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Minderheitenschutz beim Rückzug der AG von der Börse (Delisting). Die Entwicklung der Rechtsprechung und gesetzgeberische Reaktion

Titel: Minderheitenschutz beim Rückzug der AG von der Börse (Delisting). Die Entwicklung der Rechtsprechung und gesetzgeberische Reaktion

Studienarbeit , 2018 , 33 Seiten , Note: 16,5

Autor:in: Moritz Lenz (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Werk untersucht das rechtsdogmatische und rechtspolitische Schutzbedürfnis von Anlegern und Minderheitsaktionären beim Rückzug der Aktiengesellschaft von der Börse (Delisting). Es beleuchtet kritisch die Rechtsprechungsentwicklung und beurteilt die jüngste gesetzgeberische Reform. Dabei werden rechtsvergleichende, methodologische und teleologische Erwägungen beleuchtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Delisting: Definition und Problematik

I. Die Formen des Delistings

1. Kaltes Delisting

2. Partielles Delisting

3. Downlisting

II. Problemaufriss: Negative Folgen des Delistings für Minderheitsaktionäre

C. Minderheitenschutz in der Rechtsprechung

I. Die Ausgangssituation vor Macroton: Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrecht

II. Macroton – Eine auf Art. 14 GG gestützte Rechtsfortbildung

1. Hauptversammlungsbeschluss

2. Erwerbsangebot

3. Kritik

a) Hinsichtlich der Schutzmittel

b) Art. 14 GG als Basis der Rechtsfortbildung

aa) Interpretation der BVerfG-Rechtsprechung

bb) Kein Schutz von Erwerbschancen/wertbildenden Faktoren

cc) Einfachgesetzlich begründete Rechtsfortbildung

III. Die Reichweite des Eigentumsschutzes – Klärung durch das BVerfG

1. Untauglichkeit des Art. 14 GG als Rechtsgrundlage

2. Verfassungsmäßigkeit der Rechtsfortbildung

IV. Die Frosta Entscheidung – Umsturz der Rechtsfortbildung

1. Entscheidung

2. Bewertung

D. Die Reform des § 39 BörsG im Wege der Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie

I. Intention des Gesetzgebers – Schutzbedürfnis der Anleger

II. Kapitalmarktrechtliche Lösung

1. Kein Hauptversammlungsbeschluss

2. Pflichtangebot

a) Bezugspunkt Börsenkurs

b) Ausnahmen in Abs. 3 Sätze 3 und 4

aa) Abs. 3 Satz 4 – eingeschränkte Liquidität

bb) Abs. 3 Satz 3 – nicht unwesentliche Kursverzerrung

c) Zwischenfazit

III. Downlisting

IV. Partielles Delisting

V. Vereinbarkeit mit der europarechtlichen Kapitalverkehrsfreiheit

VI. Rechtsschutz

1. Anspruchslösung

2. Kein Spruchverfahren

VII. Rechtsvergleichende Überlegungen

VIII. Ergänzende Alternativen

E. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Minderheitenschutz beim Börsenrückzug (Delisting) von Aktiengesellschaften. Sie analysiert die problematische Rechtsprechungsentwicklung von den „Macrotron“- und „Frosta“-Entscheidungen bis hin zur gesetzlichen Neuregelung des § 39 BörsG und untersucht, ob diese Reformen einen angemessenen Ausgleich zwischen den Interessen der Gesellschaft und dem Schutz der Anlegerinteressen gewährleisten.

  • Entwicklung und Dogmatik des Minderheitenschutzes beim Delisting
  • Kritische Analyse der Rechtsprechung (BGH und BVerfG)
  • Die Reform des § 39 BörsG und das neue Pflichtangebot
  • Rechtsschutzmöglichkeiten für Minderheitsaktionäre
  • Rechtsvergleichende Perspektiven und europarechtliche Implikationen

Auszug aus dem Buch

A. Einleitung

„Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes, welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung“. Nicht zu selten – und wohl auch nicht zu Unrecht – wurde der Versuch, effektiven und dogmatisch einwandfreien Minderheitenschutz beim Börsenrückzug der AG zu gewähren, als Odyssee bezeichnet. Ob das Delisting mit dem Gesetz zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie und der darin getroffenen Modifikation des § 39 BörsG nun tatsächlich abschließend und endgültig geregelt ist, steht wohl in den Sternen. Jedenfalls lässt sich hoffen, dass die diesbezügliche „Irrfahrt“ des Kapitalmarkt- und Gesellschaftsrechts nun ein Ende gefunden hat.

Seit der Einführung des Börsenrückzugs auf Antrag des Emittenten („reguläres Delisting“) im Jahre 1998 über den § 43 Abs. 4 BörsG a.F. versuchten sich Literatur und Rechtsprechung an einer Lösung, die einen angemessenen Ausgleich zwischen Aktionärsinteressen und unternehmerischer Delistingentscheidung der AG schafft.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Minderheitenschutzes beim Börsenrückzug ein und skizziert den Weg von der richterlichen Rechtsfortbildung hin zur gesetzlichen Neuregelung durch das Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie-Gesetz.

B. Delisting: Definition und Problematik: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen Delisting-Formen und analysiert die negativen Externalitäten für Minderheitsaktionäre, insbesondere den Verlust der Fungibilität und der Bewertungsfunktion des Börsenkurses.

C. Minderheitenschutz in der Rechtsprechung: Hier wird der historische Verlauf der Rechtsprechung beleuchtet, beginnend mit der Macrotron-Entscheidung des BGH, über die verfassungsrechtliche Einordnung durch das BVerfG, bis hin zum Umsturz der Rechtsfortbildung durch das Frosta-Urteil.

D. Die Reform des § 39 BörsG im Wege der Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie: Das zentrale Kapitel analysiert die gesetzgeberische Reaktion, insbesondere die Einführung des Pflichtangebots als kapitalmarktrechtliche Lösung, und bewertet die Berechnungsgrundlage sowie die Ausnahmen des neuen Regimes.

E. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die neue gesetzliche Lösung als einen pragmatischen Kompromiss, der zwar Mängel aufweist, aber zu einer deutlichen Klärung der Rechtslage geführt hat.

Schlüsselwörter

Delisting, Börsenrückzug, Minderheitenschutz, Macrotron, Frosta, § 39 BörsG, Pflichtangebot, Kapitalmarktrecht, Aktionärsschutz, Rechtsfortbildung, Börsenkurs, Transparenzrichtlinie, Fungibilität, Eigentumsschutz, Anlegerschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Minderheitenschutz bei börsennotierten Aktiengesellschaften, die sich von der Börse zurückziehen (Delisting), und analysiert dabei die Balance zwischen unternehmerischer Freiheit und dem Schutz der Anleger.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die dogmatische Herleitung des Aktionärsschutzes, die Evolution der BGH-Rechtsprechung, die gesetzliche Neuregelung im Börsengesetz sowie Fragen des Rechtsschutzes und der europarechtlichen Vereinbarkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung vom richterrechtlich geprägten Minderheitenschutz hin zur gesetzlichen Neuregelung nachzuvollziehen und zu bewerten, inwieweit das neue Recht einen angemessenen Interessenausgleich bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, basierend auf historischer, teleologischer und systematischer Auslegung von Gesetzen und der Auswertung der einschlägigen Fachliteratur sowie Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Meilensteine (Macrotron/Frosta), die Begründung der Rechtsfortbildung, die konkrete Umsetzung der Reform des § 39 BörsG sowie die Wirksamkeit des Pflichtangebots.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Delisting, Pflichtangebot, Anlegerschutz, Rechtsfortbildung, Börsenkurs und Kapitalmarktrecht charakterisiert.

Warum wird die Macrotron-Entscheidung des BGH als problematisch angesehen?

Die Problematik lag in der dogmatischen Herleitung eines Hauptversammlungsbeschlusses und Pflichtangebots direkt aus dem Eigentumsgrundrecht (Art. 14 GG), was durch das Bundesverfassungsgericht später als nicht tragfähig eingestuft wurde.

Was sind die Hauptkritikpunkte an der gesetzlichen Neuregelung des § 39 BörsG?

Kritisiert wird vor allem die Orientierung des Abfindungsangebots am (oft verzerrten) Börsenkurs statt am inneren Unternehmenswert sowie die Entscheidung des Gesetzgebers gegen ein Spruchverfahren zugunsten des KapMuG, was mit höheren Prozessrisiken für Anleger verbunden ist.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Minderheitenschutz beim Rückzug der AG von der Börse (Delisting). Die Entwicklung der Rechtsprechung und gesetzgeberische Reaktion
Hochschule
Universität Regensburg
Note
16,5
Autor
Moritz Lenz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
33
Katalognummer
V465501
ISBN (eBook)
9783668940703
ISBN (Buch)
9783668940710
Sprache
Deutsch
Schlagworte
minderheitenschutz rückzug börse delisting entwicklung rechtsprechung reaktion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Lenz (Autor:in), 2018, Minderheitenschutz beim Rückzug der AG von der Börse (Delisting). Die Entwicklung der Rechtsprechung und gesetzgeberische Reaktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465501
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Leseprobe aus  33  Seiten
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