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Prekäre Beschäftigungen als Folge der Deregulierung und Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen

Title: Prekäre Beschäftigungen als Folge der Deregulierung und Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen

Bachelor Thesis , 2019 , 47 Pages

Autor:in: Philip Hamdorf (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Mit dem Beginn der 1980er Jahre entflammte eine neue Diskussion über die mangelnde Flexibilität des Arbeitsmarktes, welche für Deregulierungsbefürworter insbesondere auf die hohe Regulierungsdichte zurückzuführen war. Durch diese schien der Arbeitsmarkt nicht in der Lage zu sein, sich an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, wie zum Beispiel die Globalisierung, den sektoralen Strukturwandel oder das Eintreten der Massenarbeitslosigkeit. Die Maßnahmen, die daraufhin ergriffen wurden, führten zu strukturellen Änderungen des Arbeitsmarktes. Diese Arbeit zeigt auf, inwiefern sich die Gründe für prekäre Arbeitsverhältnisse in Deutschland in diesen Veränderungen erkennen lassen.

Deregulierungen sind in dieser Arbeit die Eingriffe und Maßnahmen des Staates zur Lockerung oder Aufhebung bestimmter arbeitsmarktspezifischen Regularien, welche die unternehmerischen Flexibilisierungsbemühen flankieren, begrenzen und erweitern. Weiterhin werden auch die verschärften Gesetze in Form von Reregulierungen miteinbezogen, welche eine Flexibilisierung des Arbeitnehmers zur Folge haben.

Es wird argumentiert, dass die erwähnten Maßnahmen zu einer Verbreitung von Beschäftigungen geführt haben, deren Prekaritätsrisiko im Vergleich als hoch einzuschätzen ist. Eine methodische Schwierigkeit besteht bei der Herstellung kausaler Erklärungsmuster. Die Arbeitsmarktinstitutionen geben keine klare Handlungsdirektive vor, sondern setzen in der Regel den Handlungsspielraum für das Verhalten der Wirtschaftssubjekte, deren heterogene Präferenzen beeinflussen, ob eingeschränkte und gelockerte Handlungsspielräume Relevanz erhalten. Eine monokausale Erklärung scheitert bereits an dem Fakt, dass sich gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen, wie die Arbeitsmarktemanzipation der Frauen und die Arbeitsmarktstruktur, reflexiv beeinflussen. Deshalb werden im Verlauf der Arbeit alternative Erklärungsmodelle für den Beschäftigungsstrukturwandel herausgearbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung

2.1. Prekariät und prekäre Beschäftigungsverhältnisse

2.2. Das Normalarbeitsverhältnis und atypische Beschäftigungen

2.2.1. Bestandsaufnahme der Ausbreitung atypischer Beschäftigungen

3. Entwicklung der Erwerbsarbeit in Deutschland

3.2. Die Entwicklung des Normalarbeitsverhältnisses

3.2. Die Errosion des Normalarbeitsverhältnisses

3.2. Flankierende Erklärungsansätze

4. Die rechtlichen Deregulierungen und Flexbiliserungen ab 1980

4.1. Auswirkung der Deregulierung am Beispiel des Kündigungsschutzes

5. Die Flexibiliserung des Tarifvertrages

5.1. Der Wandel von der wettbewerbsbegrenzenden zur wettbewerbsorientierten Tarifpolitik

5.2. Die Verbreitung und Anwendung der Öffnungsklauseln

6. Agenda 2010

6.1. Die arbeitsmarktspezifischen Kernelemente der Agenda

6.2. Die Effekte der Agenda

7. Die erhöhten Prekaritätsrisiken atypisch Beschäftigter

7.1. Prekaritätsrisiken nach Beschäftigungsform am Ende der 00er Jahre

7.2. Themenspezifische Studien

7.3 Die subjektiven Arbeitserfahrungen einer flexibilisierten Arbeitszeitpolitik

8. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der rechtlichen Deregulierung und Flexibilisierung von Arbeitsbedingungen sowie der zunehmenden Verbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland im Zeitraum von 1990 bis 2010, um zu klären, wie staatliche Eingriffe und tarifpolitische Veränderungen das Prekaritätsrisiko von Arbeitnehmern beeinflusst haben.

  • Struktureller Wandel der Erwerbsarbeit und Erosion des Normalarbeitsverhältnisses.
  • Rechtliche Deregulierungsmaßnahmen und Flexibilisierung des Kündigungsschutzes seit 1980.
  • Wandel der Tarifpolitik durch Öffnungsklauseln und betriebsnahe Vereinbarungen.
  • Einfluss der Agenda 2010 auf die Arbeitsmarktstruktur und das Niedriglohnsegment.
  • Prekaritätsrisiken in verschiedenen atypischen Beschäftigungsformen wie Leiharbeit und Teilzeit.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Prekarität und Prekariat sind Signalwörter neuer sozialer Ungleichheiten, deren Ausgangspunkte in den Veränderungen der Arbeitswelt liegen.“

Prekär: Ein Adjektiv, welches man unbewusst für heikle und besonders risikoreiche Situationen verwendet. Geht man von vorangegangenem Zitat aus, lassen sich die Gründe für eine prekäre Arbeit in den strukturellen Änderungen des Arbeitsmarkts erkennen. Die Veränderungen sind facettenreich und vielschichtig. Deshalb fokussiert sich diese Arbeit auf die spezifischen Punkte der rechtlichen Deregulierung und der daraus resultierenden Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen. Mit dem Beginn der 1980er Jahre entflammte eine neue Diskussion über die mangelnde Flexibilität des Arbeitsmarktes, welche für Deregulierungsbefürworter insbesondere auf die hohe Regulierungsdichte zurückzuführen war. Durch diese schien der Arbeitsmarkt nicht in der Lage zu sein, sich an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, wie zum Beispiel die Globalisierung, der sektorale Strukturwandel oder das Eintreten des Phänomens der Massenarbeitslosigkeit in die Mitte der Gesellschaft.

Deregulierungen sind in dieser Arbeit also die Eingriffe und Maßnahmen des Staates zur Lockerung oder Aufhebung bestimmter arbeitsmarktspezifischen Regularien, welche die unternehmerischen Flexibilisierungsbemühen flankieren, begrenzen und erweitern. Weiterhin werden auch die verschärften Gesetze in Form von Reregulierungen (wie etwa den aktivierenden Maßnahmen der Agenda2010) mit einbezogen, welche eine Flexibilisierung des Arbeitnehmers zur Folge haben. Im Anschluss an diese Untersuchung, wird sinnvoll herausgearbeitet, dass die Maßnahmen zu einer Verbreitung von Beschäftigungen geführt haben, deren Prekaritätsrisiko im Vergleich als hoch einzuschätzen ist. Eine methodische Schwierigkeit besteht bei der Herstellung kausaler Erklärungsmuster. Die Arbeitsmarktinstitutionen geben keine klare Handlungsdirektive vor, sondern setzen in der Regel den Handlungsspielraum für das Verhalten der Wirtschaftssubjekte, deren heterogene Präferenzen beeinflussen, ob eingeschränkte und gelockerte Handlungsspielräume Relevanz erhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert das Thema der Arbeit, die Relevanz der Deregulierung und die Schwierigkeit der kausalen Zuordnung von Prekaritätsrisiken.

2. Begriffserklärung: Erläutert die theoretischen Konzepte von Prekarität sowie das Normalarbeitsverhältnis als Referenzkategorie.

3. Entwicklung der Erwerbsarbeit in Deutschland: Beschreibt den historischen Wandel zur Industriegesellschaft und die anschließende Erosion des Normalarbeitsverhältnisses.

4. Die rechtlichen Deregulierungen und Flexbiliserungen ab 1980: Analysiert staatliche Eingriffe wie die Lockerung des Kündigungsschutzes zur Steigerung der Arbeitsmarktflexibilität.

5. Die Flexibiliserung des Tarifvertrages: Untersucht den Rückgang verbindlicher Standards durch Öffnungsklauseln und deren Auswirkung auf die Arbeitnehmervertretung.

6. Agenda 2010: Diskutiert die arbeitsmarktpolitischen Reformen und deren Aktivierungseffekte auf den Niedriglohnsektor.

7. Die erhöhten Prekaritätsrisiken atypisch Beschäftigter: Empirische Untersuchung der Risiken in verschiedenen Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung.

8. Fazit: Fasst zusammen, dass die Deregulierungsmaßnahmen zwar wirtschaftlich motiviert waren, jedoch zu einer Zunahme prekaritätsanfälliger Arbeitsverhältnisse führten.

Schlüsselwörter

Prekarität, Prekariat, Normalarbeitsverhältnis, Atypische Beschäftigung, Deregulierung, Flexibilisierung, Tarifpolitik, Agenda 2010, Leiharbeit, Niedriglohnsektor, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitszufriedenheit, Sozialversicherung, Kündigungsschutz, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen politischer Deregulierung der Arbeitsmärkte und der Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen in Deutschland zwischen 1990 und 2010.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft, die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, die Tarifpolitik sowie die Auswirkungen der Hartz-Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass politische Maßnahmen zur Erhöhung der wirtschaftlichen Flexibilität das Risiko für Arbeitnehmer erhöhen, in prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu geraten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Statistiken (z.B. Mikrozensus) sowie die Auswertung spezifischer empirischer Studien zur Prekarität und zum Strukturwandel am deutschen Arbeitsmarkt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtliche Deregulierung ab 1980, die Flexibilisierung von Tarifverträgen, die Agenda 2010 sowie spezifische Prekaritätsrisiken in atypischen Beschäftigungsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Prekarität, Deregulierung, atypische Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis, Tarifpolitik und Agenda 2010.

Wie definiert die Arbeit den Begriff "Prekarität"?

Die Arbeit definiert Prekarität als eine gesellschaftliche Zwischenzone, die durch unkontinuierliche Erwerbsbiografien, niedrige Einkommen, mangelnde soziale Absicherung und subjektive Unsicherheit gekennzeichnet ist.

Welche Rolle spielen Öffnungsklauseln in der Argumentation?

Öffnungsklauseln werden als Instrument identifiziert, das den Flächentarifvertrag schwächt, indem es Unternehmen ermöglicht, tarifliche Mindeststandards (z.B. bei Löhnen) zu unterbieten, was die Durchsetzungskraft der Gewerkschaften mindert.

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Details

Title
Prekäre Beschäftigungen als Folge der Deregulierung und Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen
Author
Philip Hamdorf (Author)
Publication Year
2019
Pages
47
Catalog Number
V463646
ISBN (eBook)
9783668920927
ISBN (Book)
9783668920934
Language
German
Tags
prekäre beschäftigungen folge deregulierung flexibilisierung arbeitsbedingungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philip Hamdorf (Author), 2019, Prekäre Beschäftigungen als Folge der Deregulierung und Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463646
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