Es ist allgemein bekannt, dass Individuen ihre Partner nach unterschiedlicher Kriterien auswählen. Diese können sowohl innere Eigenschaften sein, die sich auf den Charakter der ausgewählten Person beziehen, als auch äußere wahrnehmbare Eigenschaften, die logischerweise auf den ersten Blick bemerkbar sind. Gegenseitige Partnerauswahl ist seit dem Beginn der Menschheit dadurch charakterisiert worden, dass das Individuum den physisch passenden Partner finden muss.
Es ist notwendig hier zu präzisieren, dass das Äußere eines Menschen ein Bündel von ästhetischen Merkmalen einschließt. Ein meßbares Merkmal, das häufig bei der Partnerselektion betrachtet wird, ist die Höhe der Statur. Diese Eigenschaft ist Grund für die Inspiration dieser Hausarbeit. Im Folgenden handelt es sich hier um bestimmte Auswahlkriterien zwischen den Geschlechtern, im Bezug auf der bereits genannten Körpergröße von Männer und Frauen. Zur präzisen Erklärung des Zieles dieser Hausarbeit muss man die Leser auf eine weitere Genauigkeit aufmerksam machen. Das Anliegen war hier, bestimmte Ursachen der Attraktion bezüglich der Körpergroße zu behandeln, aber es war notwendig, diese Eigenschaft selbst zu beschränken. Wichtig war herauszufinden, wieviel Wert heterosexuelle Menschen auf die Körpergröße des entgegengesetzten Geschlechts legen, und in wie fern diese auf die Auswahl des Partners Einfluß hat. Daher lautet die hier selbst aufgestellte Hypothese: Körpergröße ist ein bedeutender Einflußfaktor für die menschliche Partnerwahl. Für Frauen gilt: wenn der erwünschte Partner mindestens gleich groß oder größer ist, als sie selbst, dann findet sie in ihn den ästhetisch passenden Partner. Für Männer gilt: wenn die erwünschte Partnerin kleiner, aber höchstens so groß ist wie er, dann findet er in ihr die ästhetisch passende Partnerin. Von hier ausgehend wird nun den Versuch gemacht, durch das Vorhandensein unterschiedlicher wissenschaftlicher Theorien, und der Durchführung einer, eher kleinen qualitativen Befragung, diese Hypothese zu bestätigen oder zu widerlegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Wahrnehmung der Körpergröße
3. Amerikanische und englische Studien über die Wahrnehmung der Körpergröße
4. Präsentation, der an der Universität Augsburg durchgeführten Studie
5. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Körpergröße bei der menschlichen Partnerwahl und prüft, ob die gesellschaftliche Norm, dass Männer bei der Partnerwahl größer sein sollten als Frauen (das sogenannte „cardinal principle“), auch in der heutigen Gesellschaft Relevanz besitzt.
- Einfluss der Körpergröße auf die Partnerwahl
- Soziale Normen und Erwartungen an Geschlechterrollen
- Psychologische Aspekte der Partnerselektion
- Empirische Untersuchung der Körpergrößenwahrnehmung
- Vergleich von historischen Studien und aktuellen Befragungsergebnissen
Auszug aus dem Buch
Die Wahrnehmung der Körpergröße
Es ist unumstritten, daß Körpergröße eine bedeutende Rolle für die Partnerauswahl spielt. Ellis schrieb in seinem Werk „ Die Gattenwahl beim Menschen“ im Jahre 1919, dass man früher der Meinung war , dass Menschen mit kleiner Statur sich von solchen Menschen hingezogen fühlten, die größer waren als sie selbst, oder auch umgekehrt, Menschen mit großer Statur, eher zu kleineren Menschen geneigt hätten. Hier hat man von einem Reiz des Ungleichen gesprochen. Ellis war aber persönlich der Meinung, dass dieser Reiz des Ungleichen, auf die Körpergröße bezogen, keine große Bedeutung für die sexuelle Anziehungskraft zwischen Männern und Frauen hätte. Er behauptete „..., dass sowohl Mann als Weib hohe Gestalt bei der Person ihrer Wahl wünschen “ ( Ellis, 1919, S. 240 ). Seine Behauptung basierte auf bereits existierenden Studien, welche die Bevorzugungen der beiden Geschlechter darstellten. Angesichts der vorliegenden Zahlen konnte man daraus schließen, dass die Mehrheit der weiblichen und männlichen Befragten Gleiches suchten, d. h. der gewünschte Partner oder die gewünschte Partnerin sollte die gleiche Größe haben wie man selbst.
Keine der Befragten plädierte für einen kleineren Partner oder eine kleinere Partnerin. Es herrscht also die allgemeine Meinung, dass Menschen sich einen relativ großen gegengeschlechtlichen Partner wünschen. Nicht selten aber treffen Menschen in der Realität, hauptsächlich Männer, paradoxe Entscheidungen. Es passiert oft, dass sich andere Anforderungen an einer Frau wichtiger herausstellen, als ihre hohe Statur. So kommt es sehr oft vor „..., dass ein Mann, dessen Frauenideal immer „lang“ gewesen ist, Zeit seines Lebens nie in intimer Beziehung zu einem hochgewachsenen Weibe gestanden hat, da er bemerkt, dass er in Praxis stärker ausgeprägte Neigungen zu kleineren Weibern besitzt. Sein abstraktes Ideal wird durch dringendere Sympathien und Antipathien modifiziert oder abgelehnt “ ( Ellis, 1919, S. 245f ). Beigel deutet auf das gleiche Phänomen hin. Er ist davon ausgegangen, dass die Signifikanz der persönlichen Beziehung zur Größe oft ein Gleichgewicht mit Elementen der Sexualität und der Persönlichkeit hält Diese Elemente erhalten von vielen Individuen eine wichtige Stelle, d.h. bei der Partnerwahl werden, außer ästhetischen, auch andere Qualitäten der gegengeschlechtlichen Person in Erwägung gezogen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Partnerwahl ein und stellt die Hypothese auf, dass die Körpergröße einen bedeutenden Einflussfaktor auf die Partnerwahl zwischen den Geschlechtern darstellt.
Die Wahrnehmung der Körpergröße: Hier wird der theoretische Hintergrund beleuchtet, insbesondere die historische Sicht auf das „cardinal principle“ und die Rolle der Körpergröße bei der Anziehungskraft sowie der Einfluss sozialer Erwartungen.
Amerikanische und englische Studien über die Wahrnehmung der Körpergröße: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über internationale Forschungsergebnisse, die zeigen, wie Körpergröße mit sozialer Attraktivität und dem beruflichen Status verknüpft wird.
Präsentation, der an der Universität Augsburg durchgeführten Studie: Hier wird das methodische Vorgehen der eigenen, qualitativen Befragung von zehn Studierenden beschrieben, um das „cardinal principle“ im deutschen Kontext zu hinterfragen.
Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse der Befragung kritisch eingeordnet und die Relevanz der sozialen Norm sowie die Bedeutung psychologischer Sicherheitsbedürfnisse bei der Partnerwahl diskutiert.
Schlüsselwörter
Partnerwahl, Körpergröße, Attraktivität, Geschlechterrollen, Soziale Normen, Cardinal Principle, Partnerselektion, Empirische Befragung, Psychologie, Körperliche Statur, Soziale Erwartungen, Partnerschaft, Geschlechtervergleich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Körpergröße auf die Partnerwahl und geht der Frage nach, ob gesellschaftliche Normen bezüglich der Größenverhältnisse zwischen Mann und Frau weiterhin Bestand haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Wahrnehmung von Körpergröße, die Bedeutung ästhetischer Merkmale bei der Partnerwahl sowie der Einfluss von sozialen Normen und psychologischen Faktoren auf das Dating-Verhalten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Hausarbeit?
Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, dass die Körpergröße ein wesentlicher Einflussfaktor für die Partnerwahl ist, und zu klären, ob Frauen bei der Partnerwahl selektiver agieren als Männer.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Studie gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche internationaler Studien sowie einer eigenen, qualitativen Befragung von zehn Studierenden an der Universität Augsburg, um subjektive Einstellungen zur Körpergröße in Beziehungen zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (wie das „cardinal principle“) diskutiert, internationale Studien (u.a. von Ellis und Beigel) ausgewertet und die Ergebnisse der eigenen Befragung präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Partnerwahl, Körpergröße, Attraktivität, Geschlechterrollen, soziale Normen und das „cardinal principle“.
Welche Rolle spielt das „cardinal principle“ in der Untersuchung?
Das „cardinal principle“ beschreibt die gesellschaftliche Norm, dass der Mann in einer heterosexuellen Partnerschaft zwingend größer sein muss als die Frau; die Arbeit untersucht, ob dieses Phänomen empirisch belegbar ist.
Was kam bei den qualitativen Interviews an der Universität Augsburg heraus?
Die Interviews deuteten darauf hin, dass insbesondere Frauen Sicherheitsaspekte und soziale Anerkennung mit der Körpergröße ihres Partners verknüpfen, während die männlichen Befragten variierendere Ansichten zum Ausdruck brachten.
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- Barbara Branca (Author), 2004, Wahrnehmung der Körpergröße unter den Geschlechtern in Bezug auf die Partnerauswahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46727