L. wurde am 10.11.1483 als zweiter Sohn eines Bergmanns in Eisleben geboren. Im Hause herrschte eine normale mittelalterliche Strenge, ebenso frei von Kritik an der Kirche wie von besonderer Wärme. Diese begegnete ihm erst, als er nach dem Besuch der Mansfelder Stadtschule (1488-1497) ein Jahr lang auf die Magdeburger Domschule geschickt wurde, an der die Brüder vom gemeinsamen Leben unterrichteten. Die spätmittelalterliche Erweckungsfrömmigkeit, die sie vertraten, ist ihm als das Reinste der kath. Glaubenswelt in Erinnerung geblieben.
Im Frühjahr 1501 bezog L. die vom Geist des Novalis beherrschte Universität Erfurt. Grundlagen der Bildung waren: Grammatik, Rhetorik, aristotelische Logik, Naturwissenschaften. Nach der Promotion zum Magister artium wandte sich L. im Frühjahr 1505 auf väterlichen Wunsch hin dem juristischen Studium zu, wurde aber bald aus dieser Lebensbahn gerissen. Ein schweres Gewitter, in das er am 02.07.1505 bei Stotternheim in der Nähe von Erfurt geriet, erpreßte aus ihm das Gelübde, ins Kloster zu gehen.
Am 17.07. trat er denn auch in das strenge Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein. Bereits im Herbst 1506 wurde er aufgrund seiner außergewöhnlichen Strenge sich selbst gegenüber zum Priester geweiht.
Die Quellen reichen nicht aus, seinen theologischen Weg von 1509-1512 genau nachzuzeichnen. Bekannt ist jedoch, daß er während dieser zeit einige Lehrstühle innehatte, wie z.B. in Wittenberg und Erfurt.
Im November 1510 wurde L. dann mit einem Nürnberger Bruder nach Rom geschickt. In der Stadt der unermeßlichen Ablaßgnaden suchte er durch eine Generalbeichte, Messelesen an bestimmten Altären, Hinaufrutschen der heiligen Treppe am Lateran usw. Sündenvergebung und Fegefeuererlass für sich und seine Verwandten. Noch war Luther kaum von Glaubenszweifeln befallen, doch das Entsetzen über die geistige Verwahrlosung der kath. Kirche quälte ihn.
Nach seiner Rückkehr war L. weiter als Dozent an der Fakultät und als Distriktvikar seines Ordens für Meißen und Thüringen tätig. Hier vollzog sich seine geistige Entwicklung nach und nach, bis er am 31.10. 1516 zum ersten Male öffentlich in einer Predigt den Ablaß kritisierte. Am 04.09.1517 eröffnete er einen Generalangriff auf die scholastische Theologie mit 97 Disputationsthesen. Doch in eine kirchliche Auseinandersetzung und einen Prozeß verwickelten ihn erst seine 95 Thesen über Buße und Ablaß, die er vermutlich am 31.10.1517 an die Tür der wittenberger Schloßkirche anschlug.
Inhaltsverzeichnis
Martin Luther
Johannes Calvin
Die anglikanische Kirche
Lutheraner
Calvinisten / Reformierte
Anglikaner
Die wichtigsten Schriften
Die Kirchen heute
Die evangelische Kirche in Deutschland
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die historischen Entwicklungen der Reformation, die zentralen Lehren der daraus hervorgegangenen Konfessionen sowie die heutige kirchenorganisatorische Struktur des Protestantismus in Deutschland.
- Biografische Skizzen von Martin Luther und Johannes Calvin
- Entstehung und Lehre der lutherischen, reformierten und anglikanischen Konfessionen
- Vergleich der wichtigsten Bekenntnisschriften
- Statistische Verteilung der christlichen Konfessionen weltweit
- Struktureller Aufbau und Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Auszug aus dem Buch
Martin Luther
L. wurde am 10.11.1483 als zweiter Sohn eines Bergmanns in Eisleben geboren. Im Hause herrschte eine normale mittelalterliche Strenge, ebenso frei von Kritik an der Kirche wie von besonderer Wärme. Diese begegnete ihm erst, als er nach dem Besuch der Mansfelder Stadtschule (1488-1497) ein Jahr lang auf die Magdeburger Domschule geschickt wurde, an der die Brüder vom gemeinsamen Leben unterrichteten. Die spätmittelalterliche Erweckungsfrömmigkeit, die sie vertraten, ist ihm als das Reinste der kath. Glaubenswelt in Erinnerung geblieben.
Im Frühjahr 1501 bezog L. die vom Geist des Novalis beherrschte Universität Erfurt. Grundlagen der Bildung waren: Grammatik, Rhetorik, aristotelische Logik, Naturwissenschaften. Nach der Promotion zum Magister artium wandte sich L. im Frühjahr 1505 auf väterlichen Wunsch hin dem juristischen Studium zu, wurde aber bald aus dieser Lebensbahn gerissen. Ein schweres Gewitter, in das er am 02.07.1505 bei Stotternheim in der Nähe von Erfurt geriet, erpreßte aus ihm das Gelübde, ins Kloster zu gehen.
Zusammenfassung der Kapitel
Martin Luther: Biografie des Reformators, die seinen Lebensweg vom Eintritt in das Augustinerkloster bis zu seinen theologischen Kernforderungen und dem öffentlichen Konflikt um den Ablass beleuchtet.
Johannes Calvin: Darstellung des Lebens von Johannes Calvin, seiner Bekehrung, seinem Wirken in Genf und der Etablierung seiner strengen Kirchenordnung sowie Lehre.
Die anglikanische Kirche: Erläuterung der politischen Entstehungsgeschichte unter Heinrich VIII. und die Entwicklung zur englischen Staatskirche.
Lutheraner: Analyse der theologischen Grundpfeiler des Luthertums, insbesondere der Rechtfertigungslehre und des Schriftverständnisses.
Calvinisten / Reformierte: Einführung in die Lehre der Prädestination und die rigide Auslegung des christlichen Lebens nach Calvin.
Anglikaner: Überblick über die aktuelle kircheninterne Strömungslandschaft (High, Low, Broad church) und die hierarchische Struktur.
Die wichtigsten Schriften: Tabellarische Übersicht der zentralen Glaubensdokumente der jeweiligen Konfessionen.
Die Kirchen heute: Statistische Daten zur weltweiten Verbreitung der Hauptkonfessionen.
Die evangelische Kirche in Deutschland: Erläuterung der EKD als Dachverband sowie der Rolle der VELKD innerhalb des deutschen Protestantismus.
Schlüsselwörter
Reformation, Martin Luther, Johannes Calvin, Anglikanische Kirche, Rechtfertigungslehre, Prädestination, EKD, Konfessionen, Ablass, Abendmahl, Kirchengeschichte, Protestantismus, Bekenntnisschriften, Liturgie, Christentum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Ursprünge der Reformation, die Lehren der maßgeblichen Reformatoren und die daraus resultierende konfessionelle Vielfalt sowie die heutige Kirchenstruktur in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Biografien von Luther und Calvin, der dogmatische Vergleich der Konfessionen und die organisatorische Zusammenführung der evangelischen Kirchen in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein präzises Verständnis für die historischen Differenzen und die gegenwärtige Struktur der evangelischen Kirche zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische und religionswissenschaftliche Aufarbeitung, die auf der Analyse von Fachliteratur und theologischen Primärschriften basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der drei großen konfessionellen Strömungen, deren historische Verankerung und einen detaillierten Überblick über die EKD.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Reformation, Rechtfertigungslehre, Konfession, EKD, Prädestination, Kirchengeschichte.
Was unterscheidet das calvinistische Kirchenverständnis grundlegend von dem lutherischen?
Während Luther den Fokus auf die Rechtfertigung durch den Glauben legt, zeichnet sich der Calvinismus durch das Dogma der doppelten Prädestination und eine strengere Reglementierung des sittlichen Lebens aus.
Welche Rolle spielt die EKD innerhalb des deutschen Protestantismus?
Die EKD fungiert als Dachverband für die verschiedenen lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen und koordiniert deren gemeinsame Interessen.
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- Heiko Wenzel (Author), 2004, Kirchenspaltung und Reformation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46664