Anhand eines Fallbeispiels stellt diese Arbeit die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen der fehlenden Motivation im Training und der Angst, im Wettkampf zu versagen, besteht. Dabei wird untersucht, ob sich die fehlende Motivation im Training negativ auf das Leistungsmotiv auswirkt.
Spitzensportler sind erfolgsmotivierte Menschen, die sich hohe Ziele setzen. Dabei müssen sie sich mit extrem starker Konkurrenz, Niederlagen, Verletzungen und der Erwartungshaltung von Medien, Familie und des Trainers auseinandersetzen. Der Leistungsdruck nimmt zu. Jeden Tag hart für den Erfolg trainieren, setzt voraus, sich immer wieder neu motivieren zu können.
Je nach dem persönlichen Anspruchsniveau, dem verschiedenen Bestreben, fleißig zu sein und der damit verbundenen Erwartung auf Erfolg oder Misserfolg, unterteilt sich die Leistungsmotivation in zwei unabhängige Gruppen, die "Hoffnung auf Erfolg" und die "Furcht vor Misserfolg" . Menschen werden nicht nur durch "Hoffnung auf Erfolg" motiviert, sondern ihr Ergebnis kann auch die Angst vor Misserfolg sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problematisierung und Begriffsklärung
1.2 Darstellung des Fallbeispiels
1.3 Wissenschaftliche Fragestellung und Hypothesen
2 Kurzbeschreibung des experimentellen Designs
2.1 Fragebogen zum Leistungsmotiv im Sport (AMS-Sport)
2.2 Leistungsorientierung im Sport (SOQ)
3 Testsituation und Verhaltensbeobachtung
4 Ergebnisdarstellung und Ergebnisauswertung
4.1 Auswertung des AMS-Sport
4.2 Auswertung des SOQ
5 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines Einzelfallberichts den Zusammenhang zwischen mangelnder Trainingsmotivation und Versagensängsten im Wettkampf bei einer Leistungssportlerin. Ziel ist es, psychologische Messinstrumente zur Motivationsanalyse anzuwenden, um die Ursachen für Leistungseinbußen zu identifizieren und Ansatzpunkte für eine Leistungsstabilisierung zu gewinnen.
- Grundlagen der Leistungsmotivation im Spitzensport
- Einsatz und Validität des AMS-Sport Fragebogens
- Methodik der Leistungsorientierung mittels SOQ
- Analyse von Leistungshemmung durch Misserfolgsängste
- Praktische Interventionsmöglichkeiten zur Motivationssteigerung
Auszug aus dem Buch
1.1 Problematisierung und Begriffsklärung
Spitzensportler sind erfolgsmotivierte Menschen, die sich hohe Ziele setzen. Dabei müssen sie sich mit extrem starker Konkurrenz, Niederlagen, Verletzungen und der Erwartungshaltung von Medien, Familie und des Trainers auseinandersetzen. Der Leistungsdruck nimmt zu. Jeden Tag hart für den Erfolg trainieren, setzt voraus, sich immer wieder neu motivieren zu können.
Um den Begriff der Leistungsmotivation definieren zu können, bedarf es zunächst einer Erläuterung des Wortes "Motivation". Was also verbirgt sich hinter dem Begriff Motivation?
Laut Eberspächer (1987, S.52-53) wird die Motivation von kognitiven Prozessen, wie zum Beispiel Erwartung und Reflexion von Wahrscheinlichkeiten, angetrieben und beeinträchtigt. Sowohl die Person, als auch die aktuelle Situation entscheiden über den Ablauf des Motivationsgeschehens. Nach Heckhausen ist "Motivation [...] eine Sammelbezeichnung für vielerlei Prozesse und Effekte, deren gemeinsamer Kern darin besteht, dass ein Lebewesen sein Verhalten um der erwarteten Folgen willen auswählt und hinsichtlich Richtung und Energieaufwand steuert" (Heckhausen, 1989, 10f.) Die Motivation ist also relativ kurzfristig und situationsabhängig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Leistungsmotivation ein und grenzt zentrale Begriffe wie Motivationsgeschehen und Misserfolgsängste ab.
2 Kurzbeschreibung des experimentellen Designs: Hier werden die verwendeten psychologischen Testverfahren, AMS-Sport und SOQ, vorgestellt und hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Gütekriterien erläutert.
3 Testsituation und Verhaltensbeobachtung: Dieses Kapitel beschreibt den Ablauf der Datenerhebung mit der Probandin sowie deren Beobachtung während der Testsituation.
4 Ergebnisdarstellung und Ergebnisauswertung: Die erhobenen Rohdaten der beiden Fragebögen werden hier in Skalenwerte und Prozentränge überführt und tabellarisch aufbereitet.
5 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel interpretiert die Testergebnisse im Kontext der Forschungsfrage und leitet konkrete Handlungsempfehlungen zur Wiederherstellung der sportlichen Motivation ab.
Schlüsselwörter
Leistungsmotivation, Spitzensport, Trainingsmotivation, Wettkampfangst, Misserfolgsfurcht, Hoffnung auf Erfolg, Sportpsychologische Diagnostik, AMS-Sport, SOQ, Wettkampforientierung, Zielorientierung, Einzelfallstudie, Leistungsdruck, Mentale Stärke, Sportpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychologischen Hintergründen einer Speerwerferin, die nach einem sportlichen Erfolg Motivationsprobleme im Training zeigt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Leistungsmotivation, die Messung von Erfolgshoffnung versus Misserfolgsfurcht und die sportliche Leistungsorientierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen fehlenden Motivation im Training und der Angst vor dem Versagen im Wettkampf zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen Einzelfallbericht, in dem standardisierte psychologische Fragebögen (AMS-Sport und SOQ) zur Analyse eingesetzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Vorstellung der Testdesigns, der praktischen Durchführung der Befragung und der detaillierten Auswertung der erzielten Testergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Leistungsmotivation, Misserfolgsfurcht, Wettkampforientierung und sportpsychologische Diagnostik.
Wie lässt sich die Motivation der Athletin laut den Ergebnissen verbessern?
Der Autor schlägt eine Trainingspause, abwechslungsreiche alternative Sportarten und das Setzen realistischer, kurzfristiger Ziele gemeinsam mit dem Trainer vor.
Bestätigen die Ergebnisse die aufgestellte Hypothese?
Die Hypothese, dass sich die Trainingsmotivation negativ auf das Leistungsmotiv auswirkt, konnte nur teilweise bestätigt werden, da die Sportlerin trotz Versagensangst weiterhin leistungsorientiert bleibt.
- Citation du texte
- Romy Kasper (Auteur), 2016, Versagensängste im Wettkampf. Welche Rolle spielt die fehlende Motivation im Training von Spitzensportlern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465165