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Das Ministerium für Staatssicherheit als "Schild und Schwert" der SED

Zur Anatomie eines Machtapparates

Título: Das Ministerium für Staatssicherheit als "Schild und Schwert" der SED

Trabajo , 2009 , 36 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Dr. Christoph Grützmacher (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, warum sich das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zum wichtigsten Machtinstrument der SED-Führung entwickelte und welche Strukturen, Akteure und Rahmenbedingungen diesem Weg zugrunde lagen.Warum wurde dem Ministerium für Staatssicherheit eine derart exponierte Stellung im politischen System der DDR zu Teil und welche Strukturen und Mechanismen unterfütterten den einzigartigen Macht- und Kontrollanspruch des MfS?

Das sind die zentralen Fragestellungen, die diese Arbeit beantworten möchte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Strukturen, Hierarchie und Entscheidungsfindung im MfS

2.1 Führungsebene

3. Verortung des MfS in der Staats- und Parteiführung

3.1 Das MfS und die SED-Führung

3.2 Das MfS und das Zentralkomitee der SED

3.3 Das MfS und das Politbüro

4. Kaderpolitik und Disziplinierung innerhalb des MfS

4.1 Mitarbeiterrekrutierung

4.2 Ausbildung und Schulung

4.3 Kontrolle und Disziplinierung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) als zentrales Machtinstrument der SED, wobei insbesondere die strukturellen Rahmenbedingungen, die Einbettung in die Parteiführung sowie die internen Mechanismen der Kaderpolitik und Kontrolle analysiert werden, um die Entstehung und Aufrechterhaltung des MfS als Überwachungsapparat zu erklären.

  • Strukturelle Organisation und Hierarchien innerhalb des MfS
  • Die hierarchische Verknüpfung von MfS, Zentralkomitee und Politbüro
  • Methoden der Mitarbeitergewinnung und ideologischen Schulung
  • Interne Kontrollmechanismen und Disziplinierungspraktiken im Apparat
  • Das MfS als Herrschaftsinstrument und dessen Rolle im System DDR

Auszug aus dem Buch

4.3 Kontrolle und Disziplinierung

Die SED disziplinierte ihre Mitglieder, indem diese vor der Mitgliederversammlung oder von der Parteileitung zur Rede gestellt wurden, sobald der gefährliche Verdacht des Querulantentums oder des Nonkonformismus im Raum stand. Die Fälle, in denen sich dieser Vorwurf bei der sogenannten „Aussprache“ erhärtete, mündeten nicht selten in ein Parteiverfahren, an dessen Ende für gewöhnlich die Verhängung einer Parteistrafe und im folgenschwersten Fall der Ausschluss aus der SED stand. Vor allem Letzteres war selbstredend mit schweren beruflichen Einschnitten und erheblichen privaten Konsequenzen verbunden. Den zentralen Begriff in der Diskussion um die Disziplinierungskompetenz der SED im MfS bildete die Formel „Kritik und Selbstkritik“. Nach diesem Muster verlief in sozialistischen Gesellschaften nahezu jede Auseinandersetzung zwischen Führung und Untergebenen, nicht nur parteiintern, sondern auch im beruflichen Rahmen. Rechtsmittel standen denjenigen, die einmal in Ungnade gefallen waren, nicht zur Verfügung.

Mitte der 1980er Jahre übertrug sich die Sicherheitshysterie des Kalten Krieges zunehmend auch auf das Ministerium für Staatssicherheit. Zwischen den einzelnen Abteilungen herrschte grundsätzlich Misstrauen gegenüber den Kollegen. Dies führte zu einer Abschottung untereinander. Die Wirkung der MfS-Doktrin, jeder könne ein potentieller Staatsfeind sein, schlug auf deren Urheber zurück, die Täter wurden zu Opfern ihres eigenen Apparates. Auf allen Hierarchieebenen des Geheimdienstes existierten deshalb Sicherungsinstanzen, die von der Hauptabteilung „Kader und Schulung“ etabliert wurden, um Querulanten und Westspione identifizieren und möglichst lautlos aus dem System entfernen zu können. Missliebige und auffällige hauptamtliche Mitarbeiter wurden wie Zivilisten observiert und gemeinsam mit ihren Familien unter Druck gesetzt. Stark verdächtige Personen wurden für mehrere Tage in den Untersuchungsgefängnissen des MfS interniert. Die Kaderabteilung der Staatssicherheit entwickelte sich immer mehr zur Geheimpolizei innerhalb der Geheimpolizei, deren Mitarbeiter die Systemtreue und ideologische Unbedenklichkeit ihrer Kollegen in allen Abteilungen des MfS einer permanenten Kontrolle unterwarfen. Die MfS-Spitze traute ihrem eigenen Macht- und Sicherheitsapparat nicht und fand in den von ihr eingesetzten Kaderabteilung willfährige Helfer im Kampf gegen die eigenen Mitarbeiter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert das MfS als zentrales Instrument der SED-Herrschaft und stellt die Forschungsfrage nach den Strukturen und Mechanismen, die diesen Machtanspruch unterfütterten.

2. Strukturen, Hierarchie und Entscheidungsfindung im MfS: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des MfS, der militärischen Prinzipien folgte und auf eine zentralistische Führung unter Erich Mielke setzte.

3. Verortung des MfS in der Staats- und Parteiführung: Hier wird das hierarchische Verhältnis zwischen dem MfS und den wichtigsten SED-Organen wie dem Zentralkomitee und dem Politbüro analysiert.

4. Kaderpolitik und Disziplinierung innerhalb des MfS: Dieser Abschnitt beschreibt die Auswahlprozesse von Mitarbeitern, deren Ausbildung sowie die strengen internen Kontrollmethoden zur Sicherstellung der Systemtreue.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass das MfS maßgeblich zum Machterhalt des SED-Regimes beitrug, dessen repressiver Charakter jedoch langfristig auch zum Scheitern des Systems führte.

Schlüsselwörter

DDR, MfS, Staatssicherheit, SED, Erich Mielke, Überwachungsstaat, Kaderpolitik, Geheimdienst, Parteiführung, Politbüro, Zentralkomitee, Disziplinierung, Zersetzung, Herrschaftsinstrument, Opposition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) als zentrales Instrument der SED-Führung und untersucht dessen innere Struktur sowie seine Rolle im politischen Machtgefüge der DDR.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Schwerpunkte bilden die Organisationsstruktur des MfS, die Anbindung an die Parteiführung, die Rekrutierung und Ausbildung von Personal sowie die Methoden der internen Überwachung und Disziplinierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung soll klären, warum sich das MfS zum wichtigsten Machtwerkzeug der SED entwickelte und welche Mechanismen diesen Machtanspruch sowie die totale Kontrolle über die Bevölkerung ermöglichten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur, historischer Dokumente und Forschungsergebnisse zur Geschichte des MfS und der DDR.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Führungsstrukturen, die Verortung des MfS innerhalb der SED-Hierarchie und eine detaillierte Untersuchung der Kaderpolitik und interner Überwachungssysteme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind MfS, SED, Staatssicherheit, Überwachungsapparat, Kaderpolitik, Machtinstrument und Systemkontrolle.

Welche Bedeutung hatte die "Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe" (ZAIG)?

Die ZAIG fungierte als zentrale Schaltstelle im MfS, in der alle Informationen zusammenliefen, um Lageeinschätzungen für die Staats- und Parteiführung zu erstellen.

Warum galt das MfS als "Staat im Staate"?

Durch seine enorme personelle und strukturelle Ausstattung sowie seine Abschirmung gegenüber externer Einflussnahme agierte das MfS weitgehend autonom und entzog sich teilweise sogar der Kontrolle durch Parteifunktionäre.

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Detalles

Título
Das Ministerium für Staatssicherheit als "Schild und Schwert" der SED
Subtítulo
Zur Anatomie eines Machtapparates
Universidad
University of Hagen
Calificación
1,3
Autor
Dr. Christoph Grützmacher (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
36
No. de catálogo
V468252
ISBN (Ebook)
9783668943919
ISBN (Libro)
9783668943926
Idioma
Alemán
Etiqueta
DDR-Geschichte Sicherheitspolitik Ministerium für Staatssicherheit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr. Christoph Grützmacher (Autor), 2009, Das Ministerium für Staatssicherheit als "Schild und Schwert" der SED, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468252
Leer eBook
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