Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand einer Diskursanalyse gegenhegemoniale Bestrebungen zu erfassen. Untersuchungsgegenstand ist die Neuausrichtung der Nichtregierungsorganisationen nach der neunzehnten UN Klimakonferenz.
Der vorliegende Forschungsansatz untersucht eine Protestaktion im Rahmen der UN-Klimakonferenz im Jahr 2013 und wird analytisch durch Textvergleiche der Stellungnahmen und später herausgegebenen Strategiepapieren zweier NGOs erarbeitet. Die Diskursanalyse gründet sich auf einem vereinfachten Schema des in Bremen lehrenden Politikwissenschaftlers Martin Nonnhoff.
Einleitend erfolgt eine Vorstellung der diskursanalystischen Begrifflichkeiten. Im weiteren Verlauf wird die diskursive Rahmung des Klimawandels präsentiert und durch ihre Akteursstruktur ergänzt. Die Protestaktion wird vorgestellt und der Hintergrund der Artikulation wird erläutert. Auf die Charakterisierung der NGOs folgt die Inhaltsangabe der Literatur. Des Weiteren werden die Radikalisierungstendenzen und Entwicklungen skizziert und interpretiert. Die diskurstheoretische Analyse endet mit einem Vergleich der Textcharaktere und setzt die entwickelten Erkenntnisse mit einer Antwort auf die Fragestellung in Bezug zur gesamten Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung der Hegemonietheorie und Analyse - Methodik
2.1. Die diskursive Rahmung des Klimawandels im Hinblick auf die Entwicklung der Umweltbewegung
3. Rekonstruktion des diskursiven Ortes der Artikulation der COP19
4. Vorstellung der analysierten NGOs
5. Vorstellung der Literatur und Darstellung der Äquivalenzketten zur Protestaktion „Warschauer Walk Out“
5.1. Perspektive des WWF
5.2. Vorstellung des Analyse der WWF Pressemitteilung zur Protestaktion
5.3. Perspektive der IBON
5.4. Vorstellung des Analyse der WWF Pressemitteilung des IBON zur Protestaktion
6. Gegenüberstellende Analyse der Policy Paper beider NGOs
6.1. Inhaltszusammenfassung und Darstellung der Äquivalenzschemas zum Strategiepapier des WWF
6.2. Inhaltszusammenfassung und Darstellung der Äquivalenzschemas zum Strategiepapier des IBON
7. Abschließender Vergleich der Policy Paper im Kontext der Entwicklung seit der Protestaktion
8. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Diskursanalyse, ob und inwiefern der „Warschauer Walk Out“ im Rahmen der 19. UN-Klimakonferenz 2013 zu einer strategischen Neuausrichtung der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) WWF und IBON geführt hat und ob sich ein gegenhegemoniales Projekt im Diskurs identifizieren lässt.
- Diskurs- und hegemonietheoretische Analyse nach Laclau und Mouffe
- Vergleichende Untersuchung von Positionspapieren und Pressemitteilungen
- Identifikation von Äquivalenzketten und Antagonismen im Klimadiskurs
- Untersuchung der Nord-Süd-Dimension in der internationalen Klimapolitik
- Rolle von zivilgesellschaftlichem Protest und Lobbyarbeit
Auszug aus dem Buch
3. Die diskursive Rahmung des Klimawandels im Hinblick auf die Entwicklung der Umweltbewegung
Die Genese der Bewegungen mit Themenfeld Klimawandel und Umwelt gliedert sich in drei zeitliche Phasen. Gemäß der Bewegungsforschung entwicklen sich soziale Bewegungen ebenso in drei Phasen. Zum Einen die Identitätsbildung, folgend die Massenmobilisierung durch zu nehmendes polarisieren und letztlich die feste Verankerung im öffentlichen Gesellschaftsraum.
Im Falle dieser sozialen Bewegung lässt sich im Zyklus der dritten Entwicklung ein differenter Einbezug in die Politik charakterisieren, welcher durch die zivilgesellschaftliche Agitation geprägt wird und die parteigebundene zunehmend ausklammert.
Generalisiert lässt sich die Umweltbewegung als bedeutsamste international vertretene Bewegung der heutigen Zeit ausmachen. Angefangen in den USA entfachte die Umweltbewegung einen breiten gesellschaftlichen Diskurs. Der Ursprung in den westlichen Demokratien verortet in den 60er Jahren, rückte die vertretene Thematik in den gesellschaftlichen Fokus und dort enstanden zahlreiche Umweltorganisationen, welche sich bis heute halten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Neuausrichtung von NGOs im Kontext der 19. UN-Klimakonferenz ein und erläutert den diskursanalytischen Forschungsansatz.
2. Vorstellung der Hegemonietheorie und Analyse - Methodik: Hier werden die theoretischen Grundlagen und die methodischen Werkzeuge (Hegemonietheorie, Diskursbegriff) für die Analyse vorgestellt.
3. Rekonstruktion des diskursiven Ortes der Artikulation der COP19: Dieses Kapitel rekonstruiert den politischen und diskursiven Kontext der Weltklimakonferenz in Warschau 2013.
4. Vorstellung der analysierten NGOs: Hier werden die beiden Organisationen WWF und IBON hinsichtlich ihrer transnationalen Ausrichtung und ihres Selbstverständnisses vorgestellt.
5. Vorstellung der Literatur und Darstellung der Äquivalenzketten zur Protestaktion „Warschauer Walk Out“: In diesem Teil werden die ersten Stellungnahmen beider NGOs zur Protestaktion analysiert und deren Argumentationsmuster dargestellt.
6. Gegenüberstellende Analyse der Policy Paper beider NGOs: Die Strategiepapiere der NGOs werden hier systematisch verglichen, um Unterschiede in der Problembeschreibung und Zielsetzung aufzuzeigen.
7. Abschließender Vergleich der Policy Paper im Kontext der Entwicklung seit der Protestaktion: Hier erfolgt eine zusammenfassende Gegenüberstellung der Ergebnisse im Hinblick auf die langfristige strategische Ausrichtung.
8. Resümee: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage nach der strategischen Neuausrichtung der NGOs.
Schlüsselwörter
Diskursanalyse, Hegemonietheorie, Klimapolitik, NGO, Warschauer Walk Out, WWF, IBON, Klimagerechtigkeit, Neoliberalismus, Äquivalenzketten, Antagonismus, Zivilgesellschaft, Nord-Süd-Konflikt, politische Strategie, Klimawandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und strategischen Neuausrichtung von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Rahmen internationaler Klimaverhandlungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Hegemonietheorie, die Dynamik von Umweltbewegungen, die Klimapolitik der UN sowie der Nord-Süd-Konflikt im Klimadiskurs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, mittels Diskursanalyse zu prüfen, ob der „Warschauer Walk Out“ 2013 ein gegenhegemoniales Projekt darstellte und ob NGOs ihre Strategien in der Folge transformiert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine diskurstheoretische und hegemonieanalytische Methode nach Martin Nonnhoff sowie Ernesto Laclau und Chantal Mouffe angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse von Pressemitteilungen und Strategiepapieren des WWF und der Organisation IBON sowie deren Einordnung in den globalen klimapolitischen Diskurs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Diskursanalyse, Hegemonie, Klimagerechtigkeit, NGO-Strategien, Antagonismus und Äquivalenzketten.
Wie unterscheiden sich die NGOs WWF und IBON in ihrer diskursiven Ausrichtung?
Der WWF tendiert zu einer moderateren, auf Lobbying ausgerichteten Strategie, während IBON stärker antikapitalistische Rhetorik nutzt und auf einen grundlegenden Systemwechsel fokussiert.
Welche Bedeutung hat der „Warschauer Walk Out“ für die Studie?
Er dient als prägnanter Wendepunkt, um die Radikalisierungstendenzen und die Veränderung in der Zusammenarbeit der zivilgesellschaftlichen Akteure mit den staatlichen Verhandlungsführern zu analysieren.
- Arbeit zitieren
- Ines Prause (Autor:in), 2015, Diskursanalyse zur Neuausrichtung der NGO nach der 19. UN Klimakonferenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465916