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Die Folgen der NATO-Intervention im Kosovo

Title: Die Folgen der NATO-Intervention im Kosovo

Seminar Paper , 2005 , 28 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag Elisabeth Bergmann (Author)

Politics - Region: Southeastern Europe
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit mit dem Titel „Die Folgen der NATO-Intervention im Kosovo“ entstand 2005 und versucht, die unmittelbaren Entwicklungen der Intervention der NATO im Kosovo zu untersuchen. Sie entstand als Fallstudie im Rahmen eines politikwissenschaftlichen Proseminars, welches Konflikte in Ex-Jugoslawien zum Thema hatte.
Die serbische Provinz Kosovo ist auch heute (Stand August 2007) eine Krisenregion deren genaues Schicksal mehr als unklar ist. Eine Lösung, mag es jetzt in Form eines eigenen Staates oder als autonome Provinz innerhalb Serbiens sein, sollte allerdings so schnell wie möglich gefunden werden, um der Bevölkerung des Kosovo, welche noch immer unter den Folgen des Krieges leidet, die Rahmenbedingungen für dauerhaften Frieden zur Verfügung zu stellen. Diese Suche nach einer dauerhaften Lösung, welche beide Seiten zufrieden stellen kann, entpuppt sich aber als mehr als schwierig. So ist zu berücksichtigen, dass dieser ethnische Konflikt nicht nur multidimensional ist sondern tiefe Wurzeln hat und weit in die Vergangenheit zurückgeht.
Die vorliegende Arbeit versucht unter anderem, sich mit diesen historischen Wurzeln auseinanderzusetzen. Sie befasst sich allerdings lediglich mit den zeitlich unmittelbaren Folgen der Intervention des Jahres 1999 auf das Kosovo, sowie lediglich mit den Auswirkungen auf das politische Leben und das Verhältnis der einzelnen Bevölkerungsgruppen des Kosovo untereinander.
Zunächst einmal wird die historische Dimension des konfliktbelasteten Verhältnisses der Volksgruppen zueinander analysiert und ein kurzer Abriss der wechselhaften Geschichte dargestellt. Anschließend wird die Problematik mithilfe einiger Statistiken, zum Beispiel über das mittlerweile stark veränderte Größenverhältnis der einzelnen Volksgruppen beleuchtet. An dritter Stelle wird eine Konstellationsanalyse vorgenommen, in welcher kurz die einzelnen Parteien des Konflikts vorgestellt werden. Schließlich werden noch theoretische Konzepte aus der politikwissenschaftlichen Disziplin, so zum Beispiel ein Konzept von Stephan Kux über die Möglichkeiten der Lösung eines Konfliktes, welcher auf ethnischer Gewalt basiert, auf das konkrete Fallbeispiel angewandt.
Die Arbeit versucht einerseits wissenschaftlichen Standards gerecht zu werden, andererseits eine zeitgeschichtliche Problematik allgemein verständlich darzustellen, um sie so einer breiten Mehrheit von interessierten Lesern zugänglich zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung

2. Historisch-genetische Analyse

2.1. Die Besiedelung des Kosovo

2.2. Die Schlacht auf dem Amselfeld und osmanische Herrschaft im Kosovo

2.3. Die zwei Weltkriege und die Ära Tito

2.4. Aufhebung des Autonomiestatus der Provinz Kosovo unter Milosevic

2.5. Der Frieden von Dayton und der Aufstieg der UCK

2.6. Drohungen der NATO und das Scheitern der Verhandlungen

2.7. Operation Allied Force

2.8. Stationierung der KFOR im Kosovo

2.9. Neuerliche Vertreibungen und Gewaltakte im Kosovo

2.10. Kosovo unter der Herrschaft der Vereinten Nationen

3. Daten und Statistiken

3.1. Die Bevölkerung der Provinz Kosovo

3.2. Vertreibung und Auswanderung der Kosovo-Albaner

3.3. Flucht der nicht-albanischen Minderheiten aus dem Kosovo

4. Konstellationsanalyse

4.1. Albanische Parteien

4.1.1. LDK (Demokratische Liga Kosovo)

4.1.1.1. Ibrahim Rugova

4.1.1.2. Bujar Bukoshi

4.1.2. UCK (Kosovo-Albanische Befreiungsarmee)

4.1.2.1. Hasim Thaci

4.1.3. PDK (Demokratische Partei Kosovo)

4.2. Serbische Parteien

4.2.1. Slobodan Milosevic

4.2.2. SPO (Serbische Widerstandsbewegung)

4.2.2.1. Momcilo Trajkovic

4.2.3. Bischof Artemije Radosavljevic

5. Theorien und theoretische Konzepte

6. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die unmittelbaren Auswirkungen der NATO-Intervention im Jahr 1999 auf die Region Kosovo, mit einem besonderen Fokus auf das politische Leben und das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen bis zum Ende des Jahres 1999.

  • Historische Entwicklung des Kosovo-Konflikts bis zur Intervention.
  • Demografische Veränderungen und Fluchtbewegungen im Kontext des Krieges.
  • Politische Konstellationsanalyse der albanischen und serbischen Parteien sowie ihrer Führungspersönlichkeiten.
  • Theoretische Einordnung der Konfliktsituation nach Stephan Kux.
  • Bewertung der Rolle der internationalen Gemeinschaft und der UNMIK.

Auszug aus dem Buch

2.6. Drohungen der NATO und das Scheitern der Verhandlungen:

Im Frühjahr 1998 kam „es erstmals zur systematischen Ermordung von Mitgliedern der ‚feindlichen Volksgruppe’ durch Sicherheitsorgane Serbiens“. (Jurekovic 2000, 45) So kostete die von Milosevic angeordnete Großoffensive gegen terroristische Kräfte mindestens 25 Frauen und Kindern das Leben. (vgl. Jurekovic 2000, 45) Durch diese Offensive wurden massive Flüchtlingsströme ausgelöst. Innerhalb des Kosovo hielten sich 200.000 Vertriebene auf und 98.000 Menschen hatten die Provinz verlassen. Gleichzeitig bewirkte die Offensive aber auch eine Stärkung der UCK, die nun für die Albaner im Kosovo zu einer Schutzmacht wurde und starken Zulauf erhielt. (vgl. Schmidt 2000, 201) „Eigenen Angaben zufolge kontrollierte die Befreiungsarmee im Juni 1998 bereits 40% des kosovarischen Territoriums“. (Feichtinger 2000, 103) Erst zu diesem Zeitpunkt wurde die problematische Situation im Kosovo ein Problem, das die internationale Gemeinschaft als ihres ansah und nicht mehr nur als innerserbische Angelegenheit wertete. Der Grund dafür waren neben den großen Flüchtlingsströmen die Angst, dass sich der Krieg auf den restlichen Balkan ausbreiten könnte. (vgl. Bellamy 2002, 93) So forderte die UNO in Resolution 1199 sofortigen Waffenstillstand unter Androhung ‚weiterer Maßnahmen’. Daraufhin verabschiedete der NATO-Rat am 12. Oktober die „Activation Order“, die den Einsatz von Luftstreitkräften vorsah. (vgl. Jurekovic 2000, 50-52)

Die Drohungen der NATO wurden von Richard Holbrook verwendet, um Druck auf Milosevic zu machen, und es kam zum sogenannten „Milosevic-Holbrook-Abkommen“. Dieses wurde aber von Milosevic nicht eingehalten und im Jänner 1999 kam es zu einer neuerlichen serbischen Offensive. (vgl. Bellamy 2002, 95) So starben am 15. Jänner in Racak 45 Menschen. Obwohl die Hintergründe dieses Massakers von Racak bis heute nicht geklärt sind, ging die Meldung um die Welt, es seien 45 albanische Zivilisten hingerichtet worden. (vgl. Petritsch 1999, 262) Beeinflusst durch die Vorfälle in Racak wurde der Druck auf die Konfliktparteien erhöht und es kam zu Verhandlungen auf Schloss Rambouillet, die am 6. Februar 1999 begannen. (vgl. Schütz 2003, 50) Im Falle des Scheiterns der Verhandlungen drohte die NATO mit Luftangriffen. Dennoch konnten sich beide Konfliktparteien nicht dazu entschließen, den Vertrag zu unterzeichnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung: Definition des Untersuchungsgegenstandes und Einschränkung auf den Zeitraum bis Ende 1999 mit Fokus auf das politische Leben im Kosovo.

2. Historisch-genetische Analyse: Darstellung der historischen Entwicklung des Konflikts vom Mittelalter bis hin zur UN-Verwaltung nach der NATO-Intervention.

3. Daten und Statistiken: Analyse der demografischen Veränderungen sowie der massiven Fluchtbewegungen albanischer und nicht-albanischer Bevölkerungsgruppen.

4. Konstellationsanalyse: Untersuchung der wichtigsten politischen Akteure und Parteien auf albanischer und serbischer Seite sowie deren Einfluss auf den Konflikt.

5. Theorien und theoretische Konzepte: Anwendung der Theorien von Stephan Kux zur Analyse ethnischer Konfliktverläufe und Lösungsversuche.

6. Schlussfolgerungen: Fazit über die Folgen der NATO-Intervention, insbesondere die Umkehr der Mehrheitsverhältnisse im Kosovo.

Schlüsselwörter

Kosovo, NATO-Intervention, UCK, LDK, Slobodan Milosevic, Hashim Thaci, Ibrahim Rugova, ethnische Säuberungen, UNMIK, KFOR, Minderheitenschutz, Unabhängigkeit, Autonomie, interethnischer Konflikt, Balkan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Fallstudie grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen und Folgen der NATO-Intervention im Jahr 1999 auf den Kosovo, insbesondere im Hinblick auf das politische Leben und das interethnische Zusammenleben bis Ende 1999.

Welches ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Welche Auswirkungen und Folgen hatte die NATO-Intervention im Jahr 1999 für das Kosovo?“

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind die historische Herleitung des Konflikts, die Analyse der demografischen Verschiebung, die Rolle der UCK und der serbischen Parteien sowie die Verwaltung durch die UNMIK.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-genetische Analyse und eine Konstellationsanalyse, ergänzt durch die Anwendung theoretischer Konzepte nach Stephan Kux.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine statistische Datenauswertung, eine politische Konstellationsanalyse der relevanten Akteure und eine theoretische Einordnung des Konfliktverlaufs.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kosovo, NATO-Intervention, ethnische Säuberungen, UCK, UNMIK und das Verhältnis zwischen Serben und Albanern.

Wie bewertet der Autor die Rolle der UCK?

Der Autor beschreibt die UCK als eine sich professionalisierende Widerstandsbewegung, die maßgeblichen politischen Einfluss ausübte, jedoch durch Machtkämpfe und die Beteiligung an Vertreibungen von Minderheiten kritisch betrachtet wird.

Warum wird die Umkehr der Mehrheitsverhältnisse als gravierendste Folge genannt?

Da nach der Intervention die ehemals unterdrückte albanische Mehrheit machtpolitisch dominierte und die serbische Minderheit zur Flucht gezwungen wurde, was die ethnische Zusammensetzung des Kosovo grundlegend verändert hat.

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Details

Title
Die Folgen der NATO-Intervention im Kosovo
College
University of Vienna  (Politikwissenschaft)
Course
Grundkurs Internationale Politik
Grade
1
Author
Mag Elisabeth Bergmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V46748
ISBN (eBook)
9783638438834
ISBN (Book)
9783638659048
Language
German
Tags
Folgen NATO-Intervention Kosovo Grundkurs Internationale Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag Elisabeth Bergmann (Author), 2005, Die Folgen der NATO-Intervention im Kosovo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46748
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