Sind Kleinkinder zwischen ein und zwei Jahren in der Lage Mitgefühl zu zeigen? Ist das sozialisationsbedingt oder Veranlagung?
Mit diesen Fragen haben sich schon viele Forscher beschäftigt. Unter anderem auch Carolyn Zahn-Waxler und ihr Forschungsteam und JoAnn L. Robinson und ihr Team. Im Folgenden werden zwei Studien vorgestellt, die sich mit der Entwicklung von Mitgefühl im Kleinkindalter beschäftigen.
Zunächst werden ein paar grundsätzliche Dinge über erste Äußerungen von Mitgefühl im Entwicklungsverlauf veranschaulicht. Anschließend werden die Studien „Development of concern for others“ und „Patterns of development in early empathic behavior“ mit ihren Ergebnissen vorgestellt. Abschließend sollen beide Studien kurz verglichen werden.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Erste Äußerungen von Mitgefühl im Entwicklungsverlauf
4. Die Entwicklung der Sorge um Andere (Development of Concern for Others)
4.1 Grundlagen
4.2 Die Methode
4.2.1 Die Stichprobe
4.2.2 Überblick über das Verfahren
4.2.3 Beobachtungstraining
4.2.4 Imitationstraining
4.2.5 Verschlüsselung und Reliabilität
4.2.6 Einschätzung der Selbsterkennung
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Beschreibende und sich entwickelnde Muster
4.3.2 Reaktionen auf vorgetäuschte Stresssituationen und auf zufällig auftretendes Leid
4.3.3 Geschlechtsunterschiede bezogen auf die Reaktionen auf fremdes Leid
4.3.4 Grad der Reaktion auf Stresssituationen
4.3.5 Selbsterkennung und Reaktionen auf Leid
4.3.6 Beurteilung der Gültigkeit der Ergebnisse
5. Entwicklungsmuster im frühen empathischen Verhalten (Patterns of development in early empathic behavior)
5.1 Kurzdarstellung
5.2 Die Entwicklung der Empathie
5.2.1 Definition
5.2.2 Entwicklung Empathie
5.2.3 Mütterliche Ausdrucksweise
5.2.4 Familiäre Umwelt
5.2.5 Kindliches Temperament
5.2.6 Das Geschlecht
5.2.7 Hypothesen
5.3 Methode
5.4 Verfahren
5.5 Messung
5.6 Ergebnisse
5.6.1 Mütterlicher Stil
5.6.2 Familiäres Umfeld
5.6.3 Kindliches Temperament und emotionale Ausdrucksweise
5.7 Zusammenfassung
6. Vergleich der Studien
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die frühkindliche Entwicklung von Mitgefühl und prosozialem Verhalten, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, inwieweit Kleinkinder im Alter zwischen einem und zwei Jahren bereits zu empathischem Handeln fähig sind und welche sozialen sowie umweltbedingten Faktoren diesen Entwicklungsprozess beeinflussen.
- Erste Anzeichen und Ausprägungen von Mitgefühl im Kleinkindalter
- Methodische Ansätze zur Erforschung empathischer Verhaltensweisen
- Einfluss der mütterlichen Ausdrucksweise und des familiären Umfelds
- Die Rolle des kindlichen Temperaments bei der Entwicklung von Empathie
- Geschlechtsspezifische Unterschiede in den Reaktionen auf fremdes Leid
Auszug aus dem Buch
4.1 Grundlagen
In dieser Studie wurde die Entwicklung prosozialer und wiedergutmachender Verhaltensweisen wurde untersucht, indem die Reaktionen von 2-jährigen auf die Leiden anderer Personen, welche vorgespielt wurden bzw. zufällig auftraten, überprüft wurden. Dabei zeigten sich prosoziale Verhaltensweisen erstmals im Alter von 1-2 Jahren. Sie steigen in ihrer Häufigkeit und Vielfalt an, je älter die Kinder werden. Diese Verhaltensweisen wurden mit Ausdrücken der Sorge und Bemühungen, die Notlage des Anderen zu verstehen und zu erfahren, verbunden. Das Älterwerden in dieser Phase der moralischen Entwicklung gehen einher mit sozialkognitiven Veränderungen der Selbsterkennung. Wenn Kinder als Zuschauer eingreifen werden Konstrukte wie prosoziales Verhalten, Empathie, Sympathie, Mitleid und Altruismus sichtbar. Diese wurden benutzt um das Verhalten der Kinder und ihre Emotionen zu beschreiben.
Wenn Kinder solche, oder Ähnliche Verhaltensweisen gegenüber einer Person zeigen, die sie geschädigt haben, so sind die Ursachen dafür meist schlechtes Gewissen, Schuldgefühle, Wiedergutmachung oder Reue.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Vorstellung des Themas anhand eines Alltagsbeispiels und Erläuterung der Relevanz der Untersuchung von Empathie bei Kleinkindern.
3. Erste Äußerungen von Mitgefühl im Entwicklungsverlauf: Definition des Begriffs Mitgefühl und theoretische Einordnung der kindlichen Reaktion auf Leid.
4. Die Entwicklung der Sorge um Andere (Development of Concern for Others): Detaillierte Darstellung der Studie von Zahn-Waxler et al., inklusive Methodik, Ergebnissen und der Analyse prosozialer Verhaltensweisen bei Zweijährigen.
5. Entwicklungsmuster im frühen empathischen Verhalten (Patterns of development in early empathic behavior): Analyse der Studie von Robinson et al. über den Einfluss von Umweltfaktoren und Temperament auf die Stabilität empathischer Entwicklung.
6. Vergleich der Studien: Gegenüberstellung der beiden untersuchten Studien hinsichtlich ihrer methodischen Ansätze, Stichproben und Erkenntnisse.
7. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse sowie Reflexion über die Bedeutung der sozialisationsbedingten Einflüsse auf die kindliche Entwicklung.
Schlüsselwörter
Mitgefühl, Empathie, Kleinkindalter, prosoziales Verhalten, emotionale Entwicklung, mütterlicher Stil, familiäre Umwelt, kindliches Temperament, Längsschnittstudie, Stresssituationen, Selbsterkennung, Sozialisation, Verhaltensmuster, Moralentwicklung, emotionale Ausdrucksweise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der frühkindlichen Entwicklung von Mitgefühl und der Frage, wie und wann Kleinkinder beginnen, auf das Leid anderer zu reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Identifikation prosozialer Verhaltensweisen, der Rolle familiärer Einflussfaktoren sowie der Bedeutung des kindlichen Temperaments für die empathische Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis zweier bedeutender wissenschaftlicher Studien zu zeigen, welche Faktoren die Stabilität oder Veränderung empathischer Ausdrucksformen im zweiten Lebensjahr beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Forschung stützt sich primär auf Längsschnittstudien, bei denen sowohl Beobachtungen im häuslichen Umfeld als auch strukturierte Stresssituationen im Labor mittels Videoaufzeichnungen ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zwei spezifische Studien (Zahn-Waxler et al., 1992 und Robinson et al., 1994) detailliert vorgestellt, analysiert und anschließend miteinander verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Empathie, prosoziales Verhalten, frühkindliche Entwicklung, familiäres Umfeld, Temperament und emotionale Ausdrucksweise.
Wie beeinflusst die mütterliche Wärme die Empathieentwicklung?
Die Studien deuten darauf hin, dass ein hohes Maß an mütterlicher Wärme und positive Interaktionen mit dem Kind eine stabilisierende Wirkung auf die Entwicklung empathischer Fähigkeiten haben.
Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede wurden festgestellt?
Es wurde beobachtet, dass Mädchen tendenziell mehr empathisches Verhalten zeigen als Jungen, wobei die Auswirkungen von Umweltfaktoren je nach Geschlecht variieren können.
- Arbeit zitieren
- Lydia Rössel (Autor:in), 2007, Erste Äußerungen von Mitgefühl im Entwicklungsverlauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/465974