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Neonazi, Antifa, Salafist. Die Bedeutung der Suche nach Anerkennung im Radikalisierungsprozess

Title: Neonazi, Antifa, Salafist. Die Bedeutung der Suche nach Anerkennung im Radikalisierungsprozess

Master's Thesis , 2018 , 68 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christopher Ursuleack (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Die vorliegende Masterarbeit setzt sich mit der Frage auseinander, ob die bloße Suche nach Anerkennung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einer Radikalisierung führen kann.

Ausgangslage dieser Überlegungen ist die theoretische Annahme, dass eine Hinwendung zu einer extremistischen Szene nicht zwingend ideologisch erfolgt, sondern vielmehr aus jugendtypischen Problematiken, wie der Suche nach Anerkennung in kritischen Lebensphasen.

Vor diesem Hintergrund wird in dieser Arbeit auch überprüft, ob der Eintritt in eine extremistische Szene, unabhängig von der jeweiligen Ideologie, meist unter den gleichen Voraussetzungen verläuft und es damit mehr oder weniger vom Zufall bzw. dem sozialen Umfeld abhängt, in welche extremistische Szene ein Jugendlicher hineinwächst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gesellschaftspolitische Relevanz des Themas

3. Begriffsbestimmungen

3.1 Politisch motivierte Kriminalität

3.2 Radikalismus

3.3 Extremismus

3.3.1 Rechtsextremismus

3.3.2 Linksextremismus

3.3.3 Islamismus

3.4 Terrorismus

3.5 Ist ein Vergleich dieser Ideologien überhaupt möglich?

4. Der Kampf um Anerkennung

4.1 Anerkennungstheoretische Prozesse

4.2 Soziale Gruppe

4.2.1 Bedeutung der Gruppe im Jugendalter und in kritischen Lebensphasen

4.2.1 Identitätsstiftung innerhalb einer Gruppe

5. Die Suche nach Anerkennung im Radikalisierungsprozess

5.1 Der Radikalisierungsprozess

5.2 Push- und Pull-Faktoren für den Einstieg in eine extremistische Szene

5.3 Welche Rolle spielt die Ideologie?

5.4 Erkenntnisse aus qualitativen Interviews mit politischen Extremisten und Szeneaussteigern

6. Neonazi, Antifa, Salafist – Ideologisch motiviert oder vom Zufall abhängig?

7. Erkenntnisorientierte Präventions- und Deradikalisierungsansätze

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche Rolle der Wunsch nach Anerkennung bei Radikalisierungsprozessen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielt. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt, ob der Einstieg in eine extremistische Szene zwingend ideologisch begründet ist oder vielmehr durch jugendtypische Problematiken wie Identitätssuche und den Bedarf an sozialem Halt in kritischen Lebensphasen forciert wird.

  • Bedeutung von Anerkennung als psychologisches Grundbedürfnis in der Adoleszenz.
  • Die Rolle von Gruppenprozessen und Peer Groups bei der Identitätsstiftung.
  • Vergleich von Radikalisierungsmustern in rechts-, links- und islamistischen Milieus.
  • Analyse von Push- und Pull-Faktoren für den Einstieg in extremistische Szenen.
  • Ableitung erkenntnisorientierter Ansätze für die Präventions- und Deradikalisierungsarbeit.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Bedeutung der Gruppe im Jugendalter und in kritischen Lebensphasen

Bisher konnte festgestellt werden, dass das Leben in Gruppen von Geburt vorgegeben ist, da auch die eigene Familie unter dem Begriff „Gruppe“ zu fassen ist.

Doch die Familie ist nicht die einzige Bezugsgruppe im Leben eines Menschen. Das Hineinwachsen und Leben in weiteren Gruppenstrukturen spielt gerade im Jugendalter eine besondere Rolle, was auch mit dem Ablösungsprozess vom Elternhaus im Zusammenhang steht. Dieser Ablösungsprozess stellt ein wesentliches Kriterium für die Jugend als Lebensphase dar. (vgl. Schäfers 1998: 122) „In unserem Kulturkreis gilt das Jugendalter als ein Zwischenstadium zwischen der von den Eltern abhängigen Kindheit und dem Erwachsenenleben, das als selbstständig und gesellschaftlich voll verantwortlich definiert wird.“ (Hurrelmann 2011: 170) Der vorbezeichnete Ablösungsprozess zeigt sich ganz praktisch gesehen schon darin, dass Jugendliche weniger Zeit mit ihren Eltern verbringen, umso mehr aber mit Gleichaltrigen. Die Gruppen, denen sich Jugendliche im Verlauf des Ablösungsprozesses vom Elternhaus zuwenden, werden gemeinhin auch als „Peer Groups“ bezeichnet. „Mit ‚peers‘ werden Menschen bezeichnet, die etwa gleichen Rang und Status haben und von ungefähr gleichem Alter sind. Die Peer Group ist dann die Gruppe der Menschen, mit der man die oben genannten Kriterien teilt: Rang, Status, Alter.“ (Naudascher 1978: 10)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der Radikalisierungsforschung im Kontext politisch motivierter Kriminalität und stellt die Hypothese auf, dass Anerkennungssuche ein zentraler Faktor für den Einstieg in extremistische Gruppen ist.

2. Gesellschaftspolitische Relevanz des Themas: Das Kapitel verdeutlicht anhand aktueller Ereignisse die gesellschaftliche Bedrohung durch Extremismus und betont die Notwendigkeit, Radikalisierung als Prozess zu verstehen.

3. Begriffsbestimmungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Begriffe Politisch motivierte Kriminalität, Radikalismus, Extremismus, Terrorismus sowie die spezifischen Ideologien des Rechts-, Links- und Islamismus definiert und voneinander abgegrenzt.

4. Der Kampf um Anerkennung: Der theoretische Rahmen für Anerkennungsprozesse (nach Axel Honneth) und die soziologische Bedeutung von Peer Groups in der Adoleszenz werden dargelegt.

5. Die Suche nach Anerkennung im Radikalisierungsprozess: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der Radikalisierungsforschung, analysiert Push- und Pull-Faktoren und wertet qualitative Interviews mit Extremisten und Szeneaussteigern aus.

6. Neonazi, Antifa, Salafist – Ideologisch motiviert oder vom Zufall abhängig?: Die These wird geprüft, ob die Wahl einer extremistischen Szene eher dem Zufall und sozialen Faktoren unterliegt als einer tiefgreifenden ideologischen Überzeugung.

7. Erkenntnisorientierte Präventions- und Deradikalisierungsansätze: Basierend auf den vorherigen Analysen werden Strategien für Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention abgeleitet, die den sozialen Bedürfnissen Jugendlicher Rechnung tragen.

8. Fazit: Die Arbeit fasst ihre Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung der Suche nach Anerkennung als wesentlichen, jedoch multifaktoriell beeinflussten Radikalisierungsfaktor.

Schlüsselwörter

Radikalisierung, Extremismus, Anerkennung, Jugendalter, Peer Group, Identitätsstiftung, Politisch motivierte Kriminalität, Prävention, Deradikalisierung, Soziale Prozesse, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Sozialisation, Identitätsfusion, Gruppenpsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Kontext politisch motivierter Kriminalität, wobei der Fokus besonders auf dem psychologischen Bedürfnis nach Anerkennung liegt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die zentralen Felder umfassen die soziologische Identitätsbildung in der Adoleszenz, die Dynamiken in Peer Groups sowie die psychologischen Faktoren, die den Einstieg in extremistische Szenen wie Rechtsextremismus, Linksextremismus oder Salafismus begünstigen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es zu zeigen, dass Radikalisierungsprozesse oft weniger durch ideologische Überzeugung als durch die Suche nach sozialer Anerkennung, Halt und Struktur in kritischen Lebensphasen vorangetrieben werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und psychologischer Theorien sowie der Auswertung bestehender qualitativer Studien und Expertenberichte zur Radikalisierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition extremistischer Grundbegriffe, die Erläuterung anerkennungstheoretischer Prozesse und die detaillierte Analyse der Push- und Pull-Faktoren, die zur Radikalisierung führen können.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Radikalisierung, Anerkennung, Identitätsstiftung, Peer Group, Soziale Gruppe, Prävention und Extremismus prägnant beschreiben.

Warum spielt die Familie für die Radikalisierung eine so entscheidende Rolle?

Laut der Studie ist die Familie als erste soziale Gruppe der primäre Ort für die Anerkennungsbildung. Bleibt diese dort aus, entstehen Anerkennungsdefizite, die Jugendliche dazu drängen können, in extremistischen Peer Groups nach Ersatz zu suchen.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Ideologie vom Einstieg zum Verbleib in einer Szene?

Der Einstieg erfolgt häufig eher zufällig und emotional getrieben durch den Bedarf an sozialer Zugehörigkeit; die Ideologie wird erst im Verlauf der Gruppensozialisation verinnerlicht und dient zunehmend der Identitätsfestigung.

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Details

Title
Neonazi, Antifa, Salafist. Die Bedeutung der Suche nach Anerkennung im Radikalisierungsprozess
College
University of Hamburg
Grade
2,3
Author
Christopher Ursuleack (Author)
Publication Year
2018
Pages
68
Catalog Number
V463161
ISBN (eBook)
9783668923584
ISBN (Book)
9783668923591
Language
German
Tags
Salafismus Rechtsextremismus Linksextremismus Politisch motivierte Kriminalität Neonazi Antifa Anerkennung Radikalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Ursuleack (Author), 2018, Neonazi, Antifa, Salafist. Die Bedeutung der Suche nach Anerkennung im Radikalisierungsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463161
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