Umweltcontrolling. Maßnahmen für eine Steigerung der ökologischen Effizienz in Unternehmen


Bachelorarbeit, 2018

46 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Begriffsbestimmungen
1.2 Ausgangssituation/Problemstellung
1.3 Zielsetzung und Fragestellungen
1.4 Methodische Vorgehensweise

2 Integration ökologischer Aspekte in das Controlling
2.1 Paradigmenwechsel im Umweltmanagement
2.2 Umweltmanagementsysteme & Umweltmanagement

3 Bedarf eines Umweltcontrollings
3.1 Integriertes Green Controlling
3.2 Umweltcontrollingsystem
3.3 Herausforderungen und Möglichkeiten

4 Perspektiven der Integration
4.1 Rahmenkonzept der Nachhaltigkeit
4.2 Führungssysteme
4.3 Unternehmensstrategie
4.4 Zielebenen

5 Instrumente des Umweltcontrollings
5.1 Umweltkennzahlen
5.1.1 Arten von Kennzahlen
5.1.2 Nutzen
5.2 Umwelt-Benchmarking
5.3 Umweltbilanz
5.4 Sustainability Balanced Scorecard
5.4.1 Die vier Perspektiven der BSC
5.4.2 Sustainability Balanced Scorecard Ansätze

6 Umweltcontrolling in der Unternehmenspraxis

7 Fazit

8 Literatur- und Quellverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ziele des Umweltmanagements

Abbildung 2: Stufen vom Umweltcontrolling zum integrierten Green Controlling

Abbildung 3: Triple-Bottom-Line Ansätze

Abbildung 4: Umweltkennzahlen

Abbildung 5: Benchmarking-Arten und Unterteilungen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Begriffsbestimmungen

Greening

Greening wird als umweltschonende („grüne“) Ausrichtung aller Unternehmenstätigkeiten verstanden. Dazu zählen die umweltfreundliche Produkt- und Leistungsgestaltung, sowie bei verstärkter Ausrichtung die Entwicklung grüner Geschäftsmodelle oder Ausbau ökologischer Märkte. (vgl . Isensee 2011, S. 5)

Der ökonomische Strukturwandel wird unter der Vision einer „Green Economy“ hervorgerufen. Erhaltung der Ökosysteme sowie eine Steigerung der Ressourceneffizienz sollen durch politische Anreize erzielt werden. Solch ein Wandel bildet sich aus Interdependenzen zwischen Märkten, Innovationen und Regelungen. (vgl Jacob 2015, S. 31)

ISO

Das Akronym steht für „International Organization for Standardization und leitet sich vom griechischen Wort „isos“ (übersetzt: gleich) ab und gehört mit Sitz in Genf zu den bedeutendsten Standardisierungsorganisationen weltweit. In diesen sind Experten und Expertinnen als „Technical Committees“ und durchlaufen langwierige Abstimmungsprozesse in Bezug auf Normen. Das Technical Committee im Rahmen des Umweltmanagements befasst sich mit der Umweltleistungsmessung und der Standardisierung, Zertifizierung von Umwelt- managementsystemen. (vgl. Siegenthaler 2004, S. 146 f.)

U m w eltcontrolling

Das Umweltcontrolling erweist sich als ein Instrument der Existenzsicherung und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Es unterstützt das Unternehmen bei ökologischen Aktivitäten mit dessen Planungs-, Steuerungs- und Prüfungsfunktion. Ermöglicht werden nicht nur Einsparpotenzial, sondern auch neue unternehmerische Möglichkeiten und Perspektiven. (vgl. Bundesumweltministerium Umweltbundesamt 1997, S. 5)

U m w eltmanagement

Ein Teil des Managements einer Organisation beschäftigen sich mit dem Umweltschutz, da die Forderungen nach nachhaltiger Unternehmen stetig wächst (vgl. https://www.emas.de 2018). Umweltbelastungen werden von Beginn an mit der Planung mitberücksichtigt und es wird versucht Umweltbelastungen zu meiden, um Unternehmensziele langfristig zu sichern (vgl. Engelfried 2011, S. 27). Dazu hilft der Einbau eines Umweltmanagementssystems (zb. ISO) , um als laufender Prozess das Umweltmanagement über längere Perioden zu erhalten. (https://www.umweltda tenbank .de 2018)

1.2 Ausgangssituation/Problemstellung

In den letzten 30 Jahren stieg der Verbrauch an Rohstoffen um 50 Prozent. 60 Milliarden Tonnen an Rohstoffen werden jährlich verbraucht und dies könnte sich in Zukunft auf 100 Milliarden Tonnen erhöhen, wenn der Wachstumstrend bestehen bleibt wie bisher, obwohl die Ressourceneffizienz weltweit stetig ansteigt. Die Preisreduktion der Produkte, aufgrund der Senkung der Produktionskosten, führt zu solch einem Anstieg. Daraus leitet man ab, dass die steigende Ressourceneffizienz die Nachfrage nach natürlichen Ressourcen erhöht. Umweltprobleme fasst man als ressourcen- und ressourcenbezogene Knappheitsprobleme und damit auch als ökonomische Probleme auf. (vgl. www.bmnt.gv.at 2015)

Die ökonomischen, rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen für unternehmerische operative Tätigkeiten haben sich aus der ökologischen Perspektive geändert. Abgeleitet aus dieser Problemstellung sieht sich das Management zum Handeln verleitet, um einer effizienteren und ökonomischen Strategie zu folgen. (vgl. Schaltegger Stefan/Sturm Andreas 1995). Laut einer Studie von Accenture, gaben 93% der teilnehmenden Geschäftsführer an, dass Nachhaltigkeitsaspekte unerlässlich für den zukünftigen Erfolg ihrer Unternehmen werden (vgl. Lacy et al. 2010, S 13). Aufgrund der wirtschaftlichen Vorteile, die aus dem betrieblichen Umweltschutz hervorgehen, tendiert die Sichtweise, Umweltaufgaben als ökonomische Möglichkeiten anzusehen. (vgl. Stehle 2011, S. 478)

Durch die stetig steigende Wichtigkeit in der Nachhaltigkeit entstehen für immer mehr Unternehmen neue Herausforderungen, vor allem die ökologische Effizienz, mittels des Umweltcontrollings zu steigern (vgl. www.bpb.de, 2013). Das Konzept der Ökoeffizienz berücksichtigt sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte, welches ein Instrument zur Umsetzung des Ziels einer nachhaltigen Entwicklung ist. Die Ökoeffizienz weist das Verhältnis der ökonomischen Werte aus der Wertschöpfung und den auf die Umwelt belastenden Auswirkungen auf (vgl. www. nachhaltigkeit.info, 2016).

Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den geplanten Maßnahmen des Umweltcontrollings, sowohl nachhaltig Erfolg zu erwirtschaften als auch die Ziele im Umweltmanagement zu erreichen.

1.3 Zielsetzung und Fragestellungen

In der Arbeit wird näher erläutert, wie Unternehmen die neuen Herausforderungen, wie die ökologische Effizienz, gegenüberstellen sollen und wie langfristig diese bewältigt werden können. Des Weiteren wird ermittelt, wie sich daraus ein Wettbewerbsvorteil entwickeln kann und mittels Instrumente des Umweltcontrollings gemessen wird.

Die Arbeit basiert auf die folgende Forschungsfrage:

- Welche Controllingmaßnahmen unterstützen die Zielerreichung im Bereich des

Umweltmanagements?

Fortlaufend entwickeln sich daraus folgende Subfragen:

- Welche Chancen und Risiken birgt die Integration des Umweltcontrollings?
- Wie kann man ökologische und ökonomische Ziele anhand des Umweltcontrollings miteinander verbinden?
- Mit welchen Instrumenten können die Ökoeffizienz und andere ökologische Kennzahlen gemessen werden?

1.4 Methodische Vorgehensweise

Der erste Schritt der Literaturrecherche begann mit einer Ideen- bzw. Begriffssammlung aus dem Controlling und Umweltcontrolling. Dadurch wurde zunächst eine Eingrenzung des Themenbereichs erschaffen. Des Weiteren wurden umfangreiche Recherchen im Internet sowie in Datenbanken, wie Springer, EBSCO und Elektronische Zeitschriftenbibliothek, durchgeführt. Folgende Suchbegriffe wurden zu Beginn verwendet:

- Umweltmanagement
- Nachhaltigkeit
- Financial Management
- Controlling
- Umweltcontrolling
- Ökocontrolling
- ICV (Internationaler Controller Verein)

Anhand der Datenbanken wurden profunde Einblicke in der Materie mittels dieser Wortliste ermöglicht. Folglich fanden Recherchen in der Bibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien statt.

2 Integration ökologischer Aspekte in das Controlling

Das Controlling übernimmt die Steuerungsfunktion, welches Unternehmen bzw. Organisationen bis hin zur Zielerreichung koordiniert. Es herrscht eine Vielfalt der Ansätze in den Controllingkonzeptionen, die dennoch die Koordinationsorientierung gemeinsam haben. (vgl. Weber/Schäffer 2000, S. 109)

Diese Ansätze zielen auf die Unterstützung des zielgerichteten Handelns der Organisation ab und fungieren somit als Rationalitätssicherung (vgl. Horváth 2011, S. 131). In den letzten Jahren wurde im wissenschaftlichen Umfeld die Entwicklung des Controllings von der reinen Informationsversorgung zur Unterstützung der Führungsebene verdeutlicht (vgl. Horváth 2018, S. 614). Eine Organisation, welches als System einer geordneten Gesamtheit von (potenziell-) assoziierten Elementen aufgefasst wird, hat die Möglichkeit selbst ein Element eines übergeordneten Systems zu sein bzw. verschiedene Subsysteme zu enthalten. Die untergeordneten Systeme können durch interne sowie auch externe Bestimmungsfaktoren herbeigeführt werden. (vgl. Weber/Schäffer 2000, S. 110)

In der ISO 14001 Norm wird der Begriff „Organisation“ umfassend verwendet, da sowohl Einzelunternehmen als auch Gesellschaften, Konzerne oder Hilfsorganisationen, u.v.m. gemeint werden (vgl. WIFI Unternehmerservice der Wirtschaftskammer Österreich 2016, S. 4). Im Laufe dieser Arbeit wird die Interpretation des Begriffs wie in der ISO 14001 übernommen bzw. mit „Unternehmen“ spezifiziert.

Wird nun entschieden, dass sich eine Organisation umweltorientiert ausrichtet und ein Umweltmanagement etabliert, dann wird es im Controlling notwendig sein, ökologische Themengebiete zu erschließen und sich den umweltbezogenen Aspekten im Rahmen der Organisationsführung systematisch zuzuwenden. Dies geschieht in Form einer Integration des Umweltcontrollings als übergreifendes Subsystem einer Organisation. (vgl. Vollmar 2016, S. 808)

2.1 Paradigmenwechsel im Umweltmanagement

Die Veränderungen im Verbraucherverhalten, steigende Umweltbelastungen, die wachsende Umweltsensibilität und die daraus folgenden zum Teil strengeren Umweltgesetzen, sowie die gestiegenen Preise für Ressourcen und Rohstoffe, drängen Unternehmen dazu dessen Umweltmanagement-Konzepte überdenken. Durch diese gesetzlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten entwickelt sich der Umweltschutz immer mehr zu einem betriebswirtschaftlichen Element heran. (vgl. Breidenbach 2002, S. 125)

Die betriebliche Umsetzung dieser Entwicklung wird im Umweltmanagement wiedergegeben. Die Akzeptanz und das Engagement der Führungsebene und nachfolgend der Mitarbeiter ist ein wesentlicher Punkt zur Integration des Umweltmanagements in Unternehmen. Darauf aufbauend können erst Instrumente wie Umweltcontrolling in das Managementsystem eingebaut werden. (vgl. Orbach et al. 2002, S.13)

Demzufolge werden umweltbezogene Aktivitäten in Unternehmen, wie beispielsweise die Ressourcenschonung, als ökonomische Opportunitäten zur betrieblichen Kostenreduktion charakterisiert (vgl. Schwarz 1999, S. 2). Ökologisch orientierte Aktivitäten werden als Ursprung nachhaltiger Innovations- und Wettbewerbsvorteile angesehen und verdrängen die Annahme, dass sie als Kostenfaktoren und zum bloße Zwecke der Einhaltung regulatorischen Normen dienen. De facto ändern sich die strategische und operative Ausrichtung des Umweltmanagements in Unternehmungen. Die Berücksichtigung von Umweltaspekten dient in betrieblichen Entscheidungsprozessen zur Schaffung eines umweltorientierten Wettbewerbsvorteils. Somit werden die betrieblichen Prozesse und die Produkte bzw. Leistungen ökologisch so gestaltet, sodass auch nachfolgende Teilnehmer der Wertschöpfungskette durch dessen Nutzung der Produkte und Leistungen umweltschonend bleibt. (vgl. Horváth 2012, S. 43f)

Die Implementierung eines Umweltmanagementsystems als eine strategisch-ökologische Innovation oder die Partizipation am Ökoauditverfahren fördern das Problembewusstsein und den Umgang mit natürlichen Ressourcen (vgl. S chwarz 1999, S. 1). Das gesellschaftliche Postulat nach Umweltschutz und Nachhaltigkeit tragen zur Veränderung der Handlungs- und Gestaltungsparameter im Umweltmanagement, sowie der Ausrichtung des Umweltmanagements zu einer Unternehmensführungskonzeption, bei. vgl. Matten 2002, S. 6).

2.2 Umweltmanagementsysteme & Umweltmanagement

Die Nutzung von zertifizierten Umweltmanagementsystemen beruht auf freiwilliger Entscheidung der Unternehmensführung (vgl. www.bmnt.gv.at 2016; www.wko.at 2017). Die entscheidende Differenzierung eines Umweltmanagementsystems zum Managementsystem ist die koordinierte Vorgehensweise zur Erreichung des betrieblichen Umweltschutzes als primäres Ziel, anstelle anderer ökonomischer Zielsetzungen (vgl. Bayerisches Landesamt für Umwelt 2018 , S. 2). Aufgrund der Berücksichtigung aller Organisationsebenen sind diese Systeme vielseitig einsetzbare Instrumente (vgl. Dyllick/Hamschmidt, 2000, S. 32). Im Folgenden werden nur zwei Umweltmanagementsysteme vorgestellt:

Sowohl EMAS („Eco-Management and Audit Scheme“) als auch die ISO 14001 („International Organization for Standardization“) Norm ordnen ein organisatorisches Rahmenkonzept für die Einführung, Umsetzung und abschließend die Verifizierung des Umweltmanagements (vgl. Orbach et al. 2002, S.14). In Relation zur ISO 14001 weist EMAS deutlich mehr Mindestanforderungen auf (vgl. Bayerisches Landesamt für Umwelt 2018 , S. 2).

Neben der Sicherung des Umweltschutzes offenbaren sich ebenso ökonomische Vorteile, die sich in interne und externe Nutzenpotenziale unterscheiden (vgl. Dyllick 1999, S. 118). Die Förderung des ökologischen Bewusstseins der Mitarbeiter zählt zu den internen Nutzenpotenziale. Ebenso wie die Risikovorsorge, da Unternehmen mit Hilfe der Dokumentationen der ökologischen Aktivitäten in der Lage sind, umweltbezogene Gefährdungspotenziale zu eruieren. (vgl. Orbach et al. 2002, S.16)

Eine verbesserte Reputation und die Vorteile gegenüber Banken und Versicherungen im Falle einer Kreditwürdigkeitsüberprüfung weisen auf externe Nutzenpotenziale hin, weil Zugriff auf glaubwürdigere Daten aus zertifizierten Umweltmanagementsystemen gewährt wird. Folglich können günstigere Kredite oder Versicherungsklassen in Anspruch genommen werden. (vgl. Orbach et al. 2002, S.17)

Um jegliche Verwechslung bzw. synonyme Interpretation der Begriffe „Umweltmanagement“ und „Umweltmanagementsysteme“ zu vermeiden, dient eine Abgrenzung Das Umweltmanagement richtet sich nach den Leitfäden der Umweltmanagementsysteme bezüglich der Aufbau- und Ablauforganisation (vgl. Loew et al. 2002, S. 11).

Geeignete Instrumente wie ein Umweltkennzahlensystem übernehmen die systematische Erfassung ökologischer Aktivitäten des Unternehmens und ermitteln messbare Einsparpotenziale, um ein zielgerichtetes Umweltmanagement führen zu können (vgl. Orbach et al. 2002, S.17). Die Ziele des Umweltmanagements werden in originären und wettbewerblichen Zielen unterschieden (vgl. Loew et al. 2002, S. 17):

- Originäre Ziele: Der Umweltschutz und die Vermeidung ökologischer Risiken stehen während der Entwicklung des Umweltmanagements und dessen Instrumente im Mittelpunkt.
- Wettbewerbliche Ziele: Unter anderem werden die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen anhand einer umweltorientierten Unternehmensführung gemeint (Effektivität und Effizienz). Dazu gehören: Kostensenkungen, Reputationsgewinne, Marktvorteile bzw. Marktabsicherung, Qualitätssteigerung und Steigerung der Mitarbeitermotivation.

Das Umweltcontrolling übernimmt die Informations-, Analyse-, Planungs- und Steuerungsfunktion, die sich vom betrieblichen Controlling ableiten, um ökologische Inhalte in die Zielsetzung der Organisation zu integrieren. (vgl. Binder 2017). Die Instrumente des Umweltcontrollings unterstützen die Aufgaben des Umweltmanagements durch Bereitstellung relevanter Informationen, um diese Ziele erreichen zu können (vgl. Loew et al. 2002, S. 18). Abbildung 1 stellt den Zusammenhang zwischen Aufgaben, Funktionen und Instrumente des Umweltcontrollings sowie die Aufgaben und Ziele des Umweltmanagements grafisch dar.

Abbildung 1: Ziele des Umweltmanagements

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Loew et al. 2002 S. 17; Binder 2017

3 Bedarf eines Umweltcontrollings

Angesichts der Faktenlage aus internationalen Forschungserkenntnissen zur Umweltsituation sind die vom Menschen verursachten ökologischen Veränderungen und somit die Notwendigkeit des Umweltschutzes unumstritten (vgl. IPCC 2007, S. 4). In der Literatur und in dieser Arbeit werden unterschiedliche Begriffe wie Umweltcontrolling, Öko-Controlling oder Green Controlling als Synonyme für die Berücksichtigung umweltorientierter Themenfelder im Controlling verwendet (vgl. Stehle 2011, S. 478).

“Unter Green Controlling ist ein Teilsystem des Controllings zu verstehen, das die Koordinationsfunktion um ökologische Aspekte erweitert. Die systembildende Koordination schafft dabei eine ökologische Gebilde- und Prozessstruktur und die systemkoppelnde Koordination sorgt für eine Verbindung der ökologischen Planung, Steuerung, Kontrolle und Informationsversorgung.” (Stehle 2011, S. 478)

Demzufolge ist das Umweltcontrolling ein neuer Bereich des herkömmlichen Controllings, welches durch die Integration umweltrelevanter Fragestellungen in bereits vorhandenen Instrumenten, Prozesse und Methoden miteinbezogen werden, um ökologische Unternehmensziele erreichen zu können. (vgl. Isensee 2011, S. 2)

In folge besteht ein dringender Bedarf eines umweltorientierten Informationssystems mit den klassischen Funktionen des Controllings sowie auch neue Parameter, wie die Umweltkennzahlen, um Umweltbelastungen effektiv reduzieren zu können. Im Vergleich zur innovativen Variante können klassische Ansätze, wie das Accounting, ohne Adaptionen weder umweltrelevante Erfolgspotenziale nutzen noch ökologische Schwachpunkte zeitgerecht feststellen. (vgl. Tschandl 2012, S. 15; Faßbender-Wynands et al. 2008, S. 103).

La ut dem IGC (International Group of Controlling) werden Controller und Controllerinnen im Controller-Leitbild als „Business Partner“ angesehen, da die Führungsebene im Rahmen der Zielfestlegung, Planung und Steuerung unterstützt wird (vgl. www.icv-controlling.com). In Anbetracht der Umweltorientierung bedeutet es für die „Business Partner“ eine Transparenz mittels Instrumenten des Umweltcontrollings zu schaffen (vgl. Horváth et al. 2012, S. 44). Es ist zu beachten, dass die Erzeugung ökologischer Daten nicht als einzige Aufgabe gilt, sondern ebenso die generierten Daten auszuwerten, zu analysieren und darzulegen (vgl. Scheffner/Pham Duc 2012 S. 148). Dadurch wird die Unternehmensführung bei der Konzipierung von realitätsnahen Umweltzielen, die mit den ökonomischen Zielen harmonieren, unterstützt. (vgl. Horváth et al. 2012, S. 48).

3.1 Integriertes Green Controlling

Obwohl in der Literatur verschiedenste Umweltcontrolling-Begriffe synonym verwendet werden (siehe Seite 13), gibt es nach ICV (Internationaler Controller Verein) ein eigenes Konzept, welches den Prozess vom Öko-Controlling bzw. Umweltcontrolling zum integrierten Green Controlling schildert (vgl. Schrader/Vollmar 2013, S. 35).

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Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Umweltcontrolling. Maßnahmen für eine Steigerung der ökologischen Effizienz in Unternehmen
Hochschule
Fachhochschule Wien  (Unternehmensführung)
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
46
Katalognummer
V463135
ISBN (eBook)
9783668960145
ISBN (Buch)
9783668960152
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling, Umweltcontrolling, Umweltmanagement, Umweltmanagementsysteme, ISO14000, EMAS, Umweltkennzahlen, Sustainability, Sustainability Scorecard, Umweltbilanz, Horváth, Weber, Green Controlling, Umweltcontrollingsystem
Arbeit zitieren
Werner Andres Carpio Guardia (Autor), 2018, Umweltcontrolling. Maßnahmen für eine Steigerung der ökologischen Effizienz in Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463135

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