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Emilia, (k)ein Opfer? Frauen als autonome Individuen oder Opfer des Ehrbegriffs im 18.Jahrhundert

Das Beispiel von "Emilia Galotti"

Title: Emilia, (k)ein Opfer? Frauen als autonome Individuen oder Opfer des Ehrbegriffs im 18.Jahrhundert

Term Paper , 2015 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Meinen Sie nicht, daß ich der Mädchen endlich zu viel mache? Sara! Minna! Emilia!“, fragte Lessing den Freund Johann Wilhelm Ludwig Gleim im Brief vom 22. März 1772 . Der Dramatiker G.E. Lessing stellte in seinen zahlreichen Bühnenwerken Frauenfiguren in den Mittelpunkt. Dabei benannte er sie sogar nach ihnen und reformierte mit seinen Schriften nicht nur das deutsche Theater, sondern kristallisierte ein erst auf dem zweiten Blick erscheinendes, ambivalentes Frauenverständnis des 18.Jahrhunderts. Die Zeit der Aufklärung als Zeitalter des Strebens nach einer neuen Weltordnung ohne Unterdrückung von Minderheiten, mit Aufhebung der Ständegesellschaft und Akzeptanz einer „ewige[n] Gerechtigkeit, die in der Natur begründete[n] Gleichheit(...)“ liegt, prägte die Literatur dieses Jahrhunderts. Dennoch herrscht bis heute eine Auseinandersetzung mit den Geschlechterrollen und besonders mit der Frage der Emanzipation der Frau aus den vorgegeben Ehr- bzw. Tugendvorstellungen. Sogar in Deutschland, einem demokratischen und sozialen Land, werden Morde an Frauen im Namen der Ehre ausgeführt.

Selbst die literarische Epoche des 18. Jahrhunderts als Prototyp gesellschaftlicher Umwälzung thematisiert dabei widersprüchlich die Frau zwischen ihren individuellen, emotionalen Bestrebungen und ihrer gleichzeitigen Gebundenheit an die bürgerlichen Tugenden einer ehrenhaften Frau. Auch Lessing scheint ein „Ideal einer frommen, gehorsamen, hingebungsvollen Frau, deren wichtigste Eigenschaft die Tugend ist(...)“ zu vertreten, gibt aber seinen weiblichen Protagonisten, wie auch im bürgerlichen Trauerspiel Emilia Galotti aus dem Jahre 1772, subjektive Handlungsspielräume. Den Zwiespalt zwischen Sinnlichkeit und Moral, in dem Emilia gefangen ist, verdeutlicht Lessing nicht zuletzt durch das Konzept eines „gemischten Charakters“. Diese Ambivalenz soll in der vorliegenden Arbeit auf Grundlage des Werkes Emilia Galotti durchleuchtet werden: Ist Emilia ein Opfer des Ehrbegriffs des 18. Jahrhunderts oder verkörpert sie die Anfänge der Emanzipation des weiblichen Individuums? Hierfür ist es notwendig, den Ehrbegriff der Epoche einzugrenzen, um ihn anschließend im vorliegenden Werk analysieren zu können. Das Hauptanliegen der Arbeit bildet die Hervorhebung der differenten Rollen, die Emilia einnimmt, und ihr Kontrast zu Orsina. Abschließend folgt ein Fazit, welches die Problematik des Frauenbildes im 18. Jahrhundert in Emilia Galotti zusammenfasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Der Ehrbegriff im 18.Jahrhundert

1.1 Die weibliche Ehre

2 Die Ehre und Tugendhaftigkeit der Frau in „Emilia Galotti“

2.1 Emilia Galotti: Der menschliche ‚Engel’

2.1.1 Zwiespalt zwischen innerem Begehren und Repräsentation des Ehrbegriffes

2.2 Orsina: Kontrastfigur zu Emilia Galotti

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ambivalente Frauenbild im 18. Jahrhundert anhand von Lessings „Emilia Galotti“. Dabei wird analysiert, inwieweit die weiblichen Hauptfiguren Emilia Galotti und Gräfin Orsina als autonome Individuen agieren können oder ob sie als Opfer des zeitgenössischen Ehr- und Tugendbegriffs determiniert sind.

  • Analyse des Ehrbegriffs und der weiblichen Ehre im 18. Jahrhundert
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen individueller Sinnlichkeit und bürgerlicher Moral
  • Gegenüberstellung der Protagonistin Emilia als „Engel“ und Orsina als Kontrastfigur
  • Reflexion über Emanzipationsansätze und die Wirkung väterlicher bzw. gesellschaftlicher Autorität

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Zwiespalt zwischen innerem Begehren und Repräsentation des Ehrbegriffes

Emilia- eine Figur, wie in den vorherigen Kapiteln deutlich wurde, die durch Lessing keinen idealisierten Charakter erhält und nach näherer Betrachtung ambivalent scheint. Eine Figur modelliert nach dem Prinzip des gemischten Charakters. Durch die exemplarische und kurze Gegenüberstellung soll dies skizziert werden.

Die Angst einer unverheirateten Frau vor der Verführbarkeit wird deutlich. Emilia als religiöse, keusche Tochter handelt aus Bestürzung der Begegnung mit dem Prinzen und seiner Liebeserklärung. Dieses Gespräch am Tag ihrer Vermählung und Ort der Unschuld steigert ihre Verwirrung, denn Emilia als behütet erzogene Tochter des tugendhaften Odoardo wurde mit dieser Art Empfindung nicht konfrontiert und lässt sich deshalb nicht in ein Gespräch verwickeln. Die Bestürzung Emilias kann auch die Entfachung eines Gefühls sein, welche dem zeitgenössischen Keuschheitsideal und damit dem Ehrbegriff nicht entspricht. Sie erinnert sich lediglich an die körperliche Berührung, eine Anspielung an eine anreizende Erregung durch die Liebeserklärung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des widersprüchlichen Frauenbildes im 18. Jahrhundert ein und formuliert die Forschungsfrage nach Emilias Rolle zwischen Emanzipation und Opferstatus.

1 Der Ehrbegriff im 18.Jahrhundert: Dieses Kapitel definiert den komplexen Ehrbegriff der Epoche, der stark an soziale Rangordnungen und Tugendvorstellungen gekoppelt war.

1.1 Die weibliche Ehre: Hier wird erläutert, wie die weibliche Ehre durch soziale Normen, Keuschheitsideale und die öffentliche Wahrnehmung konstruiert und eingeschränkt wurde.

2 Die Ehre und Tugendhaftigkeit der Frau in „Emilia Galotti“: Dieses Kapitel widmet sich der Anwendung des Ehrbegriffs auf die Figuren des Dramas und beleuchtet die Diskrepanz zwischen Tugendanspruch und Realität.

2.1 Emilia Galotti: Der menschliche ‚Engel’: Der Fokus liegt auf Emilia als Projektion väterlicher Erziehung und ihrer wachsenden inneren Zerrissenheit.

2.1.1 Zwiespalt zwischen innerem Begehren und Repräsentation des Ehrbegriffes: Eine detaillierte Gegenüberstellung verdeutlicht Emilias Ambivalenz zwischen religiös-gesellschaftlichem Schein und eigenem unbewussten Begehren.

2.2 Orsina: Kontrastfigur zu Emilia Galotti: Die Analyse der Gräfin Orsina zeigt eine selbstbewusste, intelligente Frau, die als Kontrast zur passiven Emilia fungiert.

3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Emilia zwar Ansätze individueller Selbstfindung zeigt, jedoch letztlich am gesellschaftlich geprägten Moralanspruch und der Vätergewalt scheitert.

Schlüsselwörter

Emilia Galotti, G.E. Lessing, Ehrbegriff, Tugend, Frauenbild, 18. Jahrhundert, Aufklärung, Emanzipation, Gräfin Orsina, Verführung, Geschlechterrollen, bürgerliches Trauerspiel, Moral, Sinnlichkeit, Autonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung und Rolle der Frau im 18. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung des Ehr- und Tugendbegriffs anhand von Lessings Werk „Emilia Galotti“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die zeitgenössische Moral, das Konzept der weiblichen Ehre, die Ambivalenz zwischen individuellen Wünschen und gesellschaftlichen Zwängen sowie die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Protagonistin Emilia Galotti ein reines Opfer der damaligen Ehrvorstellungen ist oder ob sie Ansätze einer beginnenden Emanzipation des weiblichen Individuums verkörpert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, um anhand von Lessings Dramentheorie des „gemischten Charakters“ die Ambivalenz der Frauenfiguren zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Ehrbegriff des 18. Jahrhunderts, die spezifischen Anforderungen an die weibliche Ehre sowie die Charakterentwicklung von Emilia Galotti und der Kontrastfigur Gräfin Orsina.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Emilia Galotti, Ehrbegriff, Tugend, Frauenbild, Aufklärung, Emanzipation, Verführung und moralische Autonomie.

Warum wird Gräfin Orsina als Kontrastfigur zu Emilia analysiert?

Orsina dient als Gegenpol, da sie ihre Intelligenz und ihr Selbstbewusstsein nutzt, um die Machtstrukturen der Männerwelt zu durchschauen, während Emilia stark in väterlich-gesellschaftlichen Erwartungen gefangen bleibt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit über Emilias Tod?

Der Tod Emilias wird als Resultat einer Erziehung gewertet, die nicht ihren eigenen Wünschen entsprach, wobei der Suizidversuch als letzter Akt der Selbstbestimmung interpretiert wird, der jedoch durch den Vater gewaltsam unterbunden wird.

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Details

Title
Emilia, (k)ein Opfer? Frauen als autonome Individuen oder Opfer des Ehrbegriffs im 18.Jahrhundert
Subtitle
Das Beispiel von "Emilia Galotti"
College
Free University of Berlin
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2015
Pages
14
Catalog Number
V463115
ISBN (eBook)
9783668910577
ISBN (Book)
9783668910584
Language
German
Tags
emilia galotti opfer ehre ehrbegriff 18.Jahrhundert frauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2015, Emilia, (k)ein Opfer? Frauen als autonome Individuen oder Opfer des Ehrbegriffs im 18.Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463115
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