und der Vogtei eine Rolle?
Die Untersuchung zeigt, dass sich der Dialekt in der benachbarten Landgemeinde Vogtei in verschiedenen Aspekten vom Mühlhäuser Platt unterscheidet, was beim Vergleich der Daten berücksichtigt werden musste.
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- Anna Rücker (Author), 2017, Lexikographische Studien zum Ortsdialekt von Mühlhausen. Erste Schritte zu einem umfassenden Ortslexikon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462737