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Fetischismus und andere Marxsche Residuen im Kunstwerk nach Adornos Ästhetischer Theorie

Title: Fetischismus und andere Marxsche Residuen im Kunstwerk nach Adornos Ästhetischer Theorie

Term Paper , 2016 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Raven E. Dietzel (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Inhalt und Ziel dieser Arbeit soll eine Untersuchung der von beiden Seiten geteilten Kernaspekte sein, um sie im Rahmen der unterschiedlichen Theorieverständnisse zu erläutern.

Dazu kläre ich zunächst die grundlegende dialektische Methode Marx' und die daraus folgende Theorie, insofern Adorno sie mit ihm teilt. Es finden sich bereits hier wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Autoren, die ich nachvollziehen und deren Zustandekommen ich erklären will.

Auf dieser Basis werden in Kapitel drei konkrete Einzelbegriffe erklärt, die in Marx' Theorie einen großen Stellenwert einnehmen, und die für das Adornosche Verständnis vom Kunstwerk eine wesentliche Bedeutung haben. Es handelt sich dabei um unmittelbare Residuen, die, wie ich zeigen werde, eine nahe Verwandtschaft zwischen beiden Theorien bedingen.
Im letzten Kapitel löse ich mich etwas von Marx' Theorie, um Aspekte des Kunstwerks zu erklären, die in Adornos Ästhetischer Theorie nur mittelbar über die erläuterten Begriffe von Marx abstammen.

In der abschließenden Zusammenfassung hoffe ich anhand der Ergebnisse der drei Kapitel eine konkrete Antwort auf die Frage geben zu können, wie groß Marx Einfluss auf Adornos Begriff des Kunstwerks eingeschätzt werden kann, und ob Marx' diesen Begriff wohl teilen würde.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Geteilte Grundlagen

2.1 Dialektik

2.2 Materialistische Gesellschaftskritik

3. Unmittelbare Residuen

3.1 Selbstzweck und Fetischismus

3.2 Wahrheit und Ideologie

4. Mittelbare Residuen

4.1 Der Künstler

4.2 Das gelingende Kunstwerk

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Fortbestehen Marxscher Konzepte in Adornos Ästhetischer Theorie, um zu ergründen, inwieweit Marx’ Theorien den Begriff des Kunstwerks bei Adorno beeinflusst haben und ob dieser Begriff mit Marx’ Grundannahmen vereinbar wäre.

  • Die dialektische Methode als verbindendes Element zwischen Marx und Adorno.
  • Unmittelbare vs. mittelbare Marxsche Residuen im Kunstwerk.
  • Das Spannungsfeld von Selbstzweck, Fetischismus und Wahrheitsgehalt in der Kunst.
  • Die Rolle der Kulturindustrie bei der Produktion ideologisierter Kunstwaren.
  • Die Bedeutung des Künstlers und das gelingende Kunstwerk als Form der Herrschaftskritik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Selbstzweck und Fetischismus

Es ist im Laufe dieser Arbeit bereits aufgeworfen worden: Ein Kunstwerk kann nur gelingen, wenn es selbstzweckhaft ist. Diesen Standpunkt teilt Adorno nicht nur mit Kant, sondern auch mit dem sich selbst außerhalb jeder ästhetischen Theorie stehend sehenden Marx. Dieser äußert in einem Traktat zur Pressefreiheit:

„Der Schriftsteller betrachtet keineswegs seine Arbeiten als Mittel. Sie sind Selbstzwecke, sie sind so wenig Mittel für ihn selbst und für andere, daß er ihrer Existenz seine Existenz aufopfert, wenn´s not tut[.]“21

Selbstzweck zu sein – im Falle der Ware kritisiert Marx genau dies als Fetischismus, dem zu entsprechen eine absurde und offenkundig negativ zu bewertende Eigenschaft ist. Marx und Adorno sind sich jedoch einig, dass bei der Kunst der Fall anders liegt. Ob Literatur, Malerei und Bildhauerei oder Musik, die Notwendigkeit von Kunst ist ihre Nicht-Notwendigkeit.22 Sobald sie als Mittel fungiert, kann sie diesem Anspruch nicht mehr gerecht werden, denn dann bestimmt prudentielle Notwendigkeit im Rahmen eines bestimmten äußeren Zwecks ihre Form und ihren Inhalt. Somit ist sie nur noch Instrument, ihre Autonomie ist verloren und ihr Wert bemisst sich lediglich nach ihrer Zweckmäßigkeit – eine Zweckmäßigkeit, die die Tauschgesellschaft erst für sie erfunden hat, denn der ursprüngliche Kunstgegenstand hatte sich ja dadurch ausgezeichnet, dass er an sich keinerlei Gebrauchswert hatte. Indem es gelingt, die Kunst aus ihrer Selbstzweckmäßigkeit zu lösen, ist aber auch ihr Kunst-Sein verloren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie stark Adornos Kunstverständnis von Marxschen Konzepten durchdrungen ist, obwohl Adornos Ästhetische Theorie unter völlig anderen historischen Voraussetzungen entstand.

2. Geteilte Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die gemeinsamen methodischen Wurzeln, insbesondere die Dialektik und die materialistische Gesellschaftskritik, die Adorno trotz historischer Differenzen von Marx übernimmt.

3. Unmittelbare Residuen: Hier werden zentrale Marxsche Begriffe wie Fetischismus und Ideologie auf das Kunstwerk übertragen und ihre dialektische Verflechtung im Spannungsfeld von Selbstzweck und Wahrheitsgehalt analysiert.

4. Mittelbare Residuen: Dieser Abschnitt widmet sich der Rolle des Künstlers und den Bedingungen, unter denen ein Kunstwerk in der Tauschgesellschaft gelingen und als Herrschaftskritik fungieren kann.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung zieht Bilanz aus den vorherigen Kapiteln und bestätigt, dass Marx’ Theorien, insbesondere zum Warenfetischismus, einen wesentlichen und direkten Einfluss auf Adornos Ästhetik haben.

Schlüsselwörter

Adorno, Marx, Ästhetische Theorie, Fetischismus, Ideologie, Kunstwerk, Selbstzweck, Dialektik, Materialismus, Kulturindustrie, Tauschgesellschaft, Warencharakter, Herrschaftskritik, Wahrheitsgehalt, Frankfurter Schule.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, in welchem Maße Karl Marx’ theoretische Konzepte in Theodor W. Adornos "Ästhetischer Theorie" fortbestehen und das Verständnis vom Kunstwerk beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Dialektik, den historischen Materialismus, den Warenfetischismus, das Wesen der Kunst als Selbstzweck sowie die Rolle der Ideologiekritik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erläuterung der "Marxschen Residuen" in Adornos Ästhetik und die Beantwortung der Frage, wie groß Marx’ Einfluss auf Adornos Kunstbegriff tatsächlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die dialektische Methode zur Analyse der Zusammenhänge zwischen den Theorien beider Autoren sowie eine hermeneutische Auswertung der Primärtexte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Dialektik, die Untersuchung unmittelbarer Residuen (Fetischismus, Ideologie) und die Analyse mittelbarer Residuen (Künstler, gelingendes Kunstwerk).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Adorno, Marx, Fetischismus, Ästhetische Theorie, Selbstzweck, Ideologie, Herrschaftskritik und Materialismus sind die prägenden Begriffe.

Warum unterscheidet Adorno zwischen "unmittelbaren" und "mittelbaren" Residuen?

Die Unterscheidung dient dazu, Konzepte, die bei Marx direkt auf die Ware bezogen sind (unmittelbar), von Aspekten abzugrenzen, die zwar auf Marx fußen, aber spezifisch auf die künstlerische Praxis und das Subjekt angewendet werden (mittelbar).

Inwiefern beeinflusst der Begriff des Fetischismus das Gelingen von Kunst?

Ein Kunstwerk muss laut Adorno einen gewissen Fetischcharakter behalten, um sich als Selbstzweck gegen die Tauschlogik der Gesellschaft zu behaupten, darf aber nicht in eine rein ideologische Marktware abgleiten.

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Details

Title
Fetischismus und andere Marxsche Residuen im Kunstwerk nach Adornos Ästhetischer Theorie
College
Bielefeld University
Grade
1,0
Author
Raven E. Dietzel (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V463589
ISBN (eBook)
9783668923089
ISBN (Book)
9783668923096
Language
German
Tags
Adorno Marx Kunstwerk Kunstbegriff Ästhetische Theorie Selbstzweck Fetischismus Wahrheit Ideologie Künstler Gesellschaftskritik Frankfurter Schule Materialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raven E. Dietzel (Author), 2016, Fetischismus und andere Marxsche Residuen im Kunstwerk nach Adornos Ästhetischer Theorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463589
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