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Formen und Funktionen intertextueller Referenzen

Eine medienwissenschaftliche Untersuchung zur Online-Serie "Stranger Things"

Titel: Formen und Funktionen intertextueller Referenzen

Seminararbeit , 2017 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maximilian Eberle (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht Formen und Funktionen intertextueller Referenzen am Beispiel der Online-Serie "Stranger Things". Besonders bei der Auseinandersetzung mit (alten wie neuen) Medien wie Literatur, Kunst, Film und Fernsehen wird Serialität als kulturelles Phänomen behandelt. Innerhalb dieses Spektrums liegt vor allem die Theorie der Intertextualität, die besagt, dass sich ein Einzeltext durch seine Referenzen immer im Universum früherer Prätexte verorten lässt, im Fokus der Forschung. Während StrukturalistInnen und PoststrukturalistInnen besonders die Literatur auf dieses Phänomen hin untersuchten, hat Intertextualität vor allem in jüngster Vergangenheit auch Eingang in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Massenmedien gefunden.

So behandelt auch diese Arbeit eine eher neue Erscheinung der Massenmedien, die Online-Serie. Am Beispiel des ausschließlich im "Web 2.0" publizierten Formats "Stranger Things", das 2016 erstmals erschien und vor kurzem um eine zweite Staffel erweitert wurde, soll gezeigt werden, welche Formen von Intertextualität in einem solchen Format aufgegriffen werden, um danach zu analysieren, welche Funktionen diesen zugrunde liegen. Zunächst soll dabei eine theoretische Grundlage geschaffen werden, indem ein klares Konzept von Text definiert wird und die bisherige Forschung zur Intertextualität im Bereich der Film- und Fernsehforschung dargelegt werden. Im Analyseteil wird anschließend die Online-Serie explizit auf intertextuelle Elemente untersucht, um anschließend Schlüsse über die Intention und Wirkungsabsichten von Intertextualität bei der Produktion einerseits, als auch über den jeweiligen Effekt bei der Rezeption der Serie andererseits zu ziehen.

Bereits im Terminus "Intertextualität" selbst wird ersichtlich, dass es sich um das Zusammenspiel und die Interferenzen mehrerer Texte handelt. Für das Verständnis von Intertextualität muss also zunächst ein grundsätzlicher Textbegriff erschlossen werden, der definiert, was einen Text eigentlich auszeichnet. Die Linguistik, insbesondere die Textlinguistik, ist sich seit jeher uneinig, nach welchen Kriterien ein Text zu definieren ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Zum Textbegriff

2.2. Zum Begriff der Intertextualität

2.3 Verhältnis zur Intermedialität

3. Analyse: Formen intertextueller Bezüge in „Stranger Things“

3.1 Eckdaten und Kurzsynopsis zur Serie

3.2 Paratextuelle Elemente

3.3 Visuelle Inszenierung von Handlungssequenzen und Motiven

3.3.1 Stanley Kubricks „The Shining“: Das Axtmotiv

3.3.2 David Lynchs „Twin Peaks“: Der Cliffhanger

3.3.3 Steven Spielbergs: „E.T. – The Extra Terrestrial”: Enttäuschung der Erwartungshaltung

3.4 Figurenzeichnung und Narrative

3.4.1 Jim Hopper: Gerechtigkeitsfeldzug des einsamen Detektivs

3.4.2 Eleven vs. Carrie vs. E.T. vs. Charlie

3.4.3 „Dungeons and Dragons“ und der Demagorgon

4. Funktionen und Wirkungsweisen intertextueller Bezüge in „Stranger Things“

4.1 Emotionalisierung durch Nostalgie

4.2 Metafiktionales Rätselspiel und „media convergence“

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

6.1. Primärquelle

6.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Formen und Funktionen intertextueller Referenzen in der Online-Serie "Stranger Things". Dabei wird analysiert, wie die Serie durch gezielte Anspielungen auf popkulturelle Prätexte der 1980er-Jahre nicht nur ihre narrative Tiefe sowie Authentizität steigert, sondern auch die Rezeptionsdynamik durch metafiktionale Elemente und transmediale Vernetzung maßgeblich prägt.

  • Analyse der intertextuellen Struktur in modernen Online-Serien.
  • Untersuchung paratextueller und visueller Referenzstrategien.
  • Bedeutung von Nostalgie als emotionaler Trigger für die RezipientInnen.
  • Die Rolle der "Medienkonvergenz" im Kontext des digitalen Zeitalters.
  • Zusammenspiel von Produktion und Rezeption bei referenzreichen Formaten.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Stanley Kubricks „The Shining“: Das Axtmotiv

Stranger Things reaktualisiert wohl eine der ikonischsten Szenen der jüngeren Filmgeschichte: Der wahnsinnig gewordene Jack Torrance zerhackt mit einer Axt eine abgeschlossene Tür, um zu seiner Frau Wendy Torrance zu gelangen, die sich vor ihm versteckt haltDie Duffer Brother drehen diese Szene beinahe exakt nach:

Will Byers Mutter Joyce, die sich auf der verzweifelten Suche nach ihrem vermissten Sohn befindet, hackt mit der Axt eine Wand ein, hinter der sich zuvor ein Portal in die Parallelwelt des Upside-Downs befunden hat, welches in dieser Szene – ganz der Erwartung nach – allerdings wieder verschwunden ist. Neben der expliziten Anspielung durch das „Shot-by-Shot Remake“ kann aus der Szene auch ein narratives Äquivalent extrahiert werden. Wie Jack Torrance hat die Figur Joyce damit zu kämpfen, dass sie übernatürliche Erscheinungen wahrnimmt, die ihrer Umwelt jedoch verborgen bleiben, weshalb ihr kein Glauben geschenkt wird und ihr Wahnsinn attestiert wird. Während Torrance allerdings tatsächlich dem Wahnsinn verfällt, sind die Handlungen der Figur aus „Stranger Things“ durchaus rational geprägt. Die Szene verarbeitet dies symbolisch durch einen ironischen Umkehrschluss: In Shining befindet sich die Bedrohung, verkörpert durch Jack Torrance, vor der Wand, um mit der Axt in die „Normalität“ einzudringen. Joyce hingegen befindet sich in der normalen Welt und will mit der Axt in die bedrohliche Alternativwelt eindringen. Die Topoi von Täter/Mörder und Opfer werden hier also spielerisch vertauscht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen des "Retro-Kults" ein und definiert die Relevanz der Intertextualität als zentrales Forschungsfeld für die Untersuchung der Online-Serie "Stranger Things".

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erarbeitet einen erweiterten Textbegriff der Medienwissenschaften und verknüpft diesen mit den Theorien der Intertextualität und Intermedialität.

3. Analyse: Formen intertextueller Bezüge in „Stranger Things“: Hier werden konkrete intertextuelle Anleihen untersucht, von paratextuellen Elementen über die visuelle Inszenierung bis hin zur Figurenzeichnung, unter Rückgriff auf Referenzen wie "The Shining", "Twin Peaks" und "E.T.".

4. Funktionen und Wirkungsweisen intertextueller Bezüge in „Stranger Things“: Das Kapitel analysiert die ökonomischen und rezeptionspsychologischen Auswirkungen der Referenzen, insbesondere in Bezug auf Nostalgie und das metafiktionale Rätselspiel im Web 2.0.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die referenzgetränkte Textstrategie ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Serie ist und die RezipientInnen aktiv in den Erzählprozess einbindet.

Schlüsselwörter

Stranger Things, Intertextualität, Medienkonvergenz, Nostalgie, Popkultur, 80er-Jahre, Serienanalyse, Metafiktion, Paratext, Transmedialität, Rezeptionsforschung, Horror, Science-Fiction, Mystery, Erzähltechnik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie die Online-Serie "Stranger Things" durch eine Vielzahl intertextueller Verweise auf Filme, Bücher und Spiele der 1980er-Jahre konstruiert ist und welche Funktionen diese Referenzen für die Produktion und Rezeption der Serie haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Theorie der Intertextualität und Intermedialität, die Analyse von paratextuellen und visuellen Zitaten in modernen Serien sowie die Rolle von Nostalgie und Medienkonvergenz bei der Fan-Rezeption.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die spezifischen Formen intertextueller Bezüge in "Stranger Things" herauszuarbeiten und zu analysieren, welche Intentionen und Wirkungsabsichten – wie etwa die Bindung des Publikums oder das Schaffen von Authentizität – diesen zugrunde liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf kulturwissenschaftliche und medienwissenschaftliche Theorien, insbesondere die Intertextualitätsforschung (unter anderem nach Lothar Mikos und Umberto Eco), um die Serie als "Gesamttext" zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden paratextuelle Elemente, die visuelle Rekonstruktion ikonischer Filmszenen (wie aus "The Shining" oder "E.T.") und die gattungsbezogene Figurenzeichnung analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Intertextualität, Nostalgie, Medienkonvergenz, Popkultur-Referenzen und transmediale Rezeption charakterisieren.

Wie trägt das Brettspiel "Dungeons and Dragons" zur Erzählung bei?

Das Spiel dient als Figurenschablone und räumliche Metapher; es fungiert als "Erzählung in der Erzählung", die es den ProtagonistInnen ermöglicht, Handlungsstränge vorauszudeuten, was die Metafiktionalität der Serie unterstreicht.

Welche Bedeutung hat die "Medienkonvergenz" für die Serie?

Die Medienkonvergenz ermöglicht es, dass die Rezeptionsdynamik über das reine Anschauen der Serie hinausgeht, indem sich Fans im Internet austauschen und die intertextuellen Rätsel in sozialen Netzwerken und Foren gemeinsam lösen.

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Details

Titel
Formen und Funktionen intertextueller Referenzen
Untertitel
Eine medienwissenschaftliche Untersuchung zur Online-Serie "Stranger Things"
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Note
1,0
Autor
Maximilian Eberle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V462898
ISBN (eBook)
9783668921719
ISBN (Buch)
9783668921726
Sprache
Deutsch
Schlagworte
formen funktionen referenzen eine untersuchung online-serie stranger things
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Eberle (Autor:in), 2017, Formen und Funktionen intertextueller Referenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462898
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Leseprobe aus  24  Seiten
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