Ziel dieser Arbeit ist es, mit Hilfe des Candidate Experience Managements eine Möglichkeit für Unternehmen zu beschreiben, um im Recruiting auf dem Bewerbermarkt erfolgreich zu sein. Dazu gilt es unter anderem die Fragestellung zu beantworten, welche Bedürfnisse sowohl Bewerber als auch Unternehmen im Bewerbungsprozess vorweisen und in welchen Punkten sich diese gleichen oder auch Diskrepanzen auftreten. Zudem wird der Wandel im Personalmarketing erläutert und somit ein guter Rahmen für das Fokusthema dieser Arbeit das Candidate Experience Management gelegt.
Darauffolgend wird dieses theoretisch betrachtet und mit aktuellen Studienergebnissen untermauert. Anschließend wird der praktische Bezug hergeleitet und anhand der Methode der Candidate Journey der Weg des Bewerbers sowohl theoretisch, mit Hilfe des 6-Phasen-Modells, als auch praktisch anhand eines Beispiels veranschaulicht werden. Die Arbeit schließt mit einer kritischen Diskussion zum Beitrag, den Candidate Experience Management für einen erfolgreichen Rekrutierungsprozess leisten kann, ab.
Besonders in Zeiten des "War for Talents" hat sich der Arbeitsmarkt zu einem Bewerbermarkt verändert, in dem die Bedürfnisse des Bewerbers in den Vordergrund rücken. Damit einhergehend sehen sich Unternehmen den Herausforderungen aus dem demografischen Wandel, der Globalisierung und der Digitalisierung gegenüber, welche als Konsequenz in Form eines Fach- und Führungskräftemangels in Erscheinung treten. Somit ist es für Unternehmen von hoher Bedeutung bei potentiellen Kandidaten/innen einen ganzheitlich positiven Eindruck zu hinterlassen und sich über Differenzierungsmöglichkeiten erfolgreich auf dem Bewerbermarkt zu positionieren.
Ein Instrument, welches aufgrund der vorgenannten Herausforderungen immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist das "Candidate Experience Management". Dabei beschreibt der Begriff "Candidate Experience" die Summe aller Erfahrungen und Wahrnehmungen, die ein potentieller Bewerber/Bewerberin mit einem potentiellen Arbeitgeber sammelt. Das Candidate Experience Management hat daraus abgeleitet zum Ziel, alle Kontaktpunkte, die ein potentieller Bewerber mit dem Unternehmen haben kann, positiv zu gestalten und die Erlebnisse zu steuern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Herausforderungen im „War for Talents“
2.1 Der demografische Wandel
2.2 Die Globalisierung
2.3 Der Wertewandel
2.4 Die Digitalisierung und Industrie 4.0
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Bedürfnisse im Auswahlprozess
3.2 Wandel im Personalmarketing
3.3 Der Bewerber als Kunde – Candidate Experience Management
4 Die Candidate Journey: Der Weg des Bewerbers
4.1 Die Candidate Journey und das 6-Phasen Modell
4.2 Touchpoints anhand des 6-Phasen-Modells
5 Fazit und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen in Zeiten des „War for Talents“ durch den Einsatz von Candidate Experience Management (CEM) ihre Recruiting-Prozesse optimieren können, um trotz demografischen Wandels und Fachkräftemangels als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben und die Passgenauigkeit zwischen Bewerberbedürfnissen und Unternehmensanforderungen zu erhöhen.
- Aktuelle Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt (War for Talents, demografischer Wandel, Digitalisierung).
- Die theoretische Einordnung von Personalmarketing und Employer Branding.
- Die Analyse der Bedürfnisse von Bewerbern und Unternehmen im Auswahlprozess.
- Methodische Ansätze zur Gestaltung des Bewerbungsprozesses durch die "Candidate Journey".
- Praktische Implikationen durch das 6-Phasen-Modell und Touchpoint-Analysen.
Auszug aus dem Buch
Der Bewerber als Kunde – Candidate Experience Management
Candidate Experience Management (CEM) ist ein Management Ansatz, welcher viele Grundlagen und Modelle des Customer Experience Managements auf den Personalbereich, mit einem Schwerpunkt auf den Bereich Personalbeschaffung, überträgt. Die Motivation zur Nutzung eines modernen Kundenmanagements lag in der Entwicklung der Märkte hinzu einem Überschussangebot und damit einhergehend die Notwendigkeit sich gegenüber dem Wettbewerb stärker abzugrenzen. Dies erfolgte dadurch, dass sich die Unternehmen verstärkt und direkt auf die Bedürfnisse der Kunden eingestellt und ausgerichtet haben, um somit Differenzierungsmerkmale schaffen zu können. Die zentrale Möglichkeit dafür liegt in der Schaffung individueller Erlebnisse des Kunden mit dem Unternehmen.
Daran anschließend ist eine mögliche Definition nach Stindl für Customer Experience Management: „Customer Experience Management ist der Prozess des strategischen Managements, also der aktiven Gestaltung aller Kundenerlebnisse mit der Marke an sämtlichen Kontaktpunkten, direkte sowie indirekte, mit den Zielen, Kundenzufriedenheit, Loyalität und Profitabilität zu steigern und Informationen über die subjektive Wahrnehmung des Kunden zu gewinnen.“
Um von dieser Definition auf eine vollumfängliche und passgenaue Beschreibung des Candidate Experience Managements zu schließen, müssen folgende Aspekte betrachtet werden. Zum einen die Zielstellung von CEM, welche die Beeinflussung von direkten als auch indirekten Kontaktpunkten des Bewerbers mit dem Unternehmen und die Ausrichtung dieser auf die Bedürfnisse des Bewerbers darstellt. Zum anderen beinhaltet das CEM nicht nur den Recruiting-Prozess, sondern den kompletten Erlebnis-Prozess eines Bewerbers mit einem beispielhaften Beginn im Personalmarketing des Unternehmens.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel vom Arbeitgeber- zum Bewerbermarkt im Kontext des „War for Talents“ und definiert das Ziel der Arbeit, Candidate Experience Management als Instrument für erfolgreiches Recruiting zu beschreiben.
2 Herausforderungen im „War for Talents“: Dieses Kapitel analysiert die externen Einflussfaktoren wie den demografischen Wandel, die Globalisierung, den Wertewandel sowie die Digitalisierung, die Unternehmen vor große Herausforderungen in der Personalbeschaffung stellen.
3 Theoretische Grundlagen: Hier werden die Konzepte Personalmarketing, Employer Branding und das Candidate Experience Management theoretisch fundiert und die Bedürfnisse der Akteure im Auswahlprozess gegenübergestellt.
4 Die Candidate Journey: Der Weg des Bewerbers: Das Kapitel führt das 6-Phasen-Modell der Candidate Journey ein, um den Bewerbungsprozess aus Sicht des Kandidaten ganzheitlich zu betrachten und Touchpoints praktisch zu analysieren.
5 Fazit und Diskussion: Das Kapitel schließt mit einer kritischen Reflexion über die Notwendigkeit des Umdenkens im Recruiting und der Bedeutung einer positiven Candidate Experience für den langfristigen Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Candidate Experience Management, Recruiting, War for Talents, Personalmarketing, Employer Branding, Candidate Journey, Touchpoints, 6-Phasen-Modell, demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Arbeitgebermarke, Personalbeschaffung, Bewerberbedürfnisse, Generation Y, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Bedeutung des Candidate Experience Managements, um in einem zunehmend kompetitiven Arbeitsmarkt qualifizierte Bewerber zu gewinnen und an ein Unternehmen zu binden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des demografischen Wandels, die veränderten Erwartungen der Generationen, sowie moderne Ansätze im Personalmarketing und der Prozessoptimierung im Recruiting.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Unternehmen durch aktives Candidate Experience Management im Recruiting erfolgreich sein können, indem sie die Bedürfnisse von Bewerbern in den Mittelpunkt stellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Anwendung des 6-Phasen-Modells der „Candidate Journey“, um den Bewerbungsprozess strukturiert zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Marktherausforderungen, theoretische Grundlagen der Personalpsychologie sowie die praktische Anwendung von Mapping-Methoden für Touchpoints im Bewerbungsprozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Candidate Experience, Employer Branding, Recruiting, War for Talents, Candidate Journey und Touchpoints.
Warum wird der Bewerber im Dokument als „Kunde“ bezeichnet?
Die Analogie zum Kunden verdeutlicht, dass Unternehmen ihre Rekrutierungsprozesse kundenorientiert gestalten müssen, um sich gegenüber dem Wettbewerb abzugrenzen und die Passgenauigkeit zu erhöhen.
Welche Rolle spielt die „Generation Y“ in diesem Kontext?
Die Generation Y wird als eine Zielgruppe mit veränderten Werten (z.B. Wunsch nach schneller Kommunikation, Work-Life-Balance) hervorgehoben, die Unternehmen zu einem Umdenken in ihren Auswahlprozessen zwingt.
Was besagt das 6-Phasen-Modell der Candidate Journey?
Das Modell beschreibt den gesamten Weg eines Bewerbers vom ersten Kontaktpunkt (Anziehung) bis zur langfristigen Bindung im Unternehmen, um jeden Interaktionspunkt strategisch steuern zu können.
- Citation du texte
- Juliane Schön (Auteur), 2019, Candidate Experience Management. Der erfolgreiche Rekrutierungsprozess auf dem Bewerbermarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465715