Durch den kulturellen Wandel hat sich auch das Leben der Menschen verändert. So sind Lebensvorstellungen individueller und auch vielfältiger geworden, klassische Rollenbilder ändern sich und insbesondere haben sich die Ansprüche an die Arbeit gewandelt. Viele Unternehmen haben inzwischen familienpolitische Maßnahmen, Programme und Leistungen eingeführt, was gleichzeitig auch für das Unternehmen Vorteile bedeuten. Aber auch Fehlzeiten und Fluktuation der Mitarbeiter sollen dadurch gesenkt werden und die Integration ihres Arbeits- und Privatlebens verbessern.
Dennoch wissen viele Arbeitnehmer nicht, welche organisatorische Maßnahmen tatsächlich den Konflikt zwischen Familie und Beruf reduzieren und wie sich diese Maßnahmen auf Mitarbeiter und Unternehmen auswirken.
Einen hohen Einfluss auf die Arbeitswelt haben vor allem die Digitalisierung, Globalisierung, der demografische Wandel aber auch der kulturelle und gesellschaftliche Wandel. Durch das Zusammenspiel dieser Entwicklungen ergeben sich für die Zukunft neue Möglichkeiten produktiver, flexibler, vernetzter und internationaler zu arbeiten. Mit der Digitalisierung entwickelt sich der Trend immer mehr zu flexiblen Arbeitszeiten und dezentralen Arbeitsorten, denn durch neue Technologien sind Arbeitsinhalte mobil und rund um die Uhr verfügbar. Trotz der steigenden Bedeutung, die flexiblen Arbeitszeitmodellen in den letzten
Jahren zugeschrieben wird, sind die Faktoren, die Ihre Verwendung bestimmen, nicht eindeutig.
Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel dieser Arbeit darin, die Einflussfaktoren der Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle zu analysieren. Um herauszuarbeiten welche Einflussfaktoren es auf den Hierarchieebenen gibt und ob bestimmte Einflussfaktoren selbst steuerbar sind, wird die Theorie des geplanten Verhaltens herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Flexible Arbeitszeitmodelle
2.2 Die Theorie des geplanten Verhaltens
3 Analyse der Einflussfaktoren basierend auf der Theorie des geplanten Verhaltens
3.1 Einstellungen gegenüber der Nutzung
3.2 Soziale Normen
3.3 Wahrgenommene Verhaltenskontrolle
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Projektarbeit verfolgt das Ziel, die verschiedenen Einflussfaktoren zu identifizieren und zu analysieren, welche die Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle in Unternehmen bestimmen. Hierbei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, welche Faktoren auf verschiedenen Hierarchieebenen wirken und inwieweit diese durch Akteure steuerbar sind, wobei die Theorie des geplanten Verhaltens als theoretischer Analyserahmen dient.
- Grundlagen und Definitionen flexibler Arbeitszeitmodelle
- Anwendung der Theorie des geplanten Verhaltens (TPB)
- Einfluss von Einstellungen, sozialen Normen und Verhaltenskontrolle
- Rolle von Unternehmenskultur und individuellen Präferenzen
- Wirkmechanismen bei der Einführung flexibler Arbeitsarrangements
Auszug aus dem Buch
2.1 Flexible Arbeitszeitmodelle
Flexible Arbeitszeitmodelle sind vom Arbeitgeber bereitgestellte Leistungen, die den Mitarbeitern eines Unternehmens eine gewisse Kontrolle darüber geben, wann und wo sie außerhalb des normalen Arbeitstages arbeiten (vgl. Hill et al. 2001, S. 49). Die beliebtesten Formen sind dabei Gleitzeit (Flextime) und Telearbeit (Flexplace) (vgl. McNall/Masuda/Nicklin 2010, S. 63). Flextime bezieht sich auf Flexibilität in der Zeitplanung der Arbeit. Beispielsweise bestimmen Mitarbeiter selbst ihre Anfangs- und Endzeiten der Arbeit oder sie wählen eine komprimierte Arbeitswoche und arbeiten vorzugsweise an vier langen Tagen, statt einer regulären Fünftagewoche (vgl. Brough/O’Driscoll 2010, S. 282). Flexplace bezieht sich auf den Ort, an dem die Arbeit ausgeübt wird. Dies äußert sich häufig durch Arbeiten, die zu Hause über Informationskommunikationstechnologien durchgeführt werden (vgl. Shockley/Allen 2007, S. 480). Die flexible Arbeitszeitgestaltung ist eine Möglichkeit der personalpolitischen Flexibilisierung. Flexible Arbeitszeiten dienen insbesondere der Work-Life-Balance und der Arbeitszeitindividualisierung der Mitarbeiter (vgl. Winiger 2011, S. 2). Diese Möglichkeiten spielen eine bedeutende Rolle bei den gegenwärtigen Veränderungsprozessen in der heutigen Arbeitswelt (vgl. Gärtner/Klein/Lutz 2008, S. 19).
Die Flexibilisierung stellt einen Erfolgsfaktor sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer dar. Arbeitnehmern wird der Wunsch nach interessanter abwechslungsreicher Arbeit ebenso wie dem Bedürfnis nach optimaler Freizeitgestaltung ermöglicht (vgl. Winiger 2011, S. 2). Arbeitgeber erhoffen sich eine bessere Auslastung der Kapazitäten oder erhöhte Arbeitsleistung an mehreren Standorten. Sie dienen als Mittel zur Rekrutierung und Bindung von Mitarbeitern und sollen das Engagement der Mitarbeiter entwickeln und fördern (vgl. Budd/Mumford 2006, S. 23-42). Flexibilität betrifft also Mitarbeiter, Manager, Betriebsräte und das gesamte Unternehmen (vgl. Gärtner/Klein/Lutz 2008, S. 19).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den gesellschaftlichen und technologischen Wandel ein, der flexible Arbeitsmodelle notwendig macht, und definiert die Zielsetzung der Analyse mittels der Theorie des geplanten Verhaltens.
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Formen flexibler Arbeitszeitmodelle und führt das theoretische Modell der Theorie des geplanten Verhaltens nach Ajzen ein.
3 Analyse der Einflussfaktoren basierend auf der Theorie des geplanten Verhaltens: Hier werden die Komponenten Einstellungen, soziale Normen und wahrgenommene Verhaltenskontrolle detailliert auf die Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle angewandt und kritisch diskutiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, weist auf Limitationen der Arbeit hin und identifiziert weiteren Forschungsbedarf hinsichtlich der Motivation zur Nutzung dieser Modelle.
Schlüsselwörter
Flexible Arbeitszeitmodelle, Theorie des geplanten Verhaltens, Work-Life-Balance, Gleitzeit, Telearbeit, Arbeitszeitgestaltung, Arbeitgeberattraktivität, Personalmanagement, Soziale Normen, Verhaltenskontrolle, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Arbeitswelt 4.0, Personalpolitik, Mitarbeiterbindung, Arbeitsflexibilisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Faktoren, die die Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle in Unternehmen beeinflussen, und untersucht diese unter Berücksichtigung individueller und organisatorischer Perspektiven.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Arbeitszeitmodellen wie Gleitzeit und Telearbeit, der Anwendung psychologischer Verhaltensmodelle sowie der Bedeutung von Work-Life-Balance und Unternehmensinteressen.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Einflussfaktoren für die Nutzung flexibler Arbeitsmodelle zu systematisieren und herauszuarbeiten, inwieweit diese Faktoren auf unterschiedlichen Ebenen steuerbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis der „Theorie des geplanten Verhaltens“ (Theory of Planned Behavior) von Icek Ajzen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in flexible Arbeitszeitmodelle und eine detaillierte Analyse der Einflussfaktoren (Einstellungen, soziale Normen, Verhaltenskontrolle) auf die Entscheidungsfindung zur Nutzung solcher Modelle.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie flexible Arbeitszeitmodelle, Work-Life-Balance, Verhaltenskontrolle, Personalmanagement und Arbeitsflexibilisierung beschreiben.
Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle?
Die Arbeit stellt fest, dass das Geschlecht ein bedeutender Faktor ist, da Frauen aufgrund gesellschaftlicher Rollenbilder und des Konflikts zwischen Familie und Beruf eine höhere Tendenz zur Nutzung flexibler Modelle zeigen als Männer.
Wie beeinflusst die Unternehmenskultur die Verfügbarkeit flexibler Modelle?
Die Autorin betont, dass die Implementierung meist im Ermessen des Unternehmens liegt und oft bei höher qualifizierten Mitarbeitern forciert wird, da hierdurch Produktivitätssteigerungen und Kostenvorteile erwartet werden.
- Arbeit zitieren
- Lara Kube (Autor:in), 2018, Einflussfaktoren der Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463221