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Der Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Anwendung von Ökotourismus-Kriterien während der Touren zum Uluru

Title: Der Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Anwendung von Ökotourismus-Kriterien während der Touren zum Uluru

Seminar Paper , 2014 , 27 Pages

Autor:in: Konrad Wetzel (Author)

Tourism - Miscellaneous
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In der vorliegenden Arbeit soll unter der Berücksichtigung von Kriterien für die Existenz von Ökotourismus der Frage nachgegangen werden, zu welchem Grad Tourismus im Fallbeispiel "Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark" als "Ökotourismus" betrachtet werden kann.

Ökotourismus ist ein gewachsenes touristisches Nischensegment, als eine Sonderform des Tourismus jedoch schwer zu etablieren. Dies ergibt sich aus Eigenschaften wie Egoismus, Umweltbelastung, Arroganz und Kontamination, die Touristen und Tourismus an einigen Stellen aufweisen. Dabei ist Ökotourismus eine Form, die insbesondere Nachhaltigkeit durch angepasstes menschliches Verhalten im Bereich des Naturschutzes gewährleisten kann.

Nationalparkverwaltungen stehen demnach vor großen Aufgaben, wenn es darum geht, sensible ökologische Gegebenheiten mit Tourismus in den betreffenden Gebieten in Einklang zu bringen. Ebenfalls betrifft dies Reiseveranstalter von Reisen in ökologisch sensible Gebiete. Sie müssen oftmals Vorgaben im jeweiligen Schutzgebiet beachten und sind angehalten, Tourismus umweltfreundlich und sozial verträglich zu gestalten. Dies ist von Nöten, um einen möglichst langen Fortbestand des Gebietes in guter Verfassung und mit möglichst großem touristischen Potenzial sowie einer möglichst hohen Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung sichern zu können.

Bis zu 60% der ökologisch relevanten Reisen finden in Australien statt. Dort hält sich seit nunmehr Jahrzehnten ein Konflikt zwischen weiten Teilen der australischen Bevölkerung und den australischen Ureinwohnern Aborigines. Letztere leben fast ausschließlich in eigens für sie errichteten Territorien. In einem dieser Territorien liegt der Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark mit seinem weltbekannten Felsen "Uluru" als eines der weltweit größten touristischen Ziele. Er wird sowohl von in- als auch ausländischen Touristen besucht.

Grundsätzlich gilt indigener Tourismus seit Jahrzehnten als wichtiges, gewachsenes wirtschaftliches Zugpferd für die Tourismusindustrie. Aus den historisch bedingten Konflikten zwischen Teilen der weißen australischen Bevölkerung und den Ureinwohnern resultierend, ergaben sich in der Vergangenheit Konflikte zwischen der indigenen Bevölkerung, Politik, Tourismusanbietern und Touristen bezüglich der Intensität der touristischen Nutzung des Nationalparks.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ökotourismus

2.1 Abgrenzung von verwandten Tourismusformen

2.2 Entwicklung von Kriterien

3 Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark als ökotouristisches Zielgebiet

3.1 Kategorisierung und Bewertung von Ökotourismus-Kriterien

3.1.1 Sozio-ökonomische Kriterien

3.1.2 Ökologische Kriterien

3.1.3 Sozio-kulturelle Kriterien

3.1.4 Politische Kriterien

3.2 Schlussfolgerungen

3.3 Mögliche Fehlerquellen

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendungsfähigkeit von Kriterien des Ökotourismus auf den australischen Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, zu welchem Grad der dort praktizierte Tourismus als Ökotourismus klassifiziert werden kann, wobei die Konflikte zwischen touristischer Nutzung und indigenen Interessen besonders berücksichtigt werden.

  • Konzeptionelle Einordnung und Abgrenzung von Ökotourismus
  • Entwicklung und Kategorisierung spezifischer Ökotourismus-Kriterien
  • Analyse des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks als Fallstudie
  • Bewertung von sozio-ökonomischen, ökologischen, sozio-kulturellen und politischen Aspekten
  • Reflektion der Umsetzungsproblematik durch Interessenkonflikte und Strategien

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Ökologische Kriterien

Die Frage der Anwendung von ökologischen Kriterien im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark ergibt sich per Definition, wenn bedacht wird, dass Uluru und Kata Tjuta als Hauptattraktionen im Park von der Natur geschaffene, weitestgehend unverformte Gesteinsformationen sind und wie modifizierte Attraktionen anzusehen sind wie bspw. künstliche Strände. Das Kriterium für Ökotourismus ist somit per se erfüllt, wenn das Erleben und Erfahren von Natur von Touristen in einem Naturgebiet (vgl. Kap. 2.2) somit als gegeben betrachtet wird. So sind bspw. während der Touren in den Nationalpark Wanderungen am Uluru und Kata-Tjuta sowie Besichtigungen dieser beiden Touristenattraktionen bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang im Programm vieler Reiseveranstalter inkludiert. Teilweise ist darüber hinaus das Übernachten im Outback unter freiem Sternenhimmel Bestandteil von Reisen in den Nationalpark. Die genannten Aktivitäten können somit als touristische Highlights im Nationalpark betrachtet werden, die außerdem als naturnah bezeichnet werden können und somit ein Kriterium für Ökotourismus erfüllen, bevor eine nähere Untersuchung stattfindet.

Johnston nennt einen Anteil von durchschnittlich 60% der Nationalpark-Besucher, die den Uluru besteigen. Brown spricht von 1500 Besuchern, die in Spitzenzeiten den Uluru täglich erklimmen. Er nennt in diesem Zusammenhang das Auftreten von ´Massen-Naturtourismus´, welcher wiederum mit Ökotourismus in den meisten Fällen nicht gleichgesetzt werden kann, da Ökotourismus Formen von Massentourismus weitestgehend ausschließt und stattdessen das Erleben und Erfahren von Natur in kleinen Reisegruppen von spezialisierten, lokalen Reiseveranstaltern fordert (Vgl. Kap. 2.2). Bei näherer Betrachtungsweise kann der touristische Konsum des Uluru somit nur noch eingeschränkt als Ökotourismus bezeichnet werden.

Darüber hinaus kann argumentiert werden, dass mit dem Einlassen einer eines Geländers ähnlichen Vorrichtung in den Uluru als Hilfestellung zum Erklimmen des Felsens dieser aufgrund von äußeren Eingriffen nicht mehr in seiner ursprünglichen, naturgegebenen Form vorhanden ist. Er ist modifiziert und es hat somit ein Eingriff in die Natur stattgefunden, der dem Auftreten von Ökotourismus widerspricht. Der Grad, zu dem Tourismus am Uluru als Ökotourismus betrachtet werden kann, sinkt somit. Bestärkt wird dieser Gedanke durch Folgeerscheinungen wie die Erosion des Uluru, die die bauliche Veränderung am Uluru mit sich gebracht hat. Somit kann gar von einer ansatzweisen Zerstörung des Felsens, wenn nicht zumindest einer Beschädigung gesprochen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema Ökotourismus und Darstellung der speziellen Problematik im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark.

2 Ökotourismus: Definition der Begrifflichkeiten und Abgrenzung zu verwandten Tourismusformen sowie Erarbeitung grundlegender Kriterien.

3 Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark als ökotouristisches Zielgebiet: Detaillierte Analyse des Fallbeispiels anhand der zuvor festgelegten Kategorien und Kriterien.

3.1 Kategorisierung und Bewertung von Ökotourismus-Kriterien: Strukturelle Einordnung der Kriterien in sozio-ökonomische, ökologische, sozio-kulturelle und politische Bereiche.

3.1.1 Sozio-ökonomische Kriterien: Evaluierung der wirtschaftlichen Teilhabe der lokalen indigene Bevölkerung.

3.1.2 Ökologische Kriterien: Untersuchung der Auswirkung touristischer Aktivitäten und Infrastrukturen auf die schützenswerte Natur.

3.1.3 Sozio-kulturelle Kriterien: Analyse des Umgangs mit der Kultur der Aborigines im touristischen Kontext.

3.1.4 Politische Kriterien: Betrachtung der Verwaltungsstrukturen und der politischen Einflussnahme auf das Zielgebiet.

3.2 Schlussfolgerungen: Synthese der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Umsetzbarkeit von Ökotourismus-Ansätzen.

3.3 Mögliche Fehlerquellen: Kritische Reflexion der methodischen Grundlage und der Genauigkeit der zugrunde liegenden Fallstudien.

4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung und Ausblick auf notwendige künftige Entwicklungen für einen nachhaltigeren Tourismus.

Schlüsselwörter

Ökotourismus, Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark, Aborigines, Naturtourismus, Nachhaltigkeit, Schutzgebietsmanagement, Indigener Tourismus, Umweltbildung, Ressourcenmanagement, Tourismusindustrie, Landrechte, Sozio-kulturelle Auswirkungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bewertung des Tourismus im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark anhand wissenschaftlich abgeleiteter Ökotourismus-Kriterien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Tourismusformen, die Rolle indigener Völker im Tourismusmanagement sowie die ökologischen Herausforderungen in Schutzgebieten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, empirisch und theoretisch zu untersuchen, zu welchem Grad der Tourismus am Uluru tatsächlich als Ökotourismus eingestuft werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine kriterienbasierte Analyse angewandt, die auf der Auswertung vorhandener Fachliteratur und Fallstudien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung und eine detaillierte Analyse der sozio-ökonomischen, ökologischen, sozio-kulturellen und politischen Kriterien innerhalb des Nationalparks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen Ökotourismus, Aborigines, Nachhaltigkeit und Schutzgebietsmanagement.

Wie steht die Arbeit zur Besteigung des Uluru?

Die Besteigung wird kritisch gesehen, da sie in Konflikt mit den Werten der Aborigines steht und der Zerstörung des Felsens durch Erosion Vorschub leistet.

Warum ist das Management durch die lokale Bevölkerung so wichtig?

Die Selbstverwaltung der indigenen Bevölkerung ist ein politisches Kriterium für echten Ökotourismus, das dem Ziel der kulturellen und ökonomischen Autonomie der Aborigines entspricht.

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Details

Title
Der Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Anwendung von Ökotourismus-Kriterien während der Touren zum Uluru
College
The University of Applied Sciences in Eberswalde
Author
Konrad Wetzel (Author)
Publication Year
2014
Pages
27
Catalog Number
V464302
ISBN (eBook)
9783668929234
ISBN (Book)
9783668929241
Language
German
Tags
uluru-kata-tjuta-nationalpark anwendung ökotourismus-kriterien touren uluru
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konrad Wetzel (Author), 2014, Der Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Anwendung von Ökotourismus-Kriterien während der Touren zum Uluru, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464302
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