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Das Frische-Konzept. Entwicklung der deutschen Ernährungskultur nach Vera Kalkhoff

Titel: Das Frische-Konzept. Entwicklung der deutschen Ernährungskultur nach Vera Kalkhoff

Seminararbeit , 2018 , 20 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Amir El-Omari (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Wort "Frische" begleitet uns tagtäglich durch unseren Alltag. Ob im Supermarkt, oder in der Werbung bildet dieses Wort für uns nicht nur ein Narrativ, sondern transportiert und impliziert gleichzeitig Konotationen, die wir im Laufe der Zeit gelernt haben, damit zu verbinden. Es kann soziale, geschlechtliche, oder konsumistische Assoziationen hervorrufen und dennoch mehr sein als die Verbindung zur Nahrungsaufnahme zu bloßen Bedürfnisbefriedigung. Vera Kalkhoff beschreibt 2003 in ihrer Magisterarbeit das sogenannte kulinarische Leitkonzept als etwas, dass nicht nur dazu dient die menschliche Nahrungsaufnahme zu begründen, sondern gleichzeitig als Handlungs- und Wertesystem funktioniert.
Unter der Prämisse dieses Systems wird hier eine geschichtliche Abhandlung über die Ernährung und ihrer parallel einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland skizziert. So hat schließlich der Wunsch "Frische" den technischen Fortschritt und die Essgewohnheiten im Wandel der Zeit maßgeblich mitbestimmt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Frische ohne Kälte: Geht das Überhaupt?

2.1. Von Kammer und Keller

2.2. Trocknen, Salzen, Zuckern - „Frischhaltemethoden“ im Wandel der Zeit

2.3. Glas und Dose – Konservierte Frische?

3. Revolution der Vorratshaltung

3.1. Cool geblieben – Der Kühlschrank als modernes Frische-Versprechen

3.2. Cold as Ice – Kältekonservierung unter Null

4. Exkurs in zwei Welten

4.1. Sushi

4.2. Dry Aged Beef

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage von Vera Kalkhoffs Konzept der „Frische“ die historische Entwicklung der deutschen Ernährungskultur und analysiert, wie das Bedürfnis nach Frische den alimentären Fußabdruck der Gesellschaft sowie die Konservierungsmethoden über Jahrhunderte hinweg geprägt und verändert hat.

  • Historische Entwicklung von Konservierungs- und Vorratshaltungstechniken.
  • Einfluss der Industrialisierung und Kältetechnik auf das Ernährungsverhalten.
  • Soziologische Betrachtung von Nahrungsmitteln als kulturelles System.
  • Fallbeispiele der modernen Esskultur: Sushi und Dry Aged Beef.
  • Wandel des „Frische-Versprechens“ im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Cool geblieben – Der Kühlschrank als modernes Frische-Versprechen

Die Technik der künstlichen Kälteerzeugung konnte in der Mitte des 19. Jahrhunderts große Fortschritte verzeichnen und leitetet kurz darauf die „Technisierung und Elektrifizierung der Arbeiten“ des Haushaltes ein (Wildt 1995: 143ff.). In erster Instanz beeinflusste die vom Staat gesteuerte nationalsozialistische Wirtschaftspolitik das Konsument*innenverhalten und ebnete durch aggressive Produktpropaganda den Weg für die Hersteller*innen die ersten Kühl- und Tiefkühlprodukte auf den Markt zu bringen (Vgl. Hellmann 1992: 238ff.). Das in diesem Zuge neu entfachte Verlangen nach Frische, die damit einhergehende Komprimierung des täglichen Einkaufs und dementsprechende Konditionierung des Alltags, zeigte zahlreiche neue Dimensionen des Genusses auf (Vgl. Ebd.: 241).

„Fertiggerichte und kleine Aufreißportionen, Zwischenmahlzeiten und Snacks. Er gab der inflationären Ausbreitung von Milchprodukten Raum, bot den zahllosen Joghurtartikeln Platz, den Dickmilchsorten, Kefirerzeugnissen und Käsevarianten. Er mobilisierte die Menschen zum Konsum und machte das Konsumieren mobil, passend zu einer Gesellschaft, die unterwegs ist und unterwegs bleiben muss, um den Anschluss nicht zu verpassen“ (Ebd.: 242).

In Günter's Interviews zur Befragung der Veränderung des Alltages durch den Kühlschrank, standen ebenfalls Lebensmittel im Mittelpunkt, bei denen Frische eine signifikante Rolle spielte: „[…]. Wir waren ja so viele Esser, da blieb nicht viel übrig. Bloß das Milch oder Käse nicht so schnell schlecht wurden, da konnte man schon mal mehr kaufen. [...] ( Günter 2002: 145). Eine andere Interviewpartnerin bemerkt dazu: „Man hat ein bisschen mehr gekauft, auf Vorrat. [...] Ich hab viel nach Sonderangeboten geguckt. Ich hab mir die Zeitung geholt. Und gerade beim Fleisch, da bin ich dann auch weiter gefahren. Davon hab ich auch mehr geholt. [...] Auch bei Wurst.“ […] ( Ebd.). Besonders den Aussagen Günters liegt die Annahme zugrunde, dass die Möglichkeit des Kühlens der Lebensmittel gleichzeitig den steigenden Konsum tierischer Erzeugnisse begünstigte, dabei freilich nicht außer Acht gelassen, dass gerade diese preislich wesentlich kostspieliger waren als Grundnahrungsmittel wie Brot und Kartoffeln (Vgl. Ebd.: 155).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der zentralen Forschungsfrage zur Entwicklung der deutschen Ernährungskultur unter dem Leitkonzept der Frische sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.

2. Frische ohne Kälte: Geht das Überhaupt?: Analyse traditioneller Konservierungstechniken wie Pökeln, Trocknen und Einkochen vor der Ära der modernen Kühltechnik.

3. Revolution der Vorratshaltung: Untersuchung des Einflusses von Kühlschrank und Tiefkühltechnik auf den Alltag und die Veränderung der Konsumentengewohnheiten.

4. Exkurs in zwei Welten: Diskussion der Beispiele Sushi und Dry Aged Beef als moderne Phänomene und ihre kulturelle Einbettung im Kontext des Frischebegriffs.

5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion über den Wandel des Frischeverständnisses und dessen prägende Wirkung auf die heutige Ernährungsweise.

Schlüsselwörter

Ernährungskultur, Frische, Konservierungsmethoden, Vorratshaltung, Kühltechnik, Konsumgesellschaft, Haushaltsgeschichte, Tiefkühlkost, Sushi, Dry Aged Beef, Essverhalten, Kulturtechnik, Moderne, Lebensmittel, Soziologie der Ernährung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Geschichte der deutschen Ernährungskultur mit einem spezifischen Fokus darauf, wie sich der Begriff „Frische“ und die damit verbundenen Konservierungstechniken im Laufe der Zeit gewandelt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Vorratshaltung, die Ausbreitung der Kältetechnik im 20. Jahrhundert sowie die soziologische Bedeutung von Nahrungsmitteln als Ausdruck gesellschaftlicher Normen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es darzustellen, wie das Bedürfnis nach Frische den alimentären Fußabdruck der Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg mitgeprägt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Kapitelanordnung, die deskriptive und analytische Ansätze kombiniert, um die Entwicklung der Konservierungsmethoden und die korrelierenden Ernährungsbilder nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die prä-industrielle Vorratshaltung (Keller/Kammer), die Revolution durch Kühl- und Gefriertechnik sowie eine Analyse moderner Trends wie Sushi und Dry Aged Beef.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Ernährungskultur, Frischekonzept, Kühltechnik, Konsumgesellschaft und soziologische Einverleibung von Nahrung geprägt.

Wie verändert die Kältetechnik das Verständnis von „frisch“?

Durch die Kältetechnik verlagerte sich das Frische-Verständnis hin zu dem, was aus dem Kühlschrank oder Froster kommt, was zu einer "Entreizung" und Standardisierung des Essverhaltens führte.

Warum spielt Sushi in der Analyse eine wichtige Rolle?

Sushi dient als Fallbeispiel dafür, wie durch moderne Kühltechnik fremde Esskulturen erfolgreich importiert werden können und mit positiven, gesundheitsbezogenen Attributen von "Frische" besetzt werden.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Frische-Konzept. Entwicklung der deutschen Ernährungskultur nach Vera Kalkhoff
Hochschule
Universität Münster
Note
2,3
Autor
Amir El-Omari (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V463310
ISBN (eBook)
9783668926257
ISBN (Buch)
9783668926264
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Volkskunde Ethnologie Kulinaristik Geschichte Ernährung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Amir El-Omari (Autor:in), 2018, Das Frische-Konzept. Entwicklung der deutschen Ernährungskultur nach Vera Kalkhoff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463310
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Leseprobe aus  20  Seiten
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