Das Böse als personifizierte Kraft ist in allen abrahamitischen Religionen bekannt. Während das Judentum zwar schon in frühen Quellen über dämonologische Ausarbeitungen verfügt, wird der Satansbegriff im Alten Testament noch vielseitig und nicht zwingend religiös belegt verwendet und findet selten eine direkte Erwähnung. Apokryphe Quellen und spätere christliche Lehren hingegen haben dieses Bild weiterentwickelt und den Luzifer-Mythos geschaffen. Diese narrative Figur ist im Islam unter dem Namen Iblis bekannt und bereits mehrfach im Koran erwähnt. In dieser Arbeit sollen nicht nur die Grundzüge des im Islam beschriebenen Iblis vorgestellt werden; vielmehr ist es die Absicht der Autorin, seine spezifische Rolle in der islamischen Mystik, dem Sufismus zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Iblis Grundlagen und erste Quellen
- Iblis im Koran
- Iblis in den Ahadith
- Die Rolle des Iblis im Islam
- Iblis im Sufismus
- Iblis als Teil des Menschen selbst
- Das Eingreifen des Iblis in das menschliche Handeln
- Iblis als Sünder: Stolz und Ungehorsam
- Iblis als Modellcharakter des Mystikers
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Figur des Iblis im Islam und insbesondere mit seiner Rolle im Sufismus. Ziel ist es, die spezifischen Aspekte des Iblis in der islamischen Mystik zu beleuchten und seine Bedeutung für das menschliche Handeln und die spirituelle Entwicklung zu verstehen.
- Die Rolle des Iblis als gefallener Engel und Symbol des Ungehorsams im Islam
- Die Interpretationen des Iblis in den Ahadith und ihre Bedeutung für die Mystik
- Die verschiedenen Perspektiven auf Iblis im Sufismus: als Teil des Menschen selbst, als Einflusskraft auf das Handeln und als Modellfigur für den Mystiker
- Die Bedeutung des Iblis für die spirituelle Entwicklung und das Streben nach Erkenntnis
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung, in der das Konzept des Bösen in abrahamitischen Religionen erläutert wird. Das zweite Kapitel widmet sich der Figur des Iblis in den islamischen Quellen, insbesondere im Koran und in den Ahadith. Hier werden die Grundzüge der Iblis-Beschreibung sowie seine Rolle als verstoßener Engel und Symbol des Ungehorsams dargestellt. Das dritte Kapitel untersucht die spezifische Rolle des Iblis im Sufismus, wobei verschiedene Aspekte wie seine Integration in das menschliche Selbst, sein Einfluss auf das menschliche Handeln und seine Bedeutung als Modellfigur für den Mystiker beleuchtet werden.
Schlüsselwörter
Iblis, Sufismus, Islam, Mystik, Engel, Djinn, Ungehorsam, Stolz, Modellcharakter, spirituelles Wachstum, menschliche Natur.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Iblis im Islam?
Iblis ist die koranische Entsprechung des Satans – ein Wesen, das aus Stolz und Ungehorsam den Befehl Gottes verweigerte, sich vor Adam zu verneigen.
Welche Rolle spielt Iblis im Sufismus?
Im Sufismus wird Iblis oft als Teil der menschlichen Natur (das niedere Selbst) oder sogar als Modellcharakter für radikalen Monotheismus interpretiert.
Gilt Iblis im Sufismus als wahrer Liebhaber Gottes?
Einige mystische Strömungen sehen in seinem Ungehorsam eine Form der ultimativen Hingabe, da er sich nur vor Gott allein verneigen wollte.
Was ist der Unterschied zwischen Engeln und Djinn im Bezug auf Iblis?
Der Koran beschreibt Iblis oft als Djinn, der unter den Engeln weilte, aber durch seinen freien Willen sündigte, während Engel keinen freien Willen zum Ungehorsam haben.
Wie beeinflusst Iblis das menschliche Handeln?
Er fungiert als Versucher, der die Schwächen des Menschen (wie Stolz und Gier) nutzt, um ihn vom spirituellen Weg abzubringen.
- Citation du texte
- Simone Lohmeier (Auteur), 2017, Die Rolle des Iblis im Sufismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464274