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Empirische Prüfung des demographisch-ökonomischen Paradoxons in Deutschland

Title: Empirische Prüfung des demographisch-ökonomischen Paradoxons in Deutschland

Term Paper , 2017 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Meradji (Author)

Sociology - Basics and General
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Da die empirischen Erkenntnisse der Wissenschaft in dieser Hinsicht nicht eindeutig sind, ist es das Ziel dieser Hausarbeit, den Zusammenhang von Einkommen, Bildung und Kinderanzahl anhand der deutschen Gesamtpopulation von 2014 empirisch zu überprüfen. Im Vorfeld werden dafür die verschiedenen Standpunkte innerhalb der Wissenschaft zum vermeintlichen Kausalzusammenhang näher erläutert und daraus Thesen gebildet. Im Anschluss dazu werden Datensätze des GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften für die deutsche Gesamtpopulation verwendet, statistisch ausgewertet und anschließend diskutiert.

Der demografische Wandel ist eine der großen Herausforderungen westlicher Gesellschaften. In Deutschland ist die Sterberate bereits seit dem Jahr 1973 höher als die Geburtenrate. Daraus ergeben sich strukturelle Veränderungen, die besonders die sozialen Sicherungssysteme des Staates, wie beispielsweise die umlagefinanzierte Rentenversicherung, betreffen. Während im Jahr 1962 noch 6 Arbeitnehmer pro Rentner für den Beitragsausgleich aufkommen mussten, so sind es schon heute nur noch 2,1 Arbeitnehmer pro Bezieher einer Altersrente.

Die Ursachen für diese zunehmende Kinderlosigkeit werden in der aktuellen Forschung auf verschiedenste Dinge zurückgeführt. Häufig vertreten ist beispielsweise der Rückschluss auf den gestiegenen Wohlstand und die daraus resultierende Entbehrlichkeit von Kindern als private Altersvorsorge, auch als demografisch-ökonomisches Paradoxon umschrieben. Das Bildungsniveau aber führt Birg dabei ebenso als Ursache an, da die Kinderzahl pro Frau in dem Maße abnahm "wie die Lebenserwartung und andere Maße des Entwicklungsstandes, darunter vor allem das Pro-Kopf-Einkommen und das Ausbildungsniveau der Bevölkerung, zunahmen." Andere Forscher wie Kröhnert, Olst und Klingholz ziehen jedoch unterschiedliche Schlüsse aus empirischen Daten, welche für eine entgegengesetzte Position sprechen: da die reicheren Länder Westeuropas höhere Kinderzahlen als die ärmeren Länder haben, existiert demnach kein demografisch-ökonomisches Paradoxon mehr.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie

2.1 Das demografisch-ökonomische Paradoxon

2.1.1 Definition nach Birg

2.1.2 Gegensätzliche Positionen

2.2 Alternativer Ansatz der Ursachenbeschreibung

2.3 Forschungsfrage und Hypothesenbildung

3. Methodik

3.1 Datenerhebung

3.1.1 Erhebungsverfahren

3.1.2 Grundgesamtheit und Stichprobe

3.1.2 Gewichtung der ostdeutschen Teilpopulation

3.2 Operationalisierung

3.2.1 Unabhängige und abhängige Variablen

3.2.2 Konstruktbildung

4. Ergebnisse

4.1 Statistiken der Variablen

4.2 Zusammenhänge der Variablen

5. Diskussion der Erkenntnisse

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die empirische Überprüfung der theoretischen Annahmen zum demografisch-ökonomischen Paradoxon in der deutschen Bevölkerung des Jahres 2014, um den Zusammenhang zwischen ökonomischem Status, Bildungsgrad und der individuellen Kinderanzahl zu analysieren und geschlechtsspezifische Unterschiede in den Ergebnissen aufzuzeigen.

  • Analyse des demografisch-ökonomischen Paradoxons
  • Empirische Untersuchung der Auswirkungen von Einkommen auf die Kinderzahl
  • Einfluss des Bildungsniveaus auf die Familienplanung
  • Vergleichende Untersuchung zwischen männlichen und weiblichen Bevölkerungsgruppen
  • Überprüfung konkurrierender wissenschaftlicher Positionen zum Geburtenrückgang

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Gegensätzliche Positionen

Die Existenz des Paradoxons ist zwar anerkannt, es konnte bisher jedoch kein Konsens innerhalb der Wissenschaft erzielt werden. So kommen beispielsweise Kröhnert, Olst und Klingholz (2004, S. 3) zu anderen empirisch fundierten Erkenntnissen, wenn sie die Kinderanzahl der europäischen Länder in Bezug auf Wohlstand vergleichen:

Das Wohlstandsniveau der einzelnen Länder (gemessen im kaufkraftkorrigierten Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner) korreliert positiv mit den Kinderzahlen. Die reicheren Länder Westeuropas wie Island (1,93 Kinder je Frau) oder Norwegen (1,75) haben höhere Kinderzahlen als ärmere wie Griechenland (1,25) oder Portugal (1,47). In Europa gibt es somit seit Jahren kein „ökonomisch-demografisches Paradoxon“ mehr.

Dabei untersuchten sie auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für unterschiedliche Kinderzahlen anhand einer Vielzahl von sozioökonomischen Indikatoren. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass ab einer gewissen Stufe des gesellschaftlichen Entwicklungsstands „der Zusammenhang zwischen Wohlstand und Fortschritt einerseits und sinkenden Kinderzahlen andererseits nicht mehr gilt“ (Kröhnert, Olst, & Klingholz, 2004, S. 2-3). Entgegengesetzt erzielen sogar genau die Länder die höchsten Raten, in denen der gesellschaftliche Entwicklungsstand am weitesten fortgeschritten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den demografischen Wandel in Deutschland und stellt die widersprüchlichen wissenschaftlichen Thesen zum Zusammenhang von Wohlstand, Bildung und Kinderzahl gegenüber.

2. Theorie: Das Kapitel erläutert das Konzept des demografisch-ökonomischen Paradoxons nach Birg sowie gegensätzliche Forschungsansätze und leitet daraus die spezifischen Hypothesen für die Untersuchung ab.

3. Methodik: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere die Datengrundlage des ALLBUS 2014, die Auswahl der Stichprobe sowie die Gewichtung der Daten und die operationalisierte Konstruktbildung.

4. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die deskriptiven Statistiken der untersuchten Variablen sowie die Korrelationsanalysen zwischen Bildungsgrad, Einkommen und Kinderanzahl präsentiert.

5. Diskussion der Erkenntnisse: Die Ergebnisse werden interpretiert und auf die theoretischen Ausgangsfragen bezogen, wobei insbesondere die unterschiedlichen Verhaltensmuster von Männern und Frauen hervorgehoben werden.

6. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche für die Forschungsarbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen auf.

Schlüsselwörter

Demografischer Wandel, demografisch-ökonomisches Paradoxon, Kinderzahl, ALLBUS 2014, Bildungsgrad, Einkommen, Familienplanung, Geschlechterunterschiede, Sozialwissenschaften, Deutschland, Geburtenrate, ökonomische Faktoren, Korrelationsanalyse, Kinderlosigkeit, gesellschaftlicher Entwicklungsstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Faktoren wie Einkommen und Bildungsgrad und der tatsächlichen Anzahl an Kindern bei der deutschen Bevölkerung im Jahr 2014.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen den demografischen Wandel, die Diskussion um das demografisch-ökonomische Paradoxon sowie geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Vereinbarkeit von Lebenszielen und Elternschaft.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Studie?

Die Forschungsfrage lautet, ob in Deutschland im Jahr 2014 ein signifikanter Zusammenhang zwischen Einkommen beziehungsweise Bildungsgrad und der Anzahl der Kinder besteht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine quantitative statistische Auswertung von Datensätzen der „Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften“ (ALLBUS) 2014 vorgenommen, inklusive Korrelationsanalysen nach Pearson.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einbettung, der Methodik der Datenerhebung und -aufbereitung sowie der Darstellung und Diskussion der statistischen Ergebnisse.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Demografie, Kinderlosigkeit, Sozialstruktur, Bildungsökonomie, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und Haushaltsstatistik.

Warum konnte keine multiple Regressionsanalyse durchgeführt werden?

Aufgrund von Multikollinearität, da die Variablen „Bildungsgrad“ und „Einkommen“ innerhalb der Stichprobe miteinander korrelieren, war dieses statistische Verfahren nicht anwendbar.

Wie unterscheiden sich die Befunde bei Männern und Frauen?

Frauen zeigen eher eine negative Korrelation zwischen Bildung/Einkommen und Kinderzahl (im Sinne von Birg), während bei Männern teils positive Zusammenhänge zu beobachten sind, was auf traditionelle Rollenbilder und Absicherungsmotive hindeutet.

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Details

Title
Empirische Prüfung des demographisch-ökonomischen Paradoxons in Deutschland
College
University of Mannheim
Grade
1,7
Author
Christian Meradji (Author)
Publication Year
2017
Pages
16
Catalog Number
V468205
ISBN (eBook)
9783668960428
ISBN (Book)
9783668960435
Language
German
Tags
empirische prüfung paradoxons deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Meradji (Author), 2017, Empirische Prüfung des demographisch-ökonomischen Paradoxons in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468205
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