Alleinerziehende stellen eine stetig wachsende Gruppe in der Gesellschaft dar. Ihre Anerkennung als Familienform hat sich progressiv entwickelt. Heutzutage geht es prinzipiell nicht mehr darum, ob diese Gruppe als Familienform akzeptiert wird, sondern darum, die Lebensumstände der Angehörigen dieser Familienform zu verbessern. Da sowohl die Gründe des Alleinseins als auch die soziale Zugehörigkeit von Alleinerziehenden verschieden sind, wäre es ein Fehler, die Probleme zu generalisieren ohne Berücksichtigung der spezifischen Lebensumstände. Ziel dieser Arbeit ist daher die Analyse der Lebensumstände von alleinerziehenden Studenten und die Suche nach Möglichkeiten, wie diese Lebensumstände in Bezug auf ihren Status als Studierende verbessert werden können.
Dieses Ziel setzt die Analyse der Lebensumstände von Alleinerziehenden in Deutschland allgemein voraus. Wie sehen die statistischen Daten von Alleinerziehenden in Deutschland aus? Mit welchen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen? Welche Ressourcen stehen ihnen zur Verfügung?
Antworten auf diese Fragen repräsentieren allgemeine Kenntnisse und Wege zur Analyse der Zielgruppe der alleinerziehenden Studierenden. Die Ergebnisse dieser Studie sollen einen Beitrag leisten zur Erleichterung von Leben und Studium alleinerziehender Studierender.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Begriffsklärung
2.1. Alleinstehende
2.2. Alleinerziehende
2.2.1. Allgemeine Definition
2.2.2. Entstehung und Entwicklung des Begriffs „Alleinerziehende“
3. Lebensumstände von Alleinerziehenden in Deutschland
3.1. Lebenssituation alleinerziehender Frauen
3.1.1. Alleinerziehende Mütter, Beruf und materielle Situationen
3.1.2. Alleinerziehende Mütter im Alltag
3.2. Lebenssituation alleinerziehender Männer
3.2.1. Alleinerziehende Väter, Beruf und materielle Situation
3.2.2. Alleinerziehende Väter im Alltag
4. Alleinerziehende in Deutschland
5. Lebensverhältnisse von Alleinerziehenden in West- und Ostdeutschland
5.1. Erwerbstätigkeit: Analyse des Arbeitsmarktes von Alleinerziehenden in Deutschland
5.1.1. Beteiligung am Erwerbsleben von Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren (2011)
5.2. Erwerbstätigkeit: Alleinerziehende in West- und Ostdeutschland
5.2.1. Schul- und Ausbildungsniveau von Alleinerziehenden in Deutschland
5.3. Die Wohnsituation von Alleinerziehenden
6. Ressourcen alleinerziehender Mütter und Väter
6.1. Finanzielle Unterstützungen des Staates
6.2. Besondere Wohnformen für alleinerziehende Mütter, Väter und Kinder.
6.3. Soziale Netzwerke
6.3.1. Primäre Netzwerke
6.3.2. Sekundäre Netzwerke
6.3.3. Tertiäre Sozialnetzwerke
7. Studentische Eltern und alleinerziehende Studierende
7.1. Fallbeispiel: Alleinerziehende Studentin aus München
7.2. Studieren mit Kind(ern) an der Hochschule Rhein-Main
7.2.1. Auswertung des Interviews mit der Frauenbeauftragten
7.2.2. Auswertung des Interviews mit der Vertreterin des AStA der Hochschule Rhein-Main
7.2.3. Auswertung des Interviews mit dem Vertreter der KHG Rüsselsheim
7.3. Auswertung der Umfrage für studierende Eltern und alleinerziehende Studierende an der Hochschule Rhein-Main
7.4. Alleinerziehende Studierende in Kamerun - ein Vergleich
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Lebensumstände von alleinerziehenden Müttern und Vätern in Deutschland, wobei der Fokus auf der spezifischen Situation von alleinerziehenden Studierenden an der Hochschule Rhein-Main liegt. Ziel ist es, Herausforderungen aufzuzeigen und Ansätze zur Verbesserung ihrer Lebens- und Studiensituation zu identifizieren.
- Statistische Analyse der Lebensverhältnisse von Alleinerziehenden
- Rechtliche und finanzielle Unterstützungsressourcen für Alleinerziehende
- Analyse der Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft
- Evaluation hochschulinterner Beratungsangebote
- Vergleichende Perspektive zu alleinerziehenden Studierenden in Kamerun
Auszug aus dem Buch
7.1. Fallbeispiel: Alleinerziehende Studentin aus München
„Morgens. Leise raschelnde Tapser in Richtung meines Bettes. Dann zwei kleine Hände, die in mein Gesicht patschen. Ich öffne ein Auge. Zwei blaue Augen strahlen mich an: „Mama!“. Ich linse auf meinen Radiowecker. Warum ich ihn jeden Tag stelle, weiß ich auch nicht so genau, aber es ist ja so, dass ich Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt. Halb sieben - hey, sie hat mich direkt schlafen lassen! Immerhin habe ich mich bis nachts um eins mit der Literatur der Ming-Zeit und den Vokabeln von Lektion 44 herumschlagen. Das gehört zum Sinologiestudium einfach dazu. „Mama! Aufstehen?“. Sie strahlt mir ins Gesicht. „Möcht essen!“. Was will man noch bei dieser Argumentation noch erwidern? Ich stehe auf und mache Frühstück. Wenn mir vor drei Jahren einer gesagt hätte, wie abhängig ich mal von koffeinhaltigen Heißgetränken sein würde, ich hätte ihn wohl für verrückt erklärt. Aber es hilft nichts, Kind muss angezogen und fertig gemacht werden, ich auch die Uni ruft. Schnell das Kind in der Kinderkrippe abgeliefert und ab zur U- Bahn. Manchmal sehne ich mich schon zurück, nach der Möglichkeit den Wecker einfach auszuschalten und noch mal zwei oder drei Stunden weiterzuschlafen.
Oder nach der Möglichkeit, das Kind einfach einem anwesenden Lebensabschnittspartner in die Hand zu drücken mit den Worten „Mach du heute mal“. Schlafmangel ist erstaunlicherweise ein Zustand, an den man sich gewöhnt. Schwieriger wird es, wenn ich selber mal krank werde. Das ist in den letzten Jahren Gott sei Dank nur zweimal der Fall gewesen, aber wenn man selber z. B. mit Magen- Darm- Grippe im Bett liegt, wird es schwer den Bedürfnissen eines Kindes gerecht zu werden. Gott sei Dank gibt es aber in solchen Fällen hilfsbereite Zeitgenossen. Im letzten Frühjahr habe ich mir auf dem Spielplatz den Knöchel angebrochen und musste Gips tragen. Da es schwierig ist, ein Kind, das gerade laufen kann, mit Krücken wieder anzufangen, hatte ich ein echtes Problem. Da erwies sich eine Erzieherin aus der Kinderkrippe als rettender Engel, die meine Tochter auf dem Weg einfach abgeholt hat. Die restliche Gipszeit konnte ich dann bei meiner Tante verbringen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition der Zielgruppe und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Lebensumstände alleinerziehender Studierender.
2. Begriffsklärung: Abgrenzung der Begriffe „Alleinstehende“ und „Alleinerziehende“ inklusive historischer Entwicklung.
3. Lebensumstände von Alleinerziehenden in Deutschland: Detaillierte Betrachtung der Lebenssituation von Müttern und Vätern, differenziert nach Geschlecht und Alltagssituation.
4. Alleinerziehende in Deutschland: Statistische Darstellung der Entwicklung und Verbreitung dieser Familienform.
5. Lebensverhältnisse von Alleinerziehenden in West- und Ostdeutschland: Analyse von Erwerbstätigkeit, Arbeitsmarkt, Bildungsniveau und Wohnsituation.
6. Ressourcen alleinerziehender Mütter und Väter: Überblick über staatliche Unterstützungsleistungen, Wohnformen und soziale Netzwerke.
7. Studentische Eltern und alleinerziehende Studierende: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen an Hochschulen inklusive Interviewauswertungen und internationalem Vergleich.
8. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Verbesserung der Situation für die Zielgruppe.
Schlüsselwörter
Alleinerziehende, Studierende Eltern, Vereinbarkeit von Studium und Kind, Hochschule Rhein-Main, Kinderbetreuung, Finanzielle Unterstützung, Soziale Netzwerke, Frauenbeauftragte, AStA, Arbeitsmarkt, Bildung, Wohnsituation, Rüsselsheimer Modell, Eineltern-Familie, Geschlechterrollen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelor-Arbeit untersucht die Lebensumstände alleinerziehender Mütter und Väter in Deutschland mit einem besonderen Fokus auf die speziellen Herausforderungen alleinerziehender Studierender an der Hochschule Rhein-Main.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die sozioökonomische Lage Alleinerziehender, staatliche Unterstützungsressourcen, soziale Netzwerke, die Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft sowie die Rolle von Hochschulinstitutionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die spezifischen Schwierigkeiten alleinerziehender Studierender aufzuzeigen und Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung ihrer Studiensituation an der Hochschule Rhein-Main zu erarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, Inhaltsanalyse von statistischen Daten sowie qualitative Interviews mit Vertretern der Hochschule (Frauenbeauftragte, AStA, KHG) und Befragungen Studierender.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse der Lebenssituation Alleinerziehender in Deutschland und eine spezifische Untersuchung der studentischen Elternschaft inklusive Fallbeispielen und Verbesserungsvorschlägen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Alleinerziehende, Studierende Eltern, Hochschule Rhein-Main, Vereinbarkeit Studium und Kind, Kinderbetreuung sowie soziale Netzwerke.
Welche Rolle spielt die Hochschule bei der Unterstützung?
Institutionen wie die Frauenbeauftragte und der AStA fungieren als zentrale Anlaufstellen für Beratung und Vernetzung, wobei die Arbeit kritisch den Bedarf an ausgebauter Unterstützung hervorhebt.
Was besagt das Rüsselsheimer Modell?
Das Rüsselsheimer Modell ist ein Projekt der KHG, das inspiriert von Mikrokredit-Ideen Darlehen für ausländische Studierende mit Kind ermöglichen soll, um finanzielle Barrieren abzubauen.
- Arbeit zitieren
- Aicha Ngambeket Mofing (Autor:in), 2013, Die Situation alleinerziehender Studierender, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465546