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Syntax - Grundlagen der Dependenztheorie und ihre Anwendung auf das Spanische

Title: Syntax - Grundlagen der Dependenztheorie und ihre Anwendung auf das Spanische

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anita Glunz (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Als wesentliches Merkmal der Sprache ist die Möglichkeit der linearen Kombinationen (syntagmatischer Verknüpfungen) anzusehen. Auf der Ebene der Phoneme können durch ihre Zusammenstellung Wörter gebildet werden, auf der Ebene der Morpheme entstehen Sätze und aus Sätzen entstehen Texte. „Die Ermittlung der Relationen zwischen den bedeutungstragenden Elementen und den Prinzipien, nach denen sie angeordnet und verknüpft werden ist [...]“das Untersuchungsgebiet der Syntax. Die Stellung der Syntax in der Mitte dieser Auflistung macht deutlich, dass sich die Syntax in zwei Richtungen bewegt. Zum einen ist die Erforschung in Richtung der kleineren Einheiten der Morpheme (Morphosyntax) nötig, zum anderen spielt auch die Kohäsion eines Textes als Gebilde mehrerer Sätze (Makrosyntax) eine wichtige Rolle. Grammatisch besteht ein Satz aus dem Rang nach niederen Einheiten, den Satzgliedern. Der spanische Satz besteht aus vier Satzgliedern (Subjekt, Prädikat, Objekt/e und Adverbial/e) sowie deren Attribute. Der Strukturalismus, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Genfer Ferdinand de Saussure eingeleitet wurde, fand seine Entsprechungen und Abgrenzungen in diversen Schulen. In der Tradition des Strukturalismus steht die Konstituentenanalyse, die mit Hilfe der Corpusanalyse von konkreter parole ausgehend Rückschlüsse auf die langue zieht. Ein Satz konstituiert sich somit erst in dem Akt des Sprechens. Im Jahr 1957 publizierte der US-amerikanische Philosoph und Sprachwissenschaftler Noam Chomsky das Werk „Syntactic Structures“. Er unterscheidet zwischen einer Tiefenstruktur, die die Bedeutung, und einer Oberflächenstruktur, die die Form des Satzes bestimmt. Nach und nach entwickelte sich daraus die generative Transformationsgrammatik, die jegliche traditionelle sprachwissenschaftliche Ergebnisse ignorierte. Sie umfasst die Idee, dass auf der Basis der Transformation aus einer begrenzten Anzahl von Kernsätzen alle anderen möglichen Satztypen entstehen können. Fast zeitgleich im Jahre 1959 erschien auch das Werk „Eléments de syntaxe structurale“ von Lucien Tesnière mit einen ganz anderen Ansatz. Diese beiden grammatischen Richtungen solllen anhand des Spanischen miteinander verglichen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Daten zu Lucien Tesnière

3. Analyseverfahren der Dependenzgrammatik

3.1 Das Verb

3.2 Zerlegung eines Satzes in seine Teile

3.3 Valenz des Verbs

3.4 Transitive und intransitive Verben

3.6. Beispiele der Satzanalyse nach Tesnière in graphischer Realisation

4. Vergleich zwischen der Konstituentenanalyse und der Valenztheorie

5. Ausblick auf die Kasustheorie

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit gibt eine Einführung in die Grundlagen der Dependenztheorie nach Lucien Tesnière und untersucht deren Anwendungsmöglichkeiten auf die spanische Syntax im Vergleich zur klassischen Konstituentenanalyse.

  • Biografische Daten und wissenschaftlicher Kontext von Lucien Tesnière
  • Grundprinzipien der Dependenzgrammatik: Rolle des Verbs, Aktanten und Zirkumstanten
  • Valenztheorie und ihre Bedeutung für die Satzstruktur
  • Vergleichende Analyse: Konstituentenstrukturgrammatik versus Dependenztheorie
  • Semantische Rollen und Themenprogression im Spanischen

Auszug aus dem Buch

3.3 Valenz des Verbs

Zentral für Tesnières Untersuchungen ist der Begriff der Valenz, den ich kurz definieren möchte. Unter Valenz versteht man die Wertigkeit von Wörtern. Der Begriff der Valenz stammt aus der Chemie. Dort bezeichnet er die Fähigkeit von Atomen, Elektronen einer bestimmten Anzahl im Molekül zu binden. In der Sprachwissenschaft spricht man von der Wertigkeit bzw. Valenz eines Lexems (z. B. eines Adjektivs, eines Nomens oder eines Verbs). Damit bezeichnet man zunächst den Umstand, dass in der Umgebung eines Lexems nicht beliebige, sondern vielfach nur bestimmte (syntaktische, semantische und pragmatische) Einheiten möglich sind. Im weitesten Sinne ist die Valenz eines Lexems bzw. eines Wortes die Gesamtheit der Kombinationsmöglichkeiten dieses Wortes.

Bei Tesnière bestimmt die Valenz des Verbs die Satzstruktur. Vom Verb werden alle Abhängigkeitsrelationen des Satzes bestimmt Das Verb eröffnet Leerstellen, die, um die Grammatikalität eines Satzes aufrechtzuerhalten, entweder besetzt werden müssen oder aber besetzt werden können. Die Notwendigkeit, diese Leerstellen zu besetzen, ist zunächst syntaktischer Art. Man spricht von Subjekt- bzw. Objektergänzungen. Die Verben werden, je nachdem, wie viele obligatorische Ergänzungen sie fordern, als nullwertig, einwertig, zweiwertig und dreiwertig oder auch als avalent (z. B. Witterungsverben), monovalent (z. B. bailar: Maria baila.), bivalent/divalent (z. B. comprar: María compra un libro.) und trivalent (z. B. dar: Juan da una mazana a María) bezeichnet.

Monovalente Verben erfordern einen Erstaktanten, bivalente Verben einen Erst- und Zweitaktanten und trivalente Verben einen Erst-, Zweit- und Drittaktanten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Begriff der Syntax, Erläuterung der klassischen Satzdefinition sowie Darlegung der Problematik einer einheitlichen Definition.

2. Daten zu Lucien Tesnière: Überblick über das Leben und Wirken von Lucien Tesnière sowie die historische Entwicklung der Dependenzgrammatik.

3. Analyseverfahren der Dependenzgrammatik: Detaillierte Erläuterung der Kernkonzepte der Theorie, insbesondere die zentrale Rolle des Verbs, Aktanten, Zirkumstanten, Valenz und die grafische Darstellung durch Stemmata.

4. Vergleich zwischen der Konstituentenanalyse und der Valenztheorie: Gegenüberstellung der beiden linguistischen Ansätze hinsichtlich ihrer Strukturierung, Methodik und Leistungsfähigkeit.

5. Ausblick auf die Kasustheorie: Diskussion semantischer Rollen, Diathese und der funktionalen Struktur des Satzes unter Einbeziehung der Themenprogression.

6. Schluss: Zusammenfassende Einschätzung der vorgestellten Modelle als komplementäre Analyseinstrumente in der Sprachwissenschaft.

Schlüsselwörter

Syntax, Dependenzgrammatik, Lucien Tesnière, Valenz, Aktanten, Zirkumstanten, Konstituentenanalyse, spanische Sprache, Semantik, Pragmatik, Satzstruktur, Sprachwissenschaft, Verbvalenz, Stemmata.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die syntaktischen Grundlagen der Dependenztheorie nach Lucien Tesnière und deren praktische Anwendung auf die spanische Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Valenztheorie, die Analyse von Aktanten und Zirkumstanten, die grafische Satzanalyse mittels Stemmata sowie den Vergleich zur Konstituentenanalyse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Instrumentarium der Dependenzgrammatik darzustellen und zu zeigen, wie sie zur Analyse spanischer Satzstrukturen beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische Strukturanalyse angewendet, die den Vergleich theoretischer Konzepte (Dependenz vs. Konstituenten) mit der Analyse konkreter spanischer Beispielsätze verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definition des Verbs als zentrales Element, die Rolle von Aktanten, die verschiedenen Valenzstufen von Verben sowie die methodische Darstellung von Satzbeziehungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Syntax, Dependenzgrammatik, Valenz, Aktanten, Konstituentenanalyse, spanische Sprache und Semantik.

Wie unterscheidet die Dependenzgrammatik zwischen obligatorischen und fakultativen Elementen?

Die Unterscheidung erfolgt über die Valenz des Verbs: Obligatorische Ergänzungen sind notwendig, um die Grammatikalität zu wahren, während fakultative Elemente (freie Angaben/Zirkumstanten) weggelassen werden können.

Welche Rolle spielt die Bedeutung des Verbs bei der Satzanalyse im Spanischen?

Das Verb bestimmt als Nexus die gesamte Satzstruktur und steuert durch seine Valenz, welche Ergänzungen in welcher Form und Anzahl auftreten dürfen.

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Details

Title
Syntax - Grundlagen der Dependenztheorie und ihre Anwendung auf das Spanische
College
University of Tubingen  (Romanisches Seminar)
Course
Einführung in die spanische Sprachwissenschaft
Grade
1,5
Author
Anita Glunz (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V46630
ISBN (eBook)
9783638437790
ISBN (Book)
9783638763981
Language
German
Tags
Syntax Grundlagen Dependenztheorie Anwendung Spanische Einführung Sprachwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anita Glunz (Author), 2002, Syntax - Grundlagen der Dependenztheorie und ihre Anwendung auf das Spanische, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46630
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