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Peter Parlers Chor der Bartholomäuskirche zu Kolín

Title: Peter Parlers Chor der Bartholomäuskirche zu Kolín

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 29 Pages , Grade: 1+

Autor:in: Katharina Krings (Author)

Art - Sculpture / Plastics
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Summary Excerpt Details

Da beim Stadtbrand von 1349 der Chor der Kolíner Bartholomäuskirche vollständig zerstört wurde, beauftragte Karl IV. seinen Dombaumeiser Peter Parler, den Chor der Pfarrkirche neu zu errichten. Die Zuschreibung des 1360 begonnenen und 1378 noch unvollendet eingeweihten Chores als ein Werk Parlers ist eindeutig gesichert. Diese Frage muss also hier nicht mehr geklärt werden. Vielmehr soll sich diese Arbeit auf die architektonische Aussage des Chores konzentrieren. Nach einer zeitlichen Eingliederung der Eckdaten des Chorneubaus und nach Wiedergabe der Baugeschichte wird anhand der Baubeschreibung deutlich, dass Peter Parler am Chor der Bartholomäuskirche außergewöhnliche und seltsame Bauelemente verwirklichte. So ist die Wand in der klassischen Hochgotik abgesehen von den großen Fenstern in Gitter- und Strebewerk aufgelöst, Peter Parler zeigt aber einmal mehr am Kolíner Chor, dass er es bevorzugt, die Wand als Fläche zu sehen und sie als solche sogar zu betonen. Hier stellt sich die Frage, in wie weit Parler bezüglich dieser Bauweise richtungsweisend war.
Anhand mehrerer Vergleiche zu anderen Sakralbauten soll sich auch klären, wie es mit der achsialen Pfeilerstellung im äußeren Chorpolygon verhält. Da dieser Pfeiler keine tragende Funktion hat, muss seine Bedeutung auf anderer Ebene gesucht werden. Des Weiteren wird neben diesen eher schlichten Bauelementen auf Parlers Maßwerkgestaltung eingegangen. Hier lässt er seiner Kreativität freien Lauf und stellt somit einen Kontrast zum restlichen Bauprogramm her. In der Literatur hat sich keiner so ausführlich mit dem Chor der Bartholomäuskirche auseinandergesetzt, wie Marc Carel Schurr. Allerdings ergeben sich in seinen Vergleichen mit anderen Kirchenbauten oft Widersprüchlie. Diese werden in dieser Arbeit aber nur konstruktiv angeführt, um Schurrs gröbste Fehler zu kritisieren, aber nicht den Fluss der Arbeit zu stören. Vielmehr sollen auf Schurrs korrekte Beobachtungen eingegangen werden. Lediglich im Schlussteil wird zusammengefasst, wie und warum an Schurrs Sichtweise Kritik geübt werden muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeitliche Situierung

2.1. Ein kurzer Überblick über die Zeit Karls IV.

2.2. Zur Geschichte der Stadt Kolín

3. Die Baugeschichte der Bartholomäuskirche

3.1. Die Restaurierungen

4. Beschreibung des Chores

4.1. Chorgrundriss

4.2. Der Choraufriss von außen betrachtet

4.2.1. Parlers Maßwerke

4.2.1.1. Die Maßwerke der Kranzkapellen

4.2.1.2. Die Maßwerke des Hochchores

4.3. Der Chorinnenraum

4.3.1. Das Dienstsystem

4.3.2. Das Sakramentshaus

5. Peter Parlers Chor im Vergleich zu anderen Sakralbauten

5.1. Die Grundrissdisposition

5.1.1. Zum Kapellenkranz

5.1.2. Zur achsialen Pfeilerstellung

5.2. Die Gestaltung des Außenbaus

5.2.1. Der Kapellenkranz die Details des Chores

5.2.2. Die Maßwerke

5.3. Der innere Wandaufriss

6. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den unter Peter Parler errichteten Chor der Bartholomäuskirche in Kolín und analysiert dessen architektonische Gestaltung im Spannungsfeld zwischen funktionaler Pfarrkirche und repräsentativem königlichem Auftrag. Dabei wird insbesondere hinterfragt, wie Parler durch die Betonung der Wandfläche und spezifische Gestaltungselemente ein eigenes ästhetisches Programm entwickelt hat.

  • Die architektonische Baugeschichte der Bartholomäuskirche
  • Stilistische Merkmale der Chorarchitektur und Maßwerkgestaltung
  • Vergleichende Analyse mit anderen bedeutenden Sakralbauten
  • Die Rolle der achsialen Pfeilerstellung und des Prinzips der Inversion
  • Raumkonzeption und Bedeutung der Liturgie für den Bau

Auszug aus dem Buch

4.2. Der Choraufriss von außen betrachtet

Durch die Maßwerkbalustrade und das flachgedeckte Sockelgeschoss wird nicht nur eine horizontale Gliederung des Chores bewirkt, sondern es wird auch der Eindruck von Zweigeschossigkeit unterstrichen. Die bereits erwähnten Strebepfeiler sind in das Sockelgeschoss mit einbezogen. Mit ihren wandfelderrahmenden Spornvorlagen bilden sie das vertikale Pendant zur eben genannten horizontalen Gliederung. Im Sockelgeschoss wechseln sich die Maßwerkfenster der Kranzkapellen mit der massigen Fläche der Strebepfeiler ab. Auch am Hochchor markieren die Spornvorlagen die Jochgrenzen, wobei der Obergaden komplett durchfenstert ist. Die Strebebögen des Hochchores sind mit Paneelen und Blendmaßwerklanzetten besetzt und enden mit Fialen.

Zum Hochchor führen zwei Treppenhäuschen. Das südliche hat einen sechseckigen Grundriss und endet mit einer Laterne auf relativ flachem Kuppeldach. Die Laterne besteht aus einer durchbrochenen Maßwerkkrone mit sechs Fialen und reichem Krabbenschmuck. Die Maßwerkkrone ist aus sechs freistehenden Wimpergen gebildet, die jeweils zur übernächsten Ecke greifen, so dass sie miteinander verschachtelt sind.

Nach Westen endet der Hochchor mit einer Gibelwand, die mit Blendmaßwerklanzetten verziert ist und das Langhaus um etwa vier Meter überragt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Forschungsgegenstand und die architektonische Relevanz des Kolíner Chores als Werk Peter Parlers.

2. Zeitliche Situierung: Historischer Kontext zur Zeit Karls IV. und Einordnung der Stadt Kolín als bedeutsames Bauzentrum.

3. Die Baugeschichte der Bartholomäuskirche: Überblick über die archäologischen Befunde, Bauetappen und die Auswirkungen des Stadtbrandes von 1349.

3.1. Die Restaurierungen: Analyse des Erhaltungszustands und kritische Bewertung der Restaurierungsmaßnahmen zwischen 1904 und 1910.

4. Beschreibung des Chores: Detaillierte bauliche Bestandsaufnahme des Chorgrundrisses, des Außenaufrisses und der Maßwerkdetails.

4.1. Chorgrundriss: Darstellung der geometrischen Konzeption und der Anordnung der Kapellen.

4.2. Der Choraufriss von außen betrachtet: Beschreibung der horizontalen und vertikalen Gliederungselemente der Fassade.

4.2.1. Parlers Maßwerke: Untersuchung der spezifischen Formensprache der Maßwerke im Gesamtaufbau.

4.2.1.1. Die Maßwerke der Kranzkapellen: Spezifizierung der Maßwerkformen im Bereich des unteren Kapellenkranzes.

4.2.1.2. Die Maßwerke des Hochchores: Analyse der komplexeren Maßwerkformen im Obergadenbereich.

4.3. Der Chorinnenraum: Untersuchung der Raumwirkung und der architektonischen Gestaltung des Inneren.

4.3.1. Das Dienstsystem: Beschreibung des konstruktiven Aufbaus der Dienste und Arkaden.

4.3.2. Das Sakramentshaus: Erläuterung des Aufbaus und der Bedeutung dieses spezifischen Einbaus.

5. Peter Parlers Chor im Vergleich zu anderen Sakralbauten: Diskurs über Einflüsse und Vergleiche mit Bauwerken wie Prag, Schwäbisch Gmünd und Lübeck.

5.1. Die Grundrissdisposition: Vergleichende Betrachtung der Kapellenanordnung und Raumwirkung.

5.1.1. Zum Kapellenkranz: Diskussion der Raumverschmelzung und Massigkeit des Mauerwerks.

5.1.2. Zur achsialen Pfeilerstellung: Untersuchung der Bedeutung des Pfeilers in der Mittelachse.

5.2. Die Gestaltung des Außenbaus: Analyse der kubischen Massigkeit und der Details des Chorbaukörpers.

5.2.1. Der Kapellenkranz die Details des Chores: Zusammenfassende Betrachtung der Außenwirkung und des Blockcharakters.

5.2.2. Die Maßwerke: Vertiefende Analyse von Parlers Innovationen bei Fischblasenmotiven.

5.3. Der innere Wandaufriss: Vergleichende Betrachtung der Wandgliederung in Kolín, Prag und weiteren Beispielen.

6. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse zur architektonischen Genialität Parlers bei der Erfüllung des königlichen Bauauftrags.

Schlüsselwörter

Peter Parler, Bartholomäuskirche Kolín, Gotik, Maßwerk, Chorarchitektur, Karl IV., Kapellenkranz, Inversion, Sakralbau, Spätgotik, architektonische Baugeschichte, Wandgliederung, Fischblasenmotiv, Strebewerk, Dienstsystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Chor der Bartholomäuskirche in Kolín als ein bedeutendes architektonisches Werk des Dombaumeisters Peter Parler und bewertet dessen gestalterische Besonderheiten.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die architektonische Baugeschichte, die stilistische Analyse der Maßwerk- und Wandgestaltung sowie die vergleichende Einordnung des Chores in den Kontext zeitgenössischer europäischer Sakralbauten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Parlers spezifisches Gestaltungskonzept – insbesondere den Umgang mit der Wandfläche und der Raumeinheit – als eine bewusste, hochwertige Lösung für eine Pfarrkirche unter königlichem Auftrag zu belegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und komparative kunsthistorische Methode angewandt, die auf der Analyse des baulichen Bestands sowie auf dem kritischen Vergleich mit Referenzbauten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte bauliche Beschreibung der Außen- und Innenarchitektur sowie einen umfassenden Vergleich mit anderen Bauwerken, wie etwa dem Veitsdom oder dem Heilig-Kreuz-Münster in Schwäbisch Gmünd.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Peter Parler, Gotik, Maßwerk, Inversion, Raumverschmelzung und Sakralbau charakterisiert.

Warum spielt das Prinzip der „Inversion“ eine so zentrale Rolle bei Parler?

Das Prinzip der Inversion dient Parler dazu, durch die Platzierung eines Pfeilers in der Mittelachse den Blick des Betrachters zu steuern und trotz des Fehlens eines Lettners die Konzentration auf den Altar und die Sanktuarien zu fokussieren.

Wie unterscheidet sich die Bewertung des Kolíner Chores in der Arbeit von der Sichtweise des Autors Marc Carel Schurr?

Während die Arbeit Schurr für seine detaillierten Beobachtungen schätzt, distanziert sie sich von seinem Bestreben, Kolín in jedem Detail krampfhaft mit dem monumentalen Prager Veitsdom gleichzusetzen, und betont stattdessen die eigenständige Qualität der Pfarrkirche.

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Details

Title
Peter Parlers Chor der Bartholomäuskirche zu Kolín
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Kunstgeschichte)
Course
Die Parler und die Spätgotik
Grade
1+
Author
Katharina Krings (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V46381
ISBN (eBook)
9783638435840
ISBN (Book)
9783638681858
Language
German
Tags
Peter Parlers Chor Bartholomäuskirche Kolín Parler Spätgotik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Krings (Author), 2004, Peter Parlers Chor der Bartholomäuskirche zu Kolín, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46381
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