In der folgenden Hausarbeit möchte ich näher auf die Entstehung von Werten und die Weitergabe dieser eingehen sowie zwei Thesen zum Wertewandel der westlichen Gesellschaft vorstellen. Hierbei beziehe ich mich größtenteils auf den bereits oben genannten Forscher Inglehart sowie den Sozialwissenschaftler Klages, welcher von einem mehrdimensionalen Wertewandel ausgeht.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenzahlen sind so niedrig wie kaum zuvor, das Bildungsangebot wird immer besser, unsere Gesellschaft wird demokratisiert, wir werden immer mobiler, können durch soziale Medien wie Facebook und Twitter mit Massen kommunizieren und uns vor neuen technologischen Entwicklungen, wie beispielsweise dem Internet, Computern, Laptops, Handys, Tablets und so weiter kaum retten. Doch wo führt diese allgemeine Wohlstandssteigerung hin?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 Werte
2.2 Materialismus
2.3 Postmaterialismus
3. Werte
3.1 Entstehung von Werten
3.2 Prägung von Werthaltungen von Kindern und Jugendlichen
3.2.1 Die Familie
3.2.2 Die Gleichaltrigen (Peers)
3.2.3 Die Massenmedien
3.2.4 Die Schule
3.3 Sozialisation im Erwachsenenalter
4. Die Wertsubstitution
4.1 Auswirkungen
4.2 Inglehart Index
5. Die Wertsynthese
5.1 Die Wertetypen
5.2 Phasen des Wertewandels
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wertewandel in der westlichen Gesellschaft, insbesondere den Übergang von materialistischen zu postmaterialistischen Werten, und analysiert die Ursachen sowie die psychologischen Hintergründe dieses Phänomens.
- Grundlagen und Definitionen von Werten, Materialismus und Postmaterialismus.
- Die Entstehung und soziale Prägung von Werthaltungen bei Kindern und Jugendlichen.
- Die Theorie der Wertsubstitution nach Ronald Inglehart und deren Mangel- sowie Sozialisationshypothese.
- Empirische Erfassung des Wertewandels durch den Inglehart-Index.
- Das Modell der Wertsynthese nach Klages als Ergänzung zur klassischen Theorie.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Die Gleichaltrigen (Peers)
In den sogenannten Peer–groups sammeln Kinder ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit gleichberechtigten Beziehungen. Zuhause und in der Schule sind sie den Erwachsenen immerzu untergeordnet, die Beziehungen sind asymmetrisch. Gegenüber ihren Peer-groups sind sie jedoch sozial gleichgestellt, was zum Erlernen von Normen des Teilens und der Reziprozität führt. Bis die Kinder das Schulalter erreich haben, „haben sie weitere Überzeugungen, Normen und Werte verinnerlicht“ (Geulen, 2001, S.136). Hierzu gehören beispielsweise die Freundschaft und das Verhalten, die erforderlich sind, um diese zu führen. Die Kinder wissen nun, was sie von einem Freund erwarten können und wie sie sich ihm gegenüber zu verhalten haben. In der Grundschulzeit bilden sich meist nur gleichgeschlechtige Peer-groups. Jungen tendieren eher dazu, größere Gruppen zu bilden und widmen sich oftmals wettbewerbsorientierten Spielen, meistens rund um den Sport. Mädchen hingegen sind Teil kleinerer Peer groups. Nun fangen die Kinder an eine soziale Struktur zu bilden. Demnach „pflegen, prüfen und bewahren“ sie Freundschaften und „entwickeln eine soziale Identität durch Interaktion mit Gleichaltrigen“ (Geulen, 2001, S.137). Im letzten Abschnitt des Jugendalters zwischen Pubertät und Erwachsenenalter gewinnen das Akzeptiert Werden von einer Gruppe, die Beliebtheit in dieser und die Gruppensolidarität immer mehr an Bedeutung. Während Jungen in dieser Zeit meist mit einer Gruppe gleichgeschlechtiger Freunde zusammen sind, legen Mädchen eher Wert auf eine enge, beste Freundin, mit der sie über ihre Probleme, Sorgen und Ängste sprechen können. Sowohl Jungen als auch Mädchen suchen sich Freunde beziehungsweise Freundinnen „vorwiegend aus der gleichen Altersgruppe, der gleichen sozialen Schicht und ethnischen Gruppe“ aus (Geulen, 2001, S.137). Um ihre Identität zum Ausdruck zu bringen entwickeln Jugendliche eine Handvoll Symbole wie die Art zu Sprechen, den Musikstil, die Frisur oder den Kleidungsstil. Mithilfe dieser Handlungen bilden sie Urteile, steuern ihr Verhalten und entwickeln ihre Denkweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der gesellschaftlichen Wohlstandssteigerung ein und stellt die Hypothese des Wertewandels nach Ronald Inglehart vor.
2. Begriffserklärung: Hier werden die zentralen Termini Werte, Materialismus und Postmaterialismus definiert und wissenschaftlich eingeordnet.
3. Werte: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung von Werten sowie deren Weitergabe durch Familie, Gleichaltrige, Massenmedien, Schule und im Erwachsenenalter.
4. Die Wertsubstitution: Es werden die Mangel- und Sozialisationshypothese von Inglehart dargestellt, die den Wandel von materialistischen zu postmaterialistischen Werten begründen, sowie die Auswirkungen und Messbarkeit durch den Inglehart-Index diskutiert.
5. Die Wertsynthese: Der Ansatz von Klages wird präsentiert, der alte und neue Werte als produktive Wechselwirkung begreift und verschiedene Wertetypen sowie Phasen des Wandels differenziert.
6. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die potenzielle Reversibilität des Wertewandels angesichts globaler Krisen.
Schlüsselwörter
Wertewandel, Postmaterialismus, Materialismus, Inglehart, Klages, Sozialisation, Bedürfnispyramide, Werte, Lebensstil, Gesellschaft, Stille Revolution, Wertesynthese, Wertsubstitution, Persönlichkeitsbildung, Wirtschaftspsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel von Wertvorstellungen in westlichen Gesellschaften, speziell mit dem Übergang von materialistisch geprägten Zielen hin zu postmaterialistischen Werten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Entstehung von Werten, die Einflussfaktoren der Sozialisation (Familie, Medien, Schule) sowie die Theorien zum Wertewandel von Inglehart und Klages.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Entstehung und Weitergabe von Werten zu beleuchten und zwei wesentliche Thesen zum Wertewandel der westlichen Gesellschaft gegenüberzustellen und zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse soziologischer und psychologischer Konzepte sowie die Auswertung empirischer Studien zur Wertorientierung über verschiedene Generationen hinweg.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Sozialisation und Prägung von Werten sowie die detaillierte Darstellung der Wertsubstitution (Inglehart) und der Wertsynthese (Klages).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Wertewandel, Postmaterialismus, Inglehart-Index, Sozialisation, Maslowsche Bedürfnispyramide und Wertsynthese.
Wie definiert Inglehart den Begriff "Postmaterialismus"?
Er beschreibt damit eine Lebenseinstellung, bei der auf der Basis einer sicheren Existenz das Streben nach Werten wie Freiheit, Selbstverwirklichung, Umweltschutz und politischer Mitbestimmung an Bedeutung gewinnt.
Wie unterscheidet sich die Wertsynthese von der Wertsubstitution?
Während die Wertsubstitution eine Ersetzung alter durch neue Werte annimmt, postuliert die Wertsynthese nach Klages, dass alte und neue Werte nebeneinander bestehen und eine produktive Wechselwirkung eingehen können.
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- Anonym (Autor), 2015, Postmaterialismus. Definition, Erfassung, Entwicklung, Ursachen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465443