Ziel der Arbeit ist die Herausarbeitung der rechtlichen Rahmenbedingungen, der vorhandenen Hilfsmittel und personellen Ressourcen, der praktischen Handhabbarkeit und allgemein weiterer Handlungsbedarfe bezüglich der Sprachentwicklung im Kindergarten.
In den letzten Jahren hat sich aufgrund der internationalen politischen und wirtschaftlichen Lage die Zuwanderung nach Deutschland stark erhöht. Ebenfalls sind zunehmend ausländische Arbeitnehmer in Deutschland tätig (z. B. EU-Bürger oder auch Wissenschaftler), die ihre Familie nach Deutschland mitbringen oder hier eine Familie gründen. Die allgemeine Entwicklung spiegelt sich auch in den Kindertagesstätten wieder. Besonders im letzten Jahr veränderte sich die Situation in der Kindergartengruppe, in welcher der praktische Abschnitt des dualen Studiums absolviert wurde, hinsichtlich der Herkunftsländer und damit verbundener Muttersprachen.
Das Thema Sprachentwicklung rückte im Rahmen der Inklusion in den Vordergrund. Derzeit sind ein Viertel (4 von 16) Kinder ausländischer Herkunft. Das pädagogische Fachpersonal steht nicht nur erweiterten Aufgaben wie der Vermittlung von Kompetenzen, sondern auch Sprachbarrieren und Lebensgewohnheiten der Kinder und ihrer Familien gegenüber.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsklärung
2.2 Kindlicher Spracherwerb
2.3 Möglichkeiten der Dokumentation und Beobachtung
3. Derzeitige Situation
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.2 Situation in der Gruppe
3.3 SISMIK am Beispiel von Josi und Max
4. Praktische tägliche Probleme bei der Inklusion
5. Lösungsansatz
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Herausforderungen der Inklusion im Kindergarten, insbesondere mit Fokus auf die Sprachentwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund, zu analysieren und Handlungsbedarfe sowie Lösungsansätze aufzuzeigen.
- Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen für inklusive Bildung
- Untersuchung von Methoden zur Sprachbeobachtung und Dokumentation (z. B. SISMIK, BaSiK)
- Darstellung der praktischen Situation in einer heterogenen Kindergartengruppe
- Identifikation täglicher Herausforderungen bei der Arbeit mit Kindern unterschiedlicher kultureller Herkunft
- Entwicklung von Lösungsstrategien hinsichtlich Ressourcen, Personalschlüssel und fachlicher Qualifizierung
Auszug aus dem Buch
3.3 SISMIK am Beispiel von Josi und Max
Im Folgenden wird der SISMIK-Bogen exemplarisch für Josi und Max angewendet. Diese Beobachtungsmethode wurde gewählt, da sie sich explizit mit dem Spracherwerb von nichtdeutschen Kindern befasst.
Der SISMIK-Bogen erfordert wenige Vorkenntnisse und wird dank des Begleitheftes optimal vorbereitet. Das Ausfüllen des Bogens beansprucht ca. 15–20 Minuten, ist jedoch allein nicht sehr aussagekräftig. Erst durch eine genauere Beobachtung und Analyse des Bogens zusammen mit weiteren Pädagogen, welche das Kind kennen, lassen sich genaue Schlüsse bezüglich einem Förderbedarf und wie er umgesetzt werden kann, erschließen (qualitativ).
Alternativ dazu ist es alleine möglich, eine Einordung in die Gruppen vorzunehmen (quantitativ) und die Punkte der einzelnen Fragen zusammenzuzählen und zu vergleichen. Diese quantitative Methode erfordert jedoch eine größere Menge nach SISMIK beobachteter Kinder, um Vergleichen zu können und den aktuellen Stand der Kinder zu erkennen. Die Einteilung nach Gruppen ist eine simple aber überschaubare Möglichkeit, um Förderbedarfe festzumachen, birgt aber auch gleichzeitig die Gefahr, nur noch objektiviert und nicht mehr subjektiv jedes Kind zu betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Zuwanderung nach Deutschland und deren Auswirkungen auf Kindertagesstätten, wobei das Ziel der Arbeit, die Erarbeitung rechtlicher und praktischer Rahmenbedingungen für die Inklusion, formuliert wird.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe, erläutert den kindlichen Spracherwerb sowie verschiedene Methoden der Sprachbeobachtung und Dokumentation.
3. Derzeitige Situation: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert und die Situation in einer konkreten Kindergartengruppe anhand von Fallbeispielen und der Anwendung des SISMIK-Bogens dargestellt.
4. Praktische tägliche Probleme bei der Inklusion: Das Kapitel thematisiert Herausforderungen im Kita-Alltag, wie religiöse und kulturelle Unterschiede in der Ernährung sowie Differenzen im Rollenverständnis.
5. Lösungsansatz: Es werden Vorschläge unterbreitet, wie durch bessere personelle Ressourcen, gezielte Fortbildungen und den verstärkten Einsatz von Beobachtungsinstrumenten eine effektivere Inklusion erreicht werden kann.
6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass für eine gelungene sprachliche Inklusion ein erhöhter Betreuungsaufwand, angepasste Schlüssel und zusätzliche finanzielle Mittel notwendig sind.
Schlüsselwörter
Inklusion, Kindergarten, Sprachentwicklung, Migrationshintergrund, Sprachförderung, SISMIK, BaSiK, Sprachstandsfeststellung, pädagogische Fachkräfte, Bildungsprogramm, Zweisprachigkeit, Kindertageseinrichtung, Dokumentation, Beobachtung, Sprachbarrieren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen der Inklusion in Kindertagesstätten, wobei der Schwerpunkt explizit auf der Unterstützung der Sprachentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen, Methoden der alltagsintegrierten Sprachbeobachtung, die praktische Situation in heterogenen Gruppen sowie kulturspezifische Herausforderungen im Kita-Alltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Herausarbeitung rechtlicher Rahmenbedingungen, der Verfügbarkeit von Hilfsmitteln und personellen Ressourcen sowie der Identifikation praktischer Handlungsbedarfe zur Verbesserung der inklusiven Arbeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer fallorientierten, praktischen Anwendung von Beobachtungsverfahren (insbesondere SISMIK) zur Analyse des sprachlichen Entwicklungsstands von Kindern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen definiert, die aktuelle Situation in einer beispielhaften Gruppe analysiert, praktische Probleme bei der Inklusion diskutiert und konkrete Lösungsansätze entwickelt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Inklusion, Sprachentwicklung, Migrationshintergrund, Sprachbeobachtung, SISMIK, BaSiK und frühkindliche Bildung charakterisieren.
Warum wird der SISMIK-Bogen als Beobachtungsinstrument hervorgehoben?
Der SISMIK-Bogen wird explizit genutzt, da er sich gezielt mit dem Spracherwerb bei Migrantenkindern befasst und eine systematische Beobachtung sowie Förderung der deutschen Sprache ermöglicht.
Welchen Stellenwert nimmt die Qualifizierung des Personals ein?
Die Qualifizierung wird als essenziell erachtet; der Autor fordert, dass pädagogische Fachkräfte zusätzlich zu ihrer Ausbildung Fortbildungen zu Religionen, Kulturen und dem Umgang mit speziellen Beobachtungsbögen erhalten sollten.
- Arbeit zitieren
- Hakon Fechner (Autor:in), 2018, Herausforderung der Inklusion mit besonderem Augenmerk auf die Sprachentwicklung im Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/463872