Psychosoziale Gesundheit im Leistungssport

Wie man mit Herausforderungen der psychosozialen Gesundheit im Nachwuchsleistungssport umgeht


Hausarbeit, 2018

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition Gesundheit
2.1 Gesundheit und Krankheit als soziales Konstrukt
2.2 Psychosoziale Gesundheit

3. Psychosoziale Gesundheit im Leistungssport
3.1 Psychosoziale Gesundheit im Erwachsenenleistungssport
3.2 Psychosoziale Gesundheit im Nachwuchsleistungssport
3.3 Ansätze und Strategien im Nachwuchsleistungssport für die psychosoziale Gesundheit
3.3.1 Ansätze und Strategien aus der Perspektive des Managements
3.3.2 Ansätze und Strategien aus der Perspektive der Trainer
3.3.3 Ansätze und Strategien aus der Perspektive der Sportler

4. Fallbeispiele
4.1 Andreas Toba
4.2 „Musterprofi“

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Was ist Gesundheit, was ist Krankheit? Wann sind wir gesund und wann sind wir krank? Wer bestimmt das und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Kann man Gesundheit in Bereiche aufteilen oder ist sie als ganzheitliches Konzept zu betrachten? Wie kompliziert das Thema Gesundheit sein kann, zeigt die Definition der World Health Organisation (WHO): „Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity.“ (WHO, 1948). Es scheint relativ simpel zu sein, bei genauerer Analyse findet man jedoch vielerlei Informationen mit großem Definitionsspielraum. Doch eines wird klar - es gibt eine Abgrenzung zwischen physischer, psychischer und sozialer Gesundheit. Nichtsdestotrotz müssen die unterschiedlichen Bereiche der Gesundheit als ganzheitliches Konzept betrachtet werden.

Bei dieser Arbeit wird insbesondere auf psychosoziale Gesundheit im Leistungssport eingegangen, denn der Leistungssport schreibt oftmals seine eigenen Regeln, was die Gesundheit und der Umgang mit dieser angeht. Es zählt nicht nur die Sicht der Betroffenen, sondern auch die Meinung des Managements, zudem alle Verantwortlichen gehören. Sozialer Druck ist ein weiterer Faktor, der den Umgang mit dieser Thematik für alle Akteure beeinflusst. Doch dazu später mehr. Genauer wird nachfolgende Problemfrage bearbeitet: Welche Herausforderungen der psychosozialen Gesundheit ergeben sich bei Nachwuchstalenten im Leistungssport und welche Maßnahmen ergreifen Sportler[1] und Management im Umgang mit diesen? Welche Einflussfaktoren wirken auf die psychosoziale Gesundheit der Leistungssportler? Sollten diese nicht sowieso immer gesund sein? Diese und noch mehr Fragen kommen auf, wenn man über Leistungssportler und das Thema Gesundheit diskutiert.

2. Definition Gesundheit

Wie in der Einleitung schon beschrieben, gibt es zahlreiche Definitionsversuche, aber keine wissenschaftlich anerkannte Definition von Gesundheit, die von allen Forschern anerkannt ist. (vgl. Waller, 1995, S.9). In diesem Abschnitt soll es um das soziale Konstrukt von Gesundheit und Krankheit gehen sowie um die Definition von psychosozialer Gesundheit.

2.1 Gesundheit und Krankheit als soziales Konstrukt

„Gesundheit ist überhaupt nicht nur ein medizinischer, sondern überwiegend ein gesellschaftlicher Begriff. Gesundheit wiederherstellen heißt in Wahrheit: Den Kranken zu jener Art von Gesundheit bringen, die in der jeweiligen Gesellschaft die jeweils anerkannte ist, ja in der Gesellschaft erst gebildet wurde“ (Bloch, 1959, zitiert in Schumacher & Brähler, 2004).

Dieses Zitat fasst die Kernaussagen der sozialen Konstruktion von Gesundheit sehr gut zusammen. Denn Krankheit oder Gesundheit sind nicht nur Definitionssache von Wissenschaftlern, vielmehr spielt die eigene Ansicht einer Person, wann man krank oder gesund ist, eine große Rolle. Laut Schumacher und Brähler (2004) lassen sich diese Ansichten in verschiedene Kategorien einordnen. Sie unterscheiden zwischen naturwissenschaftlich-medizinischen, psychologischen, soziologischen und juristischen Bereichen. Eine solche Kategorisierung kann hilfreich sein, um verschiedene Dimensionen erkenntlich zu machen. Doch auch einer solchen Unterteilung liegt zu Grunde, dass Gesundheit oder Krankheit durch die jeweilige Gesellschaft geprägt sind und das soziale Umfeld sowie die individuelle Entwicklung entscheidenden Einfluss darauf haben, wie Gesundheit oder Krankheit definiert sind.

Ein weiteres Konzept, welches Definitionen von Gesundheit gliedert, ist die Kategorisierung in „Gesundheit als Wertaussage“, „Gesundheit als Abgrenzungskonzept“ und „Gesundheit als Funktionsaussage“ (vgl. Göckenjahn, 1991, S.15). Digel, Mayer und Thiel greifen diese Definition auf und ordnen, die in der Einleitung zitierte Definition der WHO in die Kategorie „Gesundheit als Wertaussage“ ein, da diese Definitionen beinhaltet, die Gesundheit mit positiven Gedanken in Verbindung zu setzen. Das Abgrenzungskonzept hingegen beinhaltet Definitionen, die Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit beschreiben und sich so einer naturwissenschaftlich-medizinischen Ansicht zuordnen lassen. Die Kategorie als Funktionsaussage beinhaltet eine optimale Leistungsfähigkeit und die damit verbundene Erfüllung der sozialen Aufgaben (Thiel, Mayer & Digel 2010, S.22). Die Zuordnung sozialer Gruppen in ein bestimmtes Konzept vereinfacht und bestimmt oft darüber, was Gesundheit oder Krankheit bedeuten.

Alle Konzepte schließen sich nicht aus, sondern bedingen und ergänzen sich. Sie gehen lediglich von unterschiedlichen Ausgangspunkten aus und zeigen andere Perspektiven. Ebenso geht man davon aus, dass es so genannte Laiensysteme und Expertensysteme gibt, die in ihren Definitionsgrundlagen unterschiedliche Ansätze bevorzugen. Laiensysteme beschreiben eine subjektive Einschätzung, wohingegen Expertensysteme auf wissenschaftlicher Grundlage urteilen (Thiel, Mayer & Digel, 2010, S.22).

Festzuhalten ist, dass Gesundheit abhängig von der Sichtweise ist und so in verschiedenen sozialen Kreisen anders konstruiert und verstanden wird und es schwer ist, Definitionen zu finden, die all diese sozialen Konstrukte berücksichtigt.

2.2 Psychosoziale Gesundheit

Der Begriff „psychosozial“ scheint in der Sportwissenschaft noch nicht lange etabliert zu sein. Oft ist die Sprache von psychischer und seelischer Gesundheit, sozialem Rückhalt, Stressbewältigung oder ähnlichen Beschreibungen. Doch ist häufig der Begriff gemeint, der aus der Kinder- und Jugendforschung und der Gesundheitswissenschaft stammt (Sygusch, 2007, S.16f.). „<<Psychosozial>> ist ein neutraler Begriff, der emotionale, kognitive, motivationale und soziale Merkmale – quasi in Kurzform – verbindet“ (Sygusch, 2007, S.16f.). Psychosoziale Gesundheit ist ein Teil des biopsychosozialen Gesundheitskonzepts. Ein Teil, den man zwar differenziert betrachten kann, jedoch niemals komplett vom Ganzheitlichen trennen kann. Unabdingbar muss man, wenn man über psychosoziale Gesundheit spricht, auch über psychosoziale Ressourcen sprechen. „Psychosoziale Ressourcen sind kognitive, emotionale, motivationale und soziale Potenziale einer Person, die zur Bewältigung alltäglicher und besonderer Aufgaben von zentraler Bedeutung sind“ (vgl. Becker, 1992; 2001; Willutzki, 2003, zitiert in Sygusch, 2007, S.17). Sygusch (2007, S.17) nennt einige davon, wie zum Beispiel ein stabiles Selbstbild, Optimismus, Stimmung, Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit, Bewältigungskompetenzen, Motivation, stabile soziale Beziehungen, Unterstützung und soziale Kompetenzen. Gerber (2008, S.127) trennt Ressourcen zu aller erst in interne und externe Ressourcen. Interne Ressourcen, wie zum Beispiel Selbstwert, schulische Fähigkeiten und Optimismus sind von der Person selbst bestimmt. Externe Ressourcen, wie soziale Unterstützung oder ein fester Job, nehmen von außen Einfluss auf die Person. Andere Forscher klassifizieren sie wiederum anders. Es ist in jedem Fall zu erkennen, dass sowohl eigene Kompetenzen und Stärken eine Rolle spielen, als auch soziale Aspekte wichtig sind.

3. Psychosoziale Gesundheit im Leistungssport

Fakt ist, im Leistungssport steht meistens die, wie der Name verrät, sportliche Leistung an allererster Stelle. Bisher gibt es jedoch noch keine umfassenden empirischen Belege, die erklären, inwiefern sich psychosoziale Ressourcen auf die Leistungsfähigkeit auswirken - im Gegensatz zur allgemeinen sportlichen Aktivität, welche in Abgrenzung des Leistungssports geschieht. Hier gibt es zahlreiche Studien. Ob die Effekte anderer sportlichen Aktivitäten auf Leistungssportler übertragbar sind, bleibt noch offen. Einige Ressourcen jedoch sind häufiger diskutiert als andere. So zählen kognitive Ressourcen, wie Konzentration und Aufmerksamkeit oder Selbstkonzept und Selbstwirksamkeit zu diesen. Hinzu kommen motivationale, welche Leistungsmotivation oder Willensstärke beinhalten. Aber auch emotionale Ressourcen, zu denen emotionale Stabilität und Strategien zur Stressbewältigung und Emotionskontrolle, gehören oder soziale Ressourcen, vor allem der Gruppenzusammenhalt, scheinen oft hinterfragt und erforscht zu werden. Auffällig hierbei ist, dass diese Ressourcen oft im Einzelnen erforscht sind, aber die komplexen Zusammenhänge, insbesondere mit anderen Einflussfaktoren noch unklar sind. Markant ist dies beim Vergleich zwischen Individualsportarten und Mannschaftssportarten im Hinblick auf soziale Ressourcen. Allgemein fehlen noch viele Informationen, welche und wie Zusammenhänge zwischen einzelnen psychosozialen Ressourcen im Zusammenhang mit Leistungssport stehen (Sygusch, 2007, S.42ff.).

3.1 Psychosoziale Gesundheit im Erwachsenenleistungssport

Wie schon beschrieben steht zumeist die Leistung im Vordergrund, allerdings verbirgt sich ein durchaus komplexeres Konstrukt hinter der psychosozialen Gesundheit bei Leistungssportlern. Es kann von einem multidimensionalen Zugang, welcher sich auf drei Ebenen aufteilt, ausgegangen werden. Die kleinste Ebene ist die Mikroebene. Sie beschreibt, dass individuelle Verhalten und das Verhalten der Individuen zueinander. Die nächst größere Ebene ist die Mesoebene, sprich formelle Organisationen wie Vereine, Verbände oder Stützpunktorganisationen. Die größte Ebene – die Makroebene – bezieht sich auf die Gesellschaft, welche verschiedene soziale Subsysteme beinhaltet. In all diesen Ebenen muss der Leistungssportler Aufgaben erfüllen und sich der sozialen Verantwortung gegenüber verschiedener Gruppen stellen (vgl. Thiel, Mayer & Digel, 2010, Thiel et al., 2011). Wenn diese Sportler nun der Definition von Göckenjahn (1991) (s. 2.1) folgen und Gesundheit als Funktionsaussage definieren, können schlechte Leistungen oder auch Verletzungen, die zu gesundheitlichen Problemen führen – auch zu psychosozialen gesundheitlichen Problemen. Eine Zuordnung des Abgrenzungskonzeptes von Göckenjahn (1991) findet hier nur bedingt Anwendung, da ausreichend Studien belegen, dass Sportler auch bei vorhandenen Krankheiten ihr Training oder ihren Wettkampf weiterführen. Seine dritte Kategorie „Gesundheit als Wertaussage“ greift hier ebenfalls nicht, da Gesundheit im Leistungssport nicht immer bedeutet, dass alle Bereiche erfüllt sein müssen.

Es entsteht ein Spannungsfeld, welches die psychosoziale Gesundheit der Leistungssportler stark strapaziert. Einher mit dem Sport geht ein ständiges Risiko für Verletzungen, das ihre Karriere und ihre Rolle in der Gesellschaft gefährden könnte. Doch noch wichtiger ist, dass Leistungssportler immer Gefahr laufen, insbesondere ihre biomedizinische Gesundheit in der Gegenwart und in der Zukunft aufs Spiel setzen. Nicht selten haben Sportler mit Spätfolgen durch extreme körperliche Strapazen zu kämpfen, die sie in dem Leben nach der Karriere einschränken. Dieses Risiko ist verbunden mit einem hohen Aufwand zur Sicherung der Gesundheit, um eben solchen Gefährdungen entgegenzuwirken. Allerdings gehen präventive Maßnahmen oft zwischen der Steigerung oder dem Erhalt der sportlichen Leistungsfähigkeit und dem nötigen Risiko für Verletzungen, um Erfolg zu haben, unter. Zwischen diesen drei in Wechselwirkung bestehenden Bereichen entsteht das angesprochene Spannungsfeld (vgl. Thiel, Mayer & Digel, 2010, Thiel et al., 2011). Nimmt eines dieser Felder einen zu großen Bereich ein, sind je nach Lage verschiedene psychosoziale Ressourcen notwendig, um entstehenden psychischen und sozialen Herausforderungen gewachsen zu sein.

3.2 Psychosoziale Gesundheit im Nachwuchsleistungssport

Im Nachwuchsleistungssport kommen noch weitere Bedingungen hinzu, die die psychosoziale Gesundheit gefährden. Um vom Amateur zum Profi zu werden, muss ein Sportler verschiedene Phasen durchlaufen. Kreutzer (2006, S.36ff.) beschreibt diese anhand eines Fußballers. Dieses Beispiel findet in den meisten Sportarten Anwendung. Die erste Phase besteht aus der Selektion: Man muss als Spieler ausgewählt werden, um die Möglichkeit zur Karriere eines Profis zu bekommen. In der zweiten Phase muss sich der Spieler in einer Mannschaft integrieren. Erst dann folgt die eigentliche Ausbildung zum Profi, die Konstitution. Die Talentauswahl und -förderung bezieht sich vorwiegend auf Leistungsmotivation, Volition, Selbstkonzept und Stressbewältigung. Doch wie sich diese psychosozialen Ressourcen auf die sportliche Leistungsfähigkeit auswirken ist auch im Nachwuchsbereich noch unerforscht (Sygusch, 2007, S.45). Es lässt sich also erkennen, dass insbesondere im Nachwuchsbereich nicht alleine die Leistungsfähigkeit entscheidend ist, sondern der Umgang und das Vorhandensein von psychosozialen Ressourcen und der damit einhergehenden psychosozialen Gesundheit. Folgendes Zitat zeigt auf, welche Anforderungen, nicht nur auf der Mesoebene, sondern auch auf der Makroebene, auf junge Talente wirken.

„Die im Hochleistungssport geltende Erfolgsrationalität impliziert fortschreitende Leistungs- und Anforderungssteigerungen, die sich zunehmend auch in dem Nachwuchsbereich durchsetzen. Sie werden nicht nur systemintern, also innerhalb des Sports, über eine internationalisierte Wettbewerbsspirale reproduziert, sondern auch sportextern vorangetrieben, indem Interessen von Politik, Wirtschaft und Medien an den Spitzensport angeschlossen werden“ (Baur, 1998, S.12, zitiert in Kreutzer, 2006, S.40)

Es kann also davon ausgegangen werden, dass das Spannungsfeld, welches bei erwachsenen Leistungssportlern entsteht, auch im Nachwuchsbereich entsteht.

Inwiefern sich Nachwuchsleistungssportler von ausgebildeten Sportlern unterscheiden wird deutlich, wenn man sich Gedanken über die Lebensabschnitte macht. Während Leistungssportler oftmals vom Sport leben können und sich „nur“ Gedanken über ihre Zeit nach dem Sport machen müssen, stehen die jungen Talente noch am Anfang. Sie müssen sich über einen noch viel langfristigeren Weg Gedanken machen, den sie womöglich für den Sport aufgeben oder stark beeinflussen. Die schulischen Leistungen der Jugendlichen entscheiden über den Rest ihres Lebens. Das vorhandene Spannungsfeld erweitert sich somit um eine Doppelbelastung durch Schule und Sport. Während der Adoleszenz ist diese am höchsten und beide Bereiche – Sport und Schule – verlangen höchste Leistungen. In dieser Zeit befinden sich Jugendliche zwischen Kindheit und Erwachsensein (Kreutzer, 2006, S.40ff.). Durch diese Belastungen entsteht je nach Zustand der psychosozialen Gesundheit ein subjektives Empfinden, welches als Ergebnis eine individuelle Belastung der Jugendlichen im Leistungssport hat. Nun sind ihre psychosozialen Ressourcen gefragt, um diese Belastungen zu bewältigen. Wenn dies gut gelingt, sind die Folgen positiv und ihnen gelingt es, sich trotz wenig Freizeit zu sozialisieren und Situationen neu zu bewerten.

„Dabei kommt es in langfristiger Perspektive allerdings nicht nur darauf an, sich mit dem Erreichen sportlicher und schulischer Leistungen zufrieden zu geben, sondern auch die anderen Entwicklungsaufgaben des jugendlichen Lebensabschnitts im Sinne einer positiven Persönlichkeitsentwicklung zu beachten“ (Büch, 1996, S.9, zitiert in Sygusch, 2007, S.44).

Kreutzer (2006) spricht davon, dass sich Nachwuchsleistungssportler drei Entwicklungsaufgaben unterziehen müssen. Die erste ist das Lösen von Familie und Heimat. Das Lösen vom Heimatverein ist meist ein relativ einfacherer Prozess. Allerdings wird er oft erschwert, da Talente ungern gehen gelassen werden. Trainer und Verantwortliche reden dann auf Jugendliche ein und versuchen sie von dem Schritt Richtung Profidasein abzubringen. Dennoch ist die Trennung vom Elternhaus ein durchaus schwierigerer Schritt. Bei sogenannten „Broken Houses“, also zerrütteten Familien, scheint dieser Schritt einfacher. Die zweite Entwicklungsaufgabe besteht in der Setzung einer sportlichen Priorität gegenüber Berufsausbildung, Freizeit und sozialen Beziehungen. Nachwuchstalente gehen davon aus, dass der Verein für ihre Ausbildung und ihre Zukunft sorgen wird. Der bewusste Verzicht ihrer Jugend wird durch das Bild der Medien von Ruhm und Glanz überschattet. Die dritte Entwicklungsaufgabe besteht in Such- und Probebewegungen zwischen Können und Versagen, Gelingen und Scheitern. Ihre Erlebnisse hängen lediglich vom Erfolg oder Misserfolg im Sport ab. Während diesen Entwicklungsaufgaben ist es entscheidend, dass Jugendliche ihre Identitätsbildung nicht nur auf den Leistungssport begrenzen (vgl. Heim, 2002). Alle genannten Umstände und Schritte nehmen Einfluss auf die Entwicklung und den Zustand der psychosozialen Gesundheit.

[...]


[1] Der Lesbarkeit/Einfachheit halber wird in dieser Arbeit nur die männliche Form verwendet. Die weibliche* Form ist selbstverständlich immer miteingeschlossen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Psychosoziale Gesundheit im Leistungssport
Untertitel
Wie man mit Herausforderungen der psychosozialen Gesundheit im Nachwuchsleistungssport umgeht
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Sportwissenschaften)
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V468108
ISBN (eBook)
9783668943131
ISBN (Buch)
9783668943148
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leistungssport, psychosoziale Gesundheit, Nachwuchsleistungssport
Arbeit zitieren
Christopher Stein (Autor:in), 2018, Psychosoziale Gesundheit im Leistungssport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468108

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