In der vorliegenden Arbeit soll unter der Berücksichtigung von Kriterien für die Existenz von Ökotourismus der Frage nachgegangen werden, zu welchem Grad Tourismus im Fallbeispiel "Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark" als "Ökotourismus" betrachtet werden kann.
Ökotourismus ist ein gewachsenes touristisches Nischensegment, als eine Sonderform des Tourismus jedoch schwer zu etablieren. Dies ergibt sich aus Eigenschaften wie Egoismus, Umweltbelastung, Arroganz und Kontamination, die Touristen und Tourismus an einigen Stellen aufweisen. Dabei ist Ökotourismus eine Form, die insbesondere Nachhaltigkeit durch angepasstes menschliches Verhalten im Bereich des Naturschutzes gewährleisten kann.
Nationalparkverwaltungen stehen demnach vor großen Aufgaben, wenn es darum geht, sensible ökologische Gegebenheiten mit Tourismus in den betreffenden Gebieten in Einklang zu bringen. Ebenfalls betrifft dies Reiseveranstalter von Reisen in ökologisch sensible Gebiete. Sie müssen oftmals Vorgaben im jeweiligen Schutzgebiet beachten und sind angehalten, Tourismus umweltfreundlich und sozial verträglich zu gestalten. Dies ist von Nöten, um einen möglichst langen Fortbestand des Gebietes in guter Verfassung und mit möglichst großem touristischen Potenzial sowie einer möglichst hohen Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung sichern zu können.
Bis zu 60% der ökologisch relevanten Reisen finden in Australien statt. Dort hält sich seit nunmehr Jahrzehnten ein Konflikt zwischen weiten Teilen der australischen Bevölkerung und den australischen Ureinwohnern Aborigines. Letztere leben fast ausschließlich in eigens für sie errichteten Territorien. In einem dieser Territorien liegt der Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark mit seinem weltbekannten Felsen "Uluru" als eines der weltweit größten touristischen Ziele. Er wird sowohl von in- als auch ausländischen Touristen besucht.
Grundsätzlich gilt indigener Tourismus seit Jahrzehnten als wichtiges, gewachsenes wirtschaftliches Zugpferd für die Tourismusindustrie. Aus den historisch bedingten Konflikten zwischen Teilen der weißen australischen Bevölkerung und den Ureinwohnern resultierend, ergaben sich in der Vergangenheit Konflikte zwischen der indigenen Bevölkerung, Politik, Tourismusanbietern und Touristen bezüglich der Intensität der touristischen Nutzung des Nationalparks.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ökotourismus
2.1 Abgrenzung von verwandten Tourismusformen
2.2 Entwicklung von Kriterien
3 Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark als ökotouristisches Zielgebiet
3.1 Kategorisierung und Bewertung von Ökotourismus-Kriterien
3.1.1 Sozio-ökonomische Kriterien
3.1.2 Ökologische Kriterien
3.1.3 Sozio-kulturelle Kriterien
3.1.4 Politische Kriterien
3.2 Schlussfolgerungen
3.3 Mögliche Fehlerquellen
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, in welchem Maße der Tourismus im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark als Ökotourismus klassifiziert werden kann, wobei die komplexen sozio-kulturellen Konflikte zwischen der indigenen Bevölkerung und der Tourismusindustrie im Vordergrund stehen.
- Analyse von Ökotourismus-Definitionen und deren Abgrenzung zu anderen Tourismusformen.
- Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Bewertung ökotouristischer Destinationen.
- Untersuchung sozio-ökonomischer, ökologischer, sozio-kultureller und politischer Auswirkungen im Nationalpark.
- Bewertung des Einflusses der indigenen Kultur und ihrer Beteiligung am Management.
- Kritische Reflexion der Vermarktung des Uluru im Kontext des "Green Washings".
Auszug aus dem Buch
3 Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark als ökotouristisches Zielgebiet
Die einschlägige wissenschaftliche Fachliteratur hat Ökotourismus meist theoretisch behandelt und selten an Praxisbeispielen untersucht und analysiert. Ökotourismus ist als besonders empfindliche Form im weiten Feld des Tourismus anzusehen, in welcher menschlichen Handlungen und Verhaltensweisen eine besonders große Bedeutung zukommt. Der Fokus ist somit vermehrt prioritär auf die Analyse und Bewertung von Praxisbeispielen zu legen. Die Konsequenzen menschlichen Handelns im Bezug auf Ökotourismus sind auf diese Art und Weise anschaulicher darstellbar. Gewonnene Erkenntnisse können leicht für vergleichbare Fallbeispiele genutzt werden und gezogene Lehren sind sinnvoller und effektiver nutzbar auf dem Gebiet des Ökotourismus. Dies kann nicht in dem entsprechenden, erforderlichen Maße gewährleistet werden, wenn es weiterhin bei einer überwiegend theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema bleiben würde.
Im Folgenden werden die im vorangegangenen Kapitel vorgestellten Kriterien für die Existenz von Ökotourismus verwendet, um zu untersuchen, inwieweit sie im Fallbeispiel Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark angewendet werden. Daran anschließend, soll eine Bewertung möglich sein, inwieweit Tourismus im genannten Nationalpark als Ökotourismus bezeichnet werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Etablierung von Ökotourismus und führt in die spezifische Problematik des indigenen Tourismus im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark ein.
2 Ökotourismus: Dieses Kapitel definiert den Begriff Ökotourismus, grenzt ihn von verwandten Formen wie Naturtourismus ab und erläutert die Notwendigkeit einer klaren Kriterienbildung.
3 Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark als ökotouristisches Zielgebiet: Der Hauptteil analysiert anhand spezifischer Kriterien (sozio-ökonomisch, ökologisch, sozio-kulturell, politisch), inwiefern der Nationalpark die Anforderungen an Ökotourismus erfüllt.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass eine vollständige Erfüllung ökotouristischer Kriterien im Nationalpark derzeit kaum möglich ist und gibt Empfehlungen für ein zukünftiges, besseres Management.
Schlüsselwörter
Ökotourismus, Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark, Aborigines, Indigener Tourismus, Nachhaltigkeit, Naturtourismus, Schutzgebietsmanagement, Green Washing, Sozio-ökonomische Kriterien, Ökologische Kriterien, Sozio-kulturelle Kriterien, Politische Kriterien, Tourismusforschung, Australien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht, ob und in welchem Ausmaß die touristische Nutzung des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks die wissenschaftlichen Kriterien für Ökotourismus erfüllt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Definition von Ökotourismus, die Rolle indigener Völker im Tourismus, das Management von Nationalparks und die ethische Problematik touristischer Vermarktung.
Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?
Die zentrale Frage lautet: Zu welchem Grad kann der Tourismus im Fallbeispiel Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark als Ökotourismus betrachtet werden?
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine literaturbasierte Analyse durchgeführt, bei der ein entwickelter Kriterienkatalog auf das Fallbeispiel angewendet wird, um die Praxisrelevanz zu prüfen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Kategorisierung von Ökotourismus-Kriterien und deren detaillierte Überprüfung im Kontext des Nationalparks unter sozio-ökonomischen, ökologischen, sozio-kulturellen und politischen Aspekten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben Ökotourismus sind dies insbesondere Indigener Tourismus, Schutzgebietsmanagement und die kritische Auseinandersetzung mit Green Washing.
Warum wird das Besteigen des Uluru in der Arbeit thematisiert?
Die Besteigung wird als zentraler Konfliktpunkt angeführt, der die Inkonsequenz bei der Achtung indigener Kultur und damit die Diskrepanz zu ökotouristischen Idealen verdeutlicht.
Welches Fazit zieht der Autor zur Management-Situation?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Optimum schwer zu erreichen ist, da wirtschaftliche Interessen und politische Rahmenbedingungen oft im Widerspruch zu einem konsequenten Ökotourismus-Management stehen.
- Citation du texte
- Konrad Wetzel (Auteur), 2014, Der Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Anwendung von Ökotourismus-Kriterien während der Touren zum Uluru, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/464302