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Mooropferplätze der Kaiser und Völkerwanderungszeit in Skandinavien: Skedemosse und Illerup Adal

Title: Mooropferplätze der Kaiser und Völkerwanderungszeit in Skandinavien: Skedemosse und Illerup Adal

Seminar Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1

Autor:in: Georg Fichtner (Author)

World History - Early and Ancient History
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In der folgenden Arbeit will ich mich mit den Opferungen von Lebendkreaturen und Niederlegungen von Gegenständen in Mooren während der Kaiser und Völkerwanderungszeit (ab ca. Christi Geburt bis ca. 600 n.Chr.) in Skandinavien beschäftigen. Ich konzentriere mich hierbei auf zwei paradigmatische, bedeutende und relativ gut erforschte Mooropferplätze: Skedemosse in Schweden und Illerup Adal in Dänemark.
Was bewegte die Menschen, ihre Mitmenschen/ Tiere so grausam sterben zu lassen? Was war der Grund, dass wertvolle Gegenstände wie Waffen oder Schmuck niedergelegt wurden? Mit Sicherheit spielten rituelle Beweggründe in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle. Das Christentum war in der dortigen Region (Skedemosse ist ein Moor auf der Insel Öland vor Schweden, Illerup Adal in Dänemark.) während des zu untersuchenden Zeitraums noch nicht vorhanden, und die altrömische Religion hatte für diese Völker ebenfalls keine Bedeutung.
In der Interpretation der Funde herrschte bis zu den Arbeiten von Ernst H. Jankuhn und J. Brondsted die Meinung vor, dass es sich bei den Funden um Kriegsopferfunde, also um geopferte Feinde, handeln müsse. Die alleinige Interpretation als Kriegsopfer erscheint jedoch nicht zutreffend, wenn man bedenkt, dass über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren geopfert wurde (ab ca. Christi Geburt bis ca. 6. Jahrhundert nach Christi). Es ist unwahrscheinlich, dass während dieser Zeit permanent Kriege geherrscht haben sollen. Ferner sind die Funde von Gebrauchsgegenständen, Tieren, Speisen und Tongefäßen ein Beleg dafür, dass man versuchte, die Götter mittels stammeseigener Gaben milde zu stimmen.
Ca. alle 20 Jahre finden Archäologen einen neuen Mooropferplatz, der neue Erkenntnisse für den Forschungsstand bringt. Somit kann man nie davon ausgehen, dass der momentane Erkenntnisstand schon die endgültige Wahrheit auch für die Zukunft darstellt. Wie bereits Max Weber sagte, müssen wir uns bewusst sein, dass der momentane Stand der Wissenschaft in einigen Jahren wieder überholt sein kann.
Ich stütze mich in der vorliegenden Arbeit auf den aktuellen, zugänglichen Stand der Forschung und Interpretation, in der Hoffnung, dass die Ergebnisse eine gewisse vorläufige Gültigkeit haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Allgemeines und Quellenlage

Skedemosse

Fundort und Geschichte

Funde und Datierung

Interpretation

Illerup Adal

Fundort und Geschichte

Funde und Datierung

Interpretation

Vergleich Skedemosse/ Illerup Adal

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die rituellen Niederlegungen von Gegenständen und Lebewesen in Mooren während der Kaiser- und Völkerwanderungszeit in Skandinavien, um deren Bedeutung sowie den gesellschaftlichen Kontext der Opferhandlungen zu ergründen.

  • Analyse und Vergleich der Mooropferplätze Skedemosse und Illerup Adal.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der klassischen Interpretation als reine "Kriegsopferfunde".
  • Untersuchung der sozialen Strukturen der opfernden Gesellschaften anhand archäologischer Funde.
  • Erörterung ritueller Beweggründe und der Rolle der Moore als Heiligtümer.

Auszug aus dem Buch

Fundort und Geschichte:

Skedemosse befindet sich im heutigen Staat Schweden auf der Insel Öland. Das Gebiet umfasst eine Größe von ca. 28 000 qm. Die untersuchte Fläche beträgt 700 x 400m. Im Jahre 1901 traten im Zuge von Feldarbeiten immer wieder Funde zu tage, die archäologisches Interesse weckten. Seit 1680 wird das Moor kultiviert. Es ist somit wahrscheinlich, dass bedeutende Funde zerstört und dadurch verloren gegangen sind. Der Platz, an dem die meisten Gegenstände gefunden wurden, befindet sich am Rande eines inzwischen verlandeten Sees. Erste kleinere Ausgrabungen fanden bereits 1928 – 1930 statt. Ulf Erik Hagberg, der 1959 mit größeren Ausgrabungen begann, vertritt die These, dass die Menschen am Rande des Sees gemeinsam Opfermahlzeiten zu sich genommen haben, und dass danach die Speiseopfer in das Wasser geworfen wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage, mit Fokus auf die Mooropferplätze Skedemosse und Illerup Adal als paradigmatische Fundstellen.

Allgemeines und Quellenlage: Erläuterung der archäologischen Quellenlage und Definition von Kriterien für die Deutung von Mooren als Heiligtümer.

Skedemosse: Untersuchung der Fundgeschichte, der vielfältigen Opfergaben (einschließlich Tier- und Menschenopfer) sowie der Interpretation als Stammesopferplatz.

Illerup Adal: Detaillierte Betrachtung der Funde, ihrer chronologischen Einordnung und der räumlichen Aufteilung der sakralen Stätte.

Vergleich Skedemosse/ Illerup Adal: Synthese der Ergebnisse, wobei Unterschiede in den Opferriten diskutiert und Gemeinsamkeiten hinsichtlich des gesellschaftlichen Wohlstands und der sozialen Hierarchien herausgearbeitet werden.

Schlüsselwörter

Mooropfer, Skedemosse, Illerup Adal, Skandinavien, Kaiserzeit, Völkerwanderungszeit, Archäologie, Heiligtum, Opfergaben, Stammesopfer, Hierarchie, Eisenzeit, Rituale, Siedlungslandschaft, Fundanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert rituelle Niederlegungen von Objekten und Lebewesen in skandinavischen Mooren während der Kaiser- und Völkerwanderungszeit.

Welche Fundorte stehen im Zentrum der Untersuchung?

Die Analyse konzentriert sich auf die zwei bedeutenden Mooropferplätze Skedemosse in Schweden und Illerup Adal in Dänemark.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die Beweggründe für die Opferungen zu verstehen und die klassische Interpretation als reine Kriegsopferfunde kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer archäologischen Quellenanalyse sowie dem Vergleich von Fundchronologien, statistischen Auswertungen und der Anwendung theoretischer Kriterien für Heiligtümer.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und Interpretation der Funde von Skedemosse und Illerup Adal sowie einen vergleichenden Teil zwischen beiden Stätten.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Mooropfer, Skedemosse, Illerup Adal, soziale Hierarchien, Eisenzeit und Stammesopfer.

Gab es bei Skedemosse auch Menschenopfer?

Ja, laut den archäologischen Untersuchungen wurden in Skedemosse in über 30 Fällen Menschen geopfert, darunter Männer, Frauen und Kinder.

Warum wird Illerup Adal als eine hierarchisch gegliederte Gesellschaft gedeutet?

Die unterschiedliche Qualität der Ausstattung, insbesondere bei den gefundenen Schilden (von silbernen Buckeln bis zu einfachen eisernen), lässt auf eine klare soziale Schichtung schließen.

Wurden in Illerup Adal ebenfalls Lebewesen geopfert?

Nein, im Vergleich zu Skedemosse ist auffällig, dass in Illerup Adal keine Lebewesen als Opfer nachgewiesen werden konnten.

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Details

Title
Mooropferplätze der Kaiser und Völkerwanderungszeit in Skandinavien: Skedemosse und Illerup Adal
College
LMU Munich
Grade
1
Author
Georg Fichtner (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V46278
ISBN (eBook)
9783638435031
ISBN (Book)
9783638750745
Language
German
Tags
Mooropferplätze Kaiser Völkerwanderungszeit Skandinavien Skedemosse Illerup Adal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Georg Fichtner (Author), 2005, Mooropferplätze der Kaiser und Völkerwanderungszeit in Skandinavien: Skedemosse und Illerup Adal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46278
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