Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Biblical Theology

Exegese von Phil 2,12.13: Worin liegt die Bedeutung für Christen damals und heute, wenn Paulus sie auffordert, das Heil „mit Furcht und Zittern“ zu bewirken?

Analyse des Furchtmotivs im Kontext des Philipperbriefs

Title: Exegese von Phil 2,12.13: Worin liegt die Bedeutung für Christen damals und heute, wenn Paulus sie auffordert, das Heil „mit Furcht und Zittern“ zu bewirken?

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anita Glunz (Author)

Theology - Biblical Theology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Begriff der „Furcht“, der heutzutage fast immer gleichbedeutend mit dem Terminus „Angst“ verwendet wird, hat in jüngster Zeit durch die Auswirkungen des wachsenden Terrorismus in unserer Welt eine neue, noch größere Intensität in seiner negativen Konnotation erhalten. Furcht resultiert aus den existentiellen Bedrohungen der Menschheit. Als Konsequenz aus dieser Gegebenheit hat sich die heutige Gesellschaft zum Ziel gesetzt, mögliche Gefahrenquellen in der Welt zu bekämpfen, um somit ein „furchtfreies“ Leben der Weltbevölkerung zu erwirken. Bei solch einer Interpretation der Furcht, die den früher geläufigen Sinn von Furcht als Ehrfurcht, Respekt ausblendet, werden formelhafte Wendungen, wie „schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furch und Zittern“ (Phil 2,12) aus dem Brief des Paulus an die Philipper als unangebracht empfunden. Die Verknüpfung von Furcht mit dem Glauben an Jesus Christus und das Heil des Menschen kann demzufolge nur ein Widerspruch per se bedeuten, wenn das Charakteristikum der negativen Komponente der Furcht in der Vorstellung der Menschen dominiert und sie daher negiert wird. In der Tat scheint es aus diesem Blickwinkel überraschend, dass Paulus die Botschaft des Evangeliums, d.h. der Hoffnung, mit dem Begriff der „Furcht“ kombiniert. In dieser Hinsicht möchte ich eruieren, wie Paulus diese Wendung im Zusammenhang seiner Korrespondenz mit der Gemeinde in Philippi deutet. Um einem angemessenen Verständnis der paulinischen Aussage, die auf den ersten Blick widersprüchlichen Charakter hat, näher zu kommen, soll das Motiv der Furcht in der Bibel genauer analysiert werden, um es im Kontext des Philipperbriefs ansichtig werden zu lassen. Zunächst wird der Inhalt und die Entstehungssituation des Briefes behandelt werden, bevor ich die Stelle Phil 2,12.13 mit den Methoden der historisch‑kritischen Exegese detaillierter untersuchen möchte, um den Ausdruck „mit Furcht und Zittern“ in Bezug auf den voranstehenden Christushymnus und den folgenden Vers zu interpretieren. Die Erörterung der Fragestellung, ob die Furcht also den Weg zum Heil darstellt oder inwiefern sie im Glauben und für das Heil eine Rolle spielt, soll als Konklusion den Abschluss der Untersuchung des Furchtmotivs im Philipperbreif bilden. Das Fazit im fünften Kapitel der Arbeit konstituiert schließlich ein neues Verständnis von der Relation zwischen Furcht und Glauben im Neuen Testament, das auch noch heutigen Christen seine Validität bewahrheitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Brief des Paulus an die Philipper

3. Historisch-kritische Exegese von Phil 2,12.13

3.1 Textkritik und Textanalyse

3.2 Literarkritik

3.3 Formkritik

3.4 Redaktionskritik

3.5 Motivgeschichte

4. Gesamtinterpretation der Stelle Phil 2,12.13

4.1 Modifikation des Furchtmotivs durch Paulus

4.2 Bezug zum Christushymnus Phil 2,6–11

5. Ist also die Furcht der Weg zum Heil?

5.1 Resümee

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht exegetisch die paulinische Aufforderung in Philipper 2,12-13, das Heil „mit Furcht und Zittern“ zu bewirken, um die Bedeutung dieses Furchtmotivs für Christen in der Antike und in der Gegenwart zu klären.

  • Historisch-kritische Exegese des Textabschnitts Phil 2,12-13
  • Analyse des Furchtmotivs im Kontext des Philipperbriefs
  • Verhältnisbestimmung zwischen menschlichem Handeln und göttlichem Wirken
  • Modifikation des Furchtbegriffs im Vergleich zu den synoptischen Evangelien (Markus)
  • Relation zwischen dem Christushymnus und der paränetischen Ermahnung

Auszug aus dem Buch

3.1 Textkritik und Textanalyse

An zwei Stellen finden sich textkritische Abweichungen, die kurz dargelegt werden sollen.

a) Der Text „mh. w`j evn th/| parousi,a| mou mo,non“ in Vers 12 ist textkritisch zu behandeln.

Lesart 1 (Nestle/Aland27): mh. w`j evn th/| parousi,a| mou mo,non

Lesart 2 (varia lectio): sieht den Ausfall von w`j vor.

Äußere Kriterien:13

Lesart 2 wird bezeugt von:

- Majuskel B 03 (Codex Vaticanus, um 350, Kat. I),

- Minuskeln 33 (9. Jh., Kat. I – so genannte „Königsminuskel“) und 1241s (als Ergänzung, 12. Jh., Kat. III),

- pc wenigen Handschriften, sowie Einzelhandschriften der Vulgata und der Marginallesart des Ambrosiasters (4. Jh.).

Urteil: Der Ausfall von w`j kann aufgrund der gering gewichteten Bezeugung der einen Majuskeln sowie wenigen Minuskeln und Einzelhandschriften nicht gestützt werden.

Innere Kriterien:

Der Ausfall von w`j kann als erleichternde Korrektur begriffen werden, da man w`j als Vergleichspartikel in diesem Kontext missverstehen könnte. Denn Paulus bezieht seine Ermahnung nicht auf eine qualitative Steigerung des Gehorsams der Philipper, sondern auf die ursprüngliche Notwendigkeit dieses Verhaltens. Demnach „kann pollw/| ma/llon nur ein ‘viel mehr’ der Dringlichkeit (...) bezeichnen sollen und entsprechend das w`j nicht eine quantitative Vergleichung einführen.“14 Die Nachstellung des mo,non stützt zudem das Fehlverständnis einer sittlichen Unzulänglichkeit der Gemeinde, die in der Abwesenheit von Paulus nachlässig geworden sein könnte und sich jetzt qualitativ steigern müsste. Aus diesem Grund ist die Haplographie des w`j als Simplifizierungsversuch zu explizieren.

Urteil: Der Lesart 1 ist Vorrang zu gewähren, da diese die lectio difficilior ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die heutige negative Konnotation von Furcht und stellt die Fragestellung auf, wie Paulus die Verbindung von Furcht und dem christlichen Heil im Philipperbrief deutet.

2. Der Brief des Paulus an die Philipper: Dieses Kapitel skizziert den historischen Hintergrund, die Entstehungssituation und den thematischen Aufbau des Philipperbriefs als Grundlage für die Exegese.

3. Historisch-kritische Exegese von Phil 2,12.13: Es erfolgt eine detaillierte textkritische, literarkritische, formkritische, redaktionskritische und motivgeschichtliche Analyse der zentralen Verse.

4. Gesamtinterpretation der Stelle Phil 2,12.13: Die Ergebnisse der vorangegangenen Analysen werden zusammengeführt, um die Bedeutung des Furchtmotivs unter Einbeziehung des Christushymnus zu deuten.

5. Ist also die Furcht der Weg zum Heil?: Das Kapitel diskutiert abschließend das Wesen der Furcht in der Bibel, relativiert diese durch die christliche Hoffnung und zieht ein Resümee.

6. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Quellen, Hilfsmittel und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Philipperbrief, Paulus, Furcht und Zittern, Exegese, Soteria, Christushymnus, Paränese, Heil, Gottesfurcht, Gnade, Glaube, Wirken Gottes, historisch-kritische Methode, Eschatologie, Gehorsam.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Analyse der paulinischen Aufforderung in Philipper 2,12-13, das Heil „mit Furcht und Zittern“ zu bewirken, und untersucht deren Bedeutung im Kontext der Gemeinde in Philippi.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Furcht in der Bibel, das Verhältnis von menschlichem Gehorsam und göttlichem Wirken (Synergismus vs. Gnade) sowie die Rolle der Paränese und des Christushymnus im Philipperbrief.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das scheinbare Paradoxon zwischen der paulinischen Botschaft der Hoffnung und der Aufforderung zur „Furcht“ aufzulösen und ein Verständnis zu entwickeln, das für Christen damals wie heute gültig bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt das Instrumentarium der historisch-kritischen Exegese, insbesondere Textkritik, Literarkritik, Formkritik, Redaktionskritik und Motivgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Verse Phil 2,12-13 detailliert analysiert, motivgeschichtlich im biblischen Kontext verortet und in Bezug zum vorangestellten Christushymnus (Phil 2,6-11) interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Philipperbrief, Furcht und Zittern, Soteria (Heil), Gnade, Glaube und die paulinische Theologie der Rechtfertigung.

Inwiefern unterscheidet sich die paulinische Furcht bei den Philippern von der Furcht bei Markus?

Während bei Markus die Furcht eine unmittelbare Reaktion auf die numinose Macht Jesu ist, verwendet Paulus die Formel „mit Furcht und Zittern“ in einem paränetischen Kontext, um die notwendige Haltung des Glaubenden angesichts des göttlichen Handelns zu beschreiben.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Verhältnisses von Furcht und Hoffnung?

Der Autor schlussfolgert, dass die Furcht vor Gott durch die christliche Hoffnung und den Glauben an die Gerechtigkeit aus Gnade relativiert wird, wodurch die Angst der Welt ihr belastendes Gewicht verliert.

Excerpt out of 28 pages  - scroll top

Details

Title
Exegese von Phil 2,12.13: Worin liegt die Bedeutung für Christen damals und heute, wenn Paulus sie auffordert, das Heil „mit Furcht und Zittern“ zu bewirken?
Subtitle
Analyse des Furchtmotivs im Kontext des Philipperbriefs
College
University of Tubingen  (Ev.-theologisches Seminar)
Course
„Fürchte dich nicht!“ Angst und Glaube im NT
Grade
1,0
Author
Anita Glunz (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V46612
ISBN (eBook)
9783638437615
ISBN (Book)
9783638658928
Language
German
Tags
Exegese Phil Worin Bedeutung Christen Paulus Heil Furcht Zittern“ Angst Glaube
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anita Glunz (Author), 2004, Exegese von Phil 2,12.13: Worin liegt die Bedeutung für Christen damals und heute, wenn Paulus sie auffordert, das Heil „mit Furcht und Zittern“ zu bewirken?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46612
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  28  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint