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Oberstes Ziel Preisstabilität - Die Geldpolitik der EZB

Title: Oberstes Ziel Preisstabilität - Die Geldpolitik der EZB

Intermediate Diploma Thesis , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christiane Steinhoff (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Mit der Errichtung der Europäischen Zentralbank und der Vollendung der Europäischen Währungsunion am 1. Januar 1999 vollbrachten die Mitglieder der Europäischen Union eine politisch herausragende Integrationsleistung, denn die Übertragung der Währungshoheit und geldpolitischen Kompetenz auf eine supranationale Organisation bedeutete die Aufgabe wichtiger Teile nationalstaatlicher Souveränität.
Doch schon bald regten sich vielerorts Stimmen der Kritik aufgrund des schwächelnden Kurses der neuen Gemeinschaftswährung, des Euro. Damals war die Weltwirtschaft, angetrieben von den USA, gerade auf dem Weg zu ihrem Endspurt nach einem Jahrzehnt des Aufschwungs.
Nun befinden wir uns im Jahre 2005 und der Euro hat eine - nicht nur vom EZB-Rat als kritisch erachtete - erhebliche Aufwertung hinter sich. Dem boomenden Export könnte ein plötzliches Ende bereitet werden und angesichts des sich immer weiter verzögernden und doch so sehnlich erwarteten Aufschwungs wenden sich manche nun wieder an die Europäische Zentralbank, sie möge doch endlich die Zeichen der Zeit erkennen und die Zinsen senken, dem Beispiel der Federal Reserve folgend, die durch ihre expansive Geldpolitik den USA zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum verhalf.
Vor diesem Hintergrund scheint somit die Frage gerechtfertigt, ob das erklärte vorrangige Ziel der EZB, nämlich die Preisstabilität, das noch vor der Unterstützung der allgemeinen Wirtschaft steht, noch vertretbar ist. Diese Arbeit will das oberste Ziel der EZB einer kritischen Betrachtung unterziehen und dabei die Geldpolitik des Federal Reserve Systems ansatzweise vergleichend hinzuziehen. Dazu sollen zunächst Struktur und Aufgaben der EZB samt den Instrumenten, die der EZB zur Durchführung ihrer geldpolitischen Strategie zur Verfügung stehen, dargestellt werden. Anschließend folgt die Darstellung des Zieles der Preisstabilität, seiner Kritik und der Blick in die USA zum Federal Reserve System.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau und Grundlagen der EZB

2.1. Entstehungsgeschichte

2.2. Aufbau

3. Geldpolitisches Instrumentarium der EZB

3.1. Offenmarktgeschäfte

3.2. Ständige Fazilitäten

3.3. Mindestreservesystem

4. Zielsetzung und Aufgaben

4.1. Aufgaben der EZB

4.2. Preisstabilität

4.3. Kritik an der Geldpolitik

4.4. Exkurs: Die Zinspolitik des Federal Reserve

5. Zusammenfassung und Ausblick

6. Bibliographie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das primäre geldpolitische Ziel der Europäischen Zentralbank, die Preisstabilität, und stellt dieses in einer kritischen Analyse dem Ansatz des Federal Reserve Systems gegenüber. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich dabei mit der Vertretbarkeit der Priorisierung der Preisstabilität gegenüber der Unterstützung des allgemeinen Wirtschaftswachstums.

  • Struktureller Aufbau und historische Entwicklung der EZB
  • Analyse der geldpolitischen Instrumente (Offenmarktgeschäfte, Fazilitäten, Mindestreserve)
  • Untersuchung der Zielsetzung Preisstabilität und der Zwei-Säulen-Strategie
  • Kritische Würdigung der EZB-Geldpolitik im Vergleich zur Zinspolitik der Federal Reserve

Auszug aus dem Buch

4.2. Preisstabilität

„Das vorrangige Ziel des ESZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten.“14 Der EG-Vertrag selbst enthält keine konkrete Definition des Begriffs „Preisstabilität“, so dass der EZB-Rat 1998 dieses Ziel offiziell wie folgt präzisiert hat: „Preisstabilität wird definiert als Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter 2 % gegenüber dem Vorjahr.“15 Der HVPI stellt einen repräsentativen Warenkorb an Konsumgütern und Dienstleistungen dar, der in einem bestimmten Zeitraum auf Veränderungen bei der Preisentwicklung untersucht wird.

Als eines der Schlüsselprobleme der Geldpolitik gilt, dass die Zentralbanken das Preisniveau nicht unmittelbar steuern können, sondern sich mit einem komplizierten Transmissionsmechanismus konfrontiert sehen. Als Transmissionsmechanismus bezeichnet man den Prozess, mittels dessen sich geldpolitische Entscheidungen auf die Wirtschaft im Allgemeinen und auf das Preisniveau im Besonderen auswirken. 16 So muss der EZB-Rat bei allen seinen Entscheidungen berücksichtigen, dass sich seine beschlossenen Maßnahmen erst mit zeitlicher Verzögerung oder nicht in dem Umfang und der Stärke auf den Märkten und in den Entscheidungen der Unternehmer und Privathaushalte widerspiegeln wie erhofft.

Im Kern besteht das strategische Problem der EZB daher in der Steuerung der Inflationserwartungen der Wirtschaftsakteure, d.h. der Unternehmen und der Haushalte, was durch eine größtmögliche Transparenz und die Erlangung eines hohen Maßes an Glaubwürdigkeit angestrebt wird. Durch die Veröffentlichung ihrer Interpretation des Begriffes ‚Preisstabilität’ sowie durch ihre öffentlichen Einschätzungen der Wirtschaftslage, auf denen letztendlich ihre Entscheidungsfindung basiert, soll dies erreicht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Errichtung der EZB, die Zielsetzung der Arbeit sowie die Motivation, die Geldpolitik der EZB im Kontext aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen und im Vergleich zur Federal Reserve zu hinterfragen.

2. Aufbau und Grundlagen der EZB: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte der EZB im Zuge der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sowie ihren organisatorischen Aufbau und die Unabhängigkeit der Institution.

3. Geldpolitisches Instrumentarium der EZB: Hier werden die zentralen Steuerungsinstrumente der EZB – Offenmarktgeschäfte, ständige Fazilitäten und das Mindestreservesystem – detailliert dargestellt.

4. Zielsetzung und Aufgaben: In diesem Hauptteil werden die Aufgaben der EZB, die Definition von Preisstabilität, die Kritik an der aktuellen Geldpolitik sowie die Zinspolitik der Federal Reserve als vergleichende Perspektive behandelt.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Herausforderungen der einheitlichen Geldpolitik in einem heterogenen europäischen Wirtschaftsraum sowie die Debatte um den Stabilitäts- und Wachstumspakt.

6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen, wissenschaftliche Literatur und Internetressourcen auf, die der Erstellung der Projektarbeit zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Europäische Zentralbank, EZB, Preisstabilität, Geldpolitik, Federal Reserve, Währungsunion, Zinspolitik, Offenmarktgeschäfte, Inflationsziel, Transmissionsmechanismus, Zwei-Säulen-Strategie, Zentralbankunabhängigkeit, Mindestreservesystem, Wirtschaftswachstum, Stabilitäts- und Wachstumspakt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, mit einem besonderen Fokus auf das oberste Ziel der Preisstabilität und deren kritische Bewertung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Entstehung und Struktur der EZB, ihre geldpolitischen Instrumente, die Definition und Steuerung der Preisstabilität sowie einen Exkurs zur US-amerikanischen Federal Reserve.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die kritische Hinterfragung, ob die strikte Priorisierung der Preisstabilität vor dem allgemeinen Wirtschaftswachstum unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerechtfertigt ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der EZB-Strukturen und -Instrumente in Kombination mit einem rechtsvergleichenden Ansatz zur Geldpolitik des Federal Reserve Systems.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der EZB-Organe und -Instrumente sowie in die detaillierte Diskussion der Zwei-Säulen-Strategie und der Kritik an der EZB-Geldpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Zentrale Begriffe sind EZB, Preisstabilität, Währungsunion, Federal Reserve, Geldpolitik, Offenmarktgeschäfte und Inflationssteuerung.

Wie unterscheidet sich die Zielsetzung der Fed von der der EZB?

Während die EZB ein primäres Ziel (Preisstabilität) verfolgt, weist der Federal Reserve Act einen Zielkatalog auf, der neben der Preisstabilität auch das Ziel der Vollbeschäftigung gleichberechtigt umfasst.

Warum wird die Zwei-Säulen-Strategie der EZB kritisiert?

Kritiker bemängeln insbesondere eine mangelnde Transparenz und die mangelnde Eindeutigkeit für Marktteilnehmer, da die EZB trotz monetärer Analyseergebnisse aufgrund anderer Indikatoren abweichende geldpolitische Kurse einschlagen kann.

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Details

Title
Oberstes Ziel Preisstabilität - Die Geldpolitik der EZB
College
Euro-Business-College Bonn
Grade
1,3
Author
Christiane Steinhoff (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V46812
ISBN (eBook)
9783638439206
Language
German
Tags
Oberstes Ziel Preisstabilität Geldpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Steinhoff (Author), 2005, Oberstes Ziel Preisstabilität - Die Geldpolitik der EZB, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46812
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