Das Arboretum „Putevima mira“ wurde 1987 auf der Insel Veliki Brijuni mit dem Ziel errichtet, einen floristischen Überblick nicht nur über die mediterrane Flora, sondern auch über Bäume und Sträucher aus völlig anderen Klimazonen zu geben. Da sich das Konzept nicht bewährt hatte, wurden im Rahmen dieser Diplomarbeit umfangreiche Untersuchungen an den Böden im Arboretum und an einigen Küstenabschnitten durchgeführt, deren Ergebnisse eine wesentliche Grundlage für die Ausarbeitung möglicher Konzepte für die Weiterführung des Arboretums sind. Die Untersuchungen umfassten neben chemisch relevanten Parametern wie C, N, S, P, C/N-Verhältnis, pH-Werte, usw. auch gesamtmineralogische, tonmineralogische Parameter und die Korngrößenverteilung der Bodenprofile. Des weiteren wurde im Zuge dieser Diplomarbeit ein Kartenwerk für das Arboretums angelegt, das 8 verschiedene Pläne umfasst, unter anderem einen Übersichtplan, 2 Längenschnitte, eine Gründigkeitskarte sowie einen Plan der die Lage der „dichten Tonschicht“ dokumentiert.
The arboretum "Putevima mira" was set up in 1987 on the island "Veliki Brijuni" with the ambition to give a floristic overview not only of the mediterranean flora, but also of trees and bushes from totally different climate zones. Within the scope of this degree dissertation extensive investigations of the soils of the arboretum and of some coast sections have been made. The results of those investigations are an essential foundation for the elaboration of potential concepts for the continuation of the arboretum. The investigations comprehended beside relevant parameters like C, N, S, P, C/N-rate, pH-value, also total mineral and clay mineral analysis and grain size analyses of the soil-profiles. In the course of this degree dissertation furthermore we mapped a cartography of the arboretum, which contains 7 different plans. Among others there is an overviewplan, 2 longitudinal sections, a plan who shows the depth of the arboretum-soils and a plan which documents the position of the „dense clay-layer“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung
2. Charakteristik des Untersuchungsgebietes
2.1. Geographische Lage des Untersuchungsgebietes
2.2. Klima in Istrien und auf den Brijuni – Inseln
2.2.1. Temperatur und Niederschlag
2.2.2. Wind
2.3. Besiedlungsgeschichte und Landnutzung der Brijuni - Inseln
2.3.1. Von der Urzeit bis zum 19. Jahrhundert
2.3.2. Der König von Brijuni – Paul Kupelwieser
2.3.3. Tito, der neue Herrscher von Brijuni
2.4. Flora und Fauna von Brijuni
2.4.1. Flora
2.4.2. Fauna
2.5. Arboretum „Putevima Mira“
2.5.1. Definitionen
2.5.2. Grundgedanke des Arboretums „Putevima mira“
2.5.3. Beschreibung des Arboretums
2.6. Geologie und Bodenbildung
3. Material und Methoden
3.1. Probenahme
3.1.1. Gründigkeit
3.1.2. Bodenprofile
3.2. Probenvorbereitung und Analyse
3.2.1. Bodenprofile
3.2.2. Gesamtmineralbestand
3.2.3. Tonmineralbestand der Fraktionen < 2μm
3.2.4. Korngrößenverteilung
3.2.5. Bestimmung der Lagerungs- und Feststoffdichte
3.2.6. Bestimmung der Wasserpotential/Wassergehaltslinien (Ö-NORM L 1063)
3.2.7. Bestimmung der Farbe des Bodens
3.2.8. Chemische Analysen
4. Ergebnisse und Diskussion
4.1. Kartenwerk des Arboretums
4.2. Gründigkeit
4.3. Beschreibung und Diskussion der aufgenommenen Bodenprofile
4.3.1. Bodenprofil Brijuni 1
4.3.2. Bodenprofil Brijuni 2
4.3.3. Bodenprofil Brijuni 3
4.3.4. Bodenprofil Brijuni 4
4.3.5. Bodenprofil Brijuni 5
4.3.6. Bodenprofil Brijuni 6
4.4. Vergleich der Analyseergebnisse der Profile Brijuni 1 – 6
4.4.1. Tonmineralzusammensetzung
4.4.2. Chemische Analyseergebnisse
5. Vergleichende bodenkundliche Diskussion
5.1. Bodensystematische Stellung der Terra Rossa
5.2. Eigenschaften der Terra Rossa
5.3. Stellung der Terra rossa in der FAO - Klassifikation
5.3.1. Gegenüberstellung FAO - Profil / Profile Brijuni 1 - 6
6. Abschließende Betrachtungen
6.1. Ausblick
6.2.Vorschläge für die zukünftige Nutzung des Arboretums
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die bodenkundlichen Gegebenheiten des Arboretums „Putevima mira“ auf der Insel Veliki Brijuni, um die Eignung des Standorts für die ursprüngliche Vision eines internationalen Baumparks zu evaluieren und Empfehlungen für eine zukünftige Neugestaltung zu erarbeiten.
- Analyse der chemischen und physikalischen Bodenparameter wie C, N, S, P, pH-Wert und Korngrößenverteilung.
- Erstellung eines umfassenden Kartenwerks zur Dokumentation der Gründigkeit und Bodenbeschaffenheit.
- Vergleichende bodenkundliche Bewertung der Terra Rossa Böden im Kontext internationaler Klassifikationssysteme.
- Untersuchung der Wasserverfügbarkeit und deren Auswirkung auf das Pflanzenwachstum unter lokalen klimatischen Bedingungen.
- Erarbeitung von Strategien zur künftigen Nutzung und Instandhaltung des Arboretums.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und Fragestellung
Auf der Insel Brijuni wurde im Jahre 1987 ein Arboretum errichtet. Der Grundgedanke des Mitbegründers, Prof. Dr. Zelimir Borzan, war es, auf mehr als 70 künstlich aufgeschütteten Teilflächen einen floristischen Überblick nicht nur über die mediterrane Flora, sondern auch über Bäume und Sträucher aus völlig anderen Klimazonen dieser Erde zu geben. Es wurden Länderbeispiele ausgewählt, die die rege außenpolitische Aktivität des damaligen jugoslawischen Präsidenten Tito dokumentieren.
Mit hohem Kostenaufwand wurde die zum Erhalt eines Arboretums nötige Infrastruktur (wie ein asphaltiertes bzw. gepflastertes Wegenetz innerhalb des Arboretums, Haupthaus mit Sanitäranlagen, Wasserversorgung, Pflanzengarten, etc.) errichtet. Aufgrund der Kriegsereignisse wurde die Instandhaltung des Arboretums stark vernachlässigt, zum Teil komplett aufgegeben und Pflanzen gestohlen.
Derzeit befindet sich das Arboretum in einem desolaten Zustand. Der Zaun ist löchrig, so das sich immer wieder Hirsche ins Arboretum „verirren“ und Schäden an den Bäumen anrichten. Viele der nicht autochthonen Pflanzen sind aufgrund des Klimas und der nicht vorhandenen Pflege komplett eingegangen.
Aufgrund der Kooperation zwischen der Forstwirtschaftlichen Fakultät in Zagreb, Kroatien und der Universität für Bodenkultur, Institut für Waldökologie, trat man mit der Bitte an das Institut heran, mögliche Konzepte für die Weiterführung des Arboretums auszuarbeiten, bzw. zu überprüfen, ob der Grundgedanke der Initiatoren unter den ökologischen Gegebenheiten realisierbar und tragfähig ist.
Für die Ausarbeitung möglicher Konzepte sind bodenkundliche Vorraussetzungen eine wesentliche Grundlage. Daher wurden umfangreiche Untersuchungen der Böden im Arboretum und an einigen Küstenabschnitten durchgeführt. Während unserer drei Aufenthalte auf den Brijuni-Inseln wurden Felduntersuchungen durchgeführt, Datenmaterial für eine ökologische Evaluierung gesammelt und Proben geworben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Entstehungsgeschichte des Arboretums und dessen aktuellen, desolaten Zustand ein, woraus sich die Forschungsfrage nach der ökologischen Eignung für das geplante Konzept ergibt.
2. Charakteristik des Untersuchungsgebietes: Es werden die geographischen, klimatischen und besiedlungsgeschichtlichen Rahmenbedingungen der Brijuni-Inseln dargelegt und die geologische Beschaffenheit erläutert.
3. Material und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die Vorgehensweise bei der Probenahme sowie die im Labor angewandten physikalischen und chemischen Analyseverfahren.
4. Ergebnisse und Diskussion: Die erhobenen Daten aus den verschiedenen Bodenprofilen werden hier präsentiert, diskutiert und hinsichtlich ihrer mineralogischen und chemischen Eigenschaften ausgewertet.
5. Vergleichende bodenkundliche Diskussion: Die Böden des Untersuchungsgebietes werden bodensystematisch eingeordnet und mit international anerkannten Referenzwerten (FAO) verglichen.
6. Abschließende Betrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt konkrete Empfehlungen für eine zukünftige, ökologisch nachhaltige Nutzung des Areals.
Schlüsselwörter
Arboretum, Brijuni, Bodenkunde, Terra Rossa, Bodentyp, Bodenprofil, Bodenanalyse, Tonmineralogie, Geologie, Standortevaluierung, Pflanzenwachstum, Wasserhaushalt, Korngrößenverteilung, ökologische Nachhaltigkeit, Landnutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der bodenkundlichen Untersuchung des Arboretums „Putevima mira“ auf der Insel Veliki Brijuni, um den Zustand des Standorts zu bewerten und Möglichkeiten für eine zukünftige Neugestaltung zu prüfen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Bodeneigenschaften, der Klassifizierung der vorliegenden Terra Rossa Böden, dem Einfluss des Küstenstandorts auf das Bodenmilieu sowie der ökologischen Eignung für exotische Pflanzenarten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel besteht darin zu evaluieren, ob der ursprüngliche Grundgedanke der Initiatoren, eine Vielzahl internationaler Pflanzenarten an diesem Standort zu kultivieren, unter den gegebenen bodenkundlichen und klimatischen Bedingungen realisierbar und tragfähig ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wurden umfangreiche Felduntersuchungen (Schlagbohrungen, Profilgruben) sowie labortechnische Analysen durchgeführt, darunter Röntgendiffraktometrie für Mineralphasen, Korngrößenanalysen, pF-Kurven zur Bestimmung der Wasserverfügbarkeit und chemische Analysen (z.B. pH-Wert, KAK, Gesamtgehalte).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Kartenwerk des Arboretums, die detaillierte Beschreibung der aufgenommenen Bodenprofile (1–6) sowie ein umfangreicher Vergleich dieser Daten untereinander und mit externen Referenzprofilen (FAO-Klassifikation) präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Arboretum, Brijuni, Bodenkunde, Terra Rossa, Bodentyp, Bodenprofil, Bodenanalyse, Tonmineralogie und Standortevaluierung geprägt.
Warum ist die „dichte Tonschicht“ im Arboretum problematisch?
Die hohe Dichte und der signifikante Tongehalt in tieferen Schichten behindern das Wurzelwachstum der Pflanzen und führen zudem dazu, dass das verfügbare Bodenwasser mit einem zu hohen Potential festgehalten wird, was für viele Pflanzenarten (insbesondere nicht autochthone Arten) unüberwindbare Saugspannungen erzeugt.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für die Zukunft des Arboretums?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das ursprüngliche Konzept der weltweiten Artenvielfalt aufgrund der pedologischen Barrieren ökologisch nicht tragfähig ist und empfiehlt stattdessen eine Neugestaltung mit mediterranen Pflanzen, die an die lokalen Boden- und Klimaverhältnisse angepasst sind.
- Citation du texte
- Tomislav Erstic (Auteur), 2005, Die Böden des Arboretums auf Brijuni / Kroatien. Eine Planungshilfe für die Neugestaltung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46524