Sparta. Ein Idealstaat?


Hausarbeit, 2016
17 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Platon
2.1 Die Seele
2.2 Die Idee des Guten
2.3 Der Herrscher
2.4 Das Höhlengleichnis
2.5 Die Politeia
2.5.1 Thematische Bereiche

3. Sparta - ein Idealstaat nach Platons Auffassung?

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

Der historische Hintergrund der folgenden Hausarbeit beruht zum einen auf der wirtschaftlichen Grundlage der antiken Zeit, zum anderen auf den verschiedenen Staatsformen die in den jeweiligen Ländern herrschen. In Bezug darauf hat Platon einen ganz bestimmten Gedanken, wie ein Idealstaat aussehen sollte, da seiner Ansicht nach alle derzeitigen Staatsformen misslingen bzw. nicht allen Menschen und ihren Ständen gerecht werden können.

Hierzu wird das Konzept Platons genauer erläutert und ausgeführt. Dabei steht vor allem der Aufbau des Staates, die Erziehung der jungen Menschen und die Auswahl des Königs im Vordergrund, die mit der Vorgehensweise in Sparta verglichen wird.

Sparta gründete sich im 10. Jahrhundert vor Christus, indem sich zunächst vier Dörfer zusammenschlossen. Diese daraus entstehende Polis wurde durch die Bürger, zu denen Heloten (Sklaven), Perioken (wörtlich: Umbewohner) und die Vollbürger zählten, vervollständigt. Sparta lag in einem geschützten Gebiet, indem die Landwirtschaft ideale Bedingungen hatte. Die Polis beinhaltete zwar dominierend oligarchische Züge, setzte sich aber dennoch aus Teilen der Demokratie, Oligarchie und Monarchie zusammen. Anhand verschiedener Stellen aus der Politeia, die den Idealstaat beschreibt und verschiedener Stellen aus Plutarch, der in Sparta präsent war, sowie verschiedener Werke von Historikern über Platon und Sparta lassen sich die vergleichbaren Aspekte herausfiltern.

2. Platon

Platons Neuorientierung entstand aus der in seinen Augen gescheiterten Demokratie in Athen, in der er theoretische Probleme aus dem demokratischen Rechtsverhältnis und des oligarchischen Anspruchs erkennt. In diesem System liegen ihm zu viele Interessenunterschiede vor, sodass es keine einheitliche Einigung geben kann. Zur Lösung sucht Platon nach dem sinnvollsten Recht und sieht dies als ein philosophisches, statt politisches Problem an. Diese Frage nach dem Recht, der Ordnung und des Glückes trennt er dabei ganz bewusst von der Politik und überträgt jene auf die Philosophen1. Platon nimmt bestehende Konzepte von bereits vorhandenen Staatsformen, dazu gehören Rhetorik, Homologie und Parrheise, in seine Philosophie auf und wandelt diese nach seinen Vorstellungen um2.

2.1 Die Seele

Platon beschreibt zur Umsetzung und als Voraussetzung eines Idealstaates, wie die Seele des Menschen aussehen muss. Er sagt die „wahre göttliche Natur der Seele“ kann nur einteilig und somit einheitlich sein, setzte sich aber aus drei Teilen zusammen3. Die seelische Einheit wird oftmals mit einem geordneten Kosmos oder dem gesunden Körper verglichen4. Die Unterscheidung dieser drei Teile erläutert er dabei genauer; Diese setzen sich zusammen aus Begehrendem, Muthaftem und Vernünftigen. Die zu erfüllenden Tugenden sind hierbei Mäßigung, Tapferkeit und Weisheit. Ausgehend davon gliedert er auch analog dazu den Staat in drei Teile und somit auch drei Stände; den Nährstand, welcher die Unterschicht bestimmt und die materiellen Güter produziert; den Wehrstand, der zur Oberschicht gehört und die Herrschaft unterstützt und den Lehrstand, der an oberster Stelle steht und im Staat herrscht. Durch diese zugeschriebenen Aufgaben müssen die verschiedenen Stände erhalten bleiben, denn Arbeitsteilung und Hierarchisierung sind Bestandteil im Idealstaat5. Beispielsweise ist die Ausstattung des Staates so aufgebaut, dass die Bauern durch Rinder-und Schafhirten die Möglichkeit haben mit den dadurch vorhandenen Tieren eine bessere Landwirtschaft betreiben zu können. Schuster und Weber haben die Möglichkeit Fell und Wolle der Tiere zu nutzen6. Weiterhin beschriebt er, dass die Seele mit mathematischen Strukturen fungiert und es somit eine mathematische Ausbildung geben muss, um nicht nur Problemlösungen zu finden, sondern auch zu einem Zusammenhängenden Denken „der Verwandtschaft dieser Wissenschaften untereinander und mit der Natur des Seienden“ zu kommen. Dies nennt Platon Dialektik7.

2.2 Die Idee des Guten

Zunächst wird Platons Idee des Guten mit den Verben des Erblickens, Sehens oder Berührens verknüpft , da ein Vorgang des Erkennens vorliegt und nicht nur das Erkennen selber. Das heißt die Idee des Guten wird wahrgenommen. Und auch erst dann wird nichts mehr hinterfragt, wenn der „Aufweis der Ursächlichkeit des Guten“ nachgewiesen werden kann und somit eine Vollkommenheit entsteht8. Er betont die Besonderheit der Idee des Guten, welche alle Dinge ermöglicht, des Öfteren9. Die Ideen sieht er als „einfache Ganzheiten“. „[D]ie Idee des Guten selbst [ist] das Glückseligste von allem Seienden“, was erreicht wird wenn man Dinge, die man bewundernd ansieht nachahmt und letztendlich zu diesen wird. Letzteres beschreibt er sogar als göttlich, was wiederum die Eudaimonie erreicht. Somit will Platon erreichen, dass im Idealstaat das größtmögliche Glück für die größte Menge des Volkes zur Verfügung steht10. Zusammenfassend kann man sagen, dass Platon die „Idee des Guten als das einende einer Vielfalt“ ansieht11. Durch diese Zusammensetzung von der dreiteiligen Seele und der Idee des Guten kann das Ziele der Eudaimonie für Staat und Individuum erreicht werden12.

2.3 Der Herrscher

Einleitend beschreibt Platon die Demokratie, die er als verfehlte Staatsform ansieht. Sie entsteht wenn ein Sieg der armen eintrifft und diese „ihre Gegner töten oder verbannen“. Alle anderen jedoch haben die Möglichkeit und das Recht an der Verfassung und Ämtern gleichberechtigt teilzunehmen. Dabei werden die Ämter „nach dem Lose vergeben“. Es spielt keine Rolle ob sie entsteht, weil ein kriegerischer Sieg oder Flucht vor der anderen Armee entsteht. Jeder Mensch ist im Staat so frei, dass er machen kann, was er möchte und somit zu keinem Gehorsam verpflichtet ist13. Er wandelt letzteres jedoch in seine Vorstellung um, in der keine geschriebenen Gesetze notwendig sind, wenn der Blick auf das Gute vom Herrscher erkannt und gesehen wird. Damit ein Herrscher dazu in der Lage ist, muss er die vorhin beschriebene Dialektik in zwei Phasen durchlaufen. Die mathematische Ausbildung (s.o.) soll eine zehnjährige Ausbildung darstellen, nach der, der potentielle Herrscher ist zu diesem Zeitpunkt bereits dreißig Jahre alt, ein fünfjähriger Lebensabschnitt folgt, in dem getestet wird, ob er die Idee des Guten verinnerlicht hat und in der Lage ist „sich dem Sein selbst“ zuzuwenden. Wenn dies der Fall ist, erhält er fünfzehn Jahre lang Führungsaufgaben und kann erst dann der Herrscher des Staates werden. Platon sagt, dass man niemanden dazu zwingen kann das Gute zu erkennen und auszuüben, aber man kann ihn unter moralischen Druck nicht anders als im Interesse des Staates und gegenüber sich selbst gut zu handeln14. Dies versteht er dann als Gerechtigkeit15. Eine professionelle Auseinandersetzung mit dieser Ideen-und Prinzipientheorie ist Voraussetzung, um einen geeigneten Herrscher zu finden, wobei nur auch schon vorher ausgewählte, geeignete Männer diese Ausbildung durchlaufen dürfen16. Somit werden Philosophen als Herrscher eingesetzt, jedoch alle nicht philosophischen Menschen im Staat sollen auch das höchste Glück erreichen, da der Mensch immer nach dem wahrhaft Guten strebt17. Die Bedingung ist, dass entweder Philosophen zu Herrschern oder Herrscher zu Philosophen werden und auch für Nachwuchs an Philosophen gesorgt wird, damit eine direkte Verbindung von macht und Philosophie entsteht18. Die wirkliche Macht wird nur durch Vernunft erkannt, und das geht nur von den besten, den Philosophen19.

2.4 Das Höhlengleichnis

Nach Platon werden die Philosophen dazu gezwungen in die ‚Höhle‘, also in den Staat zurück zu kehren und sich somit mit der Politik befassen müssen. Somit soll dann das Glück des Ganzen geschaffen werden. Das bedeutet auch hier wieder, dass das Glück des Staates auch das Glück des Individuums bedeutet. Die Philosophen sollen die Bürger formen und ihnen somit die Idee des Guten verwirklichen. Trotz dieser Ansichten ist es auch hier von höchster Priorität, dass die Sicherung des Herrschenden gefestigt wird. Platon sagt, dass sein Idealstaat aufgrund einer „göttlichen Fügung“ funktionieren kann und weil die Menschen sich aufgrund der fehlenden historischen Erfahrungen nach den Wunschvorstellungen der Philosophen formen lassen20.

2.5 Die Politeia

Die Politeia verfasst Platon in insgesamt zehn Büchern, wobei Buch zwei bis vier, in denen er den Idealstaat, die dreiteilige Seele und den Begriff der Gerechtigkeit beschreibt für den Bezug, ob Sparta ein Idealstaat ist, die wichtigste Rolle spielt.

Es handelt sich dabei um ein Drama mit einer vollständigen Handlung, in der darüber philosophiert und ausdiskutiert wird, wie man Gerechtigkeit definieren kann und sollte und wie der daraus entstehende Idealstaat in Struktur und Ausführung aussehen sollte.

In seinem Werk wird auch die Neuorientierung Platons gegliedert und beschrieben. Es liegt eine Gliederung aus drei Teilen vor; Die erste Änderung ist die Gleichstellung der Frau, die zweite die Aufhebung von Ehe und Familie und die dritte die, wie schon oben beschrieben, die Übertragung der Macht an die Philosophen21. Dabei ist die Besonderheit der Ideenlehre besonders hervorgehoben, auf welche später noch genauer eingegangen wird. Platon stellt fest, dass die verschiedenen Menschentypen den Staatsformen gleichgesetzt werden können und man diese somit einander zuordnen kann. Beispielsweise wird aus einem oligarchischen Menschen ein demokratischer und aus diesem wiederum ein tyrannischer, wenn eine minimale Seelenteilverschiebung des Menschen stattfindet22.

2.5.1 Thematische Bereiche

1. Um die Definition der Gerechtigkeit zu Untermauern stellt Platon die These auf, dass „jedes bewußt Schaden zufügende Verhalten Unrecht ist“. Das Unrecht nach Platon stört die Seelenordnung und schafft einen Unglücklichen Zustand, welcher wiederum zu einem „Zwiespalt und Zerrissenheit“ führt. Ein Ungerechter Herrscher würde somit nach seinem Trieb und nicht mit Vernunft handeln23.

2. Im zweiten Themenbereich widerlegt er die traditionelle Vorgehensweise, dass der Stärkere den Schwachen unterwirft, denn er will eine Gleichberechtigung für alle.

[...]


1 Horn/ Müller, 2009, S.89f.

2 Horn/Müller, 2009, S,92.

3 Szlezák, 2003, S.73.

4 Szlezák, 2003, S.268

5 Horn/Müller, 2009, S.91, Brüning, 2001, S.44

6 Platon, Politeia, 370d-371a: Die Ausstattung des Staates.

7 Szlezák, 2003, S.74.

8 Szlezák, 2003, S.80.

9 Szlezák, Rufener, 2000, S. 476

10 Szlezák, 2003, S. 82,

Eudaimonie= Glückseligkeit, Glück, bleibt aufgrund von Ungenauigkeit oft unübersetzt (https://

de.wikipedia.org/wiki/Eudaimonie)

11 Szlezák, Rufener, 2000, S. 268

12 Szlezák, 2003, S.72

13 Platon, Politeia, 557a-558a: Die Demokratie

14 Szlezák, 2003, S.75

15 Pleger, 2009, S. 111

16 Szlezák, 2003, S.76

17 Szlezák, 2003, S.82, Horn/Müller, 2009, S.267

18 Szlezák, 2003, S.82f.

19 Horn/Müller, 2009, S.91.

20 Szlezák, 2003, S.106ff.

21 T.A. Szlezák, Rufener, 2000, S.476.

22 T.A. Szlezák, Rufener, 2000 , S.476, Horn/Müller, 2009, S.90.

23 Horn/ Müller, 2009, S.91, 268, Szlezák, Rufener, 2000 S.486.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Sparta. Ein Idealstaat?
Hochschule
Universität zu Köln
Note
3,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V465142
ISBN (eBook)
9783668935587
ISBN (Buch)
9783668935594
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sparta, idealstaat
Arbeit zitieren
Natalie Becker (Autor), 2016, Sparta. Ein Idealstaat?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465142

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