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Anlegerverhalten auf Kapitalmärkten unter besonderer Berücksichtigung moralisch motivierter Präferenzen

Title: Anlegerverhalten auf Kapitalmärkten unter besonderer Berücksichtigung moralisch motivierter Präferenzen

Diploma Thesis , 2005 , 168 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Kugler (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Summary Excerpt Details

Das Verhalten von Anlegern auf Kapitalmärkten ist traditionell durch die neoklassische Kapitalmarkttheorie idealtypisch beschrieben, definiert und postuliert worden. Diese ist durch vollkommene Märkte und rational handelnde Individuen gekennzeichnet. Mit der Zeit häuften sich allerdings Zweifel, ob die neoklassische Theorie wirklich geeignet ist, das tatsächlich beobachtbare Verhalten zu erklären. Angriffspunkt für Kritik waren zunächst die Annahmen, welche als unrealistisch bezeichnet wurden. Verteidiger der Annahmen, wie Friedman, machten darauf aufmerksam, dass eine Theorie nicht an ihren Annahmen gemessen werden sollte, sondern an ihrer Eignung, die Realität zu beschreiben.
Empirische Beobachtungen der letzten Jahrzehnte belegen eindeutig, dass das Anlegerverhalten auf realen Kapitalmärkten teilweise in scharfem Kontrast zum traditionellen Postulat steht und nicht hinreichend mit dem neoklassischen Instrumentarium erklärt werden kann. Um eine größere Realitätsnähe zu erzeugen wurden zunächst Modelle entwickelt, die dazu gedacht waren, die neoklassische Sicht zu erweitern, indem sie verschiedene Prämissen des vollkommenen Kapitalmarktes (z. B. hinsichtlich Steuern, Transaktionskosten…) aufhoben. Diese Ansätze werden in der vorliegenden Arbeit weitgehend unter den externen Ursachen,die das Anlegerverhalten beeinflussen, subsumiert. Es handelt sich dabei um erste Schritte hin zu einer stärker positiv ausgerichteten Sichtweise, wobei aber die „sensible“ Annahme der Rationalität noch nicht „angetastet“ wird. Des Weiteren wurden deskriptive (Gegen-)Theorien entwickelt um reales Verhalten greifbar zu machen. Diese berücksichtigen Erkenntnisse aus der Psychologie und Soziologie zum menschlichen Verhalten bzw. Entscheidungsverhalten. Die Forschungsrichtung, die sich genau dadurch auszeichnet, hat sich unter dem Namen Behavioral Finance etabliert. Im Mittelpunkt dieser neuen Disziplin steht die unvollkommene Rationalität von Menschen und deren Implikationen auf den Kapitalmarkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. DIE NEOKLASSISCHE KAPITALMARKTTHEORIE – ZENTRALE ANNAHMEN UND AUSSAGEN

2.1 Homo oeconomicus – der rational wirtschaftende Mensch

2.1.1 Vollkommene Rationalität

2.1.2 Axiome des rationalen Handelns

2.1.3 Präferenzen

2.1.4 Nutzenfunktion

2.2 Kapitalmarkttheorie (i. e. S.)

2.2.1 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)

2.2.2 Die Hypothese der Informationseffizienz

3. ENTWICKLUNG UND ETABLIERUNG EINER „POSITIVEN“ BETRACHTUNGSWEISE

3.1 Externe Ursachen und dadurch induziertes Verhalten

3.1.1 Transaktionskosten

3.1.2 Steuern

3.1.3 Marktsegmentierung

3.1.4 Weitere Einflussfaktoren

3.1.5 Abgrenzungsschwierigkeiten

3.2 Intrinsische Ursachen/Beweggründe und dadurch induziertes Verhalten

3.2.1 CAPM Erweiterungen

3.2.2 Deskriptive Entdeckungen und Erklärungsnöte der Neoklassik

3.2.2.1 Quasi-Rationalität

3.2.2.2 Axiome oder heuristics and biases?

3.2.2.2.1 Paradoxa

3.2.2.2.2 Übersicht der psychologischen Effekte

3.2.2.2.3 Evolution und Quasi-Rationalität

3.2.2.2.4 Spezifische Heterogenitäten

3.2.2.3 Ausprägungen der Präferenzen

3.2.2.3.1 Relative Bewertung und Zeitinkonsistenz

3.2.2.3.2 Fairness

3.2.2.3.3 Spezifische Heterogenitäten

3.2.2.4 Die „Nutzenfunktion“ der Prospect Theory

3.2.2.5 Arten der Erwartungsbildung

3.2.3 Die Behavioral Portfolio Theory und das Diversification Puzzle

3.2.4 Von den Anomalien zur Preisbildung: Noise Trading-Modelle

3.2.4.1 Quasi-rationales Noise Trading

3.2.4.1.1 Gruppen-interaktives Verhalten

3.2.4.1.1.1 Unbestimmtes Noise Trading Verhalten

3.2.4.1.1.1.1 Von Röckemann eingeordnete Ansätze

3.2.4.1.1.1.2 Neu zugeordnete Ansätze

3.2.4.1.1.2 Positive Feedback Trading

3.2.4.1.1.2.1 Von Röckemann eingeordnete Ansätze

3.2.4.1.1.2.2 Neu zugeordnete Ansätze

3.2.4.1.1.3 Overconfidence

3.2.4.1.2 Individuell anomales Verhalten

3.2.4.1.2.1 Von Röckemann eingeordnete Ansätze

3.2.4.1.2.2 Neu zugeordnete Ansätze

3.2.4.2 Absichtliches (rationales?) Noise Trading

4. SOCIALLY RESPONSIBLE INVESTMENT (SRI)

4.1 Begriffsbestimmung und Erscheinungsformen

4.2 Der Anlegertyp

4.3 Performance: Neoklassische Prophezeiungen und Empirie

4.4 Erklärungsansätze zur Kursbildung

4.4.1 Marktsegmentierung und SRI

4.4.2 Noise Trading und SRI

5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das reale Anlegerverhalten auf Kapitalmärkten und stellt dieses den theoretischen Annahmen der neoklassischen Kapitalmarkttheorie gegenüber. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwieweit externe Restriktionen sowie intrinsische psychologische Beweggründe, wie etwa moralisch motivierte Präferenzen (SRI), das Anlegerverhalten und die Kursbildung beeinflussen.

  • Neoklassische Kapitalmarkttheorie und das Modell des Homo oeconomicus
  • Einfluss externer Faktoren wie Transaktionskosten und Steuern
  • Verhaltenswissenschaftliche Grundlagen und Behavioral Finance
  • Analyse des Noise Tradings und dessen Auswirkung auf Kurse
  • Socially Responsible Investment (SRI) und dessen Performancemessung

Auszug aus dem Buch

3.2.4.1.1 Gruppen-interaktives Verhalten

Die Modelle zum gruppen-interaktiven Verhalten beziehen Wechselwirkungen zwischen Anlegergruppen mit ein. Es kommt zu Rückkopplungen. Dadurch sind die Ansätze in der Lage, eine vielschichtige Verbindung zwischen Verhaltensanomalien und der Marktebene aufzuzeigen und zu erforschen. Unterschieden wird ferner zwischen Modellen, die ein unbestimmtes Noise Trading Verhalten annehmen und zwischen Modellen, die spezielle quasi-rationale Verhaltensweisen modellieren, wie das Positive Feedback-Trading. Röckemann identifiziert seinerzeit nur das Positive Feedback-Trading als speziell modellierte Verhaltensweise. Darüber hinaus wird in der vorliegenden Arbeit eine weitere Kategorie entwickelt, welche mit overconfidence bezeichnet wird. Es scheint sich in den letzten Jahren eine Fokussierung auf den bias des overconfidence entwickelt zu haben.

Es werden nachfolgend die geschilderten drei Kategorien abgehandelt, anhand einer Vorstellung der wichtigsten Modelle, welche sich diesen zuordnen lassen. Es ist darauf hinzuweisen, dass lediglich Zusammenfassungen der teilweise recht komplexen Modelle gegeben werden können. Im Vordergrund soll dabei stehen, welche psychologischen „Zutaten“ in die Modelle eingehen und was genau die Modelle zu erklären in der Lage sind.

Begonnen wird jeweils mit den bereits durch Röckemann eingeordneten Arbeiten. Anschließend werden weitere, im Rahmen dieser Arbeit selbst zugeordnete Ansätze vorgestellt. Begründungen für die Einordnung, sofern nicht gesondert aufgeführt, ergeben sich direkt aus den Abhandlungen der Modelle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert den Kontrast zwischen dem traditionellen neoklassischen Postulat rational handelnder Akteure und dem tatsächlich beobachtbaren Anlegerverhalten auf realen Kapitalmärkten.

2. DIE NEOKLASSISCHE KAPITALMARKTTHEORIE – ZENTRALE ANNAHMEN UND AUSSAGEN: Dieses Kapitel erläutert das Menschenbild des Homo oeconomicus sowie die zentralen Modelle der klassischen Theorie, insbesondere das CAPM und die Hypothese der Informationseffizienz.

3. ENTWICKLUNG UND ETABLIERUNG EINER „POSITIVEN“ BETRACHTUNGSWEISE: Das Kapitel untersucht zunächst externe Marktunvollkommenheiten und geht anschließend tiefgreifend auf intrinsische psychologische Ursachen, Behavioral Finance und Noise Trading-Modelle ein, um Abweichungen vom rationalen Idealmodell zu erklären.

4. SOCIALLY RESPONSIBLE INVESTMENT (SRI): Dieser Abschnitt beleuchtet moralisch motivierte Präferenzen von Anlegern, definiert SRI-Strategien und diskutiert die Performance sowie Erklärungsansätze für die Kursbildung ethisch verträglicher Investments.

5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsrichtungen wie Neuroeconomics gegeben.

Schlüsselwörter

Anlegerverhalten, Kapitalmarkttheorie, Homo oeconomicus, Behavioral Finance, Noise Trading, Socially Responsible Investment, SRI, Rationalität, Quasi-Rationalität, Diversifikation, Markteffizienz, Overconfidence, Prospect Theory, Kursbildung, Marktsegmentierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das reale Verhalten von Anlegern auf Kapitalmärkten und hinterfragt dabei die Gültigkeit der traditionellen neoklassischen Annahme rational handelnder Akteure.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die neoklassische Kapitalmarkttheorie, Behavioral Finance, Noise Trading-Modelle und Socially Responsible Investment (SRI).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das tatsächliche Verhalten von Anlegern zu untersuchen, dieses mit der neoklassischen Schule zu vergleichen und ein Spannungsfeld zwischen normativer und positiver Sichtweise aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf Literaturanalysen sowie die deskriptive Auswertung von Theorien, empirischen Modellen und Fallbeispielen aus der Finanzmarktforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung externer Ursachen für Verhaltensabweichungen (Restriktionen), intrinsische psychologische Faktoren (Behavioral Finance) und die spezielle Betrachtung von moralisch motivierten Präferenzen (SRI-Investor).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Quasi-Rationalität, Anleger-Overconfidence, Noise Trading, Diversification Puzzle und der SRI-Investmentstil.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen externen Ursachen und intrinsischen Beweggründen?

Externe Ursachen sind Restriktionen (z. B. Steuern, Transaktionskosten), die den Anleger objektiv einschränken, während intrinsische Beweggründe aus dem Individuum selbst entspringen, wie beispielsweise kognitive Fähigkeiten oder bewusste moralische Anlageziele.

Warum spielt die Behavioral Finance eine so zentrale Rolle in dieser Arbeit?

Behavioral Finance wird als essenzielle positive (deskriptive) Gegenströmung zur neoklassischen Theorie betrachtet, da sie reale psychologische Faktoren wie Heuristiken und Biases (z. B. Overconfidence) einbezieht, um Marktanomalien zu erklären.

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Details

Title
Anlegerverhalten auf Kapitalmärkten unter besonderer Berücksichtigung moralisch motivierter Präferenzen
College
University of Stuttgart  (FB Finanzwirtschaft)
Grade
1,0
Author
Thomas Kugler (Author)
Publication Year
2005
Pages
168
Catalog Number
V46668
ISBN (eBook)
9783638438117
ISBN (Book)
9783638000222
Language
German
Tags
Anlegerverhalten Kapitalmärkten Berücksichtigung Präferenzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Kugler (Author), 2005, Anlegerverhalten auf Kapitalmärkten unter besonderer Berücksichtigung moralisch motivierter Präferenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46668
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