E-Government bietet ein „bisher unbekanntes Potenzial für Dienstleistungsorientierung, Bürgerbeteiligung, Produktivität und Wirtschaftlichkeit im öffentlichen Sektor“.
Durch die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien bietet E-Government die Möglichkeit Geschäfts- und Verwaltungsprozesse effizienter und effektiver, und somit qualitativ hochwertiger zu gestalten. Dadurch soll dem Bürger die Erfüllung seiner Bürgerpflichten erleichtert und seine Zufriedenheit mit der Verwaltung vergrößert werden. E-Government also als „Dienst am Bürger“.
Gleichzeitig hofft man durch die Möglichkeiten der neuen Technologien besonders des Internets das Interesse und die Beteiligung der Bürger am öffentlichen Leben und am Staat zu stärken (E-Democracy).
Im Laufe der Arbeit soll geklärt werden in wie weit Frankreich die Möglichkeiten des E -Governments hin zu einer effektiveren Verwaltung im Dienste des Bürgers und einer höheren Bürgerbeteiligung am staatlichen Geschehen nutzt. Außerdem sollen die Unterschiede zwischen lokalem und nationalem E-Government herausgestellt werden. Einführend soll hierzu zunächst ein Überblick über die französische Verwaltungsstruktur, die Internetnutzung und die allgemeine Entwicklung des E-Governments in Frankreichinklusive spezifisch französischer Hindernisse - gegeben werden. Danach werden die E-Government-Aktivitäten der französischen Regierung, deren Organisation auf nationaler Ebene und einige Beispiele vorgestellt. Anschließend soll auf das regionale und kommunale E-Government eingegangen werden. Als ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen nationaler und kommunaler Ebene soll das Projekt „villes-internet“ geschildert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick
a) Verwaltungsorganisation
b) Entwicklung von Internet und E-Government in Frankreich
3. Nationales E-Government
a) Regierungsaktivitäten
b) Das nationale Verwaltungsportal www.service-public.fr
c) Steuern online
d) Weitere Nationale Dienste
4. Dezentrale Angebote der Präfekturen und Gemeinden
a) Präfekturen
b) Gemeinden
c) Die „e-City“ Issy les Moulineaux
d) Parthenay
5. Villes-internet
6. Schluss
7. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Stand und die Entwicklung des E-Governments in Frankreich, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen zentralstaatlichen Ambitionen und lokaler Umsetzung liegt. Es wird analysiert, inwieweit digitale Angebote die Verwaltungseffizienz steigern und die Bürgerbeteiligung fördern können.
- Analyse der französischen Verwaltungsstruktur und deren Einfluss auf die E-Government-Entwicklung.
- Untersuchung nationaler Vorzeigeprojekte wie das Portal service-public.fr und die Online-Steuererklärung.
- Vergleich der digitalen Initiativen auf lokaler Ebene anhand von Fallbeispielen wie Issy les Moulineaux und Parthenay.
- Evaluation von Hindernissen, wie die zentralistische Tradition und mangelnde Koordination.
- Diskussion der Rolle des Netzwerkes "Villes-internet" bei der Förderung kommunaler Digitalisierung.
Auszug aus dem Buch
4. Dezentrale Angebote der Präfekturen und Gemeinden
Da jede regionale und lokale Behörde über die Umsetzung der ihr zufallenden Aufgaben selbst entscheiden darf, kommt es zu großen Unterschieden, was die Online-Umsetzung der entsprechenden Dienste betrifft: Ein Dienst, der in einer Gemeinde gut ausgebaut ist, kann in einer anderen gar nicht oder nur dürftig vorhanden sein.
Die Zahl der Online-Angebote bleibt dabei noch relativ gering.
Einige Präfekturen und Gemeinden erkannten bereits früh die Möglichkeiten des Internets und handelten, noch bevor die Zentralregierung sich in die Aktivitäten um E-Government einschaltete.
So ermöglichte z.B. die Präfektur Grenoble bereits 1997 den Download von Formularen und die Verfolgung von Dokumenten durch den Verwaltungsweg. Denn viele lokale Akteure sehen die Regierung als Hauptbehinderung, sie verliere sich in Rhetorik und der Schaffung immer neuer Institutionen, ohne dabei die dezentralen Behörden zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Potenzial von E-Government für Dienstleistungsorientierung und Bürgerbeteiligung ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Umsetzung in Frankreich.
2. Überblick: Das Kapitel erläutert die französische Verwaltungsstruktur mit ihren vier Ebenen und skizziert die langsame, durch Minitel-Vorsprung geprägte Entwicklung des Internets in Frankreich.
3. Nationales E-Government: Hier werden die Regierungsaktivitäten seit 1998, das zentrale Portal service-public.fr sowie die erfolgreiche Online-Abwicklung von Steuerangelegenheiten thematisiert.
4. Dezentrale Angebote der Präfekturen und Gemeinden: Dieses Kapitel vergleicht die variierenden digitalen Angebote lokaler Behörden und analysiert die Fallbeispiele Issy les Moulineaux und Parthenay.
5. Villes-internet: Der Abschnitt beschreibt den städtischen Zusammenschluss zur Förderung der digitalen Kommunikation und die Bedeutung des Wettbewerbs um das "Label Ville Internet".
6. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass trotz Ambitionen die zentralistische Regierungsform die Entwicklung hemmt, und hebt die Notwendigkeit einer besseren Koordinierung hervor.
7. Anhang: Der Anhang enthält ein Abkürzungsverzeichnis sowie eine Aufstellung der untersuchten Internetseiten.
Schlüsselwörter
E-Government, Frankreich, Verwaltung, Internet, Bürgerbeteiligung, service-public.fr, E-Democracy, Präfektur, Kommunen, Villes-internet, Digitalisierung, Online-Dienste, Verwaltungsstruktur, Zentralstaat, E-City.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsseminararbeit?
Die Arbeit analysiert die Einführung und Umsetzung von E-Government-Diensten in Frankreich und beleuchtet die Rolle von staatlichen und lokalen Akteuren bei der digitalen Modernisierung der Verwaltung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die nationale Verwaltungsstruktur, die Entwicklung von Online-Verwaltungsportalen, die dezentrale digitale Transformation in Kommunen und die Förderung durch städtische Netzwerke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu klären, inwieweit Frankreich digitale Technologien nutzt, um die Verwaltung effektiver zu gestalten und die Bürgerbeteiligung am staatlichen Geschehen zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die durch die Auswertung von Fallbeispielen, offiziellen Berichten und Fachliteratur gestützt wird.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden nationale Aktivitäten, wie die E-Steuererklärung, den kommunalen Projekten wie in Issy les Moulineaux gegenübergestellt, um Unterschiede im Digitalisierungsgrad aufzuzeigen.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Wichtige Begriffe umfassen E-Government, Verwaltungsorganisation, Bürgerbeteiligung, die Rolle der Präfekturen und das Projekt Villes-internet.
Warum spielt das "Minitel" in der historischen Betrachtung eine Rolle?
Das Minitel fungierte als früher, erfolgreicher französischer Standard, der jedoch den Übergang zum modernen Internet verzögerte, da die Möglichkeiten des WWW anfangs unterschätzt wurden.
Welche Bedeutung haben die Fallbeispiele Issy les Moulineaux und Parthenay?
Sie dienen als Best-Practice-Beispiele für dezentrales E-Government, wobei Issy als "New-Economy"-Vorort und Parthenay als vernetzte Stadt trotz begrenzter Kompetenzen innovative digitale Wege für ihre Bürger gingen.
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- Nadine Mattes (Author), 2003, E-Government in Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46811