Da die bestehenden Forschungsfelder der einzelnen Begriffe sehr ausgeprägt sind, jedoch nur wenige Autoren versuchen die globalisierte Welt mit Standorttheorien zu verbinden, werden in dieser schriftlichen Ausarbeitung wichtige Merkmale der Begriffe Globalisierung und Standort herausgestellt und sinnvoll miteinander kombiniert.
Diese Auswahl betrifft geeignete Eigenschaften und Merkmale die in der Literatur zu finden sind und beachtet auch gegensätzliche Meinungen von z.B. Pechlaner (2010) und Godau (2006). Dies soll die in dieser Ausarbeitung behandelnde These der Wichtigkeit von einfließenden Faktoren in Standortentscheidungen in einer globalisierten Welt herausstellen. Da die „Standortentscheidungen und der Entscheidungsprozess von Emotionen mitbestimmt werden und damit nicht mehr zwingend rationalen Gesetzmäßigkeiten folgen“, ist dieses Thema gerade in Bezug auf eine stetig fortschreitende Globalisierung sehr relevant.
Inhaltsverzeichnis
1. Forschungsstand mit thematischer Einleitung
2. Globalisierung
2.1 Begriffsbestimmung: Globalisierung
2.2 Beziehungen zwischen Globalisierung und Standort
3. Unternehmensstandorte
3.1 Betriebswirtschaftliche Theorien zur Standortwahl
3.2 Phasen und Faktoren für die Standortwahl
3.3 Bedeutung nicht-ökonomischer Faktoren bei der Standortwahl
4. Chancen und Risiken von Globalisierung – Auswirkungen auf den Standort
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von nicht-ökonomischen Faktoren auf rationale Standortentscheidungen von Unternehmen in einer zunehmend globalisierten Welt. Dabei wird analysiert, wie sich der Fokus von rein quantifizierbaren, harten Standortfaktoren hin zu qualitativen, weichen Aspekten verschiebt und welche Relevanz diese für den langfristigen Unternehmenserfolg besitzen.
- Verständnis der Globalisierung und ihrer Auswirkungen auf Standortentscheidungen.
- Analyse klassischer betriebswirtschaftlicher Standorttheorien.
- Identifikation und Kategorisierung von nicht-ökonomischen und weichen Standortfaktoren.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Lebensqualität und Standortattraktivität.
- Diskussion der Chancen und Risiken globaler Verflechtungen für Regionen und Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
3.3 Bedeutung nicht-ökonomischer Faktoren bei der Standortwahl
Die Wahl eines Unternehmensstandortes wird nach Derungs (2008, S. 4) neben betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten auch von nicht-rationalen Faktoren bestimmt. „Um einem Standort ein unverwechselbares Profil zu verleihen und die regionale Attraktivität zu steigern, werden standortbezogene Ressourcen identifiziert und aufeinander abgestimmt“ (Manschwetus 1995, S. 7). Diese Bestimmungsfaktoren beziehen sich nach Pechlaner et al. (2010 S. 16) zunächst auf harte und weiche Faktoren (siehe Kapitel 3) und lassen sich nicht immer voneinander abgrenzen. Godau (2006, S. 96) merkt dazu an, dass diese weichen Faktoren nur schwer operationalisierbar sind und sich ggf. in Opportunitätskosten ausdrücken ließen, die rechenhaft jedoch schnell an Grenzen stoßen würden. Dies zeigt, dass sich ein Vergleich von harten und weichen Faktoren und deren jeweilige Wichtigkeit sehr schwierig gestaltet, da eine gemeinsame Berechnungsgrundlage fehlt und somit ausschließt, dass es den einen perfekten und einzig passenden Standort für ein Unternehmen gibt.
Jedoch findet ein Wandel der Einflussfaktoren (von harten hin zu weichen Faktoren) auf Standortentscheidungen statt, so besagt Kämpf (In: Pechlaner 2010, S. 36), dass insbesondere die Lebensqualität für Talente und Höherqualifizierte ein wichtiger Faktor geworden ist, um erfolgreiche Unternehmungen zu führen. Diese Lebensqualität kann demnach unter anderem durch die Wahl eines geeigneten Standortes und Umfeldes verbessert werden.
Neben dem Umstand der Lebensqualität des regionalen Umfeldes, spricht Balderjahn (2010, S. 7) von Potentialfeldern, die zur Bewertung eines Standortes beitragen können und zu den nicht-ökonomischen Faktoren gezählt werden. Diese bei der Standortwahl zu beachtenden Potentiale enthalten:
- Endogene Potentiale (z.B. Klima, Arbeitskräftepotential, Infrastruktur, Landeskultur)
- Synergiepotentiale (z.B. räumliche Nähe verwandter Branchen)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Forschungsstand mit thematischer Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der Standortentscheidung unter Globalisierungsbedingungen ein und erläutert die Notwendigkeit, neben quantitativen auch qualitative Faktoren zu betrachten.
2. Globalisierung: Es werden verschiedene Definitionen der Globalisierung beleuchtet und deren enge Verknüpfung mit technischem Fortschritt sowie veränderten Standortanforderungen analysiert.
3. Unternehmensstandorte: Das Kapitel differenziert zwischen harten und weichen Standortfaktoren und stellt zentrale betriebswirtschaftliche Standorttheorien gegenüber.
4. Chancen und Risiken von Globalisierung – Auswirkungen auf den Standort: Hier wird der verstärkte Standortwettbewerb diskutiert und aufgezeigt, dass Globalisierung sowohl neue Marktchancen eröffnet als auch Risiken, wie Finanzkrisen oder soziokulturelle Verdrängung, birgt.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass ein Wandel von rein Neo-Klassischen zu behavioristischen Ansätzen stattfindet, wobei der Erfolg zunehmend von der Integration weicher Standortfaktoren abhängt.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Standortwahl, Standortfaktoren, Unternehmen, Betriebswirtschaft, Neo-Klassik, Behavioristische Standorttheorie, Institutionalistische Standorttheorie, Weiche Standortfaktoren, Wettbewerb, Lebensqualität, Unternehmenserfolg, Standortmanagement, Investitionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entscheidungsprozesse von Unternehmen bei der Wahl ihres Standortes in einer globalisierten Weltwirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Globalisierung, den Standorttheorien, der Unterscheidung zwischen harten und weichen Faktoren sowie den Chancen und Risiken globaler Verflechtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Bedeutung nicht-ökonomischer und qualitativer Faktoren für rationale Standortentscheidungen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Autorin oder der Autor nutzt die Sichtung und Zusammenführung verschiedener theoretischer Grundlagen und Literaturansätze, um einen neuen Verständnisrahmen zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Standortmodelle, die verschiedenen Phasen der Standortwahl und die zunehmende Relevanz weicher Faktoren wie Lebensqualität und Unternehmenskultur.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Standortmanagement, Globalisierung, Standortwettbewerb und weiche Standortfaktoren geprägt.
Warum sind weiche Standortfaktoren heute wichtiger als früher?
Aufgrund des verschärften Wettbewerbs um Talente und Höherqualifizierte ist die Lebensqualität eines Standortes zu einem kritischen Faktor für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens geworden.
Können weiche Standortfaktoren quantifiziert werden?
Das Dokument stellt fest, dass diese Faktoren nur schwer direkt quantifizierbar sind, obwohl sie messbare Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben können.
Was sind laut der Arbeit "Potentialfelder" bei der Standortwahl?
Es handelt sich dabei um Kategorien wie endogene Potentiale, Synergiepotentiale, betriebliche Humanpotentiale und Imagepotentiale, die bei der Standortbewertung berücksichtigt werden sollten.
Wie verändert die Globalisierung die Rolle des Standorts?
Globalisierung führt zu einem verstärkten Standortwettbewerb und einer notwendigen flexibleren, dynamischeren Betrachtung der Unternehmensstandorte in einem internationalen Kontext.
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- Michael Bauer (Author), 2017, Welche Einflüsse haben nicht-ökonomische Faktoren auf rationale Standortentscheidungen in einer globalisierten Welt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463752