Es gibt eine Vielzahl von Erhebungen zum Deutschlandbild von Deutschlernern. Die Mehrzahl dieser Arbeiten geht dabei jedoch nicht explizit auf die Veränderung des Deutschlandbildes im Verlauf der Deutschausbildung ein. Es gibt auch eine Vielzahl von Erhebungen zum allgemeinen Deutschlandbild in verschiedenen Ländern, von denen man Konsequenzen für einen verbesserten Fremdsprachenunterricht ableiten könnte. Dies trifft jedoch nicht für die Republik Irland zu. Diese Lücke versucht meine Arbeit in Ansätzen zu schließen.
Die Magisterarbeit untersucht den Einfluss des Deutschunterrichts an irischen Sekundarschulen auf das Deutschlandbild der Schüler. Im ersten Teil der Arbeit werden theoretische Grundlagen u.a. zu Deutschunterricht in Irland, Einflussfaktoren im Fremdsprachenunterricht und Nationen-Images erarbeitet. Daraufhin werden im zweiten Teil die Ergebnisse der Befragung in drei Sekundarschulen in Irland vorgestellt. Hier richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf den Vergleich des Wissens über Deutschland, des Deutschland- und Deutschenbildes der Lerner und deren Quellen für dieses in den verschiedenen Stufen des Deutschunterrichts. Im dritten Teil der Arbeit werden schließlich die Ergebnisse der Arbeit diskutiert und Forschungsperspektiven aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Anliegen und Problemstellung
1.2 Inhalt
1.3 Untersuchungsmethoden
2. Die Situation des Deutschen als Fremdsprache in Irland
2.1 Deutsch als Fremdsprache im Bildungssystem
2.2 Die Situation an Sekundarschulen in den letzten sieben Jahren
2.3 Der Lehrplan für Deutsch und die Ziele im Deutschunterricht
3. Begriffsklärungen
3.1 Zu den Begriffen „Image“ und „Bild“
3.2 Zum Begriff „Stereotyp“
3.3 Zum Begriff „Vorurteil“
3.4 Begriffsabgrenzungen für die vorliegende Arbeit
3.5 Einflussfaktoren auf die Bildung von Nationen-Bildern
4. Die Einflussfaktoren im Fremdsprachenunterricht
4.1 Allgemeine Einflussfaktoren im Fremdsprachenunterricht
4.1.1 Lernender
4.1.2 Lehrstoff
4.1.3 Personeller Vermittler
4.1.4 Technischer Vermittler
4.1.5 Vermittlungsmethode
4.1.6 Lernziel
4.2 Nationen-Images im Fremdsprachenunterricht
5. Das irische Deutschlandbild
5.1 Exkurs: Deutsch-Irische Beziehungen
5.2 Das irische Deutschlandbild allgemein
5.3 Das Deutschlandbild bei irischen Schülern
6. Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen und Ableitung der Arbeitshypothesen
7. Methodenbeschreibung
7.1 Stichproben
7.1.1 Schüler
7.1.2 Lehrer
7.2 Messinstrumente
7.3 Durchführung der Untersuchung
8. Auswertung der Schülerbefragung
8.1 Wer wählt Deutsch?
8.2 Sympathie und Antipathie für Länder
8.3 Dauer des Deutschlernens
8.4 Gründe für das Deutschlernen
8.5 Entscheidung für oder gegen die Fortsetzung des Deutschunterrichts
8.6 Spontane Assoziationen zu Deutschland
8.7 Spontane Assoziationen zu Deutschen
8.8 Aufenthalte in Deutschland
8.9 Einschätzung Deutschlands und Irlands
8.10 Positive und negative Meinungen über Deutschland
8.11 Quellen für Informationen über Deutschland und Deutsche
8.12 Deutsche Bekannte
8.13 Einschätzung Deutscher und Iren
8.14 Positive und negative Eigenschaften der Deutschen
8.15 Quellen im Deutschunterricht
8.16 Was gefällt und missfällt am Deutschunterricht?
8.17 Interesse an Deutschland, den Deutschen und der deutschen Sprache
8.18 Wissen über Deutschland
8.19 Einstellung zu Deutschunterricht und Benotung
8.20 Bewertung der deutschen Sprache
9. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf die Arbeitshypothesen
10. Schlussfolgerungen und Forschungsperspektiven
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Fremdsprachenunterrichts (DaF) auf die Veränderung der Deutschlandbilder bei irischen Schülern an Sekundarschulen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit der schulische Unterricht als zentraler Einflussfaktor die Wahrnehmung von Deutschland und den Deutschen prägt, Stereotype festigt oder relativiert und wie diese Bilder mit dem Kenntnisstand der Schüler korrelieren.
- Analyse der Situation von Deutsch als Fremdsprache im irischen Bildungssystem
- Empirische Untersuchung der Deutschlandbilder bei Schülern unterschiedlicher Jahrgangsstufen
- Einflussfaktoren im schulischen Fremdsprachenunterricht (Lehrkraft, Lehrwerk, Methodik)
- Rolle des Deutschunterrichts bei der Entwicklung interkultureller Kompetenz und Stereotypenarbeit
- Vergleich der Ergebnisse mit früheren Studien zur Wahrnehmung Deutschlands in Irland
Auszug aus dem Buch
1.1 Anliegen und Problemstellung
Seit Ende des zweiten Weltkrieges beschäftigt sich Deutschland wieder vermehrt mit seinem Ansehen im Ausland. Ausdruck des Bemühens um eine positive Beeinflussung der Deutschlandbilder in anderen Ländern sind zahlreiche Untersuchungen zu diesem Thema, die sich nach der Wiedervereinigung noch einmal vermehrten. Diese Analysen des Deutschlandimages im Ausland dienen vor allem der deutschen auswärtigen Kulturpolitik zur effizienten Planung ihrer Arbeit, besonders in einer Zeit zunehmender Mobilität im Zuge der Globalisierung bei immer knapperen Mitteln.
Eine Verantwortung diesem kulturpolitischen Auftrag gegenüber hat auch der Fremdsprachenunterricht, in unserem Fall der Unterricht von DaF. Dieser „...leistet einen [wichtigen, d.A.] Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Menschen im Sinne der Charta der Vereinten Nationen.“ Dass dabei Fremdsprachenunterricht nicht als bloßes Vermitteln eines Sprachsystems anzusehen ist, sondern dass das Erlernen einer Fremdsprache auch immer die Beschäftigung mit einem anderen Kulturkreis ist, sollte außer Frage stehen und wurde besonders unter den Stichworten „interkulturelle Kompetenz“ und „interkulturelle Kommunikationsfähigkeit“ in zahlreichen Büchern und Aufsätzen besprochen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema aus den Erfahrungen der Autorin als Fremdsprachenassistentin in Irland und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Entwicklung der Deutschlandbilder bei Schülern.
2. Die Situation des Deutschen als Fremdsprache in Irland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Stellung des Deutschen im irischen Bildungssystem und die Konkurrenz zum Französischen.
3. Begriffsklärungen: Hier werden theoretische Grundlagen zu den Begriffen „Image“, „Bild“, „Stereotyp“ und „Vorurteil“ gelegt, um sie für die Arbeit abzugrenzen.
4. Die Einflussfaktoren im Fremdsprachenunterricht: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Faktoren, die den Fremdsprachenunterricht beeinflussen, wie Lernende, Lehrstoff, Lehrkräfte und Methoden.
5. Das irische Deutschlandbild: Ein historischer Exkurs beleuchtet die deutsch-irischen Beziehungen und fasst bisherige Ergebnisse zum Deutschlandbild bei irischen Schülern zusammen.
6. Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen und Ableitung der Arbeitshypothesen: Die theoretischen Erkenntnisse werden zusammengefasst und als Basis für die Hypothesen der empirischen Untersuchung genutzt.
7. Methodenbeschreibung: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Stichprobenwahl und der eingesetzten Fragebögen für die empirische Schülerbefragung.
8. Auswertung der Schülerbefragung: Präsentation und Darstellung der Ergebnisse aus der Befragung der Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen zu verschiedenen Themenaspekten.
9. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf die Arbeitshypothesen: Die erhobenen Daten werden analysiert, um die zuvor aufgestellten Hypothesen zu bestätigen oder zu widerlegen.
10. Schlussfolgerungen und Forschungsperspektiven: Das Fazit zieht Konsequenzen für den Deutschunterricht in Irland und zeigt auf, wo zukünftiger Forschungsbedarf besteht.
Schlüsselwörter
Deutschlandbild, Deutsch als Fremdsprache, Irland, Sekundarschule, Stereotype, Vorurteile, Interkulturelles Lernen, Schülerbefragung, Fremdsprachenunterricht, Lehrplan, Bildvermittlung, Sprachkompetenz, Landeskunde, Empirische Untersuchung, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Magisterarbeit untersucht, wie sich das Deutschlandbild irischer Schüler an Sekundarschulen im Laufe ihres Deutschunterrichts verändert und welche Rolle der Unterricht dabei spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Wahrnehmung Deutschlands und der Deutschen, die Rolle von Stereotypen, die Einflussfaktoren im Fremdsprachenunterricht und die deutsch-irischen Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Einfluss des Deutschunterrichts auf die Einstellung irischer Lerner gegenüber Deutschland zu identifizieren und daraus Empfehlungen für einen effektiveren Unterricht abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine explorative empirische Untersuchung in Form einer Schülerbefragung an drei irischen Schulen mit einem standardisierten Fragebogen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Bildungs- und Image-Theorien sowie eine empirische Untersuchung, deren Ergebnisse im Hinblick auf aufgestellte Hypothesen diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Deutschlandbild, Deutsch als Fremdsprache, Irland, Stereotype, Vorurteile, Interkulturelles Lernen und Fremdsprachenunterricht.
Welche Rolle spielt das Lehrbuch in der Untersuchung?
Das Lehrbuch wird als eines der wichtigsten Medien im irischen Deutschunterricht identifiziert, das zusammen mit der Lehrkraft maßgeblich die vermittelten Informationen über Deutschland steuert.
Wie bewerten die irischen Schüler den Deutschunterricht?
Die Bewertung ist ambivalent; während das Erlernen der Sprache als nützlich angesehen wird, steigt die Wahrnehmung als „schwer“ und „langweilig“ mit fortschreitender Dauer des Unterrichts.
- Quote paper
- M.A. Ina Doyle (Author), 2005, Veränderung von Nationen Images durch Fremdsprachenunterricht. Das Deutschlandbild irischer Deutschlerner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46460