Konvergenz zwischen Print und Online: Substituieren Online-Zeitschriften ihr Print-Pendant


Hausarbeit, 2004

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise

2 Hauptteil
2.1 Angebot und Nutzung von Online-Zeitschriften
2.1.1 Formen der Internetangebote von Zeitschriftenverlagen
2.1.2 Nutzung von Online-Medien
2.2 Untersuchungen zum zukünftigen Verhältnis von Print- und Online-Zeitschriften
2.3 Fallstudien
2.3.1 Zur Vorgehensweise bei den Fallstudien
2.3.2 Spiegel.de
2.3.3 Fitforfun.de
2.3.4 heise.de

3 Schluss
3.1 Zusammenfassende Betrachtung: Gefährdet das Internet die (Print-) Zeitschriften?
3.2 Fazit und Ausblick

4 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

"[Es] ergibt sich gewissermaßen als ein Grundgesetz der Entwicklung des Nachrichten­wesens, dass die einfachsten Mittel, Formen und Methoden, wenn sie nur einmal ein­gebürgert und brauchbar befunden worden sind, auch von den vollkommensten und höchst entwickelten niemals wieder gänzlich und dauernd verdrängt und außer Gebrauch gesetzt werden können, sondern sich neben diesen erhalten, nur daß sie genötigt werden, andere Aufgaben und Verwertungsgebiete aufzusuchen. .“

WOLFGANG RIEPL, 1913[1]

1.1 Problemstellung

Internetmedien stehen zunehmend im Interessensgebiet von Kommunikationswissen­schaft und Medienpraxis. Unter dem Stichwort „Medienkonvergenz“ wird der Effekt beschrieben, dass die Medien angesichts der technischen Entwicklungen immer näher zusammenrücken, und die neuen Medienangebote dadurch andere Funktiona­litäten übernehmen.[2] Ihre Grenzen verschwimmen immer mehr, so dass bewährte Erkenntnisse aus der Kommunikationswissenschaft auf dem Prüfstand stehen. Allein die Abgrenzung, was als ein Medium zu bezeichnen sei, und wodurch es sich aus­zeichnet und von anderen Medien unterscheiden lässt, gerät zu einer schwierigen Aufgabe.

Ein weiterer Begriff, der in diesem Zusammenhang häufig genannt wird, ist „Cross­medialität“. Hierunter versteht man eine Kooperation oder Verbindung zwischen Angeboten verschiedener Medientypen,[3] oder anders ausgedrückt ein Gesamt­angebot, das über Mediengrenzen hinweg verteilt ist.

Im Rahmen der beiden verwandten Themengebiete „Konvergenz“ und „Crossmedia“ bzw. „Crossmedialität“ soll in dieser Arbeit das Verhältnis zwischen Print und Online untersucht werden. Bisherige Beiträge wenden sich häufig dem Themen-Bereich der Online-Tageszeitungen zu. Da jedoch auch die Zeitschriftenverlage ein breites Internetangebot haben, und sich gerade aufgrund der fehlenden Tagesaktua­lität und des im allgemeinen eher unterhaltenden Inhaltes von Zeitschriften andere Rahmenbedingungen ergeben, soll hier der Frage nachgegangen werden, wie das Verhältnis zwischen Zeitschriften und ihren Internet-Auftritten beschaffen ist. Es soll festgestellt werden, ob das Online-Medium das Print-Objekt substituiert oder sich komplementär dazu verhält. Eine dritte Möglichkeit, die ebenfalls geprüft werden soll, besteht theoretisch darin, dass sich Print- und Online-Angebot neutral gegenü­berstehen.

Unter Online-Zeitschriften sollen hierbei im Folgenden Online-Auftritte bezeichnet werden, deren Muttermedium eine Zeitschrift aus dem Print-Bereich ist. Es soll sich dabei nicht um eine Eins-zu-eins-Kopie in elektronischer Form, also um ein so ge­nanntes „e-paper“, handeln, sondern um einen inhaltlich gestalteten Internet-Auftritt.

1.2 Vorgehensweise

Die folgenden Untersuchungen nehmen in erster Linie Bezug auf die Print- bzw. Online-Angebote von Publikumszeitschriften, da Fachzeitschriften sowohl von ihrer Leserschaft als auch von den Rahmenbedingungen her in vielen Punkten anderen Anforderungen genügen müssen als Publikumszeitschriften.

Zunächst soll eine inhaltliche Grundlegung stattfinden, indem zuerst auf die Formen der Angebote von Online-Zeitschriften eingegangen wird, und dann die Nutzung von Online-Medien betrachtet wird.

Dann wird anhand von vorliegenden Nutzer- und Expertenbefragungen skizziert, wie das zukünftige Verhältnis zwischen Print- und Online-Zeitschriften aussehen wird respektive kann.

Als nächstes wird die eingangs formulierte mittels dreier Fallstudien untersucht. Es wird dabei überprüft, inwieweit die Erkenntnisse des theoretischen Teils in den Fall­beispielen wieder zu finden sind.

Im Schlussteil werden die Ergebnisse der Untersuchungen noch einmal zusammen­gefasst und zu einem Fazit gebracht. Schließlich folgt noch ein kurzer Ausblick.

2 Hauptteil

2.1 Angebot und Nutzung von Online-Zeitschriften

2.1.1 Formen der Internetangebote von Zeitschriftenverlagen

Derzeit hat fast jede Zeitschrift einen eigenen Internetauftritt – der Umfang und die Qualität des Angebotes variieren allerdings von Titel zu Titel. Man kann jedoch fest­halten, dass das Angebot der Zeitschriftenverlage im Rezipientenmarkt im Vergleich zu dem der Zeitungsverlage deutlich breiter ist.[4]

In Bezug auf das Angebot in dem Ursprungsmedium, der Print-Ausgabe der Zeit­schrift, unterscheiden sich die jeweiligen Internet-Auftritte in ihrer Eigenständigkeit und ihrer Funktion für den Verlag. Neuberger (2003)[5] differenziert die „Formen in­termediären Handelns von Medienanbietern“ auf der Angebotsebene wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Formen des Internet-Angebotes von Zeitschriften[6]

Die einfachste Form - die Urform - ist die „Imitation“, also die direkte Kopie der formalen und inhaltlichen Elemente in das neue Medium Internet. Unter diese Ange­botsform fällt das reine „e-Paper“, das allerdings in diesem Rahmen nicht näher be­trachtet werden soll.

Die Strategie der „Kooperation“ hingegen ist schon deutlich diffe­renzierter: Es findet eine Verbin­dung der Angebote der verschie­denen Medientypen – hier Online-Zeit­schrift und Print-Zeitschrift – statt. Hierfür wurde, wie einleitend schon erwähnt, im Laufe der Ent­wicklungen der Begriff „Crossme­dialität“ geprägt.

Neuberger unterscheidet drei Aus­prägungen der Kooperation: Den „Transfer“, also eine Mehrfachver­wertung der vorhandenen Inhalte, die „Kombina­tion“ als Verknüpfung und Ergänzung der unterschiedli­chen Angebote einer Medien­markenfamilie und die „cross­mediale Werbung“, also die Nutzung eines Mediums als Wer­beträger für ein anderes Medium. Abbildung 1 zeigt diese Formen des inter­mediären Angebotes in Bezug auf (Online-) Zeitschriften im Überblick.

2.1.2 Nutzung von Online-Medien

Die Online-Nutzung hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das ist unbestrit­ten. Doch in welchem Maße sie zugenommen hat und zunehmen wird, und wer über­haupt als Online-Nutzer zu betrachten ist, ist noch ein recht unscharfer Punkt. In ein­schlägigen Untersuchungen wird zum Teil schon als Online-Nutzer definiert, wer in den letzten zwölf Monaten das Internet genutzt hat.[7] Eine solche Betrachtung wäre in Bezug auf klassische Medien undenkbar: Es wäre so, als würde man jemanden als Zeitungsleser einstufen, der innerhalb des letzten Jahres einmal eine Zeitung gelesen hat.

Trotz dieser Unschärfe lassen sich aus den bisherigen Befragungen deutliche Trends ableiten. Schweiger (2004) hat sechs Studien aus den Jahren 2001 bis 2004 zusam­mengestellt. Je nach Untersuchung bewegt sich der Anteil der Online-Nutzer zwi­schen 31,8 und 55,7 Prozent – das Internet hat sich also in jedem Falle zu einem Massenmedium mit einer großen Rezipientenschaft entwickelt.

Auch speziell die Nutzung von Online-Zeitschriften hat einen großen Anteil der Be­völkerung erreicht: Die ARD/ZDF-Online-Studie 2004 hat ergeben, dass 50 Prozent der Online-Nutzer schon einmal auf dem Onlineangebot einer Zeitung oder Zeit­schrift gesurft haben.[8] In die gleiche Richtung gehen die Ergebnisse der „WWW-Benutzer-Analyse W3B“[9] aus dem Jahr 2000: Sie zeigen, dass 27,5 Prozent der Nutzer „regelmäßig“ Online-Zeitschriften nutzen. Dieser Anteil übertrifft die Nutzerzahlen von Online-Tageszeitungen (17,9 Prozent) deutlich.

2.2 Untersuchungen zum zukünftigen Verhältnis von Print- und Online-Zeitschriften

Nachdem mit einer kurzen Betrachtung der Angebotsseite und der Nutzung der Online-Zeitschriften die grundlegenden Rahmenbedingungen dargelegt worden sind, soll nun gegenübergestellt werden, was bisherige Untersuchungen zum zukünftigen Verhältnis von Online-Zeitschriften und Print-Zeitschriften ergeben haben. Zum einen sollen dazu zwei Nutzerbefragungen und ein Experiment mit Nutzern herange­zogen werden, zum anderen drei Expertenbefragungen.

[...]


[1] Aus: Riepl 1913, S. 5

[2] Vgl. Hasebrink et al. 2004, S. 10

[3] Vgl.Neuberger 2003, S. 40

[4] Vgl. Sjurts 2002, S. 328

[5] Vgl. Neuberger 2003, S. 37 ff.

[6] Quelle: eigene Darstellung in leichter Anlehnung an Neuberger 2003, S. 38

[7] Vgl. Schweiger 2004, S. 94 ff.

[8] Vgl. Van Eimeren et al. 2004, S. 363

[9] Die Studie wurde von der Fittkau & Maaß GmbH durchgeführt. Vgl. Fittkau 2002

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Konvergenz zwischen Print und Online: Substituieren Online-Zeitschriften ihr Print-Pendant
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Medienkonvergenz und Crossmedialität
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V46693
ISBN (eBook)
9783638438339
Dateigröße
769 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Enthält drei Fallbeispiele: spiegel.de, fitforfun.de und heise.de
Schlagworte
Konvergenz, Print, Online, Substituieren, Online-Zeitschriften, Print-Pendant, Medienkonvergenz, Crossmedialität
Arbeit zitieren
Sonja Pölig (Autor), 2004, Konvergenz zwischen Print und Online: Substituieren Online-Zeitschriften ihr Print-Pendant, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46693

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