Der europäische Luftverkehr weist nach Schätzungen der Europäische Kommission ein jährliches Wachstum von ca. 7% (gemessen in Personenkilometern) seit 1980 auf und es wird von einer Verdopplung des derzeitigen Verkehrsaufkommens bis zum Jahre 2010 ausgegangen (vgl. Europäische Kommission 2001, 42). Gerade die Entwicklung der Low-Cost-Carrier beweist die Dynamik und Attraktivität dieser Branche, welche folgend näher untersucht werden soll. Dabei wird die Branchenstruktur auf Basis des Modells der Five-Forces von Porter analysiert (vgl. Porter 1990), wonach das Zusammenspiel fünf zentraler Einflussfaktoren den Wettbewerb und die Rentabilität der Branche definiert. Dem Analyseraster entsprechend erfolgt im zweiten Kapitel die Betrachtung dieser fünf
Komponenten (vgl. Porter 1990, 26). Der Focus dieser Arbeit richtet sich auf den Linienverkehr im Bereich des Personentransports innerhalb des europäischen Luftraumes, wobei im dritten Kapitel die Wettbewerbswirkung strategischer Allianzen sowie das
Phänomen der Low-Cost-Carrier untersucht werden. Im weiteren Verlauf wird versucht, zukünftige Entwicklungstendenzen der Branche aus den Branchenstrukturmerkmalen abzuleiten. Das vierte Kapitel soll die zuvor gewonnenen Erkenntnisse noch einmal kurz zusammenfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Gang der Arbeit
2. Branchenanalyse – Porters „Five Forces“
2.1. Produktbeschreibung und Marktabgrenzung
2.2. Die Verhandlungsmacht der Abnehmer
2.3. Die Verhandlungsstärke der Zulieferer
2.4. Die Bedrohung durch Substitute
2.5. Die Gefahr des Markteintrittes potentieller Konkurrenten
2.6. Der Wettbewerb zwischen den einzelnen Anbietern
3. Branchenentwicklungen und -aussichten
3.1. Die Bedeutung strategischer Allianzen
3.2. Strategie und Entwicklung der Low-Cost-Carrier
3.3. Perspektiven und Herausforderungen für die Luftfahrt
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit analysiert die strukturellen Gegebenheiten der europäischen Luftverkehrsbranche unter Anwendung von Porters „Five Forces“-Modell, um aktuelle Entwicklungstendenzen sowie die Strategien etablierter Airlines und Low-Cost-Carrier kritisch zu untersuchen und zukünftige Marktaussichten zu bewerten.
- Strukturanalyse des europäischen Luftverkehrsmarktes mittels Porter-Modell
- Untersuchung der Wettbewerbswirkung strategischer Allianzen
- Evaluation der Kostenführerschaftsstrategien von Low-Cost-Carriern
- Identifikation von Wachstumstreibern und Markteintrittsbarrieren
- Analyse der regulatorischen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Auszug aus dem Buch
2.2. Die Verhandlungsmacht der Abnehmer
Im Linienverkehr lassen sich die Kundensegmente in Privat- und Geschäftsreisende unterteilen, wobei ihnen unterschiedliche Präferenzen bzgl. Reisezeit und –komfort sowie unterschiedliche Preiselastizitäten zugeordnet werden (vgl. Schmitt, 2003, 24). Geschäfts reisende zeigen tendenziell eine höher Zahlungsbereitschaft und Zeit- bzw. Geschwindigkeits präferenz, für Privatreisende ist dagegen der Preis das dominierende Entscheidungskriterium.
Viele Merkmale der Luftverkehrsbranche deuten auf eine eher geringe Marktmacht der Abnehmer. Denn obwohl sie angesichts der steigenden Marktpräsenz von Low-Cost-Carriern vermehrt Preissenkungen verlangen und Bereitschaft zum Verzicht auf bestimmte Servicedetails zeigen, belegt der geringe (technische) Differenzierungsgrad der Dienst leistung Fliegen, die geringe Konzentration der Abnehmer sowie ihr eher geringes Abnahme -volumen (abgesehen von Großkunden wie ganze Unternehmen o. ä.) die im Vergleich zu den Anbietern geringe Verhandlungsmacht der Kunden. Weiterhin kann mit Rückwärts integration nicht glaubhaft gedroht werden, ein vollkommener Verzicht erscheint unmöglich (insbesondere für Geschäftsreisende internationaler Unternehmen) und der Informationstand der Kunden ist eher als niedrig einzustufen. Die Nachfrage nach Flugleistung zeigt sich empfindlich gegenüber externen Schocks, wie ihre Rückgänge infolge von Terroranschlägen, Krisen bzw. Kriege und Krankheiten der letzten Jahre beweisen. Als ein Zeichen für zunehmende Verhandlungsmacht kann die steigende Nachfrage von Geschäftskunden nach No-Frills-Flügen gedeutet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Gang der Arbeit: Einführung in das Wachstum der Branche und methodischer Überblick zur Analyse mittels des Porter-Modells.
2. Branchenanalyse – Porters „Five Forces“: Detaillierte Untersuchung der fünf Wettbewerbsfaktoren, inklusive Produktmerkmale, Abnehmer- und Lieferantenmacht, Substitute sowie Markteintrittsbarrieren.
3. Branchenentwicklungen und -aussichten: Analyse der Rolle strategischer Allianzen und der wachsenden Marktbedeutung der Low-Cost-Carrier sowie Ausblick auf zukünftige Herausforderungen.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass trotz Liberalisierung bisher weder vollständiger Wettbewerb noch globale Airlines existieren, bei gleichzeitiger Tendenz zur Konsolidierung.
Schlüsselwörter
Luftverkehrsbranche, Five Forces, Low-Cost-Carrier, Strategische Allianzen, Wettbewerb, Kostenführerschaft, Markteintrittsbarrieren, Liberalisierung, Luftverkehrsmarkt, Slotvergabe, Preiselastizität, Kundenpräferenzen, Konsolidierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Rahmenbedingungen, Wettbewerbsstrukturen und Strategien der europäischen Luftverkehrsbranche unter besonderer Berücksichtigung des Modells nach Porter.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Felder umfassen die Branchenstruktur, die Marktstrategien etablierter Airlines, das spezifische Geschäftsmodell von Low-Cost-Carriern sowie die Auswirkungen von Allianzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zukünftige Entwicklungstendenzen innerhalb des europäischen Luftraums aus den vorliegenden Strukturmerkmalen der Branche abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Autorin verwendet primär das „Five Forces“-Modell von Michael E. Porter, ergänzt durch aktuelle branchenspezifische Literatur und statistische Daten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Branchenanalyse basierend auf den fünf Porter-Kräften sowie eine Darstellung von Branchentrends, wie etwa der Allianzbildung und dem Aufstieg der Billigflieger.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Luftverkehrsmarkt, Low-Cost-Carrier, strategische Allianzen, Markteintrittsbarrieren, Kostenführerschaft und Branchenkonsolidierung.
Welche Rolle spielen Low-Cost-Carrier in der Arbeit?
Low-Cost-Carrier werden als bedeutende Newcomer identifiziert, die durch Rigoroses Kostenmanagement und Point-to-Point-Verbindungen massiven Druck auf etablierte Anbieter ausüben.
Warum sind strategische Allianzen laut Autorin problematisch?
Obwohl sie Synergien schaffen, werden Allianzen als „second-best“-Lösungen betrachtet, da sie den Wettbewerb einschränken und bei finanziellen Schwierigkeiten eines Partners Risiken für die Allianzpartner bergen können.
- Quote paper
- Katy Bauer (Author), 2004, Entwicklungstendenzen und Strategien in der Luftverkehrsbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46535