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Verschränkung von Grenzziehungsprozessen bei Schweizer Jugendlichen

Titre: Verschränkung von Grenzziehungsprozessen bei Schweizer Jugendlichen

Dossier / Travail , 2018 , 17 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Filip Ores (Auteur)

Sociologie - Enfants et Adolescence
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Wie funktionieren soziale Interaktionen? Nach welchen Kriterien such ich mir meine Beziehungen aus und wie entstehen dadurch gesellschaftliche Prozesse? Das sind Fragen, die einen jeden Sozialwissenschaftler früher oder später interessieren und die auch ich mir vor dem Studium gestellt habe. Dabei haben mir viele soziologische Theorien zu einem besseren Verständnis verholfen. So zum Beispiel der Klassiker Georg Simmel, der gesellschaftliches Handeln aus Wechselwirkungen zwischen Motiven eines Individuums und der persönlichen Bereicherung durch Gruppendynamiken erklärt. Des Weiteren kann der Sozialpsychologe George Herbert Mead herangezogen werden, für den menschliche Interaktionen nur Dank verbaler Sprache möglich wird. Andere Theorien waren wiederum weniger hilfreich. Der Wissenschaftler Pierre Bourdieu erklärt in seinem Hauptwerk „Die feinen Unterschiede“, aus dem Jahr 1982, dass jede kulturelle Schicht ein spezifisches Verhalten aufweist. Es ist gebunden an ökonomische, kulturelle, soziale Ressourcen und wird über Generationen weitergegeben. Objektive Kategorisierungen sind demnach nicht nur in der wissenschaftlichen Theorie vorhanden, sondern existieren so auch in der alltäglichen Praxis.

Eine solche statische Vorstellung der Sozialstruktur kam mir für das 21. Jahrhundert nicht mehr aktuell vor. Aufgewachsen in Hamburg, wo es Vielfalt im Überfluss gibt, prägte sich bei mir das Bild einer komplexen Gesellschaft ein, wie auch der Anstieg meins Interesses für Hierarchisierungsprozesse im Alltag und innerhalb anderer Regionen. Für meine Forschungsfrage untersuche ich deshalb symbolische Grenzziehungen unter Jugendlichen in der Schweiz, weil ich herausfinden möchte, wie soziale, ethnische und religiöse Grenzen sich verschränken und weil ich dadurch verschiedene Strategien der Inklusion und Exklusion aufzeigen möchte. Dafür werde ich zunächst symbolische Grenzziehungen erklären und herausarbeiten wie sich der Begriff innerhalb der Sozialwissenschaften entwickelt hat. Anschließend zeige ich die wichtigsten internationalen Studien zu Grenzziehungsprozessen auf. Zum Schluss werden verschiedene Strategien der Schweizer Jugendlichen präsentiert und mit den bisherigen Studienergebnissen verglichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Entstehungsgeschichte des Konzepts der Grenzziehungsprozesse

2.2 Wissenschaftliche Arbeit mir symbolischen Grenzen

3.1. Symbolische Grenzen in Frankreich und Amerika

3.2. Strategien für Grenzauflösungen

3.3. Symbolische Grenzen in Deutschland

4. Grenzziehungsprozesse unter Schweizer Jugendlichen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie soziale, ethnische und religiöse Grenzziehungen als Mittel der Inklusion und Exklusion innerhalb verschiedener Gesellschaftsstrukturen fungieren, mit einem besonderen Fokus auf die Perspektive von Jugendlichen in der Schweiz.

  • Theoretische Fundierung des Konzepts der symbolischen Grenzziehung
  • Vergleichende Analyse internationaler Studien zur Grenzziehung (Frankreich, Amerika, Deutschland)
  • Untersuchung von Grenzziehungsprozessen bei Schweizer Jugendlichen im Kontext von Religion und Ethnizität
  • Identifikation von Strategien zur Überbrückung oder Aufrechterhaltung sozialer Grenzen

Auszug aus dem Buch

3.1. Symbolische Grenzziehung in Frankreich und Amerika

Im beruflichen Alltag ist die obere Mittelklasse stetig damit konfrontiert Personen Befehle zu erteilen, sie zu bewerten und ihnen ggf. Mobilität innerhalb Position des Unternehmens zu verschaffen. Trotz dieses großen Einflusses der Mittelschicht auf die gesellschaftliche Struktur ist wenig über ihre Grenzziehungsprozesse bekannt, weshalb es sich Lamont zur Aufgabe genommen hat diese zu untersuchen.

Der Fokus ihrer Arbeit liegt aber insbesondere darauf potentielle Unterschiede zwischen den Grenzziehungsprozessen der französischen und amerikanischen Mittelklasse aufzuzeigen, um so zu gucken wie verschiedene Entwicklungsgeschichten der Länder Einfluss auf Grenzziehungsprozesse der Sozialstruktur haben können. Innerhalb Frankreich und Amerika soll darüber hinaus nachgewiesen werden, ob unterschiedlicher Zugang zu Hochkultur sich auf Präferenzen für Klassifikationssysteme auswirken kann. Dafür wurden Paris und New York, als Metropolen mit Clerment-Ferrand und Indianapolis, als Peripherien, miteinander verglichen (Lamont, 1996: 377 f.).

Bei der Frage nach den Methoden zur Untersuchung der Grenzziehungsprozesse, bedient sich Lamont ihrer Aufteilung in sozioökonomische, kulturelle und moralische Kategorisierungen. In Interviews wurden die einzelnen Personen gefragt welchen Leuten sie sich unter- oder überlegen fühlen. Zudem wurde geschaut welche positiven und negativen Eigenschaften sie ihren Mitarbeitern und Bekannten zuordnen. Lamont versucht damit aufzeigen wie die Mittelklasse zwischen „sich“ und „anderen“ trennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die soziologische Relevanz von sozialen Interaktionen und definiert die Forschungsfrage, die sich auf symbolische Grenzziehungen unter Jugendlichen in der Schweiz konzentriert.

2.1. Entstehungsgeschichte des Konzepts der Grenzziehungsprozesse: Dieses Kapitel zeichnet die theoretische Entwicklung von einem statischen Kulturbegriff hin zur dynamischen, situationsabhängigen Analyse sozialer Gruppen durch die „situational school“ und Fredrik Barth nach.

2.2 Wissenschaftliche Arbeit mir symbolischen Grenzen: Hier werden Michèle Lamont und Andreas Wimmer als zentrale Theoretiker eingeführt, die den Fokus von rein sozioökonomischen Faktoren auf kulturelle und moralische Dimensionen der Grenzziehung erweitern.

3.1. Symbolische Grenzen in Frankreich und Amerika: Das Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Präferenzen der Mittelklasse beider Länder bei der Grenzziehung, wobei Frankreich eher kulturelle und Amerika eher sozioökonomische Kriterien betont.

3.2. Strategien für Grenzauflösungen: Der Fokus liegt hier auf der Arbeiterklasse und den kulturellen Ressourcen, die sie nutzt, um rassistische Differenzen im Alltag zu überbrücken.

3.3. Symbolische Grenzen in Deutschland: Diese Analyse wendet das Konzept von Lamont erstmals auf den deutschen Kontext an und nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, um subjektive Identifikationsmuster zu untersuchen.

4. Grenzziehungsprozesse unter Schweizer Jugendlichen: Das Kapitel beleuchtet, wie Schweizer Jugendliche Religion als primäres Exklusionskriterium gegenüber einer muslimischen Minderheit nutzen, was sich von anderen untersuchten Ländern unterscheidet.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert die Forschungsergebnisse und stellt fest, dass während ethno-kulturelle Fragen von Schweizer Jugendlichen offen behandelt werden, religiöse Unterschiede eine klare Grenzlinie ziehen.

Schlüsselwörter

Grenzziehungsprozesse, Symbolische Grenzen, Sozialstruktur, Soziologie, Inklusion, Exklusion, Schweiz, Jugendliche, Religion, Ethnizität, Migration, Identität, Sozioökonomische Position, Kulturelles Kapital, Diskriminierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung von Grenzziehungsprozessen, also der Art und Weise, wie Individuen und Gruppen soziale Distanz zwischen „sich“ und „anderen“ konstruieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theoretische Entwicklung des Grenzziehungsbegriffs, der internationale Vergleich von Mittel- und Arbeiterklassen sowie die spezifische Anwendung auf die Situation von Jugendlichen in der Schweiz.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie soziale, ethnische und religiöse Kategorisierungen zur Hierarchisierung und Ausgrenzung führen, und dabei zu verstehen, welche Rolle individuelle Einstellungen in diesem Prozess spielen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse internationaler Studien und greift in Teilen auf empirische Mixed-Methods-Ansätze zurück, die sowohl qualitative Interviews als auch quantitative Datensätze integrieren.

Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen bei Autoren wie Lamont und Wimmer und vergleicht diese mit konkreten Fallbeispielen aus Frankreich, den USA, Deutschland und der Schweiz.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie symbolische Grenzen, soziale Identität, Inklusionsstrategien, Exklusion und gesellschaftliche Transformation charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Grenzziehung bei Schweizer Jugendlichen von anderen Ländern?

Anders als in den untersuchten Fällen in Frankreich oder den USA, wo auch ökonomische Faktoren stark gewichten, nutzen Schweizer Jugendliche primär die Religion als Unterscheidungsmerkmal für Exklusion.

Wie reagieren die muslimischen Minderheiten in der Schweiz auf diese Grenzziehungen?

Anstatt zu versuchen, die religiösen Grenzen direkt aufzulösen, weichen die betroffenen Jugendlichen häufig auf ethno-kulturelle Gemeinsamkeiten aus, um Zugang zur Mehrheitsgesellschaft zu finden.

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Résumé des informations

Titre
Verschränkung von Grenzziehungsprozessen bei Schweizer Jugendlichen
Université
University of Göttingen
Cours
Exemplarische Studien der Kultursoziologie
Note
1,3
Auteur
Filip Ores (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
17
N° de catalogue
V464074
ISBN (ebook)
9783668911475
ISBN (Livre)
9783668911482
Langue
allemand
mots-clé
Symbolische Grenzziehungen Schweizer Jugendliche
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Filip Ores (Auteur), 2018, Verschränkung von Grenzziehungsprozessen bei Schweizer Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464074
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Extrait de  17  pages
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