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Handlungsorientierter Unterricht an bayrischen Berufsschulen zur integrativen Vermittlung von Sprache und Fachinhalten

Title: Handlungsorientierter Unterricht an bayrischen Berufsschulen zur integrativen Vermittlung von Sprache und Fachinhalten

Seminar Paper , 2019 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sarah Temme (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Siebzig Prozent der Unternehmen können ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen, weil die Bewerbungen nicht geeignet erschienen. Gleichzeitig bemängeln Betriebe die Qualität von Sozialkompetenzen und der schulischen Vorbildung ihrer Auszubildenden. Durch das wachsende Spannungsfeld von Arbeitsmarkt, Wirtschaft und technischer Entwicklung steigen außerdem die Anforderungen der Unternehmen an die Auszubildenden. Welche Fähigkeiten und Techniken müssten Schüler in der Berufsschule erlernen um auf das Arbeitsleben vorbereitet zu werden?

Zur Beantwortung dieser Frage wird zuerst beleuchtet, welche Anforderungen Betriebe an ihre Auszubildenden stellen. Den Ausgangspunkt der Arbeit stellt die Herausforderung der Integration von Geflüchteten in Regelklassen von Berufsschulen dar. Daraus leitet sich die Frage ab, wie es möglich ist, gleichzeitig Fachinhalte und sprachliche Fähigkeiten zu vermitteln. Zudem sollen auch Muttersprachler darin unterstützt werden, soziale Kompetenzen und selbstständiges Arbeiten zu erlernen.

Hierzu wird der handlungsorientierte Unterricht beleuchtet, durch welchen Schüler durch sprachliches Handeln Fachinhalte lernen und vertiefen sollen. So entstehen sowohl Sprachprodukte als auch praxisorientierte Lösungen für fachliche Probleme. Dieses Konzept setzt die Verwendung von authentischer Sprache voraus. Zudem wird alltagsnah unterrichtet, sodass die Schüler ihr Wissen anwenden können und so Zusammenhänge besser erkennen können. Dadurch, dass die Schüler selbst aktiv werden müssen und kooperieren, werden auch Arbeitstechniken und soziale Kompetenzen trainiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Förderung in den Regelklassen: Integratives Konzept

3. Authentische Sprache im Kontext Bühlers Organon Modells

4. Konsequenzen für den Unterricht

4.1. Das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts

4.2. Szenariendidaktik

4.3. Phasen des handlungsorientierten Unterrichts im Kontext eines praktischen Szenariums

5. Reflexion des handlungsorientierten Unterrichtes in Bezug auf die Sprachlernvoraussetzungen

5.1. Der Einfluss von Schriftlichkeit und Mündlichkeit

5.2. Der Einfluss von Gefühlen auf das Lernen

5.2.1. Die Rolle der Motivation

5.2.2. Der Umgang mit negativen Gefühlen im Spracherwerb

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie durch handlungsorientierten Unterricht an bayrischen Berufsschulen eine integrative Vermittlung von Sprache und Fachinhalten gelingen kann. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, wie Kommunikation in authentischen, lebensnahen Szenarien dazu beitragen kann, sowohl berufliche Kompetenzen als auch sprachliche Fertigkeiten bei Auszubildenden und Geflüchteten gleichermaßen zu fördern.

  • Integrative Sprach- und Fachvermittlung in Berufsschul-Regelklassen
  • Bühlers Organon-Modell als theoretische Basis für authentische Sprache
  • Methodische Umsetzung durch das Konzept der Szenariendidaktik
  • Psychologische und neurologische Aspekte des Spracherwerbs (Motivation, Gefühle, Angst)
  • Praktische Gestaltung von Lernszenarien und deren Reflexionsphasen

Auszug aus dem Buch

4.3. Phasen des handlungsorientierten Unterrichts im Kontext eines praktischen Szenariums

In Kooperation mit den Arbeitskreisen, die am bayrischen Staatsinstitut für Schulqualität und Bildung (ISB) an „Berufssprache Deutsch“ arbeiten, wurden Unterrichtsmaterialien zu verschiedenen Muster-Szenarien in unterschiedlichen Ausbildungsberufe entwickelt (vgl. Roche/Terrasi-Haufe 2017:81).

Der Ablauf eines Lernszenariums aus dem Bereich der Szenariendidaktik gliedert sich in verschiedene Schritte, die zusammen eine vollständige Handlung ergeben (vgl. Terrasi-Haufe u.a. 2016:60). Der erste Schritt in einem Lernszenarium besteht darin, dass die Auszubildenden eine „plausible relevante Handlungssituation als Ausgangspunkt für eine Unterrichtssequenz“ (Roche/Terrasi-Haufe 2017:81) bekommen, die „durch die Erstellung eines Produkts bewältigt werden soll.“ (Terrasi-Haufe u.a. 2016:61)

In dem Beispiel des Musterszenariums der ISBs, geht es in dem Ausgangspunkt darum, dass ein Auszubildender seinen Kollegen vertritt und nun Verkaufsgespräche führen soll. Die Schüler sollen nun einen „Fahrplan“ für ein mögliches Verkaufsgespräch als Handlungsprodukt erstellen (vgl. ISB Bayern 2018:13).

Dazu ist der erste Schritt einer Handlung die Orientierungsphase, in der das Vorwissen aktiviert und der Arbeitsauftrag gekläert werden soll (vgl. Roche/Terrasi-Haufe 2017:81). Hierzu dient in der Aufgabenstellung des Muster-Szenariums die Aufgabe, in welcher die Begriffe des Ablaufes eines Verkaufsgespräches in eine richtige Reihenfolge gebracht werden müssen. Die Auszubildenden müssen nun klären, welche Reihenfolge ihnen am sinnvollsten erscheint, oder wo sie ggf. zusätzliche Informationen einholen können (vgl. Terrasi-Haufe u.a. 2016:61).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen bei der Ausbildungsbesetzung und die wachsende Bedeutung der Sprachförderung für Geflüchtete an Berufsschulen.

2. Förderung in den Regelklassen: Integratives Konzept: Plädiert für die untrennbare Verbindung von Sprache und Fachinhalten als Grundlage für berufliche Handlungsfähigkeit.

3. Authentische Sprache im Kontext Bühlers Organon Modells: Erläutert das Zeichenmodell von Bühler und definiert, warum Kommunikation in authentischen Kontexten für den Spracherwerb essenziell ist.

4. Konsequenzen für den Unterricht: Leitet aus den theoretischen Überlegungen ab, dass Unterricht Kommunikationsszenarien statt nur Materialien in den Mittelpunkt stellen muss.

4.1. Das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts: Erörtert die konstruktivistischen Grundlagen und die historischen Wurzeln des handlungsorientierten Vorgehens.

4.2. Szenariendidaktik: Stellt das Prinzip der Szenariendidaktik vor, das kommunikative und interkulturelle Dimensionen in den Unterricht integriert.

4.3. Phasen des handlungsorientierten Unterrichts im Kontext eines praktischen Szenariums: Detailliert den strukturierten Ablauf von Lernszenarien von der Orientierung bis zur Präsentation.

5. Reflexion des handlungsorientierten Unterrichtes in Bezug auf die Sprachlernvoraussetzungen: Beleuchtet die neurobiologischen und affektiven Komponenten des Lernens.

5.1. Der Einfluss von Schriftlichkeit und Mündlichkeit: Diskutiert Unterschiede im Zweitspracherwerb und die Bedeutung der mündlichen Sprachfähigkeit als Basis für Schriftlichkeit.

5.2. Der Einfluss von Gefühlen auf das Lernen: Analysiert die Rolle von Emotionen für die neuronale Speicherung von Inhalten.

5.2.1. Die Rolle der Motivation: Untersucht die Motivationsfaktoren Leistung, Bindung und Macht im Kontext handlungsorientierter Aufgaben.

5.2.2. Der Umgang mit negativen Gefühlen im Spracherwerb: Erörtert Strategien zum Abbau von Angst und zur Förderung einer positiven Fehlerkultur.

6. Fazit: Fasst zusammen, dass handlungsorientierter Unterricht trotz seines zeitlichen Aufwands eine effektive Methode zur ganzheitlichen Wissensvermittlung darstellt.

Schlüsselwörter

Handlungsorientierter Unterricht, Szenariendidaktik, Sprachförderung, Berufsschule, Zweitspracherwerb, Bühlers Organon Modell, Authentische Sprache, Motivation, Sozialkompetenz, Integratives Konzept, Konstruktivismus, Lernszenarien, Fehlerkultur, Fachsprachliche Kompetenz, Ganzheitliches Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und Umsetzung einer integrativen Sprach- und Fachförderung an bayrischen Berufsschulen, insbesondere unter Einbeziehung von Geflüchteten in Regelklassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Didaktik des Berufsschulunterrichts, die theoretischen Grundlagen der Sprachvermittlung (Bühler), handlungsorientierte Unterrichtsmethoden sowie die psychologischen Faktoren des Spracherwerbs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie handlungsorientierte Unterrichtskonzepte dazu genutzt werden können, sprachliche und fachliche Kompetenzen in authentischen Kontexten effektiv zu verknüpfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Anwendung didaktischer Konzepte wie der Szenariendidaktik basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Bühler), eine methodische Konzeptualisierung (Handlungsorientierung/Szenarien) und eine Reflexion über lernpsychologische Voraussetzungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Handlungsorientierter Unterricht, Szenariendidaktik, Berufssprache Deutsch, integrative Vermittlung und authentische Kommunikation sind die prägenden Begriffe.

Wie trägt die Szenariendidaktik zur Reduktion von Ängsten bei?

Durch die Simulation vertrauter, lebensnaher Szenarien im "sicheren Hafen" des Unterrichts können Schüler schrittweise Sicherheit gewinnen und Ängste vor der neuen Sprache abbauen.

Welche Rolle spielt die Fehlerkultur in diesem Konzept?

Fehler werden nicht als Scheitern, sondern als notwendiger Teil des Lernprozesses begriffen. Eine konstruktive Fehlerkultur hilft dabei, die Angst vor der Sprachproduktion zu mindern und die Identität der Lernenden zu stärken.

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Details

Title
Handlungsorientierter Unterricht an bayrischen Berufsschulen zur integrativen Vermittlung von Sprache und Fachinhalten
College
LMU Munich  (Deutsch als Fremdsprache)
Course
Sprachverarbeitung und Spracherwerb
Grade
2,3
Author
Sarah Temme (Author)
Publication Year
2019
Pages
17
Catalog Number
V463746
ISBN (eBook)
9783668921573
ISBN (Book)
9783668921580
Language
German
Tags
Handlen Unterricht Handlungsorientierter Unterricht Szenariendidaktik Deutsch als Fremdsprache Unterrichtsmethodik Unterrichtsdidaktik Didaktik bayrische Berufsschulen Berufsschule Integrativ Sprache Fachinhalte ganzheitliches Lernen ganzheitliches Lehren Integrativer Unterricht Roche DAF DAZ Berufsintegrationsklasse Berufsintegration Geflüchtete Deutsch als Zweitsprache Vermittlung von Sprache Vermittlung von Fachinhalten alltagsnahes Lernen authentische Sprache Bühler Organon Modell Apeltauer Spracherwerb heterogene Klassen
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GRIN Publishing GmbH
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Sarah Temme (Author), 2019, Handlungsorientierter Unterricht an bayrischen Berufsschulen zur integrativen Vermittlung von Sprache und Fachinhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463746
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