Wie lernen Kinder? Kinder lernen mit dem Körper


Essay, 2001

6 Seiten, Note: keine Note, Zeitschr.beitrag


Leseprobe

Wie lernen Kinder?

Alternativ-Titel:

Kinder lernen mit dem Körper

Kinder können zunächst nichts dafür, daß sie in bestimmtem Alter so und nicht anders lernen; und zwar um so leichter und auch nachhaltiger, wenn man ihnen dafür die geeigneten (Lern-)Gelegenheiten gibt. Sie lernen am Vorbild ohne darüber nachzudenken, imitieren, spielen, verändern, legen sich ihre eigenen Regeln zurecht, wie es Charakter und angeborener Wis­sensdrang überwiegend ererbtermaßen vor­geben. Sie als Eltern, Übungsleiter und Trainer haben es seit Jahren mit vielen Kindern zu tun und wissen, wie unterschiedlich Kinder lernen, dh. Information wahrnehmen, sie verdauen (mehr oder weniger), und wie sie auf Kommandos, Tips, An­weisungen etc. ansprechen, wie die Trainer/innen es gerne haben würden (mehr oder weniger). Es ist dann oft erstaunlich, mit welcher ´Regelmäßigkeit` Kinder im Laufe ihrer Sportkarriere diese ihre eigene typische Art zu lernen beibehalten, als sei´s vorprogrammiert (ist es auch weitgehend), und man hört die Trainer schon ahnend sagen: „Paß auf, gleich kommt sie her und sagt: ´das geht doch gar nicht, das kann ich unmöglich so machen`“ ..., oder: „Och Mensch, i krieg dees oifach net hii“; oder auch: „isch scho ok, aber dürft i´s ao mol soo probiera?“ è und meistens sind´s immer die­selben, berechenbaren und voraussagbaren Situationen bei den jeweils gleichen Personen, wobei der letztere Typ eher selten ist, aber durchaus etwas Zukünftiges hat. Daran können sich die Trainer schon ´mal prophylaktisch gewöhnen. Denn hier liegt ein Teil des Geheimnisses, des Schlüssels zum Lernen, daß man nämlich durchaus von Kleineren verlangen kann, daß sie im Lernprozeß ihr eigenes (ihnen typisches) Bewußtsein einschalten und am Lernprozeß aktiver teilnehmen dürfen/sollten, als das bisher der Fall war/ist. In ähnlichen sog. „technisch-kompositorischen“ Sportarten wie Gerätturnen, Synchronschwimmen Sport­akrobatik, Skikunstlauf, Ballett, rhytmische Sportgymnastik, Trampolin, Kunstradfahren, Zirkussport, Röhnradturnen, etc. ist das (leider immer nur noch Trainerpersönlichkeitsabhängig) schon länger üblich, daß die Kinder z.B. auf Trainer-Lehrgängen mit dabei sind und am eigenen Leibe erspüren, wie gelernt wird, weil das ja die Trainer auch lernen und wissen müssen ... Wenn aber gar keine Kids da sind, bleibt´s häufig nur bei der Theorie ..., dann gehen die Trainer heim und machen den alten `Käse´ so weiter, wie´s schon immer war. Dámit kann nie ein Fortschritt im dritten Jahrtausend eingeleitet werden.

Die Kinder können genauso wenig dafür, daß sich bei ihnen im Gehirn die Veräste­lungen zu anderen Nervenzentren (Dendritisierung) nicht erst mit dem ´Wahlalter`, auch nicht nach der Pubertät, sondern schon vor der Gundschule zu ca. 90% oder mehr gebildet haben. Das ist dann die ´Hard­ware`, mit der sie lebenslang auskom­men müssen – die Trainer müssen übrigens auch damit auskommen, es sei denn, man bietet ent­sprechendes an, um in diesen jungen Jahren schon die richtigen Wei­chen zu stellen. Aber Achtung: es sind immer noch Kinder, keine kleine Erwachse­nen! „Kinder und Uhren muß man auch gehen lassen, nicht immer nur aufziehen“, sagte van Gogh sinngemäß.

Die Kinder bringen - leider-Gottseidank – schon viel Lernerfahrung mit, wenn sie z.B. in Gruppe 7 kommen, sie haben schon viel am eigenen Leibe erfahren, (Positives wie Negatives) begriffen, also durch konkretes Grei­fen auch verstanden und manchmal ganz konkret ausgestanden. Auch haben sie schon viel ertragen = tolerieren müssen, verstanden haben sie manches trotzdem nicht – vielleicht bis heute noch nicht. Ob konditionierendes Lernen, Imitationslernen, organisches (alle Sinne umfassend) oder organisiertes Lernen (Uni, Schule, ...), abstraktes oder konkretes, bildliches oder bewegungsmäßiges Lernen/Erfahren, spontan-kreatives Lernen etc., die Kinder kommen schon mit einem beträchtlichen ´Wortschatz`- und Redewendungs-/Bewegungslexikon im Hirn zu uns. Diese Lernerfahrungen sind schon sehr überdauernd und dabei ohne Lehrplan und den herkömmlichen Prüfungen erworben. Nun liegt es an uns, individuell zu erforschen, wie man sie ´anpackt´, damit sie lohnend lernen können. Das ist eine schwierige Übersetzungskunst von Trainer/innen und von Theorie auf die konkreten Situationen. Da sich besonders in den letzten 2o Jahren enorm viel in unserer Welt geändert hat, muß auch das Lernen umgedacht werden, es muß mehr Bewußtsein mit eingeschaltet werden, um den heutigen gesamtgesellschaftlichen Gefordertheiten gerecht zu werden.

Ungeachtet dessen, daß gewisse ´Universalien`, die das Lernen an sich betrifft, bei jedem angelegt sind, könnte man leicht davon profitieren und einen prinzipiellen Lernart-Transfer machen, der ähnlich wie beim Violine- oder Klavierspielen, oder genauso beim nachmittäglichen Kicken, Streat-Basketball spielen, BMX-, Skateboard fahren geschieht. Komi­scher­weise ist es immer noch schwierig, den Kindern klarzumachen, daß sie bei den Skateboardtricks ja auch Hunderte von Versuchen machen, um den ´Trick` zu beherrschen, nur ist das meist mit wesentlich mehr Spaß verbunden sind bei (unangenehmen Haus-)Aufgaben, die ihnen von Schu­le, Eltern vorgesetzt werden wie z.B. Vokabel lernen, sich widerwillig mit einem ungewollten Instrument auseinandersetzen oder sonstige fremdbe­stimmte Lerninhalte abarbeiten müssen. Dabei speichern die Hirnzellen nur unzureichend komplett diese verschiede­nen Infos. Jedenfalls ist die Speicherung nachhaltiger, wenn es positiv -emotional aufgenom­mene In­halte und Erlebnisse/Ergebnisse sind. Da dann die Verzweigung in mehre­re Areale hineinreicht, sind sie auch leichter und in ihrer Komplexität wieder abrufbar. Bei der heutigen Reizüberflutung (ca. 4 Bilder/sec. und mehr, z.B. in Viva o.ä.) sind allerdings in sehr jungen Jahren gewisse Hirnareale regelrecht ´bombar­diert/zer­schossen´ worden, was zur Folge hat, daß die Informationsaufnahme gestört ist (siehe die steigende Zahl an psychomo­torisch Bedürftigen mit ihren Ansammlungen an Defiziten ... in gewisser Weise ein Spiegel unserer Zeit – MCD, ADS, Rechenschwäche, Lernbehinderung, Koordinations­schwächen, Verhaltensstörungen, Inter­net-Kommunikations­schwächen ... kann ich hier nicht alles disku­tie­ren). Wie sollen sie auch rückwärtszählen, wenn sie die Primärerfahrung „rückwärtsbalan­cieren“ (noch) nicht konkret erfahren haben (Transferleis­tung). Woher sollen sie wissen, woran sie sich orientieren, wenn es keine geeigneten Vorbilder (mehr) gibt – oder nur noch schlechte, an und durch die sie nicht mehr viel Lernen, Kopieren, verändern, ent-wickeln können.

Erkennen, Kennen dann können; wahrnehmen und analysieren, auswählen, entscheiden, dann handeln können. Das sind Basis-Kognitionen, die über Primärerfah­rung anhand von Bewegungen gelernt werden und heute oft nur noch rumpfhaft vorhan­den sind, aber für die Ausbildung abstrakter Lernfähigkeiten unverzichtbar sind. Das zeigt sich schon beim Einstudieren und Lernen von Kürelementen, (Kreis-)Schrittkombinationen und dem generellen Ablauf (Merkfähigkeit, ideomotorisches Vorstel­lungsvermögen) der z.B. 3-Minuten-Kür. Daher kommt es auch, daß es schwieriger geworden ist als noch vor 15 Jahren, Kindern die Auswärts- und Ein­wärtskante, kombiniert mit vorwärts und rückwärtsfahren beizu­bringen. Es dauert einfach länger, bis gewisse Basics erworben werden. Das sind klare Auswirkungen der Ver­inselung, Verstädterung, Wegfall des Spielraums ´Straße`, der Fernbe­die­nungs- und Zapp-Kultur, der Computer­generation, die sich oft gleichzeitig weniger bewegen und in der größeren Freizeit zudem mehr essen, fast überallhin gefahren werden ... èauch ein abendfüllendes Thema, das ich hier nicht weiter verfolge. Immerhin ist durch ein höheres Bewußtsein bei erzieherischen und lern-vermitteln­den Entscheidungen und Handlungen ein anderes Bewußtsein für die Probleme unserer Zeit entstanden, was schon manch positive Ansätze in die neue richtige Richtung als „die Not wendende“, also not-wendige Aktionen hat entstehen lassen. Selbstre­gulative Mechanismen wie die Bildung von Sportkindergärten, Kinder­sportschulen, Studios etc., weil die Bildungs­institution Schule ihre Lehrpläne mit den Lernaufträgen nicht mehr adä­quat erfüllen kann/will.

Kommen wir zurück auf´s (Glatt-)Eis: Ein Lerntransfer vom Schulischen (=organisiertes Lernen) zum Eiskunstlaufen (wie zu allen anderen Sport­arten) ist nach wie vor vorhanden. Es ist prinzi­piell überhaupt kein Unter­schied, ob und wie ich Jonglieren oder Klavier­spielen lerne und wie oft ich einen Schraubensalto, Doppellutz oder ´ne Kombi ansteuern, korrigieren und zu perfektionieren lerne, über­haupt kein prinzipiel­ler Unterschied, wie gelernt wird. Das Geheimnis ist u.a. ´nur`, wie indi­vi­du­ell ei­n(e) Trainer/in mit den charak­terlichen Gegeben­heiten seiner Schützlinge umgehen kann, seine höchst individuellen athle­tisch-koordi­nativen und psychisch-voliti­ven Fä­hig­keiten aus dem angelegt Verborgenen ziehen, geschickt einset­zen, geeig­ne­te Lern­schritte und me­thodische Tips finden kann, sodaß evtl. Frustrations­erleb­nisse mög­lichst klein gehalten werden.

Dazu kann man sich durchaus der Methoden und Inhalte o.g. Sportarten beleihen. Immerhin wird ja im Eis­kunstlaufen mit Ballett und teilweise Trampolin schon immer (?!!) bzw. länger für mehr oder weniger alle Kinder weitere Grundlagen erarbeitet (kann man auch noch optimieren, ich weiß). Daß zu den Begleitmaßnahmen wie ´Kondi`, Bodenturnen, Artistik, Massage etc. auch athletische Voraus­setzungen incl. Auf- und Abwärmen ständig im Auge behalten werden müssen, sollte klar sein, sonst kann nicht lohnend und ´gesund` gelernt und trainiert werden. Das heißt konkret: Ausdrucksschu­lung, koordinatives Fähig­keitstraining von Anfang an so­wie tänzeri­sches und athletisches Grundlagen­training auf spielerisch-kind­gemäße Art hilft enorm, später viel Zeit zu sparen. Durch den Einsatz eines höheren Potentials dieser Fähigkeiten wird jeglicher Lernprozeß we­sent­lich verkürzt. Außerdem ist die Variabilität und Flexibilität automa­tisch höher, wenn und weil in jungen Jahren vor allem auf die koordinative Fähigkeitsausbildung Wert gelegt wurde. Ist bei der jeweiligen Auf­ga­ben­stellung ein permanent mittlerer Anreiz gegeben, so bleibt die Lernmo­ti­vation ständig erhalten, was von unschätzbar-überdauernder Be­deutung ist.

Konkret auf ein eiskunstlauftypisches Beispiel angewendet:

Die Anlage eines Sprunges kann ja verschieden sein, z.B. Salchow aus Mohawk oder Außendreier, Flip ebenfalls aus Außendreier oder Mohawk usw. Es darf nicht sein, daß ein Schüler nicht alle mind. 3 Anlages des Toeloops springen kann. Das sind Elemente, die als stabile Bausteine lok­ker aneinander gebunden werden müßten. Diese Variabilität muß gelernt werden, nicht nur eine perfekte Anlage! Das führt in die Sackgasse! Ge­nauso kann man als motorisches „Vielfalts-Spiel“ prinzipiell an jede kor­rekte Landung einen (Doppel-)Toeloop anschließen, wenn die Bausteine ´Sprung`, Landung und Toeloop verfügbar sind. Das muß ständiges Lern­ziel bleiben. Es soll also z.B. nicht nur 1 Kombi als speziel­le Sensation monatelang eingeübt wer­den. In der gleichen Zeit hat man mehr ´Schub­laden` zur Verfügung, kann besser die verschiedenen Elemente locker und unkomplizierter kombinieren, üben und leichter steuern, präzisieren und stabil realisieren. Mit der Zeit kommt die technische Perfektion sowie Präzision von Absprung-, Luft- und Landeposition automatisch, nur ist der Bewegungslexikon-Speicher um­fas­sender gefüllt. Das ist mittlerweile ge­sicherte Erkenntnis und langjährig erworbenes Erfahrungswissen!

Zu alledem kommt ja noch das Eiskunstlauf-Spezifikum „Trainer-Wech­sel-Problem“ dazu ... , das wäre aber ein Extrabeitrag wert.

Das wäre übrigens eine der Visionen für alle Sportarten, wenn und damit die Kinder im Falle eines Sportarten- und Club-Wechsels nicht wieder ganz von vorne und anders anfangen müssen, sondern daß man davon aus­gehen kann, daß später ´mal in jedem Club in jeder Sportart ein Mindest­maß an motorisch-athletisch-koordinativem Grundtraining abge­laufen ist, daß man auf diesen Lern-Fundus bauen und darauf aufbauen kann.

Ebenso sollte es sich herumgesprochen haben, daß die ´Zeitlupen-Metho­dik´ zeitsparender, also erfolgversprechender ist (dh. mit Longe arbeiten) als das mühevolle ´Herausboxen` von falschen Landefuß­tech­niken wegen Sturzprophylaxe etc. So wird das Landebein eingezogen, damit man wie­cher fällt, das Nichtlandebein bekommt den ganzen Druck zur Landung ab und im Kopf gibt´s lange Zeit Kuddelmuddel. Durch die frühe Arbeit mit Longe wird das richtige neuronale Programm eingraviert, dh. der richtige Landefuß bereitet sich muskelspannungsmäßig auf die Landung vor, ist von der neuronalen Bahnung darauf eingestellt, nur im Moment zeitlich etwas verzögert. So wird in allen ähnlich gearteten Sportarten (s.o.) schon lange gearbeitet, es ist normal, logisch und Alltag geworden. Konkret hieße das, daß ein 2½-facher Handwurfsalto zur Landung hinter dem Rücken im Rock´n Roll, ein Doppelsalto mit Schraube aus dem ´Coupé` oder ´Carré` in der Sportakrobatik prinzipiell nicht anders gelernt wird als ein Wurf-Lutz oder –Axel vom Partner bzw. andere Auf- und Abgänge beim Paarlaufen. Beim Stunt-Training wird´s besonders deutlich, weil´s da ja dann schon existentiell notwenig ist. Das ganze setzt natürlich voraus, daß die Trainer ins Longieren eingewiesen werden (Forderung an den Verband) und daß man nicht nur einfache Hockeyschläger-Longen mit den bekannten kleinen Gefahrenpunkten ver­wenden muß, sondern auch not­falls mit Seil- und Kopfpolsterung zu arbeiten gewillt ist. ((Ich hab´ auch schon mal selbst Jenni bei einigen Sprüngen longiert, auch ohne Polster)). Die Installation einer sog.„Lauf-Longe“ wäre durchaus diskussions­würdig.

Es versteht sich von selbst, daß natürlich nicht allzu lange pro Sprung longiert werden darf, sonst schleichen sich negative Gewohnheitseffekte ein, aber das sieht der Trainer ja und kann dann dosiert ohne Longe sprin­gen lassen, dh. mit kompeten­tem Zuspruch, Korrektur, Ermunterung, ggf. erhobenem Zeige­finger etc. (re)agieren.

So wird dann das Sprungtraining plötzlich nur noch zum positiven Erleb­nis. Außerdem sind die Kleinen ja viel leichter zu ´handhaben`. Gleich­zeitig sind die vielen kleinen Erfolge und Erlebnisse sichtbar, mit vielen Emotionen verbunden und dafür weniger mit Sturzangst, wenn­gleich man den Respekt vor dem Stürzen nicht verlieren soll, klar, gehört es doch zu jenen charakter- und persönlichkeitsbildenden Möglich­keiten des Eislaufs, was man ins Alltagsleben hineintransferieren kann (Sich im­mer wieder aufrappeln...).

Das Verblüffende ist ja z.B. beim Jonglieren-lernen, daß man beim Einstu­dieren in jeder Phase regelrecht ´ablesen´ kann, wie der Mensch überhaupt lernt, das konkrete ´greifen und begreifen` mit all seinen Zwischenstufen, incl. das (eislaufspezifische) notwen­dige Überwinden psychischer Schwie­rigkeiten wie Sturz- oder Schmerz­ver­meidungsaktionen kurz bei oder noch vor dem Sprung oder auch generell bei der „psychischen Kopfsteuerung“, wenn´s mal so gar nicht mit der Kombi klappen will. Also warum sich nicht schon in jungen Jahren gleich mit diesen lohnenden Lernerfah­rungen und –prinzipien auseinandersetzen, allerdings spiele­risch, wo´s die Kinder kaum spüren, noch ist es ja Spiel. Später verfügen sie über die verschie­denen Schubladen, die sie dann bewußt und kontrol­liert einsetzen, um den Lernprozeß selbst mitzusteuern, präzisions­moto­risch wie pschychisch, der Wille und die Emotio­nen sind dann genauso wichtig wie die biome­cha­nische Absprunggestalt, oft sogar noch wichti­ger. Man könnte sagen: „Der Kopf ist oft der wichtigste Muskel“. Ebenso kann man als Kurzfor­mel die Situation des Jung-Lernenden verdichten, indem man sagt: Vererbtes und ´Erwerbtes` müssen zusammen­kommen, dann sieht man, wie´s mit der Fähigkeitsausbildung bestellt ist oder mit wem man´s zu tun hat. Z.B. woher soll ein Kind adäquate (Sturz-)Reflexe zeigen, wenn es keine Gelegenheit bekommen hat, sie überhaupt erst auszubilden oder zu lernen, damit umzugehen. Dazu gehört das berühmt außer-eisliche Trai­ning. Außer-häuslichen Prägungen sind ja auch entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung wie das, was zu Hause gelernt wird (anhand von möglichst guten Vorbildern). Das ist beim außer-eislichen Training nicht anders. Wenn nicht angeregt, was (vielleicht) angelegt ist, lassen sich nur schwerlich die Fähigkeiten ausbil­den, die man für das Problemlösen in allen späteren Lebensbereichen ein­setzen kann, seien es athletische, psy­chische, koordinative, emotionale, soziale oder weitere Fähigkeiten. Nur durch entsprechendes Einfordern bestimmter Leistungen kann man die Kinder fördern. Und die Art, wie das geschieht, soll gemäß der lern­psy­chologischen Universalien ablaufen, da­für kann der Mensch nichts, er lernt halt so und kaum anders. Methodenvielfalt tut ein übriges, um das gleiche Ziel zu erreichen. Dázu ist dann wieder der Trainer mit seiner Erfahrung gefordert, auf die individuellen Unterschiede adäquat zu reagieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Wie lernen Kinder? Kinder lernen mit dem Körper
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut f.Sport-u.Bewegungswissenschaft)
Veranstaltung
Didaktik der Individualsportarten, Wahlfach Eislaufen
Note
keine Note, Zeitschr.beitrag
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V462990
ISBN (eBook)
9783668923935
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Auf die dringende Bitte einiger Eislauf-Eltern und weil einer unserer Söhne damals selbst Eiskunstläufer war, sollte ich etwas Gundlegendes über das Lernen von Kindern schreiben, genauer gesagt, wie im Falle der Eiskunstläufer/innen das Lernen vor sich geht und was da so alles abläuft und zu bedenken gilt. Als Sportwissenschaftler sah ich mich geradezu gezwungen, hier ein bißchen verständlich zu informieren.
Schlagworte
motorisches Lernen, Eiskunstlauf
Arbeit zitieren
Udo von Grabowiecki (Autor:in), 2001, Wie lernen Kinder? Kinder lernen mit dem Körper, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462990

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