In dieser Arbeit erfolgt eine Analyse der Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes auf die strategische Planung in der Behindertenhilfe.
Die Analyse greift auf Erkenntnisse des strategischen Managements zurück. Im Fokus stehen das Teilsystem der strategischen Planung und dessen Komponenten. Ziel ist die Konzeptionierung eines Phasenschemas, welches für die Anwendung in sozialwirtschaftlichen Unternehmen geeignet ist.
Darauf aufbauend wird auf die einzelnen Komponenten des strategischen Planungsprozesses eingegangen. Erkenntnisse und Quellenangaben der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre dominieren hier. Im Verlauf wird allerdings die Perspektive der Sozialwirtschaft eingenommen und auf deren Bedingungen ausführlich eingegangen. Es werden wesentliche Voraussetzungen dargelegt, die eine Analyse der Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes auf die strategische Planung in der Behindertenhilfe ermöglichen.
Das vierte Kapitel umfasst eine Darstellung der sozialen und politischen Entwicklungen in der Behindertenhilfe. Im Weiteren wird der Fokus auf die Entwicklung von stationären und ambulanten Wohnformen der Eingliederungshilfe gelenkt. Neben einem historischen Abriss steht die Analyse von Fallzahlen und Ausgaben der Eingliederungshilfe im Mittelpunkt. Hierüber wird skizziert, welche Entwicklungen zur Einführung des Bundesteilhabegesetzes geführt haben. In diesem Kapitel findet ebenfalls eine Darstellung der wesentlichen Reformschritte des Bundesteilhabegesetzes statt.
Im fünften Kapitel wird verdeutlicht, welche Auswirkungen das Bundesteilhabegesetz auf die strategische Planung in der Behindertenhilfe hat. Beginnend mit der strategischen Zielbildung wird der Blick auf die branchen- bzw. wettbewerbsspezifische Unternehmensumwelt gerichtet. Von hier aus werden strategische Ressourcen identifiziert und darauf aufbauend ein exemplarisches Stärken-Schwächen-Profil entwickelt. Um die Ergebnisse weiter zu konkretisieren, wird abschließend mit der Strategie der Differenzierung eine strategische Option skizziert.
Im sechsten Kapitel erfolgt ein Fazit der wichtigsten Ergebnisse. Außerdem wird eine kritische Reflexion des Themas vorgenommen und ein Ausblick auf weitergehende Handlungsfelder gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziele und Vorgehensweise
2 Strategisches Management und strategische Planung
2.1 Grundlagen zum Strategiebegriff
2.2 Strategisches Management
2.3 Strategische Planung
2.4 Theoretische Konzepte
2.4.1 Der marktorientierte Ansatz (Market-based View)
2.4.2 Der ressourcenorientierte Ansatz (Resourced-based View)
2.4.3 Der evolutionstheoretische Ansatz
2.4.4 Vergleich der Ansätze
2.5 Sozialwirtschaftliche Besonderheiten
3 Strategischer Planungsprozess
3.1 Komponenten des strategischen Planungsprozesses
3.2 Strategische Zielbildung
3.2.1 Besonderheiten der sozialwirtschaftlichen Zielbildung
3.2.2 Die Stakeholder Sozialer Unternehmen
3.3 Umweltanalyse
3.3.1 Globale Umwelt
3.3.2 Branchen- bzw. Wettbewerbsumwelt
3.4 Unternehmensanalyse
3.4.1 Ermittlung von Stärken und Schwächen
3.4.2 Wertorientierter Ansatz
3.4.3 Ressourcen- und kompetenzorientierte Analyse
3.4.4 Klassischer Ansatz
3.4.5 Vergleich und Bewertung der strategischen Potentiale
3.4.6 Erstellung des Stärken-Schwächen-Profils
3.5 Strategische Optionen
3.5.1 Strategische Optionen auf der Gesamtunternehmensebene
3.5.2 Strategische Optionen auf der Geschäftsfeldebene
3.5.2.1 Strategie der Kostenführerschaft
3.5.2.2 Strategie der Differenzierung
3.5.2.3 Fokussierung und Nischenstrategie
3.6 Strategische Wahl
3.7 Strategieimplementation
3.8 Zusammenfassung
4 Behindertenhilfe und Bundesteilhabegesetz
4.1 Träger der Behindertenhilfe
4.1.1 Öffentliche Träger
4.1.2 Freie Träger
4.2 Entwicklungen in der Behindertenhilfe
4.2.1 Eingliederungshilfeleistungen
4.2.2 Entwicklung stationärer Hilfen
4.2.3 Ambulante Hilfen als Alternative
4.2.4 Zusammenfassung
4.3 Das Bundesteilhabegesetz
4.4 Sozialwirtschaftlich bedeutsame Dimensionen des Bundesteilhabegesetzes
4.4.1 Trennung der Leistungen zur Teilhabe und Leistungen zum Lebensunterhalt
4.4.2 Stärkung der Leistungsberechtigten und Steuerungsfunktion der Leistungsträger
4.4.3 Schnittstelle Eingliederungshilfe und Pflege
5 Auswirkungen auf die strategische Planung
5.1 Zielbildung
5.2 Umweltanalyse
5.3 Unternehmensanalyse
5.3.1 Identifikation strategischer Potentiale
5.3.2 Erstellung des Stärken-Schwächen-Profils
5.4 Differenzierung als strategische Option
6 Schlusswort
6.1 Fazit
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den strategischen Planungsprozess in sozialwirtschaftlichen Unternehmen und analysiert dabei konkret die Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes auf die strategische Planung in der Behindertenhilfe. Ziel ist es, ein für Sozialunternehmen geeignetes Phasenschema zu konzeptionieren, um auf die veränderten sozialpolitischen Rahmenbedingungen reagieren zu können.
- Grundlagen des strategischen Managements und der strategischen Planung.
- Besonderheiten sozialwirtschaftlicher Organisationen und deren Einfluss auf Planungsprozesse.
- Analyse des Bundesteilhabegesetzes und seiner Auswirkungen auf die Behindertenhilfe.
- Instrumente zur Unternehmensanalyse und strategischen Differenzierung in der Sozialwirtschaft.
- Verbindung von Leistungssteuerung, Finanzierung und strategischer Neuorientierung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausgangssituation
Am 01. Januar 2017 ist das Bundesteilhabegesetz in Kraft getreten. Mit der Einführung des Bundesteilhabegesetzes geht eine Veränderung sozialpolitischer Rahmenbedingungen einher, die insbesondere für das Arbeitsfeld der Behindertenhilfe mit erheblichen Strukturveränderungen verbunden ist. Hinzu kommt, dass die Regelungen des Bundesteilhabegesetzes in Verbindung mit den Neuregelungen der Pflegestärkungsgesetze betrachtet werden müssen. Aus dieser Perspektive verändern sich für Einrichtungen und Dienste, die Leistungen der Eingliederungshilfe erbringen, sowohl die Anforderungen an die Leistungserstellung als auch die Beschaffenheit ihres Marktumfeldes.
Es werden Überlegungen notwendig, die eine strategische (Neu-) Positionierung zum Inhalt haben. In diesem Kontext stehen die Leistungserbringer vor der Herausforderung, sich auf veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Daher gilt es, sowohl strategische als auch operative Anpassungsmaßnahmen zu analysieren, zu planen und gegebenenfalls umzusetzen (Nagy, 2017b, S.5).
In der Gesamtschau lässt sich vermuten, dass die Planung und Entwicklung geeigneter Strategien, als Antwort auf die durch das Bundesteilhabegesetz veränderten Rahmenbedingungen, eine Herausforderung für die meisten sozialwirtschaftlichen Unternehmen darstellt. Um beurteilen zu können welchen Einfluss diese Veränderungen auf die Handlungsfelder von sozialwirtschaftlichen Unternehmungen haben, bietet sich die strategische Planung als informationsverarbeitender Prozess an. In diesem Prozess lassen sich Analysen durchführen, Entscheidungen begründen und Strategien planen. Hier ist die fachliche Relevanz des hier behandelten Themas zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation nach Einführung des Bundesteilhabegesetzes und definiert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Strategisches Management und strategische Planung: Erörtert grundlegende Managementbegriffe und theoretische Konzepte (Marktorientierung, Ressourcenorientierung, Evolutionstheorie) sowie die spezifischen Anforderungen sozialwirtschaftlicher Organisationen.
3 Strategischer Planungsprozess: Detailliert die Komponenten des Planungsprozesses wie Zielbildung, Umwelt- und Unternehmensanalyse sowie die Ableitung strategischer Optionen für Sozialunternehmen.
4 Behindertenhilfe und Bundesteilhabegesetz: Analysiert das System der Behindertenhilfe, aktuelle Entwicklungen wie den Trend zur Ambulantisierung und die zentralen Reforminhalte des Bundesteilhabegesetzes.
5 Auswirkungen auf die strategische Planung: Verknüpft die Erkenntnisse aus der Analyse des Bundesteilhabegesetzes mit dem strategischen Planungsprozess, mit Fokus auf Zielbildung, Umwelt- und Unternehmensanalyse sowie Strategieoptionen.
6 Schlusswort: Fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen, reflektiert das Vorgehen kritisch und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Handlungsfelder.
Schlüsselwörter
Strategische Planung, Sozialwirtschaft, Bundesteilhabegesetz, Behindertenhilfe, Strategisches Management, Unternehmensanalyse, Umweltanalyse, Eingliederungshilfe, Differenzierung, Ressourcen, Kernkompetenzen, Stakeholder, Zielbildung, Sozialraumorientierung, Ambulantisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit analysiert, wie das Bundesteilhabegesetz die strategische Planung von Einrichtungen der Behindertenhilfe beeinflusst und welche Anpassungsstrategien für Sozialunternehmen daraus resultieren.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen strategisches Management in der Sozialwirtschaft, die Komponenten des Planungsprozesses, die Reformschritte des Bundesteilhabegesetzes und deren praktische Auswirkungen auf die Unternehmenssteuerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Konzeptionierung eines Phasenschemas für den strategischen Planungsprozess, das spezifisch auf die Besonderheiten und Anforderungen sozialwirtschaftlicher Unternehmen zugeschnitten ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine fundierte literaturbasierte Analyse und Zusammenführung bestehender betriebswirtschaftlicher Modelle mit der spezifischen Situation in der Sozialwirtschaft, um daraus ein praxistaugliches Modell für die strategische Planung abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung strategischen Managements, die Prozessmodellierung der strategischen Planung, die Analyse der politischen und sozialen Veränderungen durch das Bundesteilhabegesetz sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die strategische Unternehmensführung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Strategische Planung, Sozialwirtschaft, Bundesteilhabegesetz, Behindertenhilfe und Differenzierungsstrategien charakterisieren.
Welche Konsequenzen hat die Trennung von Teilhabeleistungen und Lebensunterhalt?
Diese gesetzliche Neuerung zwingt Unternehmen dazu, ihre bisherigen Gesamtpaket-Einrichtungskonzepte zu überarbeiten, da Fachleistungen und Existenzsicherung nun getrennt kalkuliert und finanziert werden müssen.
Warum ist eine spezielle Differenzierungsstrategie für Sozialunternehmen relevant?
Da Sozialunternehmen sich oft nicht über den Preis (Kostenführerschaft) definieren können, ist die Differenzierung über Qualität, Personenbezug und eine spezialisierte Sozialraumorientierung entscheidend für den nachhaltigen Erfolg und die Kundenbindung.
- Arbeit zitieren
- Alexander Biro (Autor:in), 2017, Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes auf die strategische Planung in der Behindertenhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465351