Zu Weihnachten las ich ein Buch mit dem Titel: „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ von Eric-Emmanuel Schmitt. Darin bezeichnet sich der Kleinladenbesitzer Ibrahim als Sufi.
Was einen Jungen aus der gleichen Straße, der sein Freund wird, beunruhigt, weil dieser es für eine Krankheit hält. Als er aber zu Hause im Lexikon nachsieht, kann er zu seiner Freude feststellen, dass es sich tatsächlich um eine „Mystische Richtung des Islam, entstanden im 8.Jahrhundert.“ (Schmitt 2003, S. 42) handelt.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wird dem Leser noch mehr von der Lebenseinstellung der Sufis - im Allgemeinen - und deren Leben in der heutigen Türkei - im Speziellen - näher gebracht. Und dadurch war auch bei mir ein altes Interesse an Mystik - im Allgemeinen - und an den Geschichten über Derwische - im Speziellen - wieder erwacht.
In diesem Semester hatte ich nun in der Übung Islam und Christentum durch ein Referat die Möglichkeit, der Frage „Was ist Sufismus“ ein bisschen genauer nachzugehen.
Ich behielt trotz des bescheidenen Umfangs, den ein Referat mit IIIIIIIIIII Seiten haben soll, bei der sehr allgemeinen Fragestellung, wenngleich ich nur einen kleinen Einblick geben kann und nicht vorhabe eine all sichtige Beantwortung der Frage zu erarbeiten.
Ich möchte im ersten Abschnitt des Hauptteils der Herkunft des Sufismus nachspüren. um im zweiten dann einige Merkmale aufzuzeichnen und so versuchen mir selbst und dem Leser ein umfassenderes und genaueres Bild dieser Ausprägung des Islams vermittelt zu haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Woher kommt der Sufismus
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Islamische Wurzeln
2.3 Außerislamische Kontakte
2.4 Wichtige Vertreter
3. Einige Merkmale des Sufismus
3.1 Ausdrucksformen
3.2 Kritik am Meistertum
3.3 Praktiken
4. Antwort auf die Eingangsfrage und Darstellung der heutigen Verbreitung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die grundlegende Frage „Was ist Sufismus?“ und beleuchtet die historischen Ursprünge, die zentralen Merkmale sowie die heutige Verbreitung dieser mystischen Strömung im Islam.
- Historische Herkunft und Definition des Sufismus
- Verhältnis zwischen islamischer Mystik und orthodoxem Islam
- Außerislamische Einflüsse auf die Entwicklung
- Kritische Analyse des Meister-Schüler-Verhältnisses
- Zentrale religiöse Praktiken und soziales Engagement
Auszug aus dem Buch
2.2 Islamische Wurzeln
Zunächst ist der Widerstand aus dem eigenen Lager, also dem Islam gegenüber dem Sufismus unverständlich, weil „für den Sufi ist, wie für jeden Muslim, das im Koran offenbarte Gotteswort Zentrum und Grundlage seines Lebens.“ (Schimmel 2003, S. 11)
In der Tat werden die Gegensätze und die Feindschaft meist überbetont, weil einige der bekanntesten Vertreter in der Geschichte des Sufismus hingerichtet wurden. Tatsächlich aber stammt der echte Sufismus aus dem Islam und benutzt dieselben Quellen. (Schimmel 2003, S. 7)
In ihrem Weg unterscheiden sich die Richtungen aber und da kam es in der Geschichte immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Literalisten und Ritualisten des offiziellen Schari´a-gebundenen Islam und Vertretern aus den Sufibewegungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation durch ein literarisches Werk und steckt den Rahmen seines Referats ab.
2. Woher kommt der Sufismus: Dieses Kapitel behandelt die sprachliche Herleitung, die innerislamischen Wurzeln sowie externe Einflüsse und nennt bedeutende historische Repräsentanten.
3. Einige Merkmale des Sufismus: Hier werden die verschiedenen Erscheinungsformen, die Spannungen durch das Meistertum sowie die zentralen religiösen Praktiken wie der Dhikr detailliert beschrieben.
4. Antwort auf die Eingangsfrage und Darstellung der heutigen Verbreitung: Der Autor zieht ein Fazit zur Kernfrage und gibt einen Überblick über die aktuelle Situation des Sufismus weltweit sowie in Deutschland.
Schlüsselwörter
Sufismus, Mystik, Islam, Dhikr, Bruderschaften, Sufi, Koran, Asketik, Meistertum, Scharia, Religion, Spiritualität, Konvente, Gottesgedenken, Glaube
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in das Wesen des Sufismus, eine mystische Strömung innerhalb des Islam.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Herkunft, den theologischen Konflikten mit der Orthodoxie, den mystischen Praktiken und der heutigen Organisationsform.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage „Was ist Sufismus?“ durch eine Auseinandersetzung mit Fachliteratur und die eigene Reflexion des Autors.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener Quellen zur islamischen Mystik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Herkunft, die Analyse von Merkmalen wie Ausdrucksformen und Praktiken sowie eine kritische Betrachtung des Meistertums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sufismus, mystische Islam-Ausprägung, Dhikr, Bruderschaften und das Verhältnis von Gott und Mensch.
Wie bewertet der Autor das Meister-Schüler-Verhältnis?
Der Autor sieht in der unantastbaren Autorität der Meister ein erhebliches Potenzial für Machtmissbrauch innerhalb der Sufi-Bruderschaften.
Welche Rolle spielt das soziale Engagement im Sufismus?
Der Autor stellt fest, dass viele Sufi-Konvente eine wichtige soziale Funktion erfüllten, etwa durch die Versorgung von Armen und Reisenden in offenen Küchen.
- Quote paper
- Christian Gotz (Author), 2004, Was ist Sufismus? Ein kurzer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46582